+
Pillars of Eternity 2 Deadfire: Die Ultimate Edition im Test – Auch auf PS4 und Xbox One Rollenspiel-Gold?

Mega-RPG

Pillars of Eternity 2 Deadfire im Test – Auch auf PS4 und Xbox One Rollenspiel-Gold?

  • schließen

Die Pillars of Eternity-Saga geht auf der Konsole in den zweiten Akt. Unser Test zeigt, ob das Mammut-Rollenspiel auch auf PS4 und Xbox One funktioniert.

Im Jahr 2015 hat die Spieleschmiede Obsidian dank der Crowdsourcing-Plattform Kickstarter ein ambitioniertes Projekt auf die Beine gestellt: Pillars of Eternity. Das Resultat konnte sich sehen lassen, handelte es sich doch hier ohne Frage um eines der besten isometrischen Rollenspiele seit Allzeit-Klassikern wie Baldurs Gate 2, Icewind Dale und Planescape Torment. PC-Spieler konnten bereits im Mai 2018 Hand an die Fortsetzung Pillars of Eternity 2 Deadfire legen. Nach etwas Wartezeit sind nun auch Konsolenspieler an der Reihe, und wir können mit Fug und Recht behaupten, dass die Wartezeit sich gelohnt hat – auch wenn die Portierung stellenweise etwas unglücklich verlaufen ist.

Pillars of Eternity 2 Deadfire im Test: Die Geschichte wird weitererzählt

Pillars of Eternity 2 Deadfire im Test: Die Geschichte geht weiter. 

Pillars of Eternity 2 Deadfire schließt an die Ereignisse vom ersten Teil an. Der Spieler schlüpft erneut in die Rolle des sogenannten Watchers. Dies ist eine Person, die mit den Seelen der Verstorbenen kommunizieren kann, einer Eigenschaft, die dem Spiel eine besondere Note verleiht. Dadurch erschließen sich uns zahlreiche einzigartige Möglichkeiten, aber auch erfahren wir so mehr über die Welt und können sogar Quests annehmen. Die Geschehnisse des ersten Spiels werden im Intro des Spiels zwar mitgeteilt, wer diesen jedoch noch nicht gespielt hat, der wird einige Zeit brauchen sich an diese einzigartige Welt zu gewöhnen. Ein Spielen des Vorgängers ist zwar nicht zwingend notwendig, jedoch empfehlenswert. Ein Tipp für Xbox Spieler: Der Vorgänger ist auch im Game Pass enthalten (Stand Januar 2020).

Es ist zum Spielstart möglich, entweder den alten Spielstand zu übernehmen, oder aber aus einer Vielzahl voreingestellter auszuwählen. In dieser Auswahl könnt ihr beispielsweise einstellen, ob euer Spielverhalten äußerst rechtschaffen gewesen ist, ihr eher aus Eigennutz gehandelt habt oder als Totalversager aufgetreten seid. Letzteres ist tatsächlich möglich, denn in diesem Fall habt ihr im ersten Spiel keine einzige Quest erfolgreich erledigt, all eure Verbündeten sind gestorben und generell lief alles schief. Dass die Auswirkungen auf das Spielgeschehen hier durchaus markant sein dürften, verrät schon der Hinweis, dass diese Wahl nicht für Neueinsteiger geeignet ist.

Auf den Spuren des Eothas in Pillars of Eternity 2 Deadfire

Magische Charaktere und emotionaler Tiefgang:Die Säulen von Pillars of Eternity 2 Deadfire. 

Fans des ersten Teils werden sich in Pillars of Eternity 2 Deadfire auch auf ein Wiedersehen mit diversen Charakteren freuen dürfen , zu denen auch der sympathische ehemalige Farmer Edér und der elfische Hexer Aloth zählen. Auch stehen hier wieder zahlreiche Dialoge im Laufe des Spiels an, die die Bande zwischen den Charakteren und euch weiter vertiefen. Und genau diese Dialoge sind es, die dem Spiele eine besondere Note verleihen, die Figuren und deren Geschichten hervorstechen lassen und für einen tollen emotionalen Tiefgang sorgen.

Die Möglichkeiten auf die unterschiedlichen Charaktere und Ereignisse der Welt zu reagieren sind immens vielfältig und oftmals auch fähigkeitsabhängig. Mit jedem Level-Up können wir unseren Charakteren nicht nur neue Skills beibringen, die im Kampf über Sieg und Niederlage entscheiden. Auch gibt es passive Fähigkeiten, die bspw. unser Wissen über Arkanes, über Geschichte oder einfach unsere Fertigkeiten im Einschüchtern oder Schleichen beeinflussen. Je nachdem wie stark diese Attribute ausgebildet sind fallen die Chancen aus, in korrespondierenden Dialogen und Herausforderungen zu bestehen. Ist unser Wissen über Arkanes hoch genug, so können wir bspw. zusätzliches Wissen in Dialogen offenbaren. Unsere Survival-Fertigkeit hingegen entscheidet, ob wir gefährliche Momente in der Welt unbeschadet überstehen, wie bspw. das Besteigen einer Klippe.

Gott Eothas ist nicht der einzig dicke Brocken, der uns in Pillars of Eternity 2 Deadfire begegnet.

Der Fokus der Geschichte in Pillars of Eternity 2 liegt allerdings auf der Jagd auf den Gott Eothas. In Form eines Giganten streift dieser durchs Land und vertilgt auf seiner Reise alle Seelen, die ihm in die Quere kommen. Im Auftrag einer anderen finsteren Göttin sollen wir Eothas aufhalten, doch nach und nach wird immer unklarer, ob Eothas tatsächlich finstere Absichten hat. Vielmehr stellt sich die Frage, was überhaupt unter den Göttern abläuft und ob ein gesundes Maß an Misstrauen nicht angebracht sei.

Pillars of Eternity 2 Deadfire: Klassisch isometrisches Gameplay – auch hoch zur See!

Pillars of Eternity 2 Deadfire unterscheidet sich nur in einigen Punkten vom klassischen isometrischen Rollenspiel. Wie wir es bereits aus Games wie Baldurs Gate oder Torment: Tides of Numenera kennen, steuern wir eine Gruppe von Helden durch die wunderschön gestalteten 2D-Landschaften und Städte von Deadfire. Dabei stoßen wir nicht selten auf feindlich gesinnte Menschen und Kreaturen, die wir mit Schwert, Schusswaffen und Magie in die Schranken weisen müssen. Deadfire stellt eine Region der Welt dar, die in zahllose Inseln unterteilt ist. Auf manchen dieser lassen sich riesige Städte finden, andere hingegen sind unbewohnt, können jedoch trotzdem erkundet werden. Um dorthin zu gelangen, wird jedoch ein Schiff benötigt.

Pillars of Eternity 2 Deadfire: Die Defiant eröffnet auch auf hoher See neue spielerische Möglichkeiten.

Die Reise zu Wasser wird durch unser neues Schiff die Defiant ermöglicht. Und hier wird es in Pillars of Eternity 2 Deadfire spannend. Nicht nur steuern wir das Schiff, auch gilt es dieses zu managen. Das Schiff will bemannt werden, idealerweise mit einer Crew, die ihr Handwerk versteht. Ein Koch, einen Navigator und unter anderem Kanoniere müssen auf der Schaluppe entsprechend platziert werden. Um die Mannschaft zusammenzubekommen, kann die Crew entweder gegen Geld rekrutiert oder im Laufe der Story gefunden werden. Erkunden wir die Welt tief genug, so stoßen wir gelegentlich auf diverse Außenseiter oder gelangweilte Charaktere, die gegen etwas Abwechslung nichts einzuwenden haben.

Natürlich gilt es auch, genügend Proviant mit an Bord zu nehmen. Die Crew will mit Nahrung und Getränken versorgt werden, und nicht unbedingt die billigste Variante. Letztere hält diese zwar am Leben, senkt aber auch die Moral. Sinkt die Moral zu tief, kann es sogar zu einer Meuterei kommen. Außerdem braucht ihr Kanonenkugeln, um in Seegefechten zuschlagen zu können. Diese werden in rundenbasierter Form absolviert, bei der insbesondere unsere Strategie und Positionierung eine wichtige Rolle spielt. Nur wenn das Schiff korrekt ausgerichtet ist, können unsere Kanoniere feuern und gleichzeitig verfügen unterschiedliche Kanonen über verschiedene Reichweiten. Je mehr Schaden, Verletzte und Tote wir erleiden, umso ineffektiver wird die Crew – dies gilt aber auch für unsere Kontrahenten.

So gut sind Technik und Portierung in Pillars of Eternity 2 Deadfire

Im Großen und Ganzen ist die Portierung auf Konsole relativ gut gelungen. Die meisten Steuerungsmechaniken wurden gut umgesetzt, jedoch gilt dies bei Weitem nicht für alle. So gilt es beispielsweise zwischen zwei Steuerungsmechaniken per Knopfdruck zu wechseln. Bei der einen navigieren wir unsere Gruppe mit einem Cursor via Point & Click, wohingegen bei der anderen die Gruppe als gesamtes gesteuert wird. Das Problem bei letzterem ist, dass manche Umgebungsobjekte nicht nutzbar sind. Begeben wir uns mit unseren Helden zu einem bestimmten Objekt, so wird dies hervorgehoben und die Möglichkeit einer Interaktion aufgezeigt. Manche Objekte sind allerdings zu weit weg, sodass ein Wechsel zum Cursor notwendig ist. Dies ist schade, da hier manches einfach untergeht.

Pillars of Eternity 2 Deadfire: Auf PS4 und Xbox One leider nicht an allen Stellen so wunderschön.

Auch im Bereich der Performance macht Pillars of Eternity 2 Deadfire nicht immer eine gute Figur. Gerade unter der Berücksichtigung der eher klassischen Technik bleibt das Spiel hinter den Erwartungen zurück. Gerade in großen Städten kommt es hier zu spürbaren Einbrüchen der Framerate. Auch wenn das Spiel nicht durch Optik und Effekte, sondern vielmehr durch Storytelling zu bestechen weiß, so ist dieses Problem nicht zu vernachlässigen und hinterlässt zumindest streckenweise einen leicht bitteren Beigeschmack.

Fazit: Funktioniert Pillars of Eternity 2 auch auf der Konsole? Unser Test der Ultimate Edition hat die Antwort

Pillars of Eternity 2 Deadfire: Die Ultimate Edition im Test – So lautet unser Urteil.

Auch mit Pillars of Eternity 2 Deadfire zeigt Obsidian, dass das Studio es mehr als nur verstanden hat Rollenspiele auf die Beine zu stellen. Dabei sprechen wir hier selbstverständlich von großen und komplexen Welten, tiefgreifenden und liebenswürdigen Charakteren, sowie einer epischen Story bei der wir über lange Strecken in einer Selbstfindungsphase sind. Die gigantische Welt, die zahllosen Quests und die vielfältigen Storystränge setzen allerdings beim Spieler eines voraus: Zeit. Nur wer eine Menge davon in das Mega-Rollenspiel steckt und tief in die Geschehnisse des Spiels eintauchen mag, wird nicht enttäuscht und erlebt eine tolle Story. Auch wenn die Konsolenportierung mit einigen Problemen hinsichtlich Steuerung und Performance zu kämpfen hat, so stellt der Titel nichtsdestotrotz einen würdigen Nachfolger des Originals dar.

PROS

CONS

+ Gigantische Welt

- Performance auf Konsole nicht stabil

+ Tiefgreifende Charakter- und Fähigkeitsentwicklung

- Button-Layout stellenweise gewöhnungsbedürftig

+ Großartiges Storytelling und Roleplaying

- Manche Mechaniken für Gamepad schlecht geeignet

+ Neuer Wind dank Seefahrt-Modus

- Schwacher Soundtrack

Spannende Geschichte mit vielen Storysträngen

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

Final Fantasy 7 Remake: Release verschoben – Kommt die Demo nun früher?

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

WoW Classic: Alle Flugpunkte der Horde und Allianz im Überblick mit Bildern

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Fabian Schär SBC – Die günstigste Lösung für nur 100.000 Münzen

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

FIFA 20: Das sind die FUT Champions Belohnungen - Weekend League Ränge

Kommentare