Weihnachtliche Grüße aus Harlem

Spider-Man Miles Morales im Test: Fröhliche Spinnnachten

  • Jonas Dirkes
    VonJonas Dirkes
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Miles Morales schwingt sich im neuen Spider-Man Spiel von der PS4 auf die PS5, ob er dabei seinen Schwung verliert, lest ihr in unserem Test.

  • Mit Miles Morales schwingt sich die Fortsetzung von Marvel‘s Spider-Man auf die PS5.
  • Das neue Spinnenabenteuer soll zeigen, was die Sony Next Gen Konsole auf dem Kasten hat.
  • Wir haben für euch Spider-Man Miles Morales auf der PS5 auf Herz und Spinnweben untersucht – das Ergebnis lest ihr in unserem Test.

New YorkSpinnen-Mann, Spinnen-Mann, tut was immer ein Spinnen-Mann kann. Spinnt die Framerate, macht er das Ray Tracing an. Pass auf! Hier kommt der Spinnen-Mann. Wir hoffen ihr habt auch alle im Kopf mitgesungen, ja? Sehr gut, dann herzlich willkommen zu unserem Test von Spider-Man Miles Morales – einem der ersten großen Titel für die Sony PS5. Also, Butter bei die Fische: Wie schlägt sich Miles als Spidey im Vergleich zur originalen freundlichen Spinne aus der Nachbarschaft? Lest es in unserem Test!

Release (Datum der Erstveröffentlichung)12. November 2020
Publisher (Herausgeber)Sony Interactive Entertainment
SerieSpider-Man
PlattformPlayStation 5
EntwicklerInsomniac Games
GenreAction-Adventure

Spider-Man Miles Morales im Test – Auch eine Spinne braucht mal Urlaub

Peter Parker braucht Urlaub. Als einsamer Spinnen-Mann gleich ganz New York frei von Gesocks und Superschurken zu halten, ist verflucht harte Arbeit. Also schnappt der maskierte Rächer sich seine MJ und fliegt über die Feiertage nach Europa. Zurück bleibt die Urlaubsvertretung Miles Morales, der glücklicherweise auch von einer Spinne gebissen wurde und ähnliche Tricks wie der echte Spidey aus dem Ärmel schütteln kann. Wir als Spieler schlüpfen in die Rolle dieses Nachwuchs Spider-Mans und versuchen New York während der Feiertage frei von Verbrechen zu halten. Leichter gesagt als getan – natürlich geht nicht alles glatt und schwup-die-wupp findet Miles sich mitten in einem Komplott zwischen dubiosen Energiekonzernen, Freunden und Familie wieder, das zu entwirren gilt.

Spider-Man Miles Morales im Test: Fröhliche Spinnnachten

Ach und hab ich schon erwähnt, dass Miles gerade von Brooklyn nach Harlem gezogen ist und mitten im Teenage-Drama steckt? Jetzt hab ich es erwähnt. Genau das ist aber eine der großen Stärken von Insomniacs Spider-Man Miles Morales für PS4 und PS5. Anstatt sich mit den fiesesten Super-Schurken der Weltgeschichte über das Schicksal der Menschheit zu prügeln, wird hier eine intimere Geschichte erzählt. Dem kleinen Gangster von der Straße wird ebenso viel Kriminelle Energie zugeschrieben, wie einem maskierten Bösewicht. Ganau sowas wollen wir in einer guten Spider-Man Geschichte sehen! Miles‘ Moral ist – na hat wer gelacht? – dabei der Anker der Story. Der neue Spider-Man in spe (Spe-Der-Man?) ist unsicher, gefühlvoll und alles andere als der nächste große Superheld. Das lässt einen frischen Blickwinkel auf das ansonsten tot erzählte Genre zu. Wer allerdings nach großer Weltliteratur sucht, ist hier fehl am Platz. Dostojewski macht auch Winterurlaub – das besagte Teenage Drama trifft es bei Spider-Man Miles Morales schon ganz gut.

Auch für Spider-Man gilt: Handyzeit – Beste Zeit!

Spider-Man Miles Morales im Test – Weihnachten bei den Spideys

Es weihnachtet sehr in New York. Für Spieler ist das doppelt gut: Zum einen gibt es ordentlich Geschenke und zum anderen zeigt sich der Big Apple von seiner festlichen Seite. Logischerweise hat Insomniac für Spider-Man Miles Morales kein völlig neues New York aus dem Boden gestampft, dafür hat man die Metropole aber winterfiziert. Straßenzüge zeigen sich von ihrer geschmücktesten Seite, Feiertagslieder werden angestimmt und ein leichter Schnee prasselt auf Harlem herab. Als zusätzliche Gabe beschenkt uns Insomniac mit einer, im Zuge der neuen Power der PS5 aufgebohrten Optik für Spider-Man Miles Morales, die sich nicht verstecken muss. Spidey sieht hübsch wie nie aus und kann sich jetzt auch über die lang und heiß für diese Generation an Konsolen besprochenen Ray Tracing-Effekte freuen. Besonders wenn man durch enge, verspiegelte Häuserschluchten schwingt machen die Licht- und Spiegeleffekte in Spider-Man Miles Morales auf der PS5 so einiges her.

Privates Treffen der Giganten: Spider-Man (links) und Schnee-Man (rechts)

Spieler müssen sich allerdings entscheiden, ob ihnen eine aufgebohrte Optik oder eine konstante Framerate von 60 FPS wichtiger ist. Wir haben uns für die sechzig Bilder entschieden, mittlerweile bietet Insomniac aber auch einen Modus an, der eine flüssige Framerate mit Ray Tracing verbindet – dafür wird der Wirkradius des Effekts zwar etwas runtergeschraubt, unserer bescheidenen Meinung nach, ist der Modus aber die beste Wahl für Spider-Man Miles Morales auf der PS5. Technisch ist Insomniacs Spidey 1.5 zwar kein Augenschlecker wie Dark Souls, aber dennoch sehr hübsch und ein tolles Beispiel dafür, welchen Standard wir für die neue Generation erwarten können: Beständigkeit und Effekt-Feintuning sind hier die Schlüsselworte.

Spider-Man Miles Morales im Test – Kennste eine Spinne, kennste alle

Wer bei Spider-Man Miles Morales eine Gameplay-Revolte erwartet, der muss seine Mistgabeln und Fackeln wieder in den Rucksack stopfen. Das Spiel ist definitiv größer als ein Add-On, für eine richtige Fortsetzung aber sehr nah am Original. Spielerisch ändert sich daher nicht allzu viel. Dennoch hat Miles ein paar coole und auch neue Tricks in seinem Anzug versteckt. Per Knopfdruck lassen sich beispielsweise effektlastige Elektrokräfte entfesseln – die PS5 dankt – die das Spiel aber vehement als Venom-Power betitelt. Nett, aber auch ziemlich egal.

Na wo isser denn, wo ist der Spider-Man?

Spannender ist da schon, dass Miles entdeckt, dass er sich für eine gewisse Zeit unsichtbar machen kann. Das verleiht dem Gameplay tatsächlich einen neuen Twist. Die Spinne wird dann schnell zur Fledermaus und schaltet Arkham-Style einen Bösewicht nach dem anderen aus dem Hinterhalt aus. Etwas enttäuscht hat uns die Integration der neuen PS5-Features. Sowohl haptisches Feedback als auch adaptive Trigger sind am Start, aber schnarchend in der letzten Reihe und melden sich nur, wenn sie der Lehrer aufruft. Auch auf 100% ist das haptische Feedback kaum zu spüren und selbst die Einbindung der Trigger gleicht einer Fehlstunde. Da hätte man sich eine Scheibe vom exzellenten Astro’s Playroom abschneiden können – aber sei’s drum.

Spider-Man Miles Morales im Test – Fazit:

Spider-Man Miles Morales ist ein tolles Spiel für die Feiertage, erfindet das Rad aber nicht neu.

Spider-Man Miles Morales ist der perfekte Happen für die Feiertage. Das Abenteuer der Spinne Nr. 2 ist weihnachtlich, super kurzweilig und in ein paar Tagen einverleibt. Als Urlaubsvertretung macht Miles eine spitzen Figur und hilft mit seinen neuen Tricks wie der Unsichtbarkeit vorzüglich über die Runden. Die knackige Spielzeit sorgt zudem dafür, dass der erneute Ausflug nach New York nicht so schwer im Magen liegt. Technisch ist das Spiel sehr hübsch, aber gerade mit der PS5 dürfte es da noch einiges an Luft nach oben geben – besonders die etwas lieblosen DualSense Features sind da anzumerken. Alles in allem ist Spider-Man Miles Morales aber das perfekte Spiel, um die neue PS5 in Aktion zu erleben und anderen zu zeigen, wie toll sich Spidey in den Fensterfassaden des Big Apples spiegelt. In diesem Sinne: Fröhliche Spinnnachten!

ProCon
+ Frischer Heldenwechsel– Schwache DualSense Features
+ Entschlackte und intimere Story– Mehr vom Selben
+ Ray Tracing und 60 FPS– Keine 60 FPS und Ray Tracing auf höchstem Niveau gemeinsam
+ Weihnachtsatmosphäre
+ Flowender Soundtrack
+ Neue Fähigkeiten und Gadgets

Rubriklistenbild: © Insomniac

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