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Street Fighter 6 angespielt: Capcom krempelt Prügelspiel um

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Von: Joost Rademacher

Fratzengeballer‘s coming home! Street Fighter 6 kommt erst 2023, wir durften den Arcade-Modus aber schon anzocken und verraten euch hier unseren Ersteindruck.

Update vom 19.9.2022: Capcom lud zur nächsten Runde Street Fighter 6 ein, da ließen wir uns natürlich nicht lange bitten. Beim zweiten Anspieltermin der Prügelhoffnung für PS5 und Xbox Series X standen uns vier neue Charaktere zur Verfügung. Dieses Mal durften wir auch mit Ken, Guile, Juri und Kimberly Viertelkreise verteilen.

Name des SpielsStreet Fighter 6
Release2023
PublisherCapcom
EntwicklerCapcom
PlattformPS4, PS5, Xbox One Xbox Series X|S, PC
GenreFighting Game

Street Fighter 6: Auch beim zweiten Zock knallt das Kampfsystem

Bis auf Kimberly sind alle Street Fighter altbekannt und die Fähigkeiten der Kämpfer unterscheiden sich nicht grundlegend von denen aus anderen Teilen der Serie. Neuzugang Kimberly zeichnet sich hingegen durch ihren flinken Einsatz von Spraydosen aus, mit denen sie sich in hitzigen Situationen aus der Affäre ziehen kann. Schnell und spaßig, ein toller Mehrwert für das Charakter-Roster.

Ken aus Street Fighter 6 in Kampfpose
Beim zweiten Anspieltermin von Street Fighter 6 konnten wir auch mit Ken ein paar Schläge verteilen. © Capcom

Nicht nur bei den Kämpfern, auch in Sachen Umfang von Street Fighter 6 sind in unserer Session Neuerungen zu verzeichnen gewesen. So gesellten sich in der von uns spielbaren Vorab-Version neue Kommentatoren in das Spiel, die das Spielgeschehen der Matches überraschend geschmeidig kommentierten. Ob dieses Gimmick aber auch bei längerer Spielzeit seinen Reiz behält, muss die finale Version von Street Fighter 6 zeigen. Im Großen und Ganzen bestätigt sich auch beim zweiten Spielen von Street Fighter 6 unser positiver Ersteindruck vom Fighting-Game: Das Warten auf Capcoms Prügler scheint sich zu lohnen. – JD

Ursprüngliche Vorschau vom 24.6.2022: Tokio – In der Community rund um Fighting Games werden die Augen immer groß, wenn ein neues Street Fighter am Horizont erscheint. Die Traditionsreihe lässt sich bei neuen Ablegern gerne Zeit, der letzte Teil ist immerhin schon wieder mehr als sechs Jahre alt. Höchste Zeit für Capcom, dem Genre mal wieder seinen Stempel aufzudrücken. Street Fighter 6 will neue Wege gehen, mit neuer Engine, neuem Kampfsystem und einem moderneren Look.

Street Fighter 6 Preview: Alles neu? Capcom will neues Zeitalter der Prügler einläuten

Capcom hat sich bei Street Fighter 6 einiges vorgenommen. Mit dem neuen Teil soll für die gesamte Reihe und das Genre selbst ein neues Zeitalter beginnen. Kein leichtes Unterfangen, schließlich haben Fans seit langem ein festes Bild davon, wie die Spiele sich anzufühlen haben. Nur Street Fighter spielt sich eben wie Street Fighter, also braucht es eine wohlüberlegte Balance aus neuen Mechaniken und gewohntem Gameplay-Kern, damit Street Fighter 6 zum wirklichen Erfolg wird.

Glücklicherweise scheint Capcom sein eigenes Biest völlig unter Kontrolle zu haben. Das Kampfsystem von Street Fighter 6 wirkt frisch und zeitgemäß, ohne seine Wurzeln aus dem Blick zu verlieren. Die üblichen Grundlagen sind alle da: Es gibt Hand- und Fußangriffe in drei verschiedenen Stärken, Spezialmoves, Würfe und natürlich dürfen möglichst bildgewaltige Super-Moves nicht fehlen.

Street Fighter 6 Chun-Li wird von Ryus Hadouken getroffen
Street Fighter 6: Darf natürlich nicht fehlen – Ryus klassisches Hadouken © Capcom

Aufpoliert und vertieft wird das Gameplay durch das neue Drive-System, das mehr strategische Tiefe ins Geschehen bringen soll. Hier vereint Street Fighter 6 viele Mechaniken früherer Teile, wie die Super- und Ultra-Leiste, verstärkte Spezialmoves, widerstandsfähigere Blocks und Konterangriffe in einem eleganten neuen System. Die meisten dieser Aktionen verbrauchen jetzt Drive-Punkte, die sich über Zeit wieder auffüllen. Geht ihr aber zu leichtsinnig mit euren Drive-Punkten um, geratet ihr in einen Burnout und werdet anfälliger für gegnerische Angriffe. Hier ist Taktik das A und O und schon jetzt fühlt das Drive-System sich gut ausgereift und balanciert an.

Street Fighter 6 Preview: Wer lernwillig ist, ist klar im Vorteil

Wem das alles jetzt schon ein bisschen zu viel Fighting-Game-Theorie ist, der kann ganz beruhigt sein. Capcom will auch Neueinsteiger*innen möglichst sanft ins Spiel hineinleiten. Also gibt es auch eine überarbeitete Steuerung, die auf Wunsch viel der komplexen Arbeit abnimmt. Mit der „modernen“ Eingabe vereinfacht Street Fighter 6 seine Steuerung auf verständliche Weise, sodass für die meisten Aktionen nur noch eine einzelne Taste notwendig ist. So können auch Spieler*innen ohne viel Erfahrung in kürzester Zeit die ersten dicken Combos abreißen.

Street Fighter 6 Drive Impact im Kampf zwischen Luke und Jamie
Street Fighter 6: Auch im neuen Teil bleibt das Treiben bunt © Capcom

Wer aber mehr Freiheit im Kampf genießen will, sollte weiterhin auf die „klassische“ Eingabe setzen, die sich praktisch wie herkömmliches Street Fighter spielt. In Street Fighter 6 will Capcom dennoch ein bisschen mehr Zugänglichkeit für alle Charaktere bieten: die Movesets scheinen umfangreicher, viele Specials sind aber mit leichteren Bewegungen auf dem Analogstick zu bewerkstelligen und die Eingabefenster scheinen ein wenig gnädiger geworden zu sein.

Street Fighter 6: Hochgeschwindigkeits-Kämpfe und Breakdance-Moves mit neuen Charakteren

Die auffälligste Neuerung ist darüber hinaus aber das enorm angezogene Tempo des Spielgeschehens. Street Fighter 6 wirkt um ein vielfaches schneller und dynamischer als seine Vorgänger: Movement, Blocks und Angriffe greifen gefühlt noch schneller ineinander als es früher noch der Fall war. Gerade beim neuen Charakter, dem Drunken-Boxing-Breakdancer Jamie und seinen blitzschnellen Combos, fällt das stark auf. Capcom kann beim Design der Neuzugänge offenbar aus den Vollen schöpfen und sie mit vollem Fokus auf das neue Kampfsystem anpassen.

Street Fighter 6 Jamie im Kampf
Street Fighter 6: Mit Jamie sind fancy Combos praktisch vorprogrammiert © Capcom

Street Fighter 6 schlägt so einen aggressiven, kampfeslustigen Grundton an, den man in dieser Form noch nicht von der Reihe erlebt hat. Einen großen Teil davon dürfte auch die neue Engine ausmachen, die nicht nur einen völlig neuen Grafikstil, sondern auch massiv aufgebohrte Animationen ermöglicht.

Street Fighter 6 Preview: Ein neuer Look, aber die Wurzeln sind unverkennbar

Die RE-Engine hat so einiges auf dem Kasten, das hat Capcom in den letzten Jahren immer wieder mit Resident Evil, Devil May Cry und Monster Hunter bewiesen. Im Vorfeld hatten wir aber die Befürchtung, dass Street Fighter 6 mit der neuen Engine zu sehr in den Realismus abdriftet. Zum Glück hat sich unsere Angst nicht bewahrheitet. Ja, das neue Street Fighter entfernt sich vom überdrehten Comic-Look der letzten beiden Teile, aber es ist dennoch alles andere als photorealistisch.

Die Arenen und Hintergründe machen in Street Fighter 6 schon einiges her und hier wird definitiv deutlich, dass ein grafischer Sprung nach vorne stattgefunden hat. Es herrscht immer reges Treiben rund um den Kampf, aber alles bleibt im für Street Fighter gewohnten, kleinen Maßstab, sodass die Prügelei im Fokus bleibt. SF6 wird aber alles andere als bierernst. Besonders in den Charakterdesigns zeigt sich immer noch schön der überzeichnete Cartoonstil, den Capcom schon in Teil 4 und 5 gefahren hatte.

Street Fighter 6 Logo vor Charakteren aus dem Spiel
Street Fighter 6 Preview: Der Prügler-König ist zurück und aggressiver denn je © Capcom (Montage)

Das alles wirkt – wie der gesamte Rest des bisher gesehenen Spiels – neu und modern, ohne in irgendeiner Weise etwas von der Identität und dem klassischen Spielgefühl von Street Fighter zu verlieren. Das finale Spiel wird natürlich noch viel mehr zu bieten haben, wie den neuen Battle Hub und die World Tour, worin sich ein waschechter Storymodus mit frei begehbaren Arealen verbergen soll. Dort wird sich zeigen, wie viel Capcom sich bei Street Fighter 6 wirklich traut. Das bloße Kampfsystem und das Spielgefühl im Arcade-Modus machen aber schon jetzt mächtig Bock auf mehr.

Street Fighter 6 Preview: Unser Ausblick auf die Rückkehr des Prügler-Königs

Was auch immer Capcom mit Street Fighter 6 noch geplant hat, der Kern des Spiels ist schon voll da und fühlt sich besser an, als je zuvor. Der neue urbane Look ist bei allem hinzugewonnenen Realismus trotzdem schön bunt und knallig, die Kämpfe wirken lebendig und dynamisch. Dem ersten Eindruck nach hat es sich bei Street Fighter selten so gut angefühlt, Fäuste und Energiebälle in Gesichter segeln zu lassen.

Die große Frage bleibt, wie gut sich das Kampfsystem auf ein komplettes Roster von Charakteren und auf einen groß angelegten Storymodus anwenden lässt. In unserer Preview-Session konnten wir nur vier Charaktere anzocken, wovon einer ein völliger Neuzugang in Street Fighter 6 ist. Da der Prügler aber erst 2023 erscheint und schon jetzt so gut in Form ist, haben wir einige Hoffnungen, dass Capcom seinen eigenen hohen Ansprüchen gerecht werden kann.

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