Lohnt sich die SSD

Samsung 870 EVO im Test: Das kleine SSD-Wunder auf dem Prüfstand

  • Jonas Dirkes
    vonJonas Dirkes
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Ihr wollt auf eine SSD aufrüsten und wisst nicht, welche? In unserem Test verraten wir, ob die Samsung 870 EVO vielleicht die richtige Wahl sein könnte.

Hamburg – Wenn eine Sache gewiss ist, dann dass Daten in Zukunft nicht weniger werden. Jeder von uns sammelt über die Jahre Dokumente, Bilder und Filme an, von denen man sich einfach nicht trennen mag. Zwangsläufig bedeutet das irgendwann die Anschaffung einer neuen Festplatte. In den letzten Jahren kristallisierten sich SSDs als klare Sieger auf dem Datenspeichermarkt heraus – ohne geht es heute eigentlich fast nicht mehr. Samsung schickt mit seiner 870 EVO SSD ebenfalls einen neuen Kollegen ins Rennen. Wir haben uns die Speichererweiterung einmal genauer für euch angeschaut. 

FirmaSamsung
Gründung1. März 1938, Seoul, Südkorea
HauptsitzSeoul, Südkorea
Umsatz211,2 Milliarden USD (2017)
Mitarbeiterzahl287.000 (2019)

Samsung 870 EVO im Test: So unterscheidet sich die SSD von normalen Festplatten und NVMe’s

Computerbauteile können auf den durchschnittlichen User ganz schön unübersichtlich und einschüchternd wirken. Da sind selbst solch simpel anmutenden Dinge wie Festplatten leider bei weitem keine Ausnahme. Deswegen hier eine kleine Auffrischung zu den verschiedenen digitalen Vorratsspeichern. Der aktuelle Markt bietet heruntergebrochen drei große Möglichkeiten, um daheim die geliebten Daten zu sichern: HDDs, SSDs und NVMe’s. HDDs sind die groben und klobigen Festplatten die man kennt. Hier dreht sich im Inneren wirklich noch eine Speicherdisk mit euren Daten. Mit der Einführung der SSD brach dann nahezu ein neues Zeitalter für den Heimuser an. SSDs bieten entscheidende Vorteile gegenüber einer gebräuchlichen HDD. Hier sind keine beweglichen Teile mehr verbaut, was vor allem eine Sache mit sich bringt: Geschwindigkeit. Das macht sich zum Beispiel auch die Xbox Series X von Microsoft zunutze.

Samsung 870 Evo SSD macht im Test eine gute Figur.

Während sich HDDs mit Biegen und Brechen eine Lese- und Schreibgeschwindigkeit von 80-160 MB/s zusammenstottern, erreichen SSDs über 500 MB/s. User, die noch einen Schritt weiter gehen wollen, greifen zu einer NVMe. Solch eine NVMe wird nicht mit dem SATA-Port des PCs verbunden, sondern direkt aufs Motherboard gesteckt. Dadurch entfallen zusätzliche Treiber oder Protokolle, die normale Festplatten zurückhalten würden und Lese- und Schreibgeschwindigkeit jenseits der 3.000 MB/s werden ermöglicht. Die Samsung 870 EVO zählt zu den SSDs, das bedeutet allerdings nicht, dass die Festplatte den NVMes auf dem Markt hoffnungslos unterlegen ist. Im Gegenteil: In der Regel ist die SSD wahrscheinlich sogar die intelligenteste Wahl für den normalen User.

Samsung 870 EVO im Test: Das hat die SSD auf dem Kasten

Offiziell soll die 870 EVO SSD laut Samsung mit bis zu 560 MB/s lesen und bis zu 530 MB/s schreiben können. Möglich machen soll das die hauseigene TurboWrite Technologie. Diese Werte können wir nach unseren Tests bestätigen. Wir ließen die SSD sowohl per SATA-Anschluss an einem handelsüblichen Tower-PC laufen, aber auch über die herkömmliche USB-Schnittstelle eines MacBooks. Wir schubsten ein paar Daten umher, ließen Videospiele von der SSD starten und versuchten uns mit dem Speedboost im Vergleich zu einer alten HDD im Schneiden eines kurzen Videos in Premiere. Nach alledem lässt sich mit Fug und Recht behaupten, dass die Samsung 870 EVO einen wirklich guten Job macht.

Wer noch immer keine SSD gewohnt ist, wird vom neuen Geschwindigkeitsrausch begeistert sein. Aber auch uns alten Hasen gefiel die Samsung 870 EVO sehr. Besonders beim Videoschnitt machte die Platte im Vergleich zur von Apple im MacBook verbauten SSD eine gute Figur. Wer nämlich einzig davon ausgeht, dass die Samsung 870 EVO nur fest verbaut im Rechner Spaß macht, der täuscht sich. Für den völlig akzeptablen Preis von knapp über 100 Euro, kann man sich auch einfach überlegen, die Samsung 870 EVO als schlanken Ersatz für die externe Festplatte zu nutzen, die sonst so viel Platz einnimmt. Das Design der SSD ist schlicht, muss sich aber keineswegs vor dem Sonnenlicht verstecken – tolle Sache.

Samsung 870 EVO im Test: Kleine Kniffe und unser Fazit

Um die hohe Datendichte der Samsung 870 EVO zu erreichen, setzt Samsung auf die sogenannte V-NAND Technologie. Diese zu erklären würde in diesem kleinen Test zu weit führen. Ganz trivial erklärt, sieht das Ganze so aus: Beim herkömmlichen NAND-SSDs liegen die Speicherzellen der Festplatte auf einer zweidimensionalen Fläche. Um SSDs immer leistungsfähiger zu machen, rücken diese Speicherzellen immer näher aneinander und werden immer kleiner.

Irgendwann ist hier allerdings ein Limit erreicht, denn dann würden sich die Speicherzellen ja berühren. Was V-NAND nun macht, ist in die dritte Dimension einzutauchen und die Speicherzellen im Grunde auch übereinander zu stapeln. Die Samsung 870 EVO nutzt bereits den V-NAND-Standard der 6. Generation und ist damit ein echtes Glanzstück von einer SSD. Obendrein verspricht Samsung fünf Jahre eingeschränkte Herstellergarantie und eine Gesamtschreibdatenmenge (TBW) von 600 TB für das 1 TB-Modell der Samsung 870 EVO SSD

Die Samsung 870 Evo SSD ist ein echter Platzsparer.

Lohnt sich die Samsung 870 EVO also im Vergleich zu einer HDD? Auf jeden Fall! Solltet ihr noch auf einer alten HDD herumgurken ist die Samsung 870 EVO ein wahrer Quantensprung und dürfte euren PC in neue Sphären hieven. Und wie sieht die Samsung 870 EVO im Vergleich zu einer NVMe aus? Auch ziemlich attraktiv, um ehrlich zu sein! Eine NVMe kommt zwar auf eine wesentliche höhere Schreib- und Lesegeschwindigkeit als die Samsung 870 EVO SSD, so wirklich zum Tragen kommt dieser Speedboost für den durchschnittlichen Nutzer aber nicht.

Power-User, die den ganzen Tag im Videoschnitt hängen oder Daten von A nach B schieben, sind sicherlich mit einer NVMe besser beraten, alle anderen greifen zur SSD: Die ist um einiges preiswerter und im normalen Gebrauch trotz der großen Geschwindigkeitskluft letztendlich nur minimal langsamer. Beim Booten von Spielen reden wir beispielsweise von 3 bis 4 Sekunden. Die Samsung 870 EVO SSD überzeugte uns im Test mit ihrer handlichen Größe, ihrem schlichten Design und ihrer guten Geschwindigkeitswerte samt V-NAND – besonders auch als externe Festplatten-Alternative!

Rubriklistenbild: © Jonas Dirkes

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