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SCUF Prestige Pro-Controller: Das beste Pad für Xbox und PC im Langzeittest.

Simpel, gut, teuer

SCUF Prestige Pro-Controller im Test – Um der Beste zu sein, wirst du das Beste brauchen!

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Alternativen zu etablierten Pads für PC und Xbox One gibt es viele. Aus der Masse heraus sticht jedoch der SCUF Prestige Pro-Controller. Wir haben ihn getestet.

"Um der Beste zu sein, wirst du das Beste brauchen!" – So zumindest heißt es auf der Webseite von SCUF Gaming, wenn es um den Pro-Controller SCUF Prestige geht. Das dem Xbox One Controller nachempfundene Pad bietet gegenüber dem Standard-Pad so einige Verbesserungen und Individualisierungsmöglichkeiten. Verwendet werden kann das gute Stück natürlich an der Xbox One, aber auch am PC und mobilen Android-Geräten.

Nicht nur die Farbe lässt sich beim SCUF Prestige Pro-Controller ab Werk festlegen.

Eines aber vorab: Gute Hardware hat seinen Preis! Und das schlägt bei dem SCUF Prestige in der einfachsten Version mit 159,99 € zu Buche. Wer sich jedoch kreativ austoben will, kann den Preis bis auf 218,55 € hochschrauben. Teurer heißt in dem Fall aber nicht besser, sondern fast ausschließlich optisch einzigartiger. Ähnlich wie bei dem Konfigurator für ein neues Autos können die Farben diverser Teile im Rahmen einer vorgegebenen Farbpalette anpasst werden, etwa die Frontschale, die Sticks oder die Buttons. Darüber hinaus kann zwischen nach innen oder nach außen gewölbten Sticks ausgewählt werden – Geschmackssache.

Eine Besonderheit des Konfigurators ist es, die Bauteile für das Rumble -Feature gegen einen geringen Aufpreis ausbauen zu lassen. Dadurch wird der Controller rund 19% leichter. Das ist gerade für Pro-Gamer spannend, da diese das Rumble-Feature in der Regel ohnehin abstellen und das geringere Gewicht bei langen Gaming-Sessions von Vorteil ist.

Was das konkret heißt? Der Standard-Xbox-Controller wiegt mit 259 g inkl. Batterien in etwa so viel wie der voll ausgestatte SCUF Prestige mit 267 g. Verglichen damit ist der offizielle XBOX ELITE Controller in seiner ersten Ausführung mit 348 g ein echtes Schwergewicht. Lässt man die Bauteile für das Rumble-Feature ausbauen, landet der SCUF Prestige bei gerade mal 216 g inklusive des verbauten Akkus – eine Differenz, die spürbar ist.

Positiver erster Eindruck

Der Lieferumfang des SCUF Prestige Pro-Controllers.

Für unseren Test haben wir es mit einem schicken blauen SCUF Prestige inklusive dem eingebauten Rumble-Feature zu tun. Im Lieferumfang enthalten sind neben dem Controller ein USB-Ladekabel, zwei zusätzliche Sticks, ein Magnetschlüssel sowie ein Werkzeug für die Feineinstellung der Schultertasten.

Der erste Eindruck des Controllers ist sehr gut. Die Verarbeitung ist tadellos und insgesamt fühlt sich der Controller sehr robust an. Besonders auffällig ist die deutlich bessere Haptik im Vergleich zum Standard-Controller, die durch eine Gummierung der beiden Griffe erreicht wird. Die Druckpunkte aller anderen Tasten fühlen sich erst einmal ähnlich an wie bei einem Standard-Pad.

Positiv überrascht haben uns die Sticks, die einen Tick schwerfälliger sind und sich dadurch besser feinjustieren lassen. Das fällt besonders im direkten Vergleich der Controller auf, ist dabei aber so dezent, dass es keiner Umgewöhnung bedarf.

Ein erster Blick verrät: Die Sticks fallen deutlich schwerfälliger aus.

Eine Besonderheit des SCUF Prestige ist der verbaute Akku. Dieser soll laut Herstellerangabe bis zu 30 Stunden halten und ist in 4 Stunden wieder komplett aufgeladen. Nach mehrstündiger Nutzung können wir dem nicht widersprechen, was angesichts des mitgelieferten USB-Kabels jedoch auch kein großes Problem wäre. Das umwobene Kabel ist mit 3 m extrem lang, so dass man es im Notfall problemlos anstecken und weiterdaddeln kann. Entfernen und gegen Batterien austauschen kann man den Akku jedoch nicht. Bleibt zu hoffen, dass der Akku auch in der Langzeitnutzung gute Leistung liefert bzw. nicht an Leistung verliert.

Zusatzfunktionen des SCUF Prestige 

Die beschriebenen Features allein rechtfertigen aber noch nicht den enormen Preis. Wirklich spannend wird der SCUF Prestige erst aufgrund seiner Zusatzfunktionen.

Allem voran wäre da das Paddle Control System, vier auf der Rückseite angebrachte Zusatztasten, die mit dem Mittelfinger bedient werden. Dabei handelt es sich nicht um zusätzliche Tasten, sondern um frei definierbare Doppelbelegungen vorhandener Tasten. Bis auf die analogen Schultertasten LT und RT werden alle Tasten unterstützt, inklusive dem Stick-Buttons.

Gummigriffe und Paddles: Das fast perfekte Gesamtpaket.

Bei Rennspielen können die Tasten zum Beispiel für das Hoch- und Runterschalten genutzt werden, etwa so, wie es beim Automatikwagen mit den Schaltwippen hinter dem Lenkrad funktioniert. Bei Shootern bringen die Zusatztasten einen echten Vorteil, da beide Daumen ununterbrochen auf den Sticks bleiben können. Über den Boden rutschen und gleichzeitig zielen wird so erst möglich. Auch wenn die Paddle-Tasten einiges an Eingewöhnungszeit mit sich bringen, so sind sie gerade in Multiplayer-Gefechten nach kurzer Zeit nicht mehr wegzudenken.

Dabei sind die Tasten vertikal an der Rückseite des Pads angebracht und sitzen fest im Controller. Wer die Tasten nicht benötigt, kann sie problemlos ausklicken, allerdings stören sie auch nicht. Auf den äußeren Paddels liegt der Mittelfinger während dem Daddeln auf, sodass diese problemlos bedient werden können. Der Druckpunkt ist dabei so abgestimmt, dass die Tasten in der Regel nicht versehentlich gedrückt werden, eine Schwachstelle, die zum Beispiel der offizielle Xbox Elite Controller mit sich bringt. Die innenliegenden Paddles sind weniger intuitiv zu erreichen, was nach einiger Eingewöhnung dann aber auch (zumindest) okay ist. Beim Zocken hat sich aber ohnehin gezeigt, dass man mit den zwei äußeren Paddles in der Regel gut auskommt. Alles in allem sind die spielerischen Vorteile der Paddle-Tasten nicht wegzudiskutieren. Sie liefern einen echten Vorteil gegenüber denjenigen, die sie nicht haben. Da ist es kein Wunder, dass Pro-Gamer auf solche Controller setzen.

Die Paddles des SCUF Prestige lassen sich blitzschnell anpassen.

Eine weitere Funktion, die in dem Zusammenhang des Paddle Control System wichtig ist: Das Electro Magnetic Remapping (EMR), also die Neubelegung der Paddle-Tasten. Während das Remapping bei so manchen anderen Controllern im Optionsmenü der Konsole gemacht werden muss, hat sich SCUF eine weitaus charmantere Lösung einfallen lassen. Mittels mitgeliefertem Magnetschlüssel kann die Neubelegung der Tasten in wenigen Sekunden vorgenommen werden, ganz ohne irgendwelche Optionsmenüs. Das geht so: Magnetschlüssel auf der Controller-Rückseite auflegen, Paddle gedrückt halten, gewünschte Funktionstaste etwas länger drücken, alles loslassen – fertig. Schnell und problemlos. Da stört es nicht, die Tasten bei dem ein oder anderen Titel kurzerhand neu zu belegen.

Die einzige Frage die wir uns stellen: Warum der zusätzliche Magnetschlüssel? Noch einfacher wäre es gewesen, wenn man den Magnetschlüssel mit einem Hebel auf der Rückseite ersetzt hätte. So müsste man das zusätzliche Werkzeug nicht griffbereit haben. Dennoch, eine Lösung, die super funktioniert und dankbarer ist, als die Lösungen der meisten anderen Controller.

Eine weitere Funktion ist das Trigger Control System. Dahinter verbirgt sich die Möglichkeit die beiden Schultertasten LT und RT mittels des mitgelieferten Tools zu verstellen. Hierbei versenkt man die Tasten durch Drehen des Tools im Controller, was den Weg zum Druckpunkt verlängert oder verkürzt. Eine nette Funktion, um bei einigen Titeln einen Bruchteil an Geschwindigkeit zu gewinnen, allerdings für Alltagsspieler, die des Öfteren zwischen Spiele wechseln, eher uninteressant. Auch wirkt das Tool und das entsprechende Loch auf der Rückseite des Controllers wenig passend, sodass wir eher Angst hatten, ein breiteres Loch in den Controller zu fräsen.

Auch die Trigger lassen sich nach eigenem Gusto verstellen.

Zusätzlich bietet der Controller auf der Rückseite zwei Hebel (einer für LT, einer für RT), mit denen die Druckpunkte der Schultertasten halbiert werden können – ein ähnlicher Effekt wie beim Trigger Control System, aber schneller umschaltbar. Bei einem Shooter drückt ihr so schneller den Abzug, da der Finger einen kürzeren Weg zurücklegen muss. Wer aber im nächsten Moment ein Autorennen fährt, darf sich nicht wundern, dass er plötzlich nur mit Halbgas über die Strecke saust. Dank der analogen Schultertasten bedeutet halbes Durchdrücken nämlich bei einigen Titeln auch halbe Geschwindigkeit. Durch die Hebel auf der Rückseite kann das aber problemlos und ohne zusätzliches Werkzeug umgestellt werden.

Eine weiteres Feature sind die Individualisierungsmöglichkeiten des Controllers. Sticks und Frontplatten können problemlos ausgetauscht werden. Das ist zwar nett und im Fall der Sticks dank mitgelieferter Alternativen sehr praktisch (z.B. haben wir bei Shooter rechts einen langen Stick für eine bessere Kontrolle verwendet) – jedoch konnten wir im Shop (zum Zeitpunkt des Tests) keine separat bestellbaren Frontplatten finden. Einzig im Konfigurator des Controllers können andere Frontplatten ausgewählt werden, über deren Designs man im Übrigen streiten kann. Schade, da SCUF es als Feature bewirbt. 

Ein fast perfekter Controller

Paddles hin oder her: Der SCUF Prestige ist eine echte Alternative zum Xbox Elite Controller.

Viel zu meckern gibt es beim SCUF Prestige nicht. Für den ein oder anderen mag der fest verbaute Akku ein Kritikpunkt sein, andere sehen es als Erleichterung – schließlich ist ein lästiger Batteriekauf so nicht mehr nötig. Ein anderer Punkt ist das Material der Paddles: Hartplastik. Sicherlich wäre Metall eine bessere Wahl gewesen, das hätte aber wieder mehr Gewicht bedeutet. Die gute Nachricht: die Paddles sind sehr robust und können, sollten sie doch mal brechen, nachbestellt und ersetzt werden.

Am auffälligsten ist sicherlich der Punkt mit den innenliegenden Paddle-Tasten. Sie sind nicht so ergonomisch angebracht, wie die Äußeren und damit nicht intuitiv bedienbar. Ein Problem, das auch andere Pro-Controller mit sich bringen, was aber durchaus zu verschmerzen ist. Wie bereits erwähnt, sind in der Regel die beiden äußeren Tasten eine ausreichend Ergänzung.

Fazit: Top-Wertung für den SCUF Prestige Pro-Controller im Test

SCUF Prestige Pro-Controller: So schneidet das Leichtgewicht im Test ab.

Nachdem ich bereits seit Jahren mit dem offiziellen Xbox Elite Controller spiele, war ich anfangs vom SCUF Prestige zwar angetan, aber deshalb noch nicht wechselbereit. Das hat sich allerdings nach einigen Spielstunden geändert. Der SCUF Prestige fühlt sich sehr robust an und ist gleichzeitig dank des (im Vergleich zum Elite) geringeren Gewichts angenehmer zu nutzen. Auch die Paddle-Tasten sind dank des härteren Druckpunktes im Vergleich zum Elite viel besser zu handhaben und die etwas schwerfälligeren Sticks waren eine echte Überraschung. Man merkt, dass der Controller mit viel Hirnschmalz konzipiert wurde und die vielen kleinen Dinge das Gerät zu etwas besonderem machen. Empfehlen kann ich den SCUF Prestige allen Vielzockern und besonders denjenigen, die kompetitive Multiplayer-Titel ausgiebig zum Besten geben. Für Gelegenheitszocker ist der Controller dann doch zu teuer, zumal man sich an die Nutzung der Paddle erst gewöhnen muss und sich die Vorteile der Zusatztasten erst bei Multiplayer-Games voll entfalten.

PROS

CONS

+ Gute Verarbeitung

- Hoher Preis

+ Individualisierungsmöglichkeiten

- Innere Paddle-Tasten nicht intuitiv angebracht

+ Bessere Haptik als beim Standard-Controller

- Nur auf der offiziellen SCUF-Webseite erhältlich

+ Schwerfällige Sticks für bessere Feinjustierung

- Frontschale nicht einzeln bestellbar (kein Design-Switch)

+ Paddle Control System mit optimalem Druckpunkt und schneller Neubelegung der Tasten

- Magnetschlüssel für Neubelegung der Tasten nötig

+ Geringes Gewicht

+ Controller ohne Rumble-Featue für noch weniger Gewicht erhältlich

Getestet von: Maik Raffelsiefen

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