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The Surge 2: Das knallharte Soulsike im Test.

Abhacken, einpacken, wegsnacken

The Surge 2 im Test: Sci-Fi-Souls rüstet auf - So gut ist der Nachfolger

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Deck13 geht in die nächste brutal-knackige Runde. The Surge 2 bleibt dem Vorgänger treu und schraubt an Detailverbesserungen. Wie gut das funktioniert: Im Test!

Kauft ihr dieser Tage ein Spiel, auf dem Deck13 steht, könnt ihr ziemlich sicher sein, dass im Inneren ein saftiger Schwierigkeitsgrad, geballter Charme der retro-futuristischen 80er Jahre und abgehackte Gliedmaßen auf euch lauern. Klingt martialisch, völlig überzogen und oberflächlicher als die Fassade eines verspiegelten Wolkenkratzers, ist gleichzeitig aber auch das Erfolgsrezept hinter The Surge. Das Soulslike aus deutschen Landen hat am 24. September einen Nachfolger bekommen, der nicht viel am Grundkonzept ändert, aber genau so stark auf die blutverschmierten Stellschrauben einhämmert, dass am Ende das wohl beste Spiel des Frankfurter Studios herausgekommen ist. Was The Surge 2 besser macht als der Vorgänger und warum digitales Abschnippeln von Körperteilen auch 2019 noch 'ne feine Sache ist, verraten wir euch im Test.

Lebenslänglich für Techno-Torben

Ein fataler Flugzeugabsturz bildet den Auftakt unserer Reise.

Ohne euch zu lange auf die Folter zu spannen: Es gibt viele Gründe, warum der zweite Teil seinem Erstling um zwei bis vier prosthetische Armlängen voraus ist. Die Geschichte ist keiner davon. Nachdem Warren, die Hauptfigur des ersten Abenteuers, sich buchstäblich in Luft aufgelöst hat, setzt die Geschichte von The Surge 2 genau dort an, wo sie wenige Stunden zuvor aufgehört hat. Eine Rakete, beladen mit dem verheerenden Nanitenvirus, ist in der Erdumlaufbahn explodiert und wirbelt nicht nur die Bewohner des blauen Planeten gehörig durcheinander. Das Intro zeigt uns auch ein brennendes Flugzeug, das besorgniserregend gen Oberfläche trudelt. Mit an Bord: Unser Charakter, den wir uns erstmals in einem recht überschaubaren Editor selbst zusammenbasteln dürfen. Nach kurzer Schwarzblende folgt die Entwarnung: Wir müssen uns nicht sofort wieder von unserer Spielfigur trennen, denn als vermeintlich einziger Überlebender des Crashs erwachen wir schließlich in einem schäbigen Gefängnistrakt.

Warren hat ausgedient. Ihr dürft euren eigenen, stummen Helden erstellen.

Doch nicht nur unser Sci-Fi-Superheld muss sich mit einer neuen Frisur abfinden. Auch der einst blühenden Metropole Jericho City hat der ausgebrochene Virus einen ordentlichen Scheitel gezogen. Um den Rest der Welt vor der Seuche zu schützen, wurde kurzerhand eine gigantische Mauer um das Stadtgebiet gezogen, sodass ihr im Grunde gleich doppelt eingesperrt seid – und das zusammen mit marodierenden Robotern, durchgeknallten Fanatikern und mutierten Bestien. Ein rabenschwarzer Tag also für Techno-Torben wie wir unseren Charakter liebevoll getauft haben. Damit jedoch nicht genug, denn während wir verzweifelt einen Fluchtweg suchen, trifft uns plötzlich eine Vision, in der uns ein kleines Mädchen um Hilfe anfleht. Der Beschützerinstinkt von Techno-Torben ist natürlich sofort geweckt und wir machen uns auf die Suche nach der schutzlosen Athena, die sich uns als Tochter des CREO-Moguls Jonah Guttenberg vorstellt. Der wiederum ist für die ganze Misere in Jericho City mitverantwortlich. Höchste Zeit also, dass Torben ein ernstes Wörtchen mit dem Wissenschaftler wechselt.

Mehr Nebenschauplätze, -Charaktere und -Aufgaben sorgen für Vielfalt.

Im Verlaufe der rund 40-stündigen Spielzeit entwickelt sich die schlichte Suche nach Athena zu einer Mammutaufgabe und nimmt zum Ende hin dramatische Ausmaße an. Trotzdem kommt die Geschichte von The Surge 2 nicht über den Status als schmückendes Beiwerk hinaus. Zu wenig Zeit nimmt sich das Spiel für seine Figuren, zu platt und vorhersehbar werden die Geschehnisse erzählt. Schön allerdings, dass es im zweiten Teil deutlich mehr namhafte Nebencharaktere gibt, die uns mit kleinen Fleißaufgaben durch das Spiel begleiten – nicht anspruchsvoll aber eine nette Abwechslung. Die können wir neuerdings in einem eigens dafür geschaffenen Questlog einsehen, was vor allem für Perfektionisten eine echte Erleichterung darstellt. Auch die deutsche Synchronisation hat den Fremdscham-Faktor etwas zurückgefahren. Die Figuren drücken sich zwar immer noch "charmant bodenständig" aus, allerdings treffen wir auf deutlich weniger Kernproleten mit Rheinland-Einschlag. Techno-Torben ist enttäuscht, uns freut die aufpolierte Vertonung.

Ums Zerlegen nicht verlegen

Im Bosskampf zeigt The Surge 2 seine ganze Stärke.

Glücklicherweise lässt Deck13 die Geschichte seicht im Hintergrund blubbern und konzentriert sich in The Surge 2 voll und ganz auf alte Stärken: Gameplay und Leveldesign. Selbstverständlich gehört dazu auch das innovative "Body-Part-System", mit dem der Vorgänger von sich reden machen konnte. Statt nämlich wie bei anderen Soulslikes Gegner in Gänze als Ziel aufzuschalten, visieren wir in The Surge 2 jedes Körperteil einzeln an. Verursachen wir im Kampf genug Schaden auf die Extremität unserer Wahl, können wir dem Gegner diese kurzerhand abhacken und alles, was noch dranhängt, als Waffe oder Rüstung verwenden. Neue Speere, Hämmer, Helme und Co. finden wir also nur selten innerhalb der Spielwelt. Wir müssen stattdessen am Körper unserer Kontrahenten nach ihnen suchen. Das hat schon im ersten Teil wunderbar geklappt und sorgt auch im Nachfolger für dynamische Kämpfe und ermöglicht gezieltes Grinding – befriedigend brutale Finisher inklusive. Die blutigen Duelle selbst bleiben dabei so wuchtig, knackig und spaßig wie eh und je.

Auch in The Surge 2 geht es gern mal brutal zur Sache.

Mit an Bord sind schließlich alle Features, die das Soulslike-Genre derzeit so erfolgreich machen. Vertikale und horizontale Schläge in Kombination mit aufgeladenen Angriffen schaffen offensive Freiheit, während Ausweichen, Blocken und Parieren im defensiven Bereich für spielerische Vielfalt sorgen. Gutes Timing, aufmerksames Ausdauer-Management und die Kenntnis von Gegner und Umgebung bleiben dabei die Kernskills, die wir beherrschen müssen, wenn wir in Jericho City überleben wollen. Dass The Surge 2 sich noch eine ganze Ecke besser spielt als Teil Eins, liegt aber größtenteils an vielen kleinen Detailverbesserungen. Blocken funktioniert beispielsweise nicht mehr über einen simplen Tastendruck. Stattdessen müssen wir nun genau studieren, von wo der feindliche Schlag kommt und gezielt in diese Richtung abwehren. Direktionales Blocken nennt sich das Feature, was vor allem in Bosskämpfen ganz neue taktische Möglichkeiten eröffnet. Gelingt uns nämlich eine Reihe perfekter Blocks, gerät der Gegner kurz ins Taumeln und Techno-Torben kann mit der groben Kelle ungehemmt drauflosschnetzeln.

Ausgefahren und aufgewertet

Wie beim Vorgänger: Das Gegnerdesign ist auf Souls-Level.

Auch Waffen- und Gegnerdesign tragen dazu bei, dass wir selbst nach den End Credits noch einen umfassenden Blick ins NG+ von The Surge 2 werfen wollten. Dort wartet übrigens die eine oder andere Überraschung auf unvorsichtige Spiele. Doch selbst im ersten Spieldurchlauf gibt es deutlich mehr zu klöppeln. Die Waffentypen des Vorgängers wurden nämlich auf stolze 10 Varianten aufgestockt. Zum Arsenal gesellen sich nun unter anderem massive Hämmer und Mehrzweckwaffen, welche an die Trickwaffen aus Bloodborne erinnern und sich im Kampf auch genauso befriedigend anfühlen. Ebenfalls praktisch: Wir müssen nun nicht mehr jede Waffengattung einzeln hochleveln, sondern können stattdessen zu jedem Zeitpunkt im Spiel auf all unsere Waffen zurückgreifen - vorausgesetzt, wir haben sie anständig aufgewertet. Natürlich ist auch die gute alte Drohne wieder mit von der Partie. Die allerdings verbraucht nun nicht mehr unsere kostbare Energie, sondern hat nun ganz eigene Munition spendiert bekommen. Das macht sie sowohl im als auch außerhalb des Kampfes deutlich nützlicher, denn mit ihr können wir nun bspw. ein Banner in der Spielwelt platzieren, das uns mit zusätzlichem Tech-Scrap belohnt, je länger es von anderen Spielern unentdeckt bleibt – ein witziges Feature, das Techno-Torben als Versteckspiel-Profi mit diebischer Freude genutzt hat.

Mehr Waffen, Gegner und sinnvolle Verbesserungen: The Surge 2 kennt das eigene Genre wie die bleigefüllte Westentasche.

Dass die Gameplay-Mechaniken auch außerhalb der sackschweren Kämpfe richtig Laune machen, zeigt das gelungene Crafting-System von The Surge 2. Daran hat sich im Vergleich zum Vorgänger nicht allzu viel geändert, aber auch hier machen winzige Quality of Life-Funktionen den Unterschied. So ist die Menüführung deutlich schlanker geworden, ohne dabei die Kernpunkte der Komplexität zu vernachlässigen. In die gleiche Kerbe schlägt auch das leicht veränderte Level-System. Noch immer lagert ihr verdienten Tech-Scrap in der Med-Bay ein und könnt ihn dann später verwenden. Erhöht ihr jedoch die Kernenergie eures Exo-Anzugs, habt ihr nun die Wahl aus drei Werten, die ihr separat voneinander aufleveln könnt. Wer sich Sorgen um seine Überlebenschancen macht, verbessert Gesundheit, setzt ihr viel auf Blocken und Ausweichen, dann sind mehr Punkte inAusdauer euer Freund. Schließlich sorgen mehr Punkte in Energie für mehr Heilung, Schaden, bessere Gegengifte und Co. Injektionen sind nämlich nicht mehr nur dazu da, um HP wiederherzustellen. Die wechselbaren Einspritzungen geben euch nun auch kleine Buffs oder entfernen Debuffs.

Für einige Bosse sind zusätzliche Injektionen bitter nötig.

Auf einem neuen Level

Einer der größten Kritikpunkte am ersten Teil war das recht eintönige Leveldesign. In den immer gleichen Fabrikhallen stellten wir uns einer wahren Armada seelenloser Roboter und konnten uns dabei nur selten an vertikalen Passagen oder clever gesetzten Abkürzungen erfreuen. Vorhang auf für The Surge 2. Was Deck13 mit dem neuen Teil nämlich an kreativer Arbeit in die Gestaltung und Planung der neun umfangreichen Levelgebiete gesteckt hat, grenzt schon an ein Meisterstück. Das fängt beim "Environmental Storytelling" an und endet erst beim cleveren Recycling bereits bekannter Gebiete. Statt Techno-Torben nämlich nur durch die Straßenschluchten von Jericho City zu hetzen, dürfen wir auch dem grünen Umland einen Besuch abstatten, wo uns eine Jagdgesellschaft erwartet, die einer blutrünstigen Nanite-Bestie auf den Fersen ist. Oder aber wir nehmen eine Abkürzung durch die finsteren Tunnel unter der Metropole und stoßen dort auf einen wahnsinnigen Professor, der seine eigenen Erfindungen nicht mehr im Griff hat. Die Welt von The Surge 2 bietet enorm viele augenzwinkernde Verweise, witzige Momentaufnahmen oder kleine Geschichten am Wegesrand. Auch wenn es dafür keinen Loot gibt: Erkundung lohnt sich trotzdem wieder.

The Surge 2: So offen muss eine Soulslike-Welt sein.

Nicht zuletzt deshalb, weil die Spielwelt vollgestopft ist mit Abkürzungen, versteckten Pfaden und Geheimnissen, die uns im Gedächtnis bleiben, aber erst viel später im Spiel von Bedeutung sind. "Die Aha-Momente", wenn sich plötzlich eine Tür auftut, an der wir zwei Stunden zuvor von der anderen Seite vergeblich gekratzt haben, sind mittlerweile zu einem geflügelten Wort im Soulslike-Genre geworden. The Surge 2 bietet etliche dieser kleinen, motivierenden Déjà-vus und schafft es dabei immer, nicht nur im Kleinen für Augenblicke der Wiedererkennung zu sorgen, sondern auch die großen Gebiete perfekt miteinander zu verbinden und zu einer organischen Spielwelt zu verweben. Im Laufe des Spiels schalten wir nämlich ein paar praktische Gadgets frei, die uns zuvor verschlossene Pfade öffnen und damit auch bereits bekannte Gebiete mit neuem Leben füllen. 

Da stört es auch nicht weiter, dass die Orientierung in Jericho City nicht immer leicht fällt. Jedes Level ist wunderbar verschachtelt und auch bei der Positionierung der Gegner spürt man die wachsende Erfahrung von Deck13 im Genre merklich. Doch die Stadt ist nicht nur in der Horizontalen breit gefächert, sondern auch in der Vertikalen. Überall stoßen wir auf Magnetlifte, die uns in zweiten Teil (Jan Klose sei Dank!) deutlich schneller von einer Plattform auf eine andere bringen und schwingen uns im späteren Spielverlauf mit einem Greifhaken über die Dächer der infizierten Stadt. Da wir auch im Nachfolger auf eine Übersichtskarte verzichten müssen, kann sich da schon einmal Ratlosigkeit einstellen. Aber: Sobald sich uns Jericho City in vollem Ausmaß öffnet, lernen wir uns binnen Stunden in den kleinen Gassen, dunklen Tunneln und wild wuchernden Wäldern zurecht zu finden. Und falls das innere Sci-Fi-Navi dann doch einmal abraucht, kann zur Not immer noch die Community weiterhelfen.

Zeichen über Zeichen

Die Online-Komponenten fallen übersichtlich aus, sind aber besonders für Neulinge eine echte Erleichterung.

Möglich ist das, weil auch am Online-Modus seit dem ersten Teil ordentlich gedreht wurde. Die schlechte Nachricht zuerst: Auch in The Surge 2 haben wir keine Möglichkeit, zusammen mit Kumpels im Coop zu zocken oder eine Invasion auf andere Spieler zu starten. Diese Features bleiben vorerst Dark Souls und Co. vorbehalten. Trotzdem haben sich die Frankfurter darum bemüht, mehr Interaktion mit anderen Spielern zu ermöglichen. Techno-Torben freut sich, denn im neuen Teil kann er mit Techno-Tina, Techno-Thomas und Techno-Tristan in Kontakt treten. Ähnlich wie beim oben beschriebenen Banner funktioniert auch das über die praktische Drohne. Recht früh in der Geschichte spendiert uns das Spiel ein Modul, dank dem wir überall in Jericho City den Künstler raushängen lassen können. Bedeutet: Es gibt eine Spraydosen-Funktion, mit der wir anderen Spielern kleine Hinweise in der Welt hinterlassen, sie in einen Hinterhalt locken oder unsere Wut auf den Virus kreativ rauslassen können. Dazu haben wir eine ganze Reihe kleiner Icons und Piktogramme wie etwa Pfeile oder Totenköpfe zur Auswahl.

Anders als beim Genreprimus sind die Symbole jedoch alles andere als unauffällig. The Surge 2 gibt den Spielern die volle Palette an Farben und Formen und wie es nun mal so ist im Internet: Die volle Palette landet dann auch im Spiel. Es gibt zwar eine Mechanik, die verhindert, dass mehrere Spieler an ein und derselben Stelle ihr Graffiti versprühen können, am Releasetag war Jericho City allerdings so zugepflastert mit Icons, Botschaften und Anspielungen, dass die Atmosphäre sichtlich darunter gelitten hat. Wir hoffen, hier findet Deck13 in späteren Patches noch eine Lösung. Ebenfalls eine coole Mechanik und Teil der Online-Funktionen: Die Rache-Gegner. Sterbt ihr an einem normalen Gegner mehrfach, wird dieser für andere Spieler zu einem sogenannten Rache-Gegner. Dabei handelt es sich um etwas stärkere Versionen der bekannten Widersacher. Erledigen wir nun den Rache-Gegner eines anderen Spielers, haben wir nicht nur Rache für ihn genommen, sondern werden außerdem mit zusätzlichem Loot belohnt - auch hier erwartet euch kein Dealbreaker, aber eine wirklich gelungene Erweiterung des Spielprinzips.

Nachladend auch ohne Waffe

The Surge 2: Grafisch leider nicht auf Höhe der Zeit.

Die einzigen Punkte, bei dem Deck13 leider kaum Erweiterungen vorgenommen hat, sind die Präsentation und Technik von The Surge 2. Wir haben das Action-Adventure auf der PlayStation 4 Pro getestet und sind etwas enttäuscht, angesichts der grafischen Schwächen, mit denen der Nachfolger in die blutigen Pantoffeln tritt. Auf den Konsolen bietet euch das Spiel die Auswahl zwischen einem Leistungs- sowie einem Optik-Modus. Im Leistungsmodus schraubt das Spiel die Grafik herunter, um flüssige 60FPS auf 1080p zu gewährleisten. Im Optik-Modus hingegen holt das Spiel alles aus der Deck13-eigenen FLEDGE-Engine heraus und verspricht 4K-Auflösung bei stabilen 30FPS. In der Praxis bekommt ihr es im Optik-Modus mit 24-30 Bildern pro Sekunde, also einem gerade noch flüssigen Spielerlebnis zu tun – bei bombastischen Lichteffekten, Texturen und Co. sicher zu verschmerzen. 

The Surge 2 ist recht wählerisch, was die eigenen Texturen angeht.

Doch auch in diesem Bereich kann The Surge 2 leider nicht die richtigen Impulse setzen. Inkonsistente Texturen, mal knackscharf, mal grobkörniger als drei Monate alter Hüttenkäse machen es uns wirklich schwer, die Optik des Frankfurter Vorzeigeschnetzlers zu lieben. Schade, denn die Umgebungen glänzen durch optische Vielfalt und hüllen die knackigen Kämpfe in beeindruckende Panoramen. Besonders ärgerlich sind aber nicht die Texturen selbst, sondern die Tatsache, dass sie wirklich oft nachladen. Die 60FPS des Leistungs-Modus sind dadurch nie in Gefahr, allerdings leidet die Atmosphäre an den vielen technischen Schwächen von The Surge 2.

Fazit

The Surge 2 kratzt - blitzendes Metall im Anschlag - ganz nah an der Perfektion und zeigt, wie viel Innovation sich aus minimalen Änderungen im Gameplay herausholen lässt. Grundsätzlich hält das Sci-Fi-Soulslike seinem Vorgänger aber die Treue und punktet mit noch mehr Wucht in den Kämpfen und sinnvollen Detailverbesserungen wie etwa dem direktionalen Blocken. Dabei bleibt auch Teil Zwei schwer wie Hölle, schafft es dabei aber nicht so recht, das brutale Spielkonzept mit erzählerischer Substanz zu unterfüttern. Ist uns aber nicht weiter aufgestoßen, denn an entscheidender Stelle hat der deutsche Entwickler auf das Feedback der Fans gehört und eine Spielwelt geschaffen, die trotz maximaler Abschottung so viele Freiheiten lässt, dass auch Altmeister Miyazaki höchstpersönlich dahinterstecken könnte. Wenn Deck 13 in diesem Tempo weitermacht und spielerische Evolutionen am laufenden Band produziert, steht dem Frankfurter Studio eine glorreiche Zukunft in Haus. Abseits von Technik und Präsentation sitzt jede Schraube von The Surge 2 an der richtigen Stelle und so mausert sich der Nachfolger zu einem echten Upgrade für den Erstling – statt Tech-Scrap braucht ihr dafür nur rund 60€ und eine Menge Skill. 

PROS

CONS

+ Wuchtiges und befriedigendes Kampfsystem

- Technisch nicht auf der Höhe der Zeit

+ Body-Part-System sorgt für gezieltes Grinding

- Grafisch altbacken

+ Genial-brutale Kampfanimationen

- Schwache Geschichte

+ Viele Detailverbesserungen im Gameplay

- Tech-Trash-Stil ist Geschmackssache

+ Sinnvolle und gelungene Wiederverwertung von Levelabschnitten

- Recycelte Bossgegner

+ Leveldesign greift perfekt ineinander

+ Verbesserte Loot- und Crafting-Mechanik

+ Knackiger Schwierigkeitsgrad

+ Abwechslungsreiches Gegner- und Bossdesign

+ Viele neue Nebenmissionen, -Schauplätze und -Figuren

+ NG+ mit viel Abwechslung zum ersten Durchlauf

+ Mehr als 30 Stunden Spielzeit

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