Horror-Klassiker neu aufgelegt

Resident Evil 3 im Test - Mehr Action statt Grusel?

Mit Resident Evil 3 erscheint das nächste Remake von Capcom. Der Test zeigt wie viel Grusel noch im neusten Survial Horror Spiel steckt.

  • Resident Evil 3* erscheint am 03. April 2020 für PS4, PC und Xbox One.
  • Das Remake hetzt Nemesis in zeitgemäßer Optik und spielerisch neu auf Jill Valentine.
  • Im Test zum Remake zeigt sich, ob der Horror-Klassiker auch 2020 noch funktioniert.

Raccoon City - 2019 gelang Capcom Unglaubliches: Mit dem Remake zu Resident Evil 2 veröffentlichte der Entwickler ein Spiel, das den 20 Jahre alten Klassiker in allen Punkten in der Gegenwart verortete und im Grunde ein vollständig neues Spiel daraus machte. Dieses Jahr soll Resident Evil 3 den Erfolg fortsetzen. Aber schon die Vorlage dürfte die Chance darauf verringern.

Nach dem riesigen Erfolg, den das Remake zu Resident Evil 2 Anfang 2019 feierte, war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis Capcom auch den dritten Teil in neuem Gewand in Aussicht stellen würde. So geschehen im Winter 2019. Anders als RE2 erscheint Resident Evil 3 nicht bloß als Neuauflage, sondern bekommt auch gleich noch einen neuen Spielmodus an die Seite gestellt: Resident Evil Resistance. Ingame.de* hat beides ausführlich angespielt und verrät im Test, ob der Horror-Klassiker auch als Remake funktioniert.

Resident Evil 3 im Test: Worum geht es im Horror-Klassiker eigentlich?

Die Frage mag für einige banal klingen, schließlich zählt die Resident-Evil-Reihe seit nunmehr über 20 Jahren zu den größten Vertretern des Survival-Horror-Genres. Doch ganz so einfach ist es bei Resident Evil 3 nicht. Warum nicht, klären wir im Detail im späteren Verlauf. Für alle, die nicht wissen, was Resident Evil 3 ist und worum es darin geht, hier ein kurzer Abriss.

Resident Evil 3: Im Remake von Capcom dreht sich alles um Jill Valentine.

Resident Evil 3 ist wie seine beiden Vorgänger eine Survival-Horror-Spiel. Das Original erschien 1999 bzw. hierzulande 2000 und lässt den Spieler abermals in die Rolle von Jill Valentine schlüpfen. Das ehemalige S.T.A.R.S.-Mitglied hatte bereits in Resident Evil 1 Bekanntschaft mit den Untoten im Herrenhaus gemacht und schlussendlich dafür gesorgt, dass Herrenhaus samt fehlgeschlagener Experimente in einer riesigen Explosion dem Erdboden angeglichen wurde.

Resident Evil 3 setzt die Handlung wenige Monate später fort. Jill ist im nahegelegenen Raccoon City auf der Suche nach Beweisen für die Machenschaften des zwielichtigen Pharmaunternehmens Umbrella Corporations, deren Forschungen an Biowaffen zum Ausbruch des Zombie-Virus geführt haben. Dummerweise ist mittlerweile die ganze Stadt infiziert und giert nach dem Fleisch der Überlebenden. Klar, dass Jill sich dem Appetit der Untoten vornehmlich mit schlagkräftiger Ballistik zur Wehr setzt. 

Während der durchschnittliche Fußzombie leicht aus dem Weg zu räumen ist oder sich einfach umlaufen lässt, hat Jill noch ein ganz anderes Problem. Denn Umbrella hat großes Interesse daran, ihre Schattenaktivitäten geheim zu halten und hat deshalb eine Supermutation (nein, nicht Wolverine) nach Raccoon City geschickt, um die verbleibenden S.T.A.R.S. zu beseitigen. Nicht nur im Test macht der Nemesis unablässig Jagd auf uns - und zwar von Anfang an.

Resident Evil 3: Was macht es anders als die Vorgänger?

Das Resident Evil 3, über das wir gerade sprechen, war ursprünglich als ein Spin-Off der Reihe geplant, also als ein Ableger und nicht als direkte Fortsetzung. Denn tatsächlich unterscheidet sich Resident Evil 3 in einigen Punkten erheblich von den beiden Vorgängern. Das fängt schon damit an, dass sich Resident Evil 3 nur durch die Augen von Jill Valentine erleben lässt. Sie ist die Protagonistin der Handlung. Während RE1 und RE2 jeweils zwei Figuren mit unterschiedlichen Fähigkeiten und voneinander abweichenden Erzählungen hatten, bietet RE3 lediglich eine Variante: die von Jill. Immerhin dürfen wir zwischendurch immer mal wieder Carlos durch Raccoon City steuern. Der Umbrella-Angestellte ist wie Jill dabei, aus der Stadt zu fliehen und obwohl Jill ihm aufgrund seines Arbeitgebers anfangs nicht sonderlich vertraut, ist sie auf Carlos im weiteren Verlauf mehrmals angewiesen.

Auch Carlos ist im Resident Evil 3 Remake von Capcom erstmals spielbar.

Ebenfalls neu in Resident Evil 3 ist die Möglichkeit, sich Munition zu herzustellen. Während es in der Vorlage noch eines speziellen Werkzeugs dafür bedurfte, das einen eigenen Inventarplatz belegte, reicht es, im Remake zwei Pulversorten miteinander zu kombinieren.

Resident Evil 3 ist insgesamt gradliniger als Teil 1 und 2. Wir sind schneller unterwegs und nur selten länger als ein paar Minuten an einem Ort beschäftigt. Dem Tempo geschuldet ist auch die Reduzierung der Rätsel und Puzzles. Natürlich bremsen uns auch hier ständig Schalter- und Kombinationsrätsel auf unserer Flucht aus Raccoon City aus. Die meisten davon sind allerdings so simpel, dass sie die Bezeichnung “Rätsel” kaum verdient haben. Vielmehr ist es ein ständiges Hin- und Hergelaufe zwischen Schaltern, die z.B. in der richtigen Reihenfolge betätigt werden müssen. Da haben die Rätsel in RE2 schon für wesentlich mehr Kopfzerbrechen gesorgt.

Der größte spürbare Unterschied, der mit dem höheren Tempo einhergeht, ist die Action. Resident Evil 3 stellt das Bindeglied zwischen RE2 und RE4 dar, die in ihrer spielmechanischen Ausrichtung kaum weiter voneinander entfernt sein könnten. Bei RE1 und 2 steht der Horror noch ganz klar im Mittelpunkt. Capcom wollte seine Spieler erschrecken, sie ängstigen und in ihnen das permanente Gefühl der Unterlegenheit und Bedrohung hervorrufen. Resident Evil 4, als Neustart der Reihe, setzte vollends auf schnelle und dynamische Kämpfe. Resident Evil 3 steht nun eben dazwischen.

Resident Evil 3: Was unterscheidet es vom Original Resident Evil 3: Nemesis?

Technisch gelingt Capcom mit dem Remake zu Resident Evil 3, was Resident Evil 2 vergangenes Jahr vormachte: Audiovisuell ist auch Resident Evil 3 wieder eine Wucht. Kaum zu glauben, wenn man es mit dem Original von 1999 vergleicht. Allein die Akustik webt eine Atmosphäre, die so dicht ist, dass man sich darin einrollen möchte. Leider löst das Spiel allzu oft nicht ein, was es visuell und akustisch ankündigt. Denn die Stimmung wirkt zwar bedroht, ist es aber einfach nicht. Die Ankündigung etwa des Lickers, einem ekelhaften Monster aus Teil 2, ist wirklich toll: ein vorbeihuschender Schatten, dazu das typisch klackernde Kratzer seiner Krallen. Kenner der Reihe bleiben sofort instinktiv stehen. Denn die Biester sind blind und greifen nach Gehör an, gerne auch mal von der Decke hängend aus - richtig fies. Leider verpufft die aufgebaute Bedrohung, weil der Licker sehr plötzlich und unvermittelt vor uns auftaucht und wir letztlich nur noch ein Magazin in ihn entleeren müssen. Das hat RE2 spannender inszeniert.

Die 2020er Neuauflage von Resident Evil 3 macht technisch zwar alles richtig, inhaltlich hat Capcom aber ein paar Features gestrichen. So gibt es zum Beispiel nur noch ein Ende zu sehen. Das liegt unter anderem auch daran, dass die Entscheidungsmöglichkeiten, die das Original erstmals in Reihe einführte, ebenfalls ersatzlos gestrichen wurden. In RE3 von 1999 stellte das Spiel Gamer an einigen Stellen vor die Wahl: Als etwa ein Beben ein Loch unter dem Spieler aufreißt und ihn so den Boden zieht, kann sich der Spieler entweder fallen lassen oder schnell hochziehen. Die Entscheidung beeinflusste den Verlauf der Handlung. Davon ist im Remake nichts mehr übrig geblieben. Schade. Gleiches gilt für den ehemals freispielbaren Modus “Mercenaries”: Auch der ist futsch.

Resident Evil 3 Remake: Capcom entscheidet sich für einen neuen Startpunkt in der U-Bahn.

Immerhin dürfen Spieler im Remake jederzeit speichern, sofern sie denn eine Schreibmaschine finden. Schon das Remake zu Teil 2 hatte sich von der Tradition verabschiedet, dass es zum Speichern Farbbänder bedurfte, die erst eingesammelt werden mussten. Auch das Herstellen von Munition geht einfacher, da wir die gesammelten Pulver direkt im Inventar kombinieren können und nicht mehr umständlich ein zusätzliches Werkzeug dafür notwendig ist. 

Der Dramaturgie wegen und vermutlich auch, um das Tempo zu erhöhen, hat Capcom die Reihenfolge der Schauplätze neu arrangiert. Bevor wir etwa das aus RE2 bekannte Polizeipräsidium besuchen, geht es in der ersten Spielstunde darum, die U-Bahn in Gang zu setzen. Der unablässig Jagd auf uns machende Nemesis hält allerdings wenig von unseren Plänen, mit der U-Bahn die Stadt zu verlassen und - nun ja - vereitelt dies natürlich. Unterdessen begeben wir uns im Test von Resident Evil 3 erstmals als Carlos in die Polizeistation, um Hinweise nach einem Wissenschaftler zu suchen. Dieser hat nämlich ein Gegengift entwickelt, mit dem sich die Zombifizierung stoppen ließe. Aber auch hier war natürlich jemand schneller als wir. Ja, es gibt eben immer einen Brutus.

Resident Evil 3: Wer ist Nemesis?

Kommen wir nochmal auf die Supermutation, den Nemesis, zu sprechen. Denn eigentlich lässt sich Resident Evil 3 nicht nennen, ohne im gleichen Atemzug “Nemesis” hinterher zu werfen. Schließlich trug das Original das Monster sogar noch im Titel. Warum Capcom das “Nemesis” aus dem alten Titel gestrichen hat, lässt sich nur schwer beantworten. Im Remake taucht der fiese Riese schon nach wenigen Minuten das erste Mal auf. Kaum, dass wir uns mit der Steuerung vertraut gemacht haben, jagt uns das Monster schon durch die engen Gänge des Apartmenthauses und legt selbiges dabei in Schutt und Asche. Während links und rechts die Flammen aus den Wohnungstüren peitschen, humpelt eine sichtlich angeschlagene Jill vor dem Monster davon. Der Auftakt von RE3 ist richtig stark und setzt die Stimmung perfekt. Allein dafür lohnt es sich, RE3 eine Chance zu geben.

Resident Evil 3 (Capcom): Auch der Auftakt des Remake ist wahnsinnig atmosphärisch.

Nemesis ist wie der Tyrant aus Teil 2 ein Widersacher, der immer mal wieder im Spiel auftaucht - gerne dann, wenn es besonders unpassend ist. Anders als der Tyrant verlässt sich der Nemesis aber nicht auf seine schiere Kraft und Größe, sondern fährt direkt schweres Geschütz auf, unter anderem einen Flammenwerfer. 

Resident Evil 3: Wie besiege ich Nemesis im Remake?

Kurz: Gar nicht. Das hässliche Ungetüm ist nämlich nicht tot zu kriegen wie der T-1000 - und mindestens genauso penetrant. Mit ausreichend Beschuss zwingen wir es höchstens ein paar Sekunden in die Knie, um ein paar Meter Abstand zu gewinnen. Der einzige Weg, den Nemesis los zu werden, ist die Flucht. Im Verlauf des Spiels taucht er immer wieder auf und geht uns auf die Nerven. Dabei mutiert er zu immer bizarreren Abarten, die zwar irgendwie eklig sind, aber nie wirklich gruselig. 

An mehreren Stellen des Spiels kommt es zudem zum Showdown mit dem Dauerverfolger, der im Original tatsächlich den Spitznamen “Pursuer”, also “Verfolger”, trug. Wie passend. Absurd eigentlich, dass der Nemesis auf seiner Jagd nach Jill immer wieder von ihr ablässt oder sie aus den Augen verliert. Erstaunlich auch, dass Nemesis zwar gerne auch mal durch Wände und Decken platzt, nicht aber in Safe Rooms eindringen kann. Das nimmt den Verfolgungsjagden das beängstigende Moment.

Resident Evil 3: Wie gruselig ist die Neuauflage von Capcom?

Zur Überraschung vieler fällt die Antwort auf die Frage, wie gruselig das Resident Evil 3 Remake denn nun eigentlich ist, recht ernüchternd aus: Im Grunde gar nicht. Es sei denn, man findet Zombies per se gruselig. Für wen Untote der blanke Horror sind, der sollte um Resident Evil einen großen Bogen machen. Denn die wiederauferstandenen Bewohner Raccoon Citys warten an jeder Ecke auf den Spieler, gerne auch mal in größerer Anzahl. Jumpscares gibt es lediglich eine Handvoll, wirklich erschreckend war Resident Evil 3 eigentlich nie. 

Gruselig wird das Resident Evil 3 Remake von Capcom nur an ganz seltener Stelle.

Die sprichwörtliche Angst im Nacken, die RE2 auszeichnete, entfesselt Resident Evil 3 kaum, dafür gibt es einfach zu wenig überraschende Horror-Momente - da nützen auch tolle Optik und Akustik nichts. Weniger gruselig, aber dafür ziemlich eklig ist ein früher Abschnitt im Spiel, in dem wir den Strom für die U-Bahn wieder aktivieren müssen. Leider ist das Umspannwerk inzwischen Heimat einer richtigen ekligen Spinnen- oder vielleicht auch Käferart. Diese widerlichen kleinen Viecher tauchen ständig aus dem Nichts aus, sehen abstoßend aus und infizieren den Spieler auch noch in Großaufnahme mit Parasiten, wenn er nicht aufpasst.

Resident Evil 3: Wie viel Action steckt im neuen Teil aus 2020?

Ein Problem, das Resident Evil 3 hat, um Angst zu erzeugen, ist der starke Fokus auf die Action. Selbst auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad (von anfangs dreien) leidet der Spieler so gut wie nie unter Munitionsknappheit oder muss sich angeschlagen durch Gänge und Straßen schleppen. Zum einen sind die meisten Gegner viel zu langsam, zum anderen beherrschen sowohl Jill als auch Carlos im Remake eine Ausweich- bzw. Abwehrbewegung: Jill kann sich unter Attacken hinwegrollen und Carlos die Gegner einfach wegboxen. Werden die Rolle oder den Schlag im richtigen Moment ausgelöst, bekommt der Spieler zudem die Chance auf einen Konter. Beides sollte man übrigens spätestens beim Kampf gegen Nemesis beherrschen, sonst werden die ansonsten eher monotonen Begegnungen kurz und schnell frustrierend.

Resident Evil 3: Action im Vordergrund, wirklich anspruchsvoll wird es aber nur selten.

Ein Blick auf das Arsenal untermauert den actionlastigen Aspekt von Resident Evil 3. Jill bekommt recht früh im Spiel eine Schrotflinte und noch weitere, weitaus stärkere Waffen in die Hand. Carlos ist von Anfang an mit einem Sturmgewehr ausgestattet, mit dem er auch mehrere Zombies problemlos niedermäht. Hat man das Spiel erstmals beendet, schaltet man außerdem den Shop frei. In dem können Spieler weitere Waffen und Boni kaufen. Vorausgesetzt, sie haben zuvor genügend Punkte durch Herausforderungen freigespielt, z.B. eine bestimmte Menge an Gegnern getötet, das Spiel unter 2 Stunden beendet oder andere Bedingungen erfüllt.

Als eine der stärksten und besten Waffen im Spiel hat sich die Handgranate herausgestellt. Sie macht mit Zombies als auch mit den ansonsten stark gepanzerten Huntern kurzen Prozess. Allerdings sind die Granaten rar und lassen sich nicht herstellen. Es lohnt sich also, sie gut aufzuheben. Zum Glück erleiden weder Jill noch Carlos Schaden durch die Explosionen.

Resident Evil 3: Was macht das Remake gut?

Auf technischer Ebene macht Resident Evil 3 wie bereits RE2 alles richtig. Wie gut die RE Engine ihre Arbeit auf PS4, Xbox One und PC verrichtet, können Sie im Detail nochmal im Test zu Resident Evil 2 von ingame.de* nachlesen. Auch darüber hinaus ist Resident Evil 3 sehr stimmungsvoll. Gerne kämpft man sich durch die verwüstetenen Straßen Raccoon Citys, um das - zugegebenermaßen vorhersehbare - Ende zu erleben. 

Dennoch führt keine Passage von sieben Stunden Spielzeit in Resident Evil 3 zu Langweile oder dem Gefühl, dass das Spiel an Tempo verliert. Ja, Nemesis ist irgendwie nervig, aber auch cool auf seine Art. Er sieht herrlich martialisch-absurd aus und auch wenn die Kämpfe gegen ihn wenig herausfordernd sind, bereiten sie dennoch eine Menge Spaß. Mal abgesehen davon ist in Resident Evil seit jeher die Kulisse der eigentliche Star. In RE1 war es das Herrenhaus, in RE2 die Polizeistation und in RE3 ist es eben Raccoon City selbst.

Wie lange braucht man für einen Durchlauf von Resident Evil 3? 

In 6-10 Stunden ist der atmosphärische Spuk von Resident Evil 3 auch schon wieder vorbei.

Im Test hat ingame.de für Resident Evil 3 auf dem mittleren Schwierigkeitsgrad etwas sieben Stunden gebraucht. Da das Spiel sehr viel gradliniger als seine Vorgänger ist, kommen geübte Spieler problemlos durch den Survival-Horror-Trip, ohne an Rätseln hängen zu bleiben. Knifflige Passagen beinhaltet RE3 kaum noch.

Resident Evil 3: Wie hoch ist der Wiederspielwert?

In Sachen Wiederspielwert hängt ein Urteil immer auch vom Spieler selbst ab. An sich ist der Wiederspielwert gleich null, da man nach einmaligem Durchspielen alles gesehen hat. Einzig für die Trophäen und Shop-Belohnungen lohnt sich ein erneuter Ausflug nach Raccoon City. Dennoch lassen sich in der Stadt immer mal wieder kleine Anspielungen entdecken, die bei Fans für ein Schmunzeln sorgen dürften, auch wenn es dafür letztlich keine spielerische Belohnung in Form von Gegenständen, Collectibles oder Ähnlichem gibt.

Resident Evil: Für wen lohnt sich das Remake von Capcom?

Für alle, die Teil 2 gerne gespielt haben und wissen wollen, wie Capcom die Handlung rund um Umbrella forterzählt, lohnt sich das Remake des dritten Teils allemal. Auch wenn Resident Evil 3 eigentlich als Ableger geplant war, ist es inzwischen Kanon und erzählt die Geschichte parallel zu der in RE2 weiter. Neueinsteiger sollten vielleicht erst Teil 2 oder sogar Teil 1 nachholen, bevor sie sich Resident Evil 3 widmen. 

Fand der Geschichte rund um die Umbrella Corporation kommen auch beim Resident Evil 3 Remake auf ihre Kosten.

Denn dieser Teil ist in vielerlei Hinsicht anders und - ja - mitunter schwächer. Wenngleich der Fokus hier zugunsten der Action weg von der Angst gelegt worden ist, lässt sich allen Fans zumindest ein Durchlauf empfehlen. Allein schon, weil Jill Valentine eine echt coole und toughe Protagonistin ist und RE3 - es ist und bleibt Fakt - verdammt gut aussieht und klingt.

Resident Evil 3 im Test: Was ist Resident Evil Resistance? 

Resident Evil 3 kommt ohne Mercenaries, dafür mit Resident Evil Resistance*. Der neue Mehrspielermodus wurde von Capcom sogar vor dem Remake angekündigt. Der Spielmodus wird übrigens separat installiert. Haben Spieler kein Interesse daran oder ausschließlich an der Mehrspieler-Auskopplung, können sie ihn weglassen oder eben auf RE3 verzichten. Resident Evil 3 Resistance ist ein asymmetrischer Mehrspielermodus, in dem vier Spieler gemeinsam gegen einen weiteren antreten. Wer jetzt an Dead by Daylight denkt: korrekt! Während die vier Spieler ihre jeweiligen Figuren wie im Hauptspiel über die Schulter steuern und verfolgen, spielt der Widersacher sich strategischer. 

Mithilfe von Überwachungskameras behält er die vier Spieler im Blick und wirft ihnen Fallen, Zombies etc. in den Weg, um sie daran zu hindern, das Ende des Levels zu erreichen. Pro Level gilt es drei Abschnitte zu meistern, in denen die vier gemeinsam eine Tür öffnen und erreichen müssen. Bleibt einer auf der Strecke, ist für alle Game Over. Wäre der Spielmodus nicht auch so schon schwer genug, zählt auch noch kontinuierlich eine Countdown runter. Bei null heißt es wieder: You are dead. Extrazeit gibt es für das Töten von Gegnern, dem Ausschalten von Kameras und dem Erledigen von Aufgaben. 

Leider verliefen die ersten Partien in Resident Evil Resistance sehr unkoordiniert, sodass nach wenigen Minuten schon wieder Schluss war. Der Modus lebt vor allem davon, dass man ihn mit Freunden spielt, um sich untereinander abzusprechen. So steigen die Überlebenschancen erheblich. So sehr die Idee eines Mehrspielermodus für Resident Evil nach einem sinnvollen Konzept klingt, so schwer fällt es letzten Endes, Resident Evil Resistance richtig gut zu finden. Der Test schärfte zumindest das Verständnis, warum Capcom ihn nicht einzeln veröffentlicht, sondern als Teil von RE3. Der arcadige Touch passt nur bedingt zum ansonsten schaurig-schönen Grundsetting der Reihe.

Resident Evil 3 im Test: Fazit zum Remake von Capcom

Resident Evil 3 im Test: Gelungenes Remake mit Schwächen des Originals.

Resident Evil 3 Nemesis war seinerzeit der schwächste Teil der Ursprungs-Trilogie - und ist es auch heute noch. Der Fokus auf die Action, die gestraffte Handlung, das höhere Tempo: All das sorgt dafür, dass sich Resident Evil 3 spielerisch von den Vorgängern unterscheidet. An sich ist das gar nicht schlecht. Zumal RE3 mit Jill Valentine eine angenehm starke Heldin abbildet und mit Nemesis einen nicht minder starken Widersacher, der zwar nervt, aber wie kein Zweiter dem Bösen ein Gesicht gibt (Abgesehen von Albert Wesker vielleicht, der hier aber zum Glück keine Rolle spielt). Dennoch fühlt sich RE3 mitunter so an, als wusste Capcom nicht ganz, wohin mit der Reihe. Weiterhin Horror für die Nische oder Action für die Masse? Die Geschichte zeigt, welche Richtung Capcom letztlich eingeschlagen hat - und RE3 war der erste Schritt dahin. Dabei muss eins klar sein: Die Action im Remake zu RE3 funktioniert ganz wunderbar dank der neuen Perspektive und Steuerung. Das hat auch schon RE2 gezeigt. Aber viele Fans der Vorgänger und so auch ingame.de wollen nunmal mehr Grusel und weniger Geballer. Und das Remake zu RE2 hat gezeigt, wie sich beides perfekt verheiraten lässt. 

Pros

Cons

+ Jill Valentine als starke Heldin

- Geschichte wird nur noch aus einer Perspektive erzählt

+ Carlos als charmanter Sidekick mit lustiger Lockenpracht

- Keine Entscheidungsoptionen aus dem Original mehr

+ Technisch "state of the art"

- Nur noch ein (vorhersehbares) Ende

+ Atmosphärisch dichte Kulisse

- Starker Fokus auf Action, weitgehend Verzicht auf Horror

+ Immersiver Sound

*ingame.de ist Teil des bundesweiten Redaktionsnetzwerkes der Ippen-Digital-Zentralredaktion

Quelle: ingame.de

ak

Rubriklistenbild: © Capcom

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