Stabiler Komfort mit kleinen Abzügen

Nitro Concepts: X1000 im Test – Die absolute Unit unter den Gaming-Stühlen

  • Joost Rademacher
    vonJoost Rademacher
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Mit dem X1000 bringt Nitro Concepts seinen aktuellsten und im Moment teuersten Gaming-Stuhl auf den Markt. Im Test haben wir ihn ausführlich für euch eingesessen.

Hamburg, DeutschlandNitro Concepts, der Hersteller von Gaming-Möbeln mit dem Flammenlogo, hat im vergangenen Jahr einen neuen Gaming-Stuhl mit dem schnittigen Modelnamen X1000 an den Start gebracht. Das neue Modell kommt in vier Farbvarianten daher und soll bei der bisher größten Sitzfläche im Portfolio des Herstellers größtmöglichen Komfort bieten. Fragt sich nur, ob das bei einem verhältnismäßig bescheidenen Preis von 269,90€ auch tatsächlich hinhauen kann. Wir haben uns mit dem Allerwertesten voran in den Gaming-Stuhl geschmissen und den Nitro Concepts X1000 ausführlich für euch getestet.

Name des ModellsNitro Concepts X1000
Release01. September 2020
FarbenStealth Black, Inferno Red, Galactic Blue, Radiant White
Preis269,90€
Maße137 cm x 56 cm x 56 cm
Maximalbelastung135 kg

Nitro Concepts: X1000 im Test – Alles in einem Karton

Schon beim Auspacken der Kartoninhalte und Lesen der Anleitung des X1000 fällt angenehm auf: zusätzliches Zubehör für den Zusammenbau ist gar nicht erst nötig. Stattdessen lassen sich alle wichtigen Schraubarbeiten ganz einfach mit einem mitgelieferten Sechskantschlüssel erledigen. Sobald alle Einzelteile von Verpackungsmaterial und Luftpolsterfolie befreit sind, steht einem schon bald fertigen Stuhl kaum etwas im Weg. Dabei geht der Aufbau erstaunlich einfach von der Hand und lässt dank der simpel gehaltenen Anleitung auch für Laien wie unseren Tester kaum Raum für Konstruktionsfehler übrig. Schön, wenn die Dinge simpel bleiben.

Allzu lang aufhalten dürfte der Aufbau nicht, wir waren schneller damit fertig als eine Portion Kartoffelecken zum Fertigbacken im Ofen brauchte. Soll heißen, es dauert keine 20 Minuten, bis man sich hier entspannt in den neuen Gaming-Stuhl setzen kann. Dabei macht die Verarbeitung auf den ersten Blick schon einen grundsoliden Eindruck. Optische Macken oder gar Kratzer können wir auf den Einzelteilen des Stuhls nicht finden und auch die Nähte am Polster sind rundum sauber verarbeitet, da ist nichts lose oder lückenhaft. Kommen noch die mitgelieferten Kissen für Nacken und Lende dazu und schon ist das Setup komplett.

Nitro Concepts: X1000 im Test – Schlichtes Design ohne Schnickschnack

Bevor der Gaming-Stuhl nun Bekanntschaft mit unseren wichtigsten Körperpartien macht, können wir uns das Design des Nitro Concepts X1000 einmal in voller Gänze zu Gemüte führen. Auffällig ist dabei direkt, wie unauffällig das Model für einen Gaming-Stuhl ist. Die generelle Form ist wie üblich der eines Rennsitzes nachempfunden, im Fall vom X1000 ist diese aber etwas flacher und weniger einengend. Die Akzente der farbigen Varianten bleiben dezent auf die Seiten des Stuhls beschränkt und am Kopfteil finden wir das Nitro Concepts-Logo aufgestickt, stilecht in passender Farbe zur gewählten Variante.

Nitro Concepts: X1000 im Test – Schlichtes Design, hochwertig verbaut

Der Bezug des Stuhls ist dabei hauptsächlich aus Textil, lediglich am Schulterbereich der Rückenlehne und auf der Sitzfläche finden sich kleinere Flächen aus PVC, die den X1000 visuell noch ein wenig ansprechender machen. Im Großen und Ganzen ist das Design nicht unheimlich extravagant, ist aber in seinem Pragmatismus und seiner Schlichtheit rundum ansprechend. Ein einziges Manko sind dabei die Armlehnen, die nicht gepolstert sind, sondern hauptsächlich aus PU-Kunstleder und Nylon bestehen und in ihrem stark kantigen Look vielleicht schon ein wenig zu sehr ins Minimalistische abdriften.

Im gesamten Look und seinen Maßen ist der Nitro Concepts X1000 erstaunlich wertig, stabil und durch die dicke Sitzfläche und Rückenlehne wuchtiger, als von einem Gaming-Stuhl seiner Preisklasse normalerweise zu erwarten wäre. Noch hinzu kommt der im Inneren verbaute Stahlrahmen, der sicher sein Übriges zur Stabilität beiträgt, den Stuhl aber auch auf ein beachtliches Gewicht von fast 25 kg bringt. Wo wir nun schon von Zahlen anfangen, können wir uns einmal sämtliche technische Daten im Überblick anschauen.

  • Größenangaben: Gesamthöhe (mit Basis): ca. 119-128,6 cm | Höhe der Sitzfläche: 41-50,6 cm | Breite der Rückenlehne (Schulter): ca. 55 cm | Breite der Rückenlehne (Hüfte): ca. 56 cm | Höhe der Rückenlehne: ca. 86 cm | Breite der Sitzfläche innen: ca. 36 cm | Breite der Sitzfläche außen (breitester Punkt): ca. 54,5 cm | Tiefe der Sitzfläche: ca. 56 cm | Breite der Armlehnen: ca. 10 cm | Tiefe der Armlehnen: ca. 25 cm
  • Gewicht: 24, kg
  • Neigungswinkel der Wippmechanik: max. 14°
  • Neigungswinkel der Rückenlehne: 90° bis 125°
  • Material: Stahl (Rahmen) | Kaltschaum (Polsterung) | Stoff, PVC (Kontaktfläche, Bezug, Kissen) | Nylon, ABS (Fußkreuz, Stabilisator der Rückenlehne) | Nylon, Polyurethan (Rollen) | Nylon, Polyurethan, Stahl (Armlehnen)
  • Farbe: Stealth Black, Inferno Red, Radiant White, Galactic Blue
  • Maximalbelastung: 135 kg
  • Herstellergarantie: 2 Jahre
  • Zertifizierung: Bürostuhl nach DIN EN 1335
Nitro Concepts: X1000 im Test – Die Armlehnen sind etwas zu hart und kantig

Nitro Concepts: X1000 im Test – Endlich eine ordentliche Sitzung

Okay, jetzt aber genug begutachtet, nach Aufbau und so vielen Messungen muss man ja erstmal sitzen. Ohne die mitgelieferten Kissen ist der Nitro Concepts X1000 auf den ersten Eindruck etwas hart, dabei aber nicht unangenehm. Dazu fällt auf: Das Polster ist erstaunlich warm, aber nicht so sehr, dass der Rücken zu schwitzen beginnt. Das dürfte der im Inneren des Stuhls liegenden Kaltschaumpolsterung zu Danken sein, die für den nötigen Komfort und trotzdem genug Luft am Rücken sorgt.

Nimmt man noch die Kissen mit ins Boot, wird das Sitzgefühl wirklich unheimlich angenehm. Das Nackenkissen lässt sich per Clip um die Kopfstütze binden und bleibt so immer gut in Position, nur leider ist das beim Lendenkissen nicht der Fall. Es sorgt zwar immer noch für einiges mehr an Komfort im unteren Rückenbereich, ist aber eben nur ein loses Kissen. Für eine ideale Passform an den Rücken muss es also jedes Mal beim Hinsetzen neu in Position geschoben werden. Das ist etwas stressig, irgendeine Form zur Befestigung hätte da noch einiges genützt.

Nitro Concepts X1000 im Test: Die Rückenlehne lässt sich auf bis zu 125° nach hinten neigen.

Neben ein paar Kissen hat der X1000 von Nitro Concepts aber noch einige weitere Anpassungsmöglichkeiten. So lässt sich die Höhe derSitzfläche durch eine Gasdruckfeder anpassen, außerdem lässt die Rückenlehne sich auf bis zu 125° nach hinten neigen (ideal für kurze Nickerchen) und auch die 3D-Armlehnen bieten verschiedene Möglichkeiten zur Einstellung der Höhe, Tiefe und zum bevorzugten Armwinkel. Da sollte für die meisten Körperformen und -typen eine ideale Einstellung dabei sein.

Nitro Concepts: X1000 im Test – Großer Komfort, auch bei kleinen Problemen mit der Mechanik

Probleme gibt es nur kleinere in der Mechanik. Die Anpassung der einzelnen Partien verläuft zum Beispiel – abgesehen von der Sitzhöhe – nicht stufenlos. Dabei ist ein wenig Feingefühl angesagt, denn es gibt auch keine Indikatoren für die aktuelle Einstellungen der Armlehnen oder Rückenlehne. Die beiden Armlehnen könnten also auf unterschiedlichen Höheneinstellungen sein und man könnte es nicht prüfen, bis die Lage der Arme sich irgendwann komisch anfühlt. Auch die Rückenlehne ist etwas hakelig durch einen Hebel an der Seite der Sitzfläche zu bedienen und muss sich nach Neujustierung erstmal in die nächstgelegene Stufe einfinden.

Nitro Concepts: X1000 im Test – Die mitgelieferten Kissen sorgen für den zusätzlichen Komfort

Aber das tut dem letztlichen Komfort des Nitro Concepts X1000 keinen großen Abbruch. Durch die etwas flacher designten und weniger weit nach vorne ragenden Seitenpartien der Rückenlehne bleibt ausreichend Bewegungsfreiheit und die große Sitzfläche bietet genügend Platz, um sich darauf ordentlich breit zu machen. Auch über längere Sitzungen hinweg sind uns keine Probleme oder Unannehmlichkeiten aufgefallen, nach neun Stunden gab es keine Probleme am Rücken oder Allerwertesten. Und das ist ja eigentlich die Hauptsache.

Nitro Concepts: X1000 im Test – Unser Fazit zum neuen Gaming-Stuhl-Flaggschiff

Nitro Concepts X1000 im Test: Unsere Wertung zum Gaming-Flaggschiff

Es gibt eine Menge Dinge am Nitro Concepts X1000, die sehr zu gefallen wissen. Das simple Design wird durch kleinere Akzente fein unterstrichen und dürfte sich gut für die meisten Gaming-Zimmer und Arbeitsplätze eignen, es gibt eine Vielzahl von Einstellungsmöglichkeiten und der Sitzkomfort ist schlichtweg wirklich hoch. Es gibt zwar kleinere Schwächen, wie das etwas hohe Gesamtgewicht, den Mangel an stufenlosen Einstellungen und das lose Lendenkissen, aber die sind allemal zu verschmerzen. Dem insgesamt wirklich positiven Gesamteindruck schaden sie kaum und da der Nitro Concepts X1000 mit seinen 269,90€ noch nicht einmal in die wirklich hohe Preisklasse von Gaming-Stühlen fällt, ist der Stuhl für einen Erstkauf wie auch für etwas höhere Ansprüche bei kleinem Geld bestens geeignet.

ProCon
+ Kein Zubehör nötig, Aufbau schnell und simpel erledigt- Mit fast 25 kg recht schwer
+ Sehr stabil durch Stahlrahmen- Armlehnen recht kantig, nicht gepolstert
+ Rundum gute Verarbeitung- Einstellungen nicht Stufenlos
+ Einfache, aber hochwertige Optik- Lendenkissen ohne Möglichkeit zur Befestigung
+ Atmungsaktiv durch Kaltschaumpolsterung
+ Viele Einstellungsmöglichkeiten an Rücken- und Armlehne
+ Äußerst bequem auch bei längeren Sitzungen

Rubriklistenbild: © Nitro Concepts

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