Sechs Stunden angezockt

The Surge 2 in der Vorschau - Kein Vergleich zum ersten Teil

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The Surge 2 will im Soulslike-Genre neue Impulse setzen und die Fehler des Vorgängers ausradieren. In der Vorschau, warum es das beste Spiel von Deck 13 wird.

The Surge 2: Unser Fazit nach sechs Stunden mit dem Spiel

Nachdem wir bereits im April einen ersten Blick auf The Surge 2 werfen konnten, folgte nun eine umfassende Anspiel-Session. Knappsechs Stunden hatten wir Zeit, uns einen Eindruck von Jericho City, dem Schauplatz des zweiten Teils, zu machen. Soviel vorab: Unsere optimistische Stimmung ist auch nach etlichen Toden nicht verflogen. Ganz im Gegenteil: Wir wollten den Controller gar nicht mehr aus der Hand geben, selbst nachdem wir sämtliche Bosse der Demo gelegt und jeden Winkel der Stadt erkundet hatten. Hier unser Fazit.

The Surge 2: Kein Vergleich zum ersten Teil

Zwischen Großstadt und Waldrand erwartet der beste Teil der Reihe seinen Auftritt.

Eingesperrt in einer hochtechnisierten Stadt voll seelenloser Robo-Schlitzer und düsterer Zeitgenossen mit todbringenden Armprothesen - Was unsere erste Session mit The Surge 2 versprach, kann die zweite endlich halten. Dieses Mal schmeißt uns das grundsympathische Team des Frankfurter Studios Deck13 nämlich nicht mitten ins Spiel, sondern lässt uns das Soulslike so genießen wie es sich gehört -von Anfang an. Ohne Kernenergie, Panzerung oder auch nur einen Schokoriegel erwachen wir - wie könnte es anders sein - in einer Gefängniszelle. Unser erstes Ziel: Überleben. Nach einer kurzen, aber gelungenen Tutorial-Sequenz werden wir fündig und dürfen nun wie im ersten Teil alles an Gegnern beackern, bis es Körperteile samt daran befestigter Waffen und Rüstungen hagelt.

Während die ersten Minuten noch recht stark an die endlosen Fabrikhallen des ersten Teils erinnern, schickt uns das Spiel nach dem ersten, recht kniffligen Miniboss, endlich an die frische Luft - und wie frisch die ist. Nach unserer ersten Demo des Spiels haben wir uns gewünscht, ins Zentrum von Jericho City, den Ursprung der ominösen Tech-Seuche, vorzudringen. Genau dort finden wir uns nun wieder, mit endlosen Möglichkeiten vor der besten gepanzerten Nase. Der von uns gespielte Abschnitt zeichnete sich nämlich nicht nur durch einen neuen Look - graue Betonbauten, eingestürzte Brücken und urbaner Verfall prägen die Innenstadt - aus, sondern auch durch enorm vertikale Passagen, die jedem Souls-Veteranen das Herz aufgehen lassen. Clever positionierte Checkpoints (Medbay) erlauben massig Abkürzungen und bringen eine ganze Reihe cooler Aha-Momente mit sich.

Die Spielwelt: Fabrikneu und voller Leben

Kultisten, Überlebende, Roboter: In Jericho City ist die Hölle los.

Spielte sich der erste Teil und auch unsere erste Anspiel-Session meist nur auf einer Ebene ab, überquert ihr in Jericho City schmale Brücken, kämpft euch durch überschwemmte Tunnel und könnt so immer wieder einen freudigen Blick darauf erhaschen, was in 30 Minuten auf euch wartet. Selbst an kleine Geschicklichkeitspassagen und falsche Fährten, die euch entweder zu Loot oder einen blutigen Tod führen, haben die Entwickler gedacht. In die gleiche Kerbe schlagen wohl auch die überall verteilten Seilbahnen. Leider konnten wir deren Funktionalität noch nicht ergründen, weil das nötige Werkzeug in unserem Build noch fehlte, aber wir gehen davon aus, dass die cleveren Teaser (Genialer Schachzug, Deck13) im späteren Spielverlauf entweder neue Areale erschließen oder Backtracking vereinfachen sollen - beides für ein modernes Soulslike unerlässlich. Doch selbst ohne die beschwingten Seilzüge konnte die verwinkelte Metropole mit durchdachtem World-Building schon jetzt unser stählernes Herz gewinnen.

Ein weiterer Bereich, an dem Deck13 ordentlich die Stellschrauben zum Glühen bringt, ist das Questdesign von The Surge 2. Hatte man beim Vorgänger noch das Gefühl, die Welt und ihre rar gesäten Bewohner seien vom Fließband und genau so starr und unbeweglich wie ihre blechernen Gegenspieler, regt sich zwischen den Betonplatten von Jericho City das blühende Leben. Die Bewohner der Stadt, egal wie unwichtig für die Geschichte, haben nun tatsächlich etwas zu erzählen. Viele von ihnen brauchen eure Hilfe und schicken euch auf die verzweifelte Suche nach allem, was so anfällt - sei es ein korrupter Kredithai oder die verschollene Liebschaft. So ganz will der Funke zwischen unserem Helden und den losen Gruppierungen der Spielwelt zwar nicht überspringen, die Dialoge und ihre gelungene Sprachausgabe konnten uns aber trotzdem das ein oder andere Schmunzeln abringen. Der Spielwelt tut es in jedem Fall gut, dass auf den Straßen der Stadt nun mehr los ist. Außerdem sind die Nebenquest von The Surge 2 nicht nur Mittel zum Zweck, sondern belohnen euch bei Abschluss auch mit neuen Händlern oder wichtigem Tech Scrap.

So zugänglich wie nie - so schwer wie immer

Immer noch ein Brocken von einem Spiel.

Das könnt ihr wie üblich in Upgrades für Waffen, Rüstungen, euren Anzug oder Implantate stecken. Am gelungenen "Bodypart-System" hat sich dabei seit unserem letzten Besuch nichts getan. In Kombination mit dem vereinfachten Crafting-System bestätigt sich jedoch unsere Vermutung: Das neue The Surge ist wesentlich zugänglicher als der Vorgänger. So zeigt euch das Spiel eure Werte nun übersichtlicher an und gibt euch die Möglichkeit, hochwertige Komponenten herabzustufen, um lästiges Grinden in Low-Level-Gebieten auf ein Minimum zu beschränken - ein echtes Gottesgeschenk und direkte Antwort auf die Kritik vieler Spieler. Ebenfalls nett: Jede Rüstung ist nun Teil eines Sets, das euch mit einzigartigen Boni versorgt, wenn ihr sämtliche Teile findet oder herstellt. Dementsprechend ist brachialer Skill am Controller nicht mehr die einzige Möglichkeit, in The Surge 2 voranzukommen.

Auch unermütliches Horten von Ressourcen und cleveres Crafting sowie Inventar-Management bringen euch dem Sieg über den nächsten Boss ein gutes Stück näher - zumindest war das in unserer Demo-Version so. Bevor wir also auf den großen Oberfiesling der Session stoßen, erleichtern wir zunächst seine Handlanger um ihre blankpolierten Panzerungen. Praktisch, dass wir daraus ein Rüstungsset basteln können, welches uns deutlich widerstandsfähiger gegen Gift macht. Wie es das Schicksal (oder Deck13) so will, deckt uns der anschließende Endgegner nämlich mit einer ganzen Wagenladung giftiger Dämpfe ein. Ihr seht also: The Surge 2 gibt euch mehr Möglichkeiten, euch auf Gegner vorzubereiten und auch ohne exzessives Grinden kleine Siege zu verbuchen. Trotzdem solltet ihr euch immer noch auf euren Skill verlassen, denn auch wenn wir im Stadtgebiet deutlich besser zurechtkamen als noch in den Wäldern der letzten Demo, ist auch der neue Teil kein Spaziergang im Grünen

Diese Detailänderungen erwarten euch

Auch die Anzahl der verschiedenen Waffen und ihr kreativer Einsatz kann sich sehen lassen. Nach wenigen Minuten hatten wir bereits vier Waffen im Inventar - alle mit ihren eigenen Movesets, Stärken und Schwächen. Von einer brachialen Wirbelaxt mit so viel Wucht, dass sie Gegner regelmäßig auf die Bretter schickt bis zu einem filigranen Stab, der es euch erlaubt, im Klingenballett durch die Gegner zu tanzen - Was immer ihr euch vorstellt: The Surge 2 hat es! Einzige Bedingung bleibt, dass ihr zunächst den Vorbesitzer davon trennen müsst, was nicht immer ganz einfach ist. Denn auch die Vielfalt der Gegnertypen kann sich durchaus sehen lassen.

Die Seuche hat einen uralten Kult zurück ans Licht geholt.

Zwischendurch hätten wir uns den ein oder anderen Miniboss gewünscht, aber im Großen und Ganzen schickt Deck13 eine gute Auswahl aus Nah- wie Fernkämpfern ins Rennen gegen unseren namenlosen Helden. Dieser ist übrigens eines der stillen Probleme des zweiten Teils - und das im wahrsten Sinne des nicht vorhandenen Wortes. Anders als Warren (Protagonist des letzten Teils) ist unser Charakter nämlich stumm und sorgt in Dialogen somit für ungewollt komische Situationen, wenn alle etwas von ihm wollen, aber niemand eine Antwort bekommt.

Zusätzlich dazu bekommt auch die beinahe nutzlose Drohne aus dem Vorgänger ein Upgrade spendiert. Die hat nun eine ganze Vielzahl praktischer Aufsätze, zwischen denen ihr beliebig hin- und herschaltet. Außerdem nutzt ihr sie nun auch außerhalb des Kampfes, um Abkürzungen freizuschalten oder Geschütztürme aus der Ferne auszuschalten. Als schwebendes Multifunktionswerkzeug hat sie sogar eine Funktion im Multiplayer von The Surge 2. Findet ihr den entsprechenden Bauplan in der Spielwelt, bietet sich euch fortan die Möglichkeit, euer Banner (Eine statische Version eures Charakters) irgendwo in Jericho City zu verstecken. Je länger das Banner für andere Spieler unentdeckt bleibt, desto mehr Tech Scrap hagelt es am Ende - eine nette Mechanik, die ausgedehntes Erkunden belohnt.

The Surge 2 - Mehr als ein Sci-Fi-Souls? (Vorschau aus dem April)

Alles was nicht aus der Feder von Allvater Hidetaka Myazaki stammt, hat im Bereich der Soulslike-Spiele seit Jahren einen schweren Stand. Schließlich muss sich jeder Neuling zunächst im Vergleich mit dem großen Gleichmacher Dark Souls beweisen. Trotzdem gehörte das Frankfurter Studio Deck13 zu den ersten, die den mutigen Schritt gegangen sind und dem Genre ihren ganz eigenen Stempel aufdrückten - zunächst im Fantasy-Kosmos mit Lords of the Fallen, anschließend auf Robo-Art in The Surge. Rund 500.000 verkaufte Einheiten später steht der Nachfolger mit stolzgeschwellter Blechbrust in den Startlöchern. Wir konnten The Surge 2 endlich selbst anzocken und verraten, ob ihr beim zweiten Teil mit einem Up- oder Downgrade rechnen müsst.

Allein unter Maschinen

Mensch vs. Maschine: Wer ist hier mit wem eingesperrt?

Soviel vorab: An den grundlegenden Prinzipien von The Surge ändert sich auch mit dem zweiten Teil nicht allzu viel. Geschichte und Setting bleiben erfrischend und setzen genau dort an, wo der erste Teil sein spektakuläres Finale fand - nur eben etwas größer und mit mehr Oomph. Vom abgeschotteten Fertigungskomplex aus breitet sich die ominöse Mechano-Seuche nämlich nun auch auf weite Teile der städtischen Regionen aus. Genau dort beginnen wir unser fabrikneues Abenteuer mit einem ebenso taufrischen Charakter. Statt auf einen vorgegebenen Helden zurückzugreifen, schickt ihr in The Surge 2, dank Charakter-Editor, einen handgeklöppelten Weltenretter ins Rennen. Die Auswahl fällt grundsolide aus und lässt genügend Freiheiten, um eine einzigartige Figur ins Leben zu rufen. Frisch frisiert und mit einer soliden englischen Sprachausgabe bestückt, beschreitet ihr also eure ganz eigene Odyssee.

Die Reise spielt sich dabei größtenteils in der Metropole Jericho City ab, wo es vor verseuchten Maschinen nur so wimmelt. Um die Außenwelt zu schützen, steht die komplette Stadt unter einer strengen Quarantäne und es liegt an euch, einen Weg aus der Kuppel zu finden und dabei im Vorbeiflitzen die Welt zu retten. Dieses Unterfangen stellt sich jedoch schnell als spaßiger heraus als zunächst angenommen, denn von den immer gleichen Fabrikhallen des Vorgängers ist kaum etwas übrig geblieben. Optische Vielfalt steht ganz oben auf der Liste der Neuerungen, denn alle Gebiete, die wir bereits zu Gesicht bekommen haben, könnten unterschiedlicher kaum sein. Zunächst zeigten die Entwickler uns einen verschachtelten Level mitten im Großstadtdschungel, den die tobsüchtigen Roboter in Schutt und Asche gelegt haben. Trotzdem regt sich Leben in der urbanen Einöde, denn im Neuling soll die Interaktion mit menschlichen Überlebenden deutlich komplexer ausfallen. Dazu gehören unter anderem Dialogoptionen und Nebenaufgaben.

Stadt, Land, Mech

Grafik und Atmosphäre: Ein Satz vorwärts!

Platz ist hier Mangelware und so fühlten wir uns sofort in die beengten Korridore des ersten Teils zurückversetzt - nur eben grafisch zwei Stufen darüber. Während der Tour durch die vielschichtige Stadt präsentieren die Entwickler uns eines der brandneuen Online-Features. Ganz wie beim Genreprimus habt ihr nun nämlich die Möglichkeit, anderen Spielern Nachrichten zu hinterlassen und sie so mit wichtigen Tipps zu versorgen. Oder aber ihr führt sie schnurstracks in eine tödliche Falle und lacht euch schlapp - hier wird niemand verurteilt! Statt die Botschaften aber auf den Boden zu klatschen, geht The Surge 2 den eleganten Weg und lässt euch kleine Graffiti überall dort hinsprühen, wo es gerade passt - Eine nette Dreingabe, aber Invasionen und andere Koop-Funktionen bleibt uns auch der zweite Teil leider schuldig.

Doch wer braucht schon Mitspieler, wenn die Welt ohnehin dafür sorgt, dass ihr euch wie der letzte verbliebene Mensch des Planeten fühlt? Im zweiten Teil unserer Session präsentierte Deck13 zu diesem Zweck erstmals ein Areal, das in starkem Kontrast zu allem steht, was die Reihe bisher ausgezeichnet hat. Fabriken, Häuser und beengte Flure sucht ihr dort vergebens. Stattdessen führt uns ein schmaler Pfad tief in ein dicht bewachsenes Waldgebiet. Klapprige Hinweisschilder lassen vermuten: Bevor die Maschinen die Welt an sich gerissen haben, lag hier ein städtisches Erholungszentrum. An der stimmungsvollen Parkanlage zeigt sich, wie viel Deck13 aus dem Vorgänger gelernt hat. Verschachtelt und recht linear kommt zwar auch der Wald daher, dafür belohnt uns das Spiel im Minutentakt mit großen Freiflächen. Selbst innerhalb des Waldes finden sich zwei verschiedene Abschnitte, der eine einladend, hell und offen, der andere düster, bedrohlich, schlicht klaustrophobisch.

Abgehackt und drangeschraubt

Wer zerlegt, bleibt am Leben.

Der Kontrast zwischen Eng und Weit gelingt deutlich besser als noch im Vorgänger, sodass The Surge 2 in puncto Leveldesign schon fast mit dem großen Konkurrenten mithalten kann - zumindest anhand der 1,5 Stunden, die wir bislang mit dem Spiel verbringen durften. Eine durchdachte und fesselnde Spielwelt ist jedoch nur der erste Schritt zu einem richtig guten Soulslike. Für die großen Sprünge muss vor allem eins stimmen: Das Kampfsystem. So friedlich wie das vernebelte Waldstück auf den ersten Blick scheint, ist es tatsächlich gar nicht. Überall im Dickicht zwischen den Wanderwegen haben sich mechanische Ninjas versteckt, die uns an die verzinkte Wäsche wollen. Und das schaffen sie selbstverständlich - wieder und wieder und wieder! Am knackigen Schwierigkeitsgrad der Kämpfe hat sich nämlich auch in Teil Zwei kaum etwas geändert. Jeder noch so kleine Gegner fordert Konzentration, taktisches Geschick und mechanisches Können von euch.

Dabei hält sich der Nachfolger größtenteils die Treue. Das innovative "Bodypart"-System kehrt zurück und bleibt eines der spielerischen Alleinstellungsmerkmale von The Surge. Es erlaubt euch, einzelne Körperteile des Gegners in den Fokus zu nehmen, Schwachstellen auszumachen und so lange darauf einzudreschen, bis die Robo-Rüstung scheppert. Damit jedoch nicht genug, denn jede Extremität lässt sich mit einem gekonnten Hieb von seinem Besitzer trennen. Das sieht nicht nur spektakulär brutal aus, sondern bringt auch einen spielerischen Nutzen mit sich. Abhängig davon, um welchen geliebten Teil seines Körpers ihr den Gegner erleichtert, fällt nämlich auch der Loot aus, der am Ende dabei herausspringt. Köpft ihr euren Widersacher beispielsweise, ist die Chance groß, dass ihr schon bald um einen neuen Helm reicher seid - leichte bis mittelschwere Gebrauchsspuren inklusive.

Flucht nach vorn

Es geht also nicht ausschließlich darum, Gegner über den Jordan zu prügeln. Vielmehr steht im Mittelpunkt, wie ihr das Ganze bewerkstelligt. Nachdem der erste Teil Kritik einstecken musste, weil er vielen Spielern zu behäbig erschien, haben die Entwickler auch hier nachgebessert. The Surge 2 spielt sichschneller und flüssiger als sein Vorgänger. Nicht zuletzt deshalb, weil taktisches Warten offenbar keinen Platz im Vokabular von Deck13 findet. Während ihr im ersten Teil immer mit einer Mindestanzahl an Heiltränken in den Kampf gegangen seid, zieht euch der Neuling dieses Sicherheitsnetz kurzerhand unter dem rostigen Robo-Arsch weg. Stattdessenzwingt euch das Spiel in die Offensive, denn nur wenn ihr regelmäßige Angriffe startet, füllt sich eine unauffällige Leiste am unteren Bildschirmrand. Erst wenn die voll ist, könnt ihr euch einen kleinen Prozentsatz Leben zurückholen - ein kleine, aber wirkungsvolle Designentscheidung.

Für mehr Dynamik sorgt auch die überarbeitete Drohne, welche im ersten Teil nur eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Sie verfügt nun über deutlich mehr Funktionen als zuvor und lässt sich als mechanischer Begleiter auf vielfältige Art und Weise einsetzen. Sofern ihr über genügend Energie verfügt, schießt sie weiterhin auf arglose Gegner, kann nun aber auch als eine Art Tank genutzt werden, Gegner ablenken oder einen EMP abfeuern, der nahegelegene Waffen und Tools stört. Innerhalb von rund einer Stunde sind wir auf fünf verschiedene Module gestoßen. Als flexible Allzweckwaffe funktioniert die Drohne bislang hervorragend - nicht zuletzt, weil sie uns jederzeit zwischen drei ausgerüsteten Skills wechseln lässt. Einziges Problem: Sitzt ihr an einem der Bosse (von denen es übrigens deutlich mehr geben soll als noch im ersten Teil) doch einmal länger, kommt ihr um lästiges Grinden nicht herum, denn die Munition der Drohne ist schneller erschöpft als ein einbeiniger Hürdenläufer.

Taktisch, aber unbequem

Das Kampfsystem: Bewährt, aber nicht ohne Macken

So ganz verabschiedet sich The Surge 2 jedoch nicht von den kleinen spielerischen Macken des Vorgängers. Auch wenn die Kämpfe dank der riesigen Waffenauswahl und Quality-of-life-Funktionen mit mehr Dynamik und Geschwindigkeit auftrumpfen, erfordert das Meistern von Movesets enorm viel Einarbeitungszeit. Während in anderen Soulslike-Spielen ein Knopfdruck immer auch einen sofortigen Schlag bedeutet, bleibt das Sci-Fi-Abenteuer von Deck13 an einigen Stellen unbequem. Mit einem Druck auf die Schultertasten, ob vertikaler oder horizontaler Schlag, startet ihr nämlich umgehend in eine Kombo, die am Gegner zwar deutlich mehr Schaden macht als ein einzelner Hieb es je könnte, aber eine leichte Verzögerung beim anschließenden Blocken bzw. Ausweichen nach sich zieht.

Dementsprechend wichtig ist es, die Kombinationen der Gegner bereits in ihren Ansätzen vorherzusehen, was cleveres Taktieren fördert, blitzschnellen Reaktionen aber nicht selten einen Riegel vorschiebt - Eine fragwürdige Kombination angesichts der ansonsten deutlich beschleunigten Gefechte. Das mag für die einen lediglich Umgewöhnung bedeuten, für andere wiederum ein Grund sein, sich gegen The Surge 2 zu entscheiden. Wir bleiben für euch dran, ob sich bis zum Release in der zweiten Jahreshälfte noch etwas daran ändert.

Bosshafte Endgegner

Gegnerdesign: Zwischen Tier und Maschine

Dafür macht das ohnehin schon großartige Gegner- und Bossdesign von The Surge mit Teil Zwei einen riesigen Schritt in Richtung Perfektion. Während zuvor das wilde Einprügeln auf bestimmte Körperteile lediglich neue Phasen eines Kampfes auslöste oder Schwachstellen offenbarte, nimmt das Bodypart-System nun sichtlich Einfluss auf die Spieltiefe der Bosskämpfe. Geht ein Endgegner beispielsweise mit Schild und Laserkanone zu Werke, obliegt euch die Wahl, welches Werkzeug des Verderbens ihr ihm zuerst abschlagt. Eure Entscheidung spiegelt sich nicht nur im Loot wider, sondern ändert auch Verhalten und Optik des Bosses.

Ohne Schild wird er seine nervtötende Kanone garantiert häufiger benutzen und euch somit ordentlich einheizen. Die Alternative: Völlig apathisch versteckt er sich hinter seiner letzten Bastion, dem Schild, und macht es euch schwerer, ihn wirkungsvoll zu treffen. Selten gibt es also genau einen perfekten Weg, um Bosse anzugehen. Hilfreich ist in diesem Zusammenhang auch, dass ihr an Wartungsstationen kostenlos Werte zwischen Gesundheit, Ausdauer und Energie hin- und herschieben könnt und so ein Füllhorn an taktischen Möglichkeiten erhaltet, den eigenen Charakter zu gestalten - großartig! Spielerisch schraubt sich The Surge 2 letztlich in ganz neue Höhen.

The Surge 2 erscheint 2019 für PC, PlayStation 4 und Xbox One

Fazit - Vielversprechend

The Surge 2 hat ordentlich Kernenergie nachgetankt und verspricht in fast allen Punkten ein besseres Spiel als der Vorgänger zu werden. Das Kampfsystem bleibt dem Erstling grundsätzlich treu, schraubt jedoch an neuen Akzenten, sodass die Spielerfahrung sowohl flüssiger als auch schneller ausfällt. Eindimensionale Fabrikhallen machen Platz für vielfältige Umgebungen, die Leveldesign und Atmosphäre auf eine neue Stufe hieven. Seine Identität als wuchtiges Sci-Fi-Soulslike verteidigt der zweite Teil der Reihe dabei nichtsdestotrotz, auch wenn das ein gewisses Maß an Einarbeitung in einige der unbequemen Mechaniken erfordert. Wenn The Surge 2 optisch und spielerisch an das anknüpfen kann, was wir bis dato erlebt haben, dann steht dem Erfolg des sackschweren Robo-Schnetzlers nichts mehr im Weg.

Rubriklistenbild: © Focus Home Entertainment

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