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Skate-Sim der Extraklasse – Session treibt Realismus auf die Spitze

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Von: Joost Rademacher

Nach drei Jahren im Early Access erhält Session bald seinen 1.0-Release. Auf der Gamescom 2022 haben wir die Skate-Sim schon anzocken dürfen.

Köln – Skateboarding ist kein einfacher Sport. Hinter jedem erfolgreichen Kickflip stecken gut und gerne hunderte von Fehlversuchen und bösen Stürzen, jeder gestandene Trick fühlt sich dafür umso belohnender an. Eben dieses Gefühl von Euphorie will Crea-ture Studios mit Session einfangen. Das Skate-Spiel geht nach drei Jahren Early Access bald endlich in den 1.0-Release und will nicht weniger als die realistischste Skateboard-Simulation aller Zeiten bieten. Wir haben auf der Gamescom 2022 schon spielen dürfen und verraten, ob Crea-ture Studios ins Schwarze trifft, oder sich zu viel vorgenommen hat.

Name des SpielsSession: Skate-Sim
Release22. September 2022
PublisherNacon, Bigben Interactive
EntwicklerCrea-ture Studios
PlattformPS5, Xbox Series X/S, PC
GenreSport-Simulation, Skateboarding

Session: Volle Kontrolle über das Skateboard – physikalisch korrekte Simulation machts möglich

Session gilt schon seit einigen Jahren als potenzieller Anwärter auf den Thron der Skate-Spiele. Seit drei Jahren befindet sich das Spiel im Early Access, während Crea-ture Studios in einer Tour weiter an allen Ecken und Enden weiterentwickelt. Session ist ein vollblütiger Vertreter der Skate-Simulationen – hier ist nix mit riesigen Combos und Tricks, die jedem Gesetz der Physik widersprechen. Von den Rollen des Bretts bis zum Kopf des Skaters steht physikalisch korrekte Simulation und ein realitätsnahes Skategefühl an oberster Stelle.

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Das kommt zum Beispiel durch die True-Stance-Controls zustande, bei der jeder Analogstick für ein Bein des Skaters steht. Für Tricks ahmt ihr die korrekte Bewegung beider Füße mit jedem Stick nach. Je länger ihr die Bewegungen haltet, desto mehr flippt das Skateboard unter euren Füßen. Wer wenig Berührungspunkte mit Skateboarding hat, wird die Steuerung mit Sicherheit gewöhnungsbedürftig finden; wer allerdings schonmal einen Kickflip gezogen hat oder zumindest vom Konzept versteht, wie ein Frontside Inward Heelflip funktioniert, kann diese Tricks in kürzester Zeit umsetzen.

Das funktionierte auch im Early Access schon ziemlich gut, fühlt sich im vollen Release aber endlich richtig aufgeräumt und smooth an. Session erkennt jetzt die Eingaben besser und ist nachgiebiger mit kleineren Fehlern, die Animationen sehen endlich richtig organisch aus und besonders Grinds sind jetzt keine fummelige Kleinstarbeit mehr. Die Simulation ist immernoch realitätsnah und nicht wirklich „einfach“, ihr werdet euch weiterhin oft genug auf die Fresse legen, wenn ihr die perfekte Tricksequenz hinlegen wollt. Aber das Gefühl von Kontrolle über das Brett ist ungemein belohnend geworden.

Session Schriftzug auf Skateboard
Die realistischste Skate-Sim aller Zeiten – fliegt in Session ordentlich auf die Fresse © Crea-ture Studios/Nacon

Noch dazu hat Crea-ture Studios das Trick-Repertoire von Session nochmals aufgestockt. Auf Kommando sind jetzt sogar Casper-Flips und Primo-Tricks möglich, Lip-Tricks könnt ihr völlig organisch an den Start bringen, selbst Manual Reverts sind mit den richtigen Eingaben machbar. Bei so viel Tiefgang in möglichen Tricks, Combos und Lines hat das Entwicklerstudio aber Abstriche machen müssen: Vert und Transition Skating wird es in Session nicht geben. Auf Grabs und große Air-Tricks müsst ihr also verzichten.

Session: Authentisch, individuell, alles was das Skater-Herz begehrt

Was Session neben seiner enormen Trickvielfalt aber besonders schmackhaft für Fans von Skate-Spielen machen dürfte, ist seine Authentizität. Bei Crea-ture Studios sitzen offenbar Menschen, die richtig für den Sport brennen, denn Session steckt voller kleiner Liebeserklärungen an das Skateboarding selbst. Im Spiel werdet ihr einige der ikonischsten Skate-Spots aller Zeiten abfahren können. Von den Brooklyn Banks und dem LES Coleman Skatepark in New York bis hin zum Pier 7 in San Francisco steckt das Spiel voller historischer Orte, an denen einige der größten Pro-Skater unterwegs waren – alles originalgetreu mit Satellitenbildern modelliert.

Authentizität gibt es auch in der Art und Weise, wie ihr euch und eure besten Lines online zeigen dürft. Session wird durch und durch ein Offline-Singleplayer-Spiel sein. Aber mit einem umfangreichen und tiefgängigen Replay-Editor werdet ihr die Skate-Tapes eurer Träume erstellen und teilen können. Ob ihr saubere, moderne Clips schießt, oder mit Fisheye-Linse und einem körnigen Filter wie von einem Camcorder aus den 90er Jahren arbeiten wollt, das alles wird in Session möglich sein. Ebenso könnt ihr euren oder eure Skater*in frei gestalten und mit Klamotten und Decks echter Skate-Marken ausstatten – Mikrotransaktionen soll es hierfür zum Glück nicht geben.

Skater aus Session während eines 50-50 Grinds unter einer Brücke
Session: Für eure besten Clips werdet ihr einige Zeit brauchen, aber sie werden so gut aussehen © Crea-ture Studios/Nacon

Crea-ture Studios gestanden uns bei der Preview-Session mit Session aber, dass weitere Inhalte wie neue Städte später mit kostenpflichtigem DLC hinzukommen müssten. Dafür machen die Entwickler*innen einige Zugeständnisse an Fans, die bereits im Early Acess gespielt haben: Wer das Spiel schon jetzt besitzt, soll auch die Release-Version kostenlos freigeschaltet bekommen, offenbar sogar mit einigen Boni. Wie genau diese aussehen, wissen wir aber noch nicht.

Session: Unser Ausblick auf die womöglich ultimative Skate-Simulation

Nach unserer ersten Hands-On-Erfahrung mit der Release-Version von Session können wir kaum auf den Release für PS5, Xbox Series X und PC am 22. September warten. Dieses Spiel hat alle Voraussetzungen, um ein wahres Fest für Skate-Fans zu werden, nicht zuletzt dank eines Entwicklerstudios, das den Sport und die Szene nicht nur versteht, sondern wirklich liebt.

Session spielt sich so gut, wie noch nie zuvor, steckt voller Hommagen an die Skateboard-Hochphase der 90er und lädt mit seinem Replay-Editor dazu ein, sich stundenlang an einem Spot festzubeißen, um die perfekte Line zu fahren. Es will so viel Tiefgang und Anpassbarkeit bieten wie kein anderes Skate-Spiel zuvor und ist auf bestem Wege dahin, dieses Ziel mit Bravour zu erfüllen. Wer sich ansatzweise für Skateboarding interessiert, sollte dieses Spiel auf keinen Fall verpassen.

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