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Shure MV7: Podcast- und Streamer-Mikrofon im Test – Beim Klotzen gekleckert 

  • Jonas Dirkes
    vonJonas Dirkes
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Shure schickt sein neues Mikrofon für Podcaster, Streamer und Sänger in den Ring. Im Test verraten wir, wie sich das Shure MV7 auf dem hart umkämpften Markt schlägt. 

  • Die Tonspezialisten von Shure veröffentlichen mit dem Shure MV7 ihr neuestes Prachtstück.
  • Das Mikrofon soll laut Angaben des Herstellers besonders auf die Bedürfnisse von Podcastern, Streamern und Sängern zugeschnitten sein.
  • Ob sich das 285€ teure Shure MV7 auf diesem hart umkämpften Markt bewähren kann, lest ihr in unserem Test zum Mikrofon.

Niles, USA – Einen Podcast aufzunehmen ist das Leichteste der Welt. Bis auf die eigene Stimme und einen Computer braucht es nicht viel, um zu einem Ergebnis zu gelangen. Hört man sich das dann aber an, stellt man schnell fest: Einen guten Podcast aufzunehmen ist definitiv nicht das Leichteste der Welt. Die Audio-Spezialisten von Shure möchten euch das Leben mit ihrem Podcaster- und Streamer-Mikrofon Shure MV7 jetzt aber ein wenig leichter machen – ob der Versuch geklappt hat, lest ihr in unserem Test zum Shure MV7.

UnternehmenShure Incorporated
CEOChristine Schyvinck (1. Juli 2016–)
GründerSidney Shure
Gründung25. April 1925, Chicago, Illinois, Vereinigte Staaten
HauptsitzNiles, Illinois, Vereinigte Staaten
TochtergesellschaftenShure Distribution UK, Shure Europe Holdings Ltd, Danish Interpretation Systems

Shure MV7: Elegant und schal zugleich – Verarbeitung des Podcast-Mikrofons

Öffnet man den Karton des Shure MV7, wird man gleich mit einem hochgestochenen Versprechen begrüßt: „Welcome to better Sound“ heißt es auf der Innenseite in großen Lettern. In der Schachtel befindet sich dann ein Quick-Start-Guide, ein normales USB-Kabel, ein USB-C Kabel, ein Gewinde für den Anschluss an ein Stativ oder Ständer und das eigentliche Shure MV7 Mikrofon.

Im Lieferumfang nicht enthalten ist das eben besagte, zum Shure MV7 passende, Stativ. Das ist für den richtigen Betrieb des Shure MV7 aber zwingend vonnöten, allerdings nur separat für einen zusätzlichen Aufpreis erhältlich. Auf sich allein gestellt, hält sich das Shure MV7 nur mit ganz viel Mühe und noch mehr Not auf seinem kleinen Klumpfuß – keine ernstzunehmende Alternative zum zusätzlich Kauf des Stativs.

Die Box des Shure MV7 begrüßt uns mit einem verheißungsvollem Versprechen.

Das Mikrofon selbst ist sehr hochwertig verarbeitet. Der Körper des Shure MV7 ist nicht etwa aus billigem Plastik oder dergleichen, sondern aus massigem Metall. Dadurch bekommt das Mikrofon sein markantes Gewicht. Durch zwei Drehrädchen links und rechts vom Shure MV7 lässt sich das Mikrofon in der gewünschten Position fixieren. Der Pop-Schutz ist leicht zu wechseln, wirkt aber dennoch sitzfest, sodass man das Mikrofon im eigenen kleinen Tonstudio auch von oben herab hängen lassen kann.

Größtes Manko der sonst voll überzeugenden Verarbeitung: Das Touch Panel. Das bricht mit seinem aggressiven Glanz im Vergleich zum sonst so stilvollen, matten Design. Geschmäcker können verschieden sein, wir finden aber, das Panel sieht ziemlich billig aus und ist dem Rest des sonst so toll verarbeiteten Shure MV7 nicht würdig.

Shure MV7: Diese Tricks hat das Podcast und Streamer Mikrofon drauf 

Das Shure MV7 lässt sich ohne Probleme am PC oder Mac nutzen – Plug and Play ist hier die Devise. Um aber alles aus dem Mikrofon heraus zu holen, empfiehlt es sich die kostenlos bereitgestellte Software von Shure zu installieren. Die ShurePlus Motiv App gibt es sowohl für Windows als auch Mac OS. Einmal installiert lässt sich das Shure MV7 auf die eigenen Vorlieben anpassen.

Seid ihr eher nah am Mikrofon oder weit weg? Soll ein EQ auf das Shure MV7 gelegt werden? Wie sieht es mit einem Compressor aus? Die Einstellmöglichkeiten sind recht ordentlich, wenn auch nicht überkomplex. Besonders gut gefallen hat uns die Auswahlmöglichkeit der Klangcharakteristik. Hier lässt es sich zwischen Dark, Natural und Bright wählen. Wer also schon immer die tiefe Radiostimme in sich schlummern hören hart, wählt Dark – steht ihr eher auf hohe, kristallklare Töne greift ihr zu Bright.

Shure MV7: Podcast und Streamer Mikrofon im Test – Beim Klotzen gekleckert 

Highlight des dynamischen Mikrofons ist die Voice Isolation Technologie, dank der sich das Shure MV7 bei Aufnahmen voll und ganz auf eure Stimme konzentriert und Störgeräusche aus der Umgebung weitestgehend verstummen lässt. Wohnt ihr beispielsweise an einer viel befahrenen Straße und bekommt so keine wirklich ruhige Minute für qualitativ hochwertige Aufnahmen, geht die Technik euch zur Hand. In unseren Tests funktionierte die Voice Isolation Technologie ganz ordentlich. Auch wenn man keine zu 100% störfreien Aufnahmen erwarten sollte, hilft das Shure MV7 schon sehr bei Aufnahmen in unruhigen Umgebungen.

Shure MV7: Lohnt sich das Mikrofon für Musiker, Streamer und Podcaster?

In unseren Aufnahmeversuchen überzeugte das Shure MV7 durch tolle Aufnahmen. Wir testeten sowohl die Performance des Mikrofons in den von Shure beworbenen Feldern Podcasting, Streaming und Musik. Wer nach einem Mikrofon für stimmige Gesangs-Aufnahmen sucht, ist mit dem Shure MV7 als Einsteiger-Mikrofon bestens beraten. Wie so oft sind die Grenzen bei Tontechnik aber nach oben nahezu unendlich.

Für die knapp 300€, die das Shure MV7 kostet, bekommt man ein Mikrofon, das sich exzellent in das private Heimstudio einfügen lässt und anständige Aufnahmen produziert. Besonders der eingebaute XLR-Eingang ermöglicht es, das Mikrofon so auch an hochpreisigerem Ton-Equipment anzuschließen, anstatt nur die USB-Verbindung zu nutzen. 

Die Audio-Schnittstellen des Shure MV7 Mikrofons.

Die eigentliche Stärken des Shure MV7 liegen aber im Bereich des Podcasting. Stimmaufnahmen klingen crisp, voluminös und dennoch realistisch. In diesem Bereich muss sich das Shure MV7 wohl besonders mit dem Podcast- und Streaming-Mikrofon schlechthin - dem Yeti X von Blue – messen. Unserer Meinung nach produziert das Shure MV7 den besseren Sound, allerdings würden wir trotzdem nicht uneingeschränkt zum Shure Mikrofon raten. Das Yeit X ist mit seinen vier verschiedenen Aufnahmemodi wesentlich vielseitiger und so auch für Aufnahmen mit mehreren Teilnehmern geeignet, während das Shure MV7 für einsame Wölfe die bessere Wahl darstellt.

Das Touch Panel des Shure MV7 fällt recht fummelig aus.

Was Bedienung und Nutzerfreundlichkeit angeht, hat Blue wiederum eindeutig die Nase vorne. Das Shure MV7 lässt sich haptisch durch das bereits angesprochene Touch Panel bedienen. Per Fingerwisch kann man so den Pegel des Mikrofons einstellen. Nach einem zusätzlichen Fingerdruck lassen sich die Kopfhörer pegeln. Mit einem weiteren Fingerdruck lässt sich das Shure MV7 muten. Leider ist das Touch Panel aber alles andere als genau zu bedienen.

Man fummelt viel zu lange an dem Mikrofon herum, bis man die tatsächliche Einstellung gefunden hat, auf die man aus war. Manch ein Wisch wird nicht richtig erkannt und der nächste geht völlig ins Leere. Anders als beim Yeti X – welches das Pegeln übrigens durch einen vorzüglichen Drehregler löst – wird außerdem kein Eingangspegel auf dem Mikrofon selbst, sondern ausschließlich in der von euch genutzten Software gezeigt. Wir finden das wirklich ärgerlich. 

Das Shure MV7 – Guter Sound, aber holprige Bedienung

Shure MV7 im Test: Unser Fazit zum Mikrofon für Podcaster und Streamer

Wen die trickreiche und ungenaue Bedienung des physischen Mikrofons nicht stört, bekommt mit dem Shure MV7 zum Preis von 285€ definitiv ein tolles Stück Hardware nach Hause, dessen Aufnahme-Ergebnisse sich sehen lassen können. Einzige (und wie wir finden durchaus gewichtige) Wermutstropfen bleiben aber das im Preis fehlende Stativ und das suboptimale Touch Panel am Mikrofon – hier hat man einfach beim Klotzen zu viel gekleckert. Regelt man das alles über die kostenlose Software ShurePlus Motiv, spricht nichts gegen das Shure MV7.

Rubriklistenbild: © Shure

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