Massenschlachten für Manga-Fans

One Piece: Pirate Warriors 4 im Test – Musou-Revolution oder Tiefschlag für Fans?

  • vonDaniel Meyer
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One Piece: Pirate Warriors 4 setzt auf massive Kämpfe, zahllose Charaktere und gedankenverlorene Action – ein typisches Musou? Der Test zum Spiel klärt auf.

  • One Piece: Pirate Warriors 4 erscheint am 26. März 2020 für Nintendo Switch, PS4, PC und Xbox One.
  • Fan dürfen sich auf ein weiteres Musou-Kampfspiel im One Piece-Setting freuen.
  • Der Test beantwort: Liefert Omega Force die Musou-Revolution oder einen Tiefschlag für Fans?

Das One Piece-Franchise startet in ein neues Abenteuer, und mittlerweile zum vierten Mal im Rahmen der Musou-Reihe. Aber dürfen wir uns damit auf wirkliche Neuerungen gefasst machen?

Eines vorweg: One Piece: Pirate Warriors 4 richtet sich vor allem an Fans des Mangas bzw. des Animes. So dürft ihr euch hier auf eine Hand von Story-Arcs gefasst machen, die es zumindest ansatzweise nachzuspielen gilt. Solltet ihr euch mit dem Original nicht sonderlich auskennen, tut dies dem Spielspaß keinen Abbruch, allerdings bleiben auch ebenso viele Fragezeichen im Raum stehen hinsichtlich Geschichte, Charakteren und ihrer unterschiedlichen Eigenheiten. Neueinsteiger dürften es sogar schwer haben zu verstehen, worum es im Kern der Geschichte überhaupt geht. Aber natürlich gehören diese Spieler auch nicht zum Zielpublikum, auf die es One Piece: Pirate Warriors 4 abgesehen hat.

One Piece: Pirate Warriors 4 im Test – Musou-Action vom Feinsten

One Piece: Pirate Warriors 4 setzt auf quietschbunte Massenschlachten im Musou-Stil.

Solltet ihr noch nie einen Musou-Titel gespielt haben, so dürft ihr euch hier auf massive Hack & Slay-Action gefasst machen, in der ihr mit überpowerten Helden gegen ganze Armeen von Gegnern antretet und diese ordentlich vermöbelt. Dabei blickt die Serie auf eine ganze Reihe von Spielen zurück. Angefangen bei der originalen Dynasty Warriors-Reihe, bis hin zu den zahlreichen Spinoffs wie beispielsweise Hyrule Warriors oder Dragon Quest Warriors. Gerade diese Kollaborationen sorgten bisher nicht nur für viele neue Fans, sondern auch für Abwechslung durch neue Geschichten und Welten. Dass die Vielfalt besonders wichtig ist, zeigt vor allem die Unveränderbarkeit der Marke. Denn während sich Story und Welten verändern immer wieder neu erfinden durften, so bleibt der Kern des Spiels in der Regel gleich.

Auch One Piece: Pirate Warriors 4 stellt hier keine Ausnahme dar. Das Prinzip gestaltet sich dabei sichtlich einfach: Hirn ausschalten und Button-Mashing aktivieren. So stupide das klingt, so sehr kann es nach einem langen Arbeits- oder Schultag Spaß machen. Dank zahlreicher Komboangriffe besteht auch genug Variation, um langfristig über die gigantischen Schlachtfelder zu fegen, ohne, dass das Spielprinzip allzu schnell an Energie verliert. Die überladenen Angriffe der zahlreichen Charaktere tun ihr Übriges. Zudem lassen sich ganze 35 Charaktere des One Piece-Universums spielen, wozu neben den Strohhutpiraten auch beliebte Figuren wie Ace, Bartolomeo und Trafalgar Law zählen.

Dass jeder dieser Charaktere über die allseits bekannten Fähigkeiten und Kampftechniken aus der Serie bzw. des Mangas verfügt, setzt dem Fanservice die Krone auf. Etwas schade ist jedoch, dass One Piece: Pirate Warriors 4 nur bestimmte Charaktere ins Spielgeschehen aufgenommen hat. Zugegeben, 35 spielbare Figuren mit eigenen Angriffsmustern stellt schon ein kleines Ausrufezeichen dar, doch so manch Fan wird sicherlich Figuren wie Perona oder Mr. 2 alias Bon Kurei vermissen. Ebenso wurden nur bestimmte Story Arcs ins Spiel übernommen. Die Sky Island Saga, als auch die Thriller Bark und Fish-Man Island Arcs fehlen hier leider gänzlich.

One Piece: Pirate Warriors 4 – Anspruchsloses Gameplay aber großartig inszenierte Story

In One Piece: Pirate Warriors 4 fühlt ihr euch den zahlreichen Gegnern jederzeit überlegen.

Wenn Omega Force mit One Piece: Pirate Warriors 4 eines geschafft hat, dann die Fähigkeiten der Charaktere atmosphärisch und spektakulär ins Spiel zu integrieren. Es macht einfach unfassbar viel Spaß, mit all den unterschiedlichen Charakteren, egal ob Held oder Schurke, durch feindliche Reihen zu fegen und diese mit imposanten Kombos und Skills in den Staub zu drücken. Doch gleichzeitig, soviel Unterhaltung und Abwechslung hier auch geboten wird, stellen die Anforderungen in den einzelnen Missionen wenig Anspruch in den Raum. Pirate Warriors 4 ist für Musou-Veteranen schlicht zu einfach. Es wurde zwar versucht, verschiedene Überraschungselemente in das Spiel zu integrieren, jedoch stellen solche Maßnahmen bislang leider nur einen kläglichen Versuch dar, Abwechslung zu schaffen.

Hier gilt es allerdings auch zu berücksichtigen, dass die Musou-Reihe auch nicht unbedingt zu der Sorte von Spiel zählt, in der markante Änderungen zu erwarten, geschweige denn einfach umzusetzen wären. Gleichzeitig haben es jedoch andere Ableger der Reihe geschafft, etwas mehr Zeitdruck und Anspruch vom Spieler einzufordern, wo One Piece: Pirate Warriors 4 eher zu einem schlichten Hack & Slay verkommen ist.

Altbekannte Figuren des Piratenuniversums geben sich in One Piece: Pirate Warriors 4 die Ehre.

Doch abseits der Spieltiefe sorgt vor allem die Inszenierung der Story für Aufmerksamkeit. Während die Geschehnisse innerhalb der Missionen schnell verpasst werden können, da ein Mitlesen in der Hitze des Gefechts oft schlichtweg unmöglich ist, sorgen insbesondere die Zwischensequenzen für besondere Unterhaltung. Diese versuchen dabei vor allem den Storyverlauf von One Piece nachzuerzählen, was sogar ausgesprochen erfolgreich geschieht. Und zwar nicht unbedingt auf einer inhaltlichen, sondern oft auf einer ausgesprochen emotionalen Ebene. Fans dürfen in One Piece: Pirate Warriors 4 einige der besten und gefühlstechnisch wirksamsten Momente nochmals nacherleben, die sowohl für Aufregung, Lachen als auch für Kummer gesorgt haben.

Große Stärke von One Piece: Pirate Warriors 4: Individualisierung durch Skillbäume

Eine spannende Ergänzung stellen die Fähigkeitsbäume der Charaktere dar. Im Verlauf von One Piece: Pirate Warriors 4 lassen sich insgesamt drei unterschiedliche Bäume freischalten. Dazu zählt ein Basisbaum, der für alle Charaktere gemeinsam gilt. In diesem lassen sich besondere ausrüstbare Upgrades für bspw. Stärke, Verteidigung oder das Ergattern von Bonus Berries - der Währung in One Piece: Pirate Warriors 4 - freischalten. Aber auch konstante Attributsverbesserungen können hier erworben werden. Das nötige Kleingeld erhaltet ihr durch das Absolvieren von Missionen. 

Skillbäume in One Piece: Pirate Warriors 4 machen jeden Charakter einzigartig.

Die zwei weiteren Skillbäume sind hingegen charakterbezogen. In diesen lassen sich neben weiteren Attributs-Boni auch Skills freischalten. Bis zu vier Skills können so für jeden Charakter aktiviert und auf den vier Haupt-Buttons des Gamepads von Nintendo Switch, PS4 und Xbox One platziert werden. Diese Skills stellen die einzigartigen Fähigkeiten der unterschiedlichen Figuren dar, sodass ihr somit nicht nur mehr Abwechslung erhaltet, sondern auch euren Stil individualisieren und auf neuen Arten euren Gegnern einheizen könnt.

One Piece: Pirate Warriors 4 im Test – Fazit zum Musou-Abenteuer

One Piece: Pirate Warriors 4 im Test: So schneidet das Musou-Abenteuer ab.

Wer hofft, dass die Musou-Reihe nun eine spielerische Revolution erlebt, dem müssen wir leider raten, sich auf den vielleicht nächsten Ableger zu gedulden. One Piece: Pirate Warriors 4 beschreitet weiterhin den bisher gegangenen Weg der Serie und gibt dabei keine allzu schlechte Figur ab, insbesondere wenn man selbst Fan von One Piece ist. Dank eines stattlichen Ensembles an Charakteren, den ikonischen Fähigkeiten dieser, sowie der gewohnt brachialen Action des Franchises, kann das Game immens viel Unterhaltung bieten – zumindest solange man das Gehirn auf Standby laufen lässt. Wer mehr als einen effektreichen Button-Masher erwartet, der wird mit One Piece: Pirate Warriors 4 eher eine Enttäuschung erleben. Schlussendlich stellt das Spiel vor allem eins dar: eine spaßige Ablenkung, die ideal zum Abschalten geeignet ist und dabei viel Fanservice bietet, ohne wirklich innovative neue Pfade einzuschlagen.

Rubriklistenbild: © Bandai Namco

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