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Police Simulator: Patrol Officers im Test – dieser Simulator bekommt kein Knöllchen

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Von: Daniel Meyer

Erfahrt im Test, warum Police Simulator: Patrol Officers euch auch zum Bad Cop werden lassen könnte.

Berufssimulationen gibt es viele, und oft verfolgen sie den Wunsch Kindheitsträume in Erfüllung gehen zu lassen – doch nicht immer klappt dies vollends. Sei es durch fehlende Freiheiten, aufgrund einer schlechten Gameplay-Umsetzung oder in Folge zahlloser Bugs, die den Spielspaß trüben. Doch was Aesir Interactive mit Police Simulator: Patrol Officers abgeliefert hat, kann sich durchaus sehen lassen. Wir verraten euch, warum Knöllchen verteilen so viel Spaß macht.

Spieletitel:Police Simulator: Patrol Officers
Release-Datum:10. November 2022
Genre:Simulation
Plattformen:Xbox Series, Xbox One, PC, PlayStation 4, PlayStation 5
Entwickler:Aesir Interactive
Publisher:Astragon

Police Simulator: Der Weg zum Super-Cop!

Wie bei jedem Vertreter des Genres, müssen wir uns beim Police Simulator ebenfalls langsam aber stetig hocharbeiten. Wir werden zwar nicht den Rang eines Lieutenants oder gar Comissioners erreichen, dafür aber nach und nach neue Einsatzgebiete, Fahrzeuge und Einsatzmittel zur Verfügung gestellt bekommen, sowie schwerere Delikte ahnden können. Wir sind am Ende des Tages halt nur ein Patrol Officer.

Der Weg dahin ist jedoch hart und beschwerlich, insbesondere für die arme Bevölkerung der Stadt Brighton. Denn frisch nach dem Verlassen der Polizei Akademie dürfen wir hier den Dienst beim Brighton Police Department antreten, und natürlich sind wir hungrig danach Gesetz und Ordnung in die Stadt zu bringen.

Police Simulator: Patrol Officers - Auf Streife bei Tag und Nacht
Police Simulator: Patrol Officers - Auf Streife bei Tag und Nacht © Aesir Interactive

Die erste Aufgabe ist so das Verteilen von Strafzetteln an Falschparker - und von denen gibt es viele. Auf einem Behinderten-Parkplatz widerrechtlich sein Fahrzeug abgestellt? Knöllchen! Parken vorm Hydranten? Knöllchen! Die Parkuhr nicht genügend gefüttert? Ihr ahnt es, auch dafür gibt es ein Knöllchen! Diese und viele weitere Gründe gibt es, um einen Strafzettel an Windschutzscheiben zu stecken, aber dies ist nur ein Teil des Spiels.

Im Laufe von Police Simulator: Patrol Officers gibt es viele Aufgaben zu erfüllen. So müssen unter anderen Unfälle geregelt, Überfälle untersucht, Drogenhandel unterbunden und neben vielen weiteren Aktivitäten auch Taschendiebstähle geahndet werden. Dabei kommt jede Straftat mit ganz unterschiedlichen Herausforderungen an uns daher. Flieht ein Verdächtiger, dürfen wir ihn sogar Tasern – wirklich elektrisierend! 

Police Simulator: Patrol Officers - Arbeiten im Schichtsystem

Der Streifendienst unterscheidet sich insbesondere darin, dass wir zu Fuß oder im Dienstwagen unterwegs sind. Im Spielverlauf werden nicht nur unterschiedliche Dienstfahrzeuge freigeschaltet, sondern auch neue Gebiete in der Stadt Brighton, die wir zu unterschiedlichen Tages- und Nachtzeiten patrouillieren dürfen. 

Police Simulator: Patrol Officers - Verhören, Durchsuchen, Verhaften
Police Simulator: Patrol Officers - Verhören, Durchsuchen, Verhaften... © Aesir Interactive

Ob wir zu Fuß oder mit dem Wagen auf Streife gehen unterscheidet sich insbesondere darin, dass wir im Fahrzeug von der Zentrale Einsätze zugespielt bekommen. So gilt es hier bspw. auch Gewalttaten und Überfälle zu untersuchen, die wir sonst nicht bekommen hätten. Das liegt daran, dass diese oft einige Blocks entfernt liegen. Also heißt es Sirene anwerfen und ab zum Einsatzort.

Die Sirene darf allerdings nicht immer eingeschaltet bleiben, sondern nur wenn akute Gefahr bzw. wenn wir auf dem Weg zu Einsätzen sind. Ähnliches gilt für die allgemeinen Regeln des Straßenverkehrs. Ignorieren wir rote Ampeln, fahren zu schnell oder verteilen Strafzettel fälschlicher Weise, so werden wir vom Police Simulator: Patrol Officers mit einem speziellen Punktesystem abgestraft.

Police Simulator: Patrol Officers - Der Taser, ein mächtiges Werkzeug
Police Simulator: Patrol Officers - Der Taser, ein mächtiges Werkzeug © Aesir Interactive

Insgesamt stehen uns zwei Punkteanzeigen zur Verfügung. Zum einen erhalten wir Punkte für Dienst nach Vorschrift, indem wir Parksündern ein Ticket geben oder einen Unfall korrekt aufnehmen. Diese Punkte sind quasi Erfahrungspunkte, die unsere Karriere voranbringen. Falsche Entscheidungen oder eigenes Fehlverhalten gibt Punktabzüge, allerdings von einem gesonderten System. Erreicht dieser Wert null werden wir gefeuert und müssen den Tag wiederholen.

In Police Simulator: Patrol Officers ist jeder Bürger ein potentieller Krimineller

Wenn der Police Simulator: Patrol Officers etwas vorweisen kann, dann sind es Abwechslung und Komplexität. Es gibt zahlreiche Details innerhalb des Dienstes zu beachten. Wir können uns so bspw. Verkehrssünder anhalten und deren Papiere überprüfen. Dabei gilt es nicht nur zu schauen, ob diese nicht schon abgelaufen sind, sondern auch was der Polizeicomputer dazu sagt. Ist der Ausweis gefälscht oder gestohlen oder liegt gar ein Haftbefehl vor?

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Auch können bei entsprechenden Verdacht Drogen- und Alkoholtest gemacht werden bis hin zum abtasten bzw. gründlichen Durchsuchen der Person. Trägt dieser Waffen oder Drogen mit sich droht diesem nicht nur ein Bußgeld, sondern direkt die Untersuchungshaft. Kriminelle können dann direkt in die Zelle gebracht oder von Kollegen abgeholt werden. Aber Vorsicht: Es muss ein begründeter Verdacht bestehen zum Abtasten. Gibt es diesen nicht, bekommen wir Minus-Punkte.

Schnell zeigt sich, dass sehr viele Bürger Brightons Dreck am Stecken haben, sodass bei uns alsbald ein gewisser Allgemeinverdacht entsteht – etwas, was hinsichtlich der in die Kritik geratenen US-Polizei vielleicht gar nicht so unrealistisch erscheint. Dass die Bürger zudem immer wieder mit denselben Dialogzeilen daherkommen, ist hingegen auf Dauer ermüdend. Hier hätte Aesir deutlich mehr auf die Gefühle des Spielers Einfluss nehmen können.

Police Simulator: Patrol Officers - Missetäter kommen in Einzelhaft
Police Simulator Patrol Officers screenshot 1.jpg © Aesir Interactive

Aber nicht nur die geringe Anzahl an aufgenommenen Dialogen ist negativ zu sehen. Auch weist Police Simulator: Patrol Officers so manche Bugs und technische Makel auf. Neben gelegentlichen Abstürzen werden Fahrzeuge auf der Straße oft viel zu spät ins Spiel geladen. Einmal haben wir unseren Einsatzwagen auf einem Parkplatz abgestellt und bei der Rückkehr stand in diesem ein anderes Fahrzeug. Beim Einsteigen flogen wir dann durch die Luft und der Tag wurde aufgrund eines Totalschadens abgebrochen – ärgerlich.

Police Simulator Patrol Officers im Test: Unser Fazit zum Simulator

Auch wenn Police Simulator: Patrol Officers in unserem Test noch immer einige Probleme sowie Ecken und Kanten aufgewiesen hat, so kommt der Titel überraschend solide daher und bietet sogar ein ordentliches Suchtpotential. Besonders abends nach der Arbeit kann es unfassbar entspannend sein, durch die Straßen Brightons zu schlendern, ein paar Parksünder zu ahnden, einen gelegentlichen Taschendieb zu tasern oder Graffiti-Sprühern hinterherzujagen.

Schade ist jedoch, dass es ab einem gewissen Punkt nur noch Erfahrungspunkte zum Levelanstieg gibt, ohne das weitere Belohnungen auf uns warten – selbst Achievements sind schnell einkassiert, sodass Motivationstreiber alsbald spärlich ausfallen. Abgesehen von solchen Kleinigkeiten überrascht Police Simulator: Patrol Officers jedoch auf ganzer Linie und sollte von Genre-Fans durchaus näher ins Auge gefasst werden. Definitiv einer der besseren Berufs-Simulatoren der letzten Jahre.

Pro:Kontra:
Abwechslungsreichs Angbeot an AufgabenKI verhält sich teils sehr einfallslos
Komplexes und realistisches AhnungssystemEs gibt keine gefährlichen Kriminellen
Auch ein Hauch Detektivarbeit ist mit dabeiGeringe Anzahl aufgenommender Dialogzeilen
Zu zweit auf Streife: Coop-Modus mit an BordTeils noch Buggy und mit sporadischen Abstürzen

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