Test: Danganronpa 2 - Goodbye Despair

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Kaum ist der erste Ableger draußen, schon werden wir mit Nachschub beglückt. Danganronpa 2 - Goodbye Despair setzt die Formel des Vorgängers fort. Der sadistische Kuschelbär Monokuma ist zurück und hat erneut eine Gruppe junger Schüler entführt, die er für seine obskuren Experimente missbraucht. Doch setzt die Handlung nicht dort an, wo sie uns im ersten Teil zurückgelassen hat. Mit neuen Schülern und einem neuen Hauptprotagonisten im Gepäck, geht das Spiel um Leben und Tod in die nächste Runde.

Ein abgedrehtes Wiedersehen

Dabei wirkt der Einstieg von Danganronpa 2 - Goodbye Despair alles andere als lebensbedrohlich. Sechszehn ahnungslose Schüler wachen auf der Insel Jabberwock Island auf, die eher einen idyllischen als gefährlichen Eindruck macht. Und statt eines mordlustigen Bärens erwartet die Ultimate-Talente ein pinkfarbener Hase namens Usami. Kein Mord und Totschlag, sondern ein friedliches Miteinander wird gefordert. Zwar tun sich Hauptprotagonist Hajime Hinata und seine fünfzehn Mitschüler schwer mit dem Gedanken, für immer auf einer unbekannten Insel zu leben, doch lockert sich die Stimmung schnell, als die Anwärter der Hope's Peak Academy feststellen, dass es sich auf Jabberwock Island gar nicht so übel leben lässt.

Doch spätestens als sich die Wolken über Jabberwock Island graufärben und ein markantes Gelächter aus der Ferne zu hören ist, wissen Danganronpa-Fans Bescheid. Monokuma ist zurück und er führt nichts Gutes im Schilde. Der Mastermind verprügelt Usami, tauft sie in Monomi um und übernimmt die Kontrolle über die Insel. Daraufhin erklärt Monokuma die Regeln für sein Spiel: Wer die Insel verlassen will, muss einen seiner Mitschüler heimlich umbringen. Wird der Täter in einer Verhandlung schuldig gesprochen, so wird er exekutiert. Wird jedoch der falsche Schüler vor den Pranger gestellt, muss die ganze Klasse daran glauben und der Mörder darf Jabberwock Island verlassen.

Auch wenn Danganronpa 2 - Goodbye Despair auf den ersten Blick eine in sich geschlossene Geschichte zu bieten scheint, werden Neueinsteiger Probleme haben den vielen eingebauten Anspielungen zu folgen. Gerade im späteren Spielverlauf häufen sich die Augenzwinker in Richtung Danganronpa - Trigger Happy Havoc, weshalb wir euch dringend dazu raten, zuerst einen Blick in den ersten Ableger zu werfen.

Watson, wir haben eine Spur!

Wurde erst einmal ein Mord begangen, müsst ihr euch zunächst mit der Spurensicherung beschäftigen. Heißt, ihr müsst wie auch schon im Vorgänger den Tatort akribisch absuchen und in Point-And-Click-Manier alles antippen, was eure Aufmerksamkeit weckt. Gibt es Fingerabdrücke? Hat der Täter einen Hinweis fallen lassen, der ihn verraten könnte? Gibt es sonstige Auffälligkeiten? Haben die anderen Schüler etwas gesehen? In dieser Hinsicht unterscheidet sich Danganronpa 2 - Goodbye Despair vom ersten Teil nicht im geringsten. Muss es auch nicht, denn gerade das Aufspüren von Beweisen macht mit am meisten Spaß und erhöht die Vorspannung auf bevorstehende Class Trials.

Die Gerichtsverhandlungen sind noch immer das große Hauptfeature und verlangen alles von euch ab. Wie in Danganronpa - Trigger Happy Havoc sind wieder eure schnellen Reaktionen und euer Gespür für Logiklöcher gefragt. In hitzigen Debatten gilt es, mit den gesammelten Beweisen den Tathergang zu rekonstruieren, um so den Mörder zu entlarven, bevor es einem selbst an den Kragen geht. Wieder sind die Dialoge zwischen den Schülern spannend geschrieben. Die actiongeladenen Kameraschwenker passen zudem perfekt zu den schnellen Reaktionsspielen, so dass man sich - auf eine positive Art - ständig unter Hochspannung befindet.

Die Class Trials weisen die markantesten Änderungen auf. So hat sich das Minispiel Hangmans Gambit, in dem ihr Buchstaben zu einem ganzen Wort zusammenfügen müsst, leicht verändert. Neu ist der Logic Dive. Hier flitzt ihr auf einem Board durch eine 3D-Strecke und müsst Fragen beantworten, in dem ihr eine bestimmte Piste zusteuert. Außerdem können eure Klassenkameraden jederzeit Einspruch erheben, wenn sie euren Aussagen nicht zustimmen. Im sogenannten Rebuttal Showdown gilt es dann zu jedem Satz ein Gegenargument zu finden. Reagiert ihr nicht schnell genug, habt ihr die Diskussion verloren und müsst noch einmal von vorne anfangen.

Im Vergleich zum ersten Ableger ist Danganronpa 2 - Goodbye Despair wesentlich anspruchsvoller und schwerer geworden. Tatsächlich kam ich auf meinem Weg zum Sieg nicht drumrum, massig Lebenspunkte zu verlieren und immer wieder auf's Neue, Zeitvorgaben zu überschreiten. Wem die Verhandlungen zu hart und hektisch sind, dem sei auch das Abmildern des Schwierigkeitsgrads verziehen.

Urlaub mit Freunden

Wie im Vorgänger gibt es auch wieder die Möglichkeit, zwischen den Morden und Class Trials eure Beziehungen innerhalb der Gruppe auszubauen. In eurer freien Zeit könnt ihr eure Klassenkameraden aufsuchen und sie durch Dialoge näher kennen lernen. In Danganronpa 2 ist dieses Feature noch wichtiger geworden, weil euer soziales Verhalten mit sogenannten Hope Fragments belohnt wird. Diese Fragmente könnt ihr gegen nützliche Fähigkeiten eintauschen, die euch in den Class Trials gewisse Vorteile während der actionreichen Debatten verschaffen. Wer sich bei seinen Freunden einschleimen möchte, kauft sich mit den Mono-Coins Geschenke. Aber Vorsicht: Nicht jedes Geschenk wird herzlich in Empfang genommen.

Das Gequatsche neben den dramatischen Ereignissen hat aber noch eine weitere Funktion, die sich direkt auf euer Spielverhalten auswirkt. Habt ihr schon die ein oder andere Unterhaltung geführt, und einen Blick in das Innerste einer Figur geworfen, schmerzt es umso mehr, wenn die Sense des Todbringers zuschlägt und einen eurer Lieblingscharaktere trifft. Der erste Mord in Kapitel zwei hat mich überraschend während einer Busfahrt erwischt. Ziemlich fies, wenn man sich zurückhalten muss, obwohl man vor Rage am liebsten geradeheraus ein "Warum nur du!?" brüllen möchte.

Es wird nie langweilig

Danganronpa 2 - Goodbye Despair trumpft nicht gerade mit großen Änderungen oder Spielmechaniken auf. Stattdessen wurden viele kleinere Neuerungen eingebaut, die den zweiten Teil ein wenig runder machen. In Rollenspiel-Manier könnt ihr in eurem Level aufsteigen. Dazu bestreitet ihr allerdings keine klassischen Kämpfe. Eure Schritte werden als Erfahrungspunkte gezählt. Ferner lösen auch erfolgreich absolvierte Class Trials und beendete Dialoge Levelaufstiege aus.

Als kleine Nebenbeschäftigung gibt es von Monomi sogar ein kleines Geschenk - oder eine Last, wie man es nimmt. Ein Haustier will über die gesamte Spielzeit hinweg gepflegt werden. Ihr müsst es mit Geschenken auf Trab halten und natürlich auch die Scheiße wegräumen, die so ein Tierchen eben übrig lässt. Wie ein Tamagotchi verfügt euer kleiner Begleiter über verschiedene Evolotionsstufen. Ist die Letzte erreicht, so dürft ihr euch über eine Belohnung freuen. Die Art des Präsents hängt ganz von der Zuneigung eures Haustiers ab.

Pros

Cons

Fazit

Mit Danganronpa 2 - Goodbye Despair hat Spike Chunsoft einen würdigen Nachfolger abgeliefert, der seinem Vorgänger in puncto Humor und unerwartete Story-Wendungen in nichts nachsteht. Neben der wieder einmal beeindruckenden Sound-Kulisse und der experimentellen Optik, punktet der zweite Teil auch wieder mit charmanten Charakteren, die sich durch ihre teils aberwitzigen Talente extrem voneinander unterscheiden. Wir sind jedenfalls gespannt, wie es mit dieser Serie weiter geht und sind nach dem brachialen Ende von Danganronpa 2 - Goodbye Despair vor allem auf den Nachfolger heiß.

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