Test: Assassin's Creed Odyssey (PS4)

  • Christian Böttcher
    vonChristian Böttcher
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Uralte Griechen, familiäre Fehden und ein drohender Krieg - Assassin's Creed Odyssey führt uns zu den Wurzeln der Demokratie und möchte - passend dazu - mehr spielerische Freiheiten denn je geben. In rund 50 Stunden Spielzeit konnten wir endlich einen umfassenden Blick in die riesige Spielwelt der Ägäis werfen und herausfinden, ob uns zwischen Sparta und Athen eine unvergessliche Spielspaß-Reise oder doch nur eine lau-aufgewärmte Irrfahrt erwartet. Hier unsere schonungslose Kritik, frei nach Homers Odyssee: "Denn wir sind argwöhnisch, wir Menschenkinder auf Erden."

"Bei Zeus, dein Leben ist kompliziert!"

Am Anfang eines jeden Assassin's Creed steht ein neues, unverbrauchtes Setting in einer turbulenten Zeit. Wie der Name bereits vermuten lässt, geht es im elften Teil des Franchise zurück ins antike Griechenland. Genauer gesagt liegt die historische Schlacht an den Thermopylen knappe 30 Jahre zurück, als Alexios und Kassandra, die Helden unserer Geschichte, in Sparta das Licht der Welt erblicken. Sie sind die Nachfahren des legendären König Leonidas, den viele von euch sicher aus Zack Snyders 300 kennen dürften. Anders als jedoch noch in AC Syndicate erleben wir die Geschichte anschließend nur aus der Perspektive einer Figur. Bevor wir also losziehen, mit dem mystischen Speer unseres Großvaters bewaffnet, stehen wir vor der Wahl: Männlicher oder weiblicher Hauptcharakter?

Auf die Handlung selbst nimmt diese Entscheidung letztlich kaum Einfluss, denn im Rahmen der Erzählung übernehmen wir immer die Rolle des älteren Bruders bzw der älteren Schwester, während unser Gegenpart sich geschickt in die Story einfügt. Ohne zu viel verraten zu wollen: Ein furchtbares Familiendrama hat die beiden Geschwister entzweit und so macht ihr euch auf eine lange Reise, um euren Platz in der Welt zu finden und eine groß angelegte Verschwörung aufzudecken. Als sogenannter Misthios, eine Art antiker Söldner, trefft ihr auf eine ganze Reihe historischer Persönlichkeiten, die euch mit Rat und Tat zur Seite stehen oder sich eurem Schicksal in den Weg stellen. Ob Sokrates, Aristophanes oder Perikles: Viele prominente Namen beleben das antike Griechenland mit ihrem ganz eigenen Charme.

Schematisch im Abgang

Ihr bekommt es also nicht nur mit einer persönlichen Familiengeschichte zu tun, von Anfang bis Ende solide und konsequent durcherzählt, sondern erhaltet in der rund 50-stündigen Hauptstory auch interessante Einblicke in die kulturellen Eigenheiten der vom Krieg gebeutelten Griechen. Politische Intrigen, schmerzbefreites Lustwandeln und Überfluss prägen das Stadtbild, während die Landbevölkerung unter Sklaverei und Hunger zu leiden hat. Assassin's Creed Odyssey findet dabei ein gelungenes Gleichgewicht zwischen Humor, Tragik und epischer Breite und kann abseits von kleineren Schwächen im Bereich Mimik und Gestik der Charaktere, über die volle Zeit überzeugen.

Einen großen Haken hat die Sache allerdings trotzdem, denn die Geschichte rund um einen Söldner, der zwischen die Fronten des brodelnden Krieges gerät, kommt uns doch reichlich bekannt vor. In Sachen Inszenierung greift Ubisoft nämlich das ein oder andere Mal in die eigene Tasche und kramt Erzählstrukturen aus dem Vorgänger hervor, die sich eins zu eins auf Odyssey übertragen lassen. Ewig lang sucht ihr nach Antworten, während euch das Spiel vertröstet und die sprichwörtliche Karotte vor die Nase hält, um das Finale so schematisch und holprig einzuleiten wie die Pflastersteine der Agora - Verrat, Schlacht, Zerstörung, Wiederaufbau, Versöhnung: Das sind die fünf zentralen Bausteine, aus denen die letzten Stunden der Handlung leider etwas zu vorhersehbar und vor allem schnell zusammengebastelt werden. Hier hat Odyssey einiges an Potenzial verschenkt.

Schöne neue Welt - große neue Welt

Deutlich mehr zu bieten hat wie üblich die Spielwelt. Und was für eine Spielwelt darauf wartet, in wohl mehr als 100 Stunden von uns erobert zu werden. Die Karte ist in ihrer schieren, monumentalen Größe zwar de facto etwas kleiner als beispielsweise die eines Black Flag, dafür aber mit weitaus weniger ungenutzen Wasserflächen bedeckt. Trotzdem führt euch eure Reise immer wieder über das Ägäische Meer, sodass ihr auf einen treuen Begleiter angewiesen seid: Euer Schiff. Auf der Adrestia besegelt ihr die vielen kleinen Inseln und Archipel der offenen Spielwelt und erschließt euch somit Stück für Stück eine der schönsten Welten der Assassin's Creed Historie. Jedes noch so kleine Eiland verfügt schließlich über ganz spezielle Vegetation, architektonische Eigenheiten und vor allem eins: Ein Mosaik aus interessanten Bewohnern.

Während ihr es auf der großen Landmasse hauptsächlich mit den Konsequenzen des peloponnesischen Krieges zu tun bekommt und zwischen Athen und Sparta vermehrt auf verbrannte Erde und Belagerungscamps stoßt, versetzen euch einige der Inseln aufgrund ihrer atemberaubenden Szenerien in ein spielerisches Delirium, sodass wir uns mehrfach selbst dabei erwischt haben wie wir traumverloren durch rot blühende Felder trotteten, ohne auch nur einen Gedanken an Nebenquests oder Attentate zu verschwenden. Doch auch davon findet ihr in der kolossalen Spielwelt eine schier endlose Zahl. Viele der Söldneraufträge, die am Wegesrand auf euch warten, sind weiterhin reine Beschäftigungstherapie, was aber nicht heißt, dass ihr nicht auch eine ganze Reihe an großartig geschriebenen und spielerisch interessanten Quests findet. An Witz mangelt es selten und die Freude ist besonders groß, wenn ihr dann auf eine der liebevoll gestalteten Perlen stoßt - mal wird's tragisch, mal zum Schmunzeln komisch.

Dialoge mit Folgen

Dass am Ende bei den Aufgaben deutlich mehr hängenbleibt als noch bei Origins, liegt nicht zuletzt am überarbeiteten Dialogsystem, mit dem Ubisoft die vielen kleinen Geschichten der Spielwelt mit neuem Leben erfüllen möchte. Statt euch hirnlos durch die Gespräche zu klicken, fordert Assassin's Creed Odyssey Entscheidungen von euch. Zumeist habt ihr die Wahl, ob ihr lieber diplomatisch vorgeht oder doch die Konfrontation sucht. Die Konsequenzen davon erlebt ihr entweder direkt, wenn eure Antwort dem Gegenüber nicht gefällt und  die Heugabel zum Einsatz kommt oder aber erst etliche Stunden später, an einem anderen Tag, an einem anderen Ort. Den Tiefgang eines The Witcher 3 erreicht das Spiel hier leider selten, aber macht mehr als nur einen kleinen Schritt in die richtige Richtung.

Verzweigende Pfade und langfristige Konsequenzen eurer Taten machen sich vor allem im Rahmen von Alexios und Kassandras Familiengeschichte bemerkbar. Hier werdet ihr immer wieder vor knifflige Entscheidungen gestellt, die nicht nur narrativen Einfluss nehmen, sondern auch zu spielerischen Unterschieden führen. Seid ihr bei einigen Figuren beispielsweise  zu direkt, blocken diese euch gern mal ab und ihr müsst vermeintlich sichere Informationen über Umwege beschaffen. Diese Freiheit geht sogar so weit, dass euch  neun verschiedene Enden erwarten, je nachdem wie ihr euch durch die Geschichte gequatscht habt. Wer diesen Weg aktiv beeinflussen möchte, kann aber auch einfach auf die Schnellspeicher-Funktion zurückgreifen, die euch zehn Slots anbietet.

Wer suchet, der findet

Um die Spielwelt noch mehr zu verdichten, noch komplexer zu gestalten und oberflächliches "Abarbeiten" von Fragezeichen auf der Karte abzuschwächen, findet in Assassin's Creed Odyssey eine neue Form der Orientierung Anwendung. Wer es klassisch mag, greift auf den sogenannten Guided Mode zurück, der euch Lager, Höhlen, Festungen und Co. jederzeit auf der Übersichtskarte anzeigt. Die Alternative dazu trägt den Titel Exploration Mode und lädt zum Rätseln ein. Nehmt ihr eine neue Quest an, verwöhnt euch das Spiel hier nicht mit einem dicken Marker, der euch sofort in die richtige Richtung schickt.

Stattdessen erhaltet ihr eine kurze Beschreibung, wo ungefähr sich euer Ziel befindet. Erst wenn ihr vor Ort seid und mit eurem Adler Ikaros (RIP Senu) die Gegend auskundschaftet, findet ihr heraus, wonach ihr sucht. Das System funktioniert nicht nur erstaunlich gut, sondern bringt auch ein wenig mehr Tiefe ins Spiel. Die Bindung zu Figuren oder gar Gegnern in einer Welt, die so groß und vielfältig ist, fällt schließlich deutlich größer aus, wenn man sie erst einmal finden und somit die Motivation ergründen muss, warum sie überhaupt an einem bestimmten Ort platziert wurden.

Freiheit zu einem Preis

So sehr wir diese Form der spielerischen Freiheit genießen, so erstaunter waren wir, als wir bemerkten, dass Ubisoft in anderen Punkten etwas zurückgerudert ist. Wie viele andere wünschen wir uns von einem Rollenspiel, und das ist Odyssey inzwischen ohne Wenn und Aber, linearen Charakterfortschritt. Gegner sollen erzittern, wenn sie unseren Helden erblicken, den wir in 100 Stunden Spielzeit zur ultimativen Kampfmaschine hochgezüchtet haben. Wir wollen das Gefühl, übermenschlich zu sein, denn erst dann können wir sicher sein, dass sich die Reise gelohnt hat.

Gegner und Gebiete, die mit unserem Level skalieren, tragen nicht unbedingt zu diesem Gefühl bei und vermitteln nicht selten das Gefühl von Arbitrarität. Du möchtest nicht im mediterranen Wald von Phokis leveln? Probier's doch mal mit dem feuerspuckenden Vulkan am anderen Ende der Welt! Der ist deinen Fähigkeiten sicher angemessen. In Origins hatten wir noch die Wahl, ob die Gegner sich unserem Level anpassen, in Odyssey ist diese Option leider verloren gegangen - zum Leidwesen der Authentizität, einer klaren Abfolge von Gebieten und der allgemeinen Orientierung. Dem Spielspaß macht dieser kleine Makel allerdings kaum einen Abbruch.

Kein Revival der Verstohlenheit

Womit wir auch schon bei dem Feature wären, welches dafür sorgt, dass uns bei Assassin's Creed Odyssey eben nicht nur ein warmer Aufguss von Origins erwartet, sondern ein eigenständiges Rollenspiel, das sich weiterentwickelt hat: Dem Kampfsystem. War es bei früheren Ablegern meist Mittel zum Zweck, um fehlgeschlagene Schleichpassagen zu quittieren, gehört es spätestens seit dem letzten Teil zu den Kerninhalten des Franchise. Von dieser Entwicklung profitieren letztlich auch Alexios und Kassandra, die sich mit ihren neu gewonnen Fähigkeiten blutig ins Getümmel stürzen.

Am Stealth-System hat sich grundlegend nicht allzu viel geändert. Zunächst markiert ihr mit eurem gefiederten Begleiter sämtliche Gegner in einem Areal, um diese Kehle für Kehle zu dezimieren und anschließend das Lager zu räumen. Mit dabei sind ein paar frische Skills im Talentbaum wie z.B. die Fähigkeit, auf der Stelle zu einem Busch zu werden, um vorbeistürmende Wachen zu meucheln - von einem Revival der Verstohlenheit zu sprechen, wäre also deutlich übertrieben.

Stattdessen fokussieren sich die größten Änderungen auf die knackige Kämpfe Mann gegen Mann gegen Frau gegen Bär. Einen Schild habt ihr nicht mehr, sodass die Gefechte deutlich schneller und intensiver vonstatten gehen. Dafür könnt ihr Angriffen per Rolle oder Seitschritt entgehen oder mit dem richtigen Timing sogar parieren, was euch ein kurzes Zeitfenster zum Angriff verschafft. Bei einer perfekten Defensivaktion belohnt euch das Spiel sogar mit einer kurzen Slow-Motion-Phase, in der ihr wild auf alles um euch herum eindreschen könnt.

Ein kämpferisches Highlight

Die wahre Stärke im Kampfsystem erwartet euch allerdings in der Offensive. Statt wie zuvor nur mit einer Fähigkeit in die Schlacht zu ziehen, könnt ihr nun bis zu acht Skills gleichzeitig ausrüsten, die jeden Kampf zu einem Erlebnis machen. Natürlich müsst ihr diese zuvor freischalten und durch Angriffe und Konter die nötige Energie ansammeln.

Dann allerdings deckt ihr eure Gegner mit einem wahren Feuerwerk an ikonischen Moves ein, die selbst nach 60 Stunden Spielzeit noch richtig Laune machen. Natürlich darf der Zack Snyder Gedächtnistritt über die Klippe nicht fehlen, aber auch ein brutaler Ansturm mitten ins Getümmel und viel viel mehr sind mit dabei. Wir können es selbst kaum fassen, aber die Kämpfe in Odyssey sind extrem wuchtig, schon auf dem normalen Schwierigkeitsgrad fordernd und gehören somit zu unseren absoluten Highlights des Spiels. Vielfalt entsteht aus den drei überarbeiteten Talentbäumen, die auf passive Skills nahezu verzichten und selbst die Gegner verfügen über spezifische Stärken und Schwächen, auf die ihr reagieren müsst, um nicht das Zeitliche zu segnen.

Kein Feldzug ohne den Enkel von Leonidas

An Anwendungsmöglichkeiten mangelt es dem Kampfsystem darüber hinaus nun wirklich nicht. Schließlich bedeutet die Odyssee für unseren Helden nicht nur eine Irrfahrt durch die eigene Familiengeschichte, sondern auch die Reise in den Krieg. Athen und Sparta scharen haufenweise Verbündete um sich und der peloponnesische Krieg steht kurz vor dem blutigen Ausbruch. Höchste Zeit für uns, die richtige Seite zu wählen, um am Ende als Sieger dazustehen. Was banal klingt, entwickelt sich recht schnell zu einem zentralen Spielelement, denn den Kampf zwischen beiden Fraktionen könnt ihr entscheidend beeinflussen.

Jedes der mehr als 30 verschiedenen Gebiete steht nämlich zu Beginn des Spiels unter der Kontrolle von Sparta oder Athen. Indem ihr nun Festungen sabotiert, Befehlshaber ausschaltet oder den Nationalschatz mopst, reduziert ihr Stück für Stück den Einfluss der Fraktion in diesem Gebiet und könnt anschließend in einer blutigen Schlacht dafür sorgen, dass die Fraktion eurer Wahl an die Macht kommt. Diese Conquest Battles sind eine nette Abwechslung für zwischendurch, vor allem, da ihr selbst entscheiden könnt, für wen ihr kämpft, könnten allerdings gern etwas epischer inszeniert sein.

Irrfahrt in den Krieg

Aber auch an Bord der Adrestia geht es heiß her. Die Seeschlachten aus Assassin's Creed Black Flag sind zurück und sollen für zusätzliche Langzeitmotivation sorgen. Auf eurem Weg zur nächsten Insel versenkt ihr alles, was nicht niet- und nagelfest ist, denn am recht simplen Spielsystem der wässrigen Duelle hat sich auch nach etlichen Jahren nicht viel getan. Mit Pfeil- und Bogen, Speeren und Rammbock geht ihr zu Werke, um Missionen abzuschließen, die euch mit Drachmen oder Items belohnen. Diese Aufträge sind zufallsgeneriert und erscheinen alle paar Tage neu, was die Ägäis zu einem Spielplatz für mehr als nur ein paar Wochen macht.  Zwischen den Kämpfen gibt es wieder Ohrwurm-Garanten in Form von antiken Shanties auf die Ohren. Allerdings seid ihr auch auf hoher See vor einer Bedrohung nicht sicher: Den Kopfgeldjägern.

Diese geldgierigen Genossen tauchen immer dann auf, wenn ihr euch die spielerische Freiheit in Assassin's Creed Odyssey ein wenig zu sehr zu Herzen genommen habt. Tötet ihr willkürlich Passanten oder lasst euch beim Stehlen erwischen, steigt euer Kopfgeld, bis euch irgendwann ein Söldner auf den Hals gehetzt wird, um euch einen Kopf kürzer zu machen. Diese gehören zu den schwersten Gegnern im Spiel und sind wie in Mittelerde: Schatten des Krieges in einer Art Netzwerk organisiert. Tötet ihr einen schwächlichen Söldner, verfolgt euch anschließend ein deutlich stärkerer Gegner. In diesem System könnt auch ihr als Misthios aufsteigen, um euch lukrative Boni zu sichern, bekommt es dann allerdings mit immer stärkeren Widersachern zu tun - Kein neues System, aber eins, das hervorragend in die Welt von Odyssey passt und ebenfalls für richtig viel Abwechslung sorgt.

Technisch sauber wie attische Badehäuser

Sprechen wir über die Präsentation von Odyssey, kommen wir an einem Thema nicht vorbei: Der grafischen Stagnation. Im Vergleich zum letztjährigen Origins hat sich schlichtweg nicht allzu viel verändert. Die Engine bleibt die gleiche, während auch im Bereich der Texturen noch etwas Nachbesserungs-Bedarf herrscht. Führt man sich allerdings die schiere Größe der Spielwelt vor Augen, treten diese winzigen Schönheitsflecke schnell in den Hintergrund. Vor allem deshalb, weil die Entwickler im Bereich der Lichtstimmungen und Reflexionen auf der Wasseroberfläche ein gutes Pfund zugelegt haben. Die Konsequenz: Assassin's Creed Odyssey sieht immer noch umwerfend aus, im Vergleich zum Vorgänger ganz besonders, weil sandige Gräber Platz machen für mediterranes Grün und jede Menge Vielfalt in den Umgebungen.

Die Technik bleibt dabei größtenteils so solide wie im Vorgänger, sodass euch auf der PlayStation 4 Pro durchgängig 30FPS und eine stabile Performance erwarten. Einziges Manko sind für uns die recht langen Ladezeiten, die eine teilweise ungünstige Platzierung erhalten haben und gern mal zwischen wichtigen Szenen in der Haupthandlung für kurze Luftlöcher sorgen. Auf dem PC sieht das jedoch ganz anders aus, denn mit einer leistungsstarken SSD an Bord beschränken sich die Ladezeiten auf ein kurzes Blinzeln im Fluss der Zwischensequenzen. Die Steuerung auf dem Rechner hat sich trotz leiser Kritik leider nicht verändert, wer seine Odyssee also mit Maus und Tastatur beschreiten will, sollte angesichts des enormen Umfangs einige Tasten etwas bequemer legen.

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Informationen zum Testfortschritt

Getestet auf: PlayStation 4 Pro an 4K-TV und WQHD-TV Testzeit: 59 Stunden Komplett durchgespielt auf Schwierigkeitsgrad: Normal Charakterstufe: 50 Spielfortschritt: 76% Trophäen bis zum Testurteil: 72%

Pros

  • Monumental große Spielwelt
  • Vielfältige und lebendige Spielwelt
  • Wuchtiges Kampfsystem mit Spieltiefe
  • Sound und Optik beeindruckend
  • Gutes Verhältnis zwischen Humor, Tragik und epischer Breite
  • Schwung in der Erzählung dank historischer Persönlichkeiten
  • Umfang für mehr als 100 Spielstunden
  • Abwechslung dank Kopfgeld-, Vertrags- und Schiffssystem

Cons

  • Geschichte nach Origins Schema
  • Skalierende Gegner nicht optional
  • Umfangreiche Ladezeiten auf der PS4

Fazit

Assassin's Creed Odyssey ist ein kolossales Brett von einem Spiel. Und zwar schon lange kein Action-Adventure mehr, sondern ein vollwertiges Rollenspiel mit perfektionierten RPG-Elementen und Dialogen, die sich sehen und hören lassen. Aber es ist auch ein Nachfolger - nur ein Nachfolger zu einem ohnehin schon richtig guten Titel, der seine Verwandtschaft zum letztjährigen Epos kaum leugnen kann. Das Schema Origins dringt auch aus jeder Pore des Sparta-Athen-Konflikts und das merkt man der familiären Verschwörungsgeschichte deutlich an. Trotzdem macht Odyssey so vieles besser als seine Vorgänger, sodass sich selbst nach weit mehr als 50 Stunden Spielzeit kaum Ermüdungserscheinungen einstellen und wir weiterhin Shanties pfeifend durch die Ägäis segeln, um auch das letzte Quäntchen großer und kleiner Geschichten aus dem Spiel zu pressen. Assassin's Creed Odyssey ist wie ein antiker Roadtrip mit euren besten Freunden: Die Sprüche bleiben so ziemlich die gleichen, aber der Spaß nimmt mit jeder Reise ganz neue Dimensionen an.

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