Test: Final Fantasy XIV - A Realm Reborn UPDATE: PS4-Version

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Wer keine Lust hat, Final Fantasy XIV - A Realm Reborn auf dem PC zu spielen, sich aber an den vielen Framerate-Einbrüchen und langen Ladezeiten der PlayStation 3-Version stört, sollte sich vielleicht überlegen das MMORPG auf der PlayStation 4 zu spielen. Seit dem 14 April ist es endlich soweit und alle PS4-Besitzer können sich nun endlich in Kampf um Eorzea stürzen. Laut dem japanischen Entwickler hat sich vieles verbessert und Skeptiker dürfen aufatmen, denn wir sind vom Ergebnis positiv überrascht.

Alles besser mit der Next-Gen?

Kommen wir gleich mal zum offensichtlichsten Teil und der größten Stärke der PS4-Version von A Realm Reborn - die Präsentation. Bis auf das aus der PS3-Version bekannte Kantenflimmern, welches nun seltener anzufinden ist, sind so ziemlich alle Störfaktoren beseitigt worden. Die Optik steht einer sehr hochwertigen PC-Konfiguration in nichts nach, reicht aber nicht ganz an die Ultra-Einstellungen auf dem PC heran.

Trotz der fetteren Optik gehören die schier endlos langen Ladezeiten nun auch der Vergangenheit an. Endlich ist ein schneller Übergang zwischen den Städten und Ortschaften möglich. Dieser Umstand belebt das Spielerlebnis deutlich und bringt mehr Spaß in den immer noch zähen Einstieg. Insgesamt läuft Final Fantasy XIV - A Realm Reborn auf Sonys neuer Konsole konstant flüssig. Das fällt vor allem bei den Kämpfen auf, die endlich ohne Ruckler vonstatten gehen, sogar bei Gefechten mit dutzenden von Gegnern und Spielern. Alles läuft reibungslos, sodass ihr euch sorgenfrei in die Schlachten wagen könnt: So macht kämpfen richtig Laune!

Große, neue Features speziell für die PlayStation 4 sucht man allerdings vergebens. Kein Wunder es ist ja nicht beabsichtigt, eine Zwei- -Klassen-Gesellschaft zu schaffen. So wird euch plattformübergreifend ein einheitliches Spielerlebnis geboten. Als praktisch stellt sich jedoch die Nutzung des Touchpads auf dem Dualshock 4 heraus. Das könnt ihr nämlich als Maus-Ersatz nutzen, um beispielsweise schneller an Karte und Inventar zu kommen. Dies geht sehr intuitiv und erleichtert die Navigation durch das umfangreiche HUD merklich. Wem das immer noch nicht reicht, der kann sich ganz leicht Maus und Tastatur anschließen.

Positiv ist auch die Remote Play-Unterstützung mit der PlayStation Vita. Zur Erinnerung: Per Remote Play können Spiele von der PlayStation 4 aus direkt auf das Handheld gestreamt werden. Das geschah in unseren Tests ruckelfrei und ohne Probleme. Besonders positiv ist hier die Unterstützung des Touchscreens der Vita, was die Handhabung des Spiel nochmal deutlich angenehmer werden lässt. Optisch zeigt sich auf der Vita aber, dass das Spiel einfach nicht für den kleinen Bildschirm konzipiert wurde. Gerade das Interface ist aufgrund seiner Größe und der leicht verschwommenen Bildqualität schlechter sichtbar. Daher dürfte euch die Remote-Funktion wahrscheinlich nur in den seltensten Fällen - zum Beispiel wenn sich Eltern oder Mitbewohner den Fernseher gekrallt haben - von Nutzen sein.

Cross Plattform Support

Ihr habt A Realm Reborn schon auf der PS3 gespielt und würdet in die PS4 Version gerne mal reinschauen? Kein Problem, denn sollte euer Abo noch laufen, könnt ihr kostenlos auf die technisch schönere Version upgraden. Der Clou an der Sache, ihr könnt sogar eure erstellten und gelevelten Charaktere auf die PS4 mit rüber nehmen. Dies geschieht ganz leicht im Einlog-Screen per Knopfdruck. Das Ganze funktioniert natürlich auch wenn ihr euch entscheidet eurer Abo nach Ablauf wieder aufzufrischen. Ein dicker Pluspunkt.

Alle Updates enthalten

Zwar kein Fakt der für die PS4 alleine steht aber für die konstante Entwicklung an dem MMO aus dem Hause Sqaure Enix. Alle Content Updates die mittlerweile vorhanden sind, gibt es natürlich auch vollkommen kostenlos auf der PS4. Besonders das neue Update 2.2 Through the Maelstrom bietet tollen Content mit jeder Menge neuer Quests und dem Bossgegner Leviathan. Gerade dieser neue und konstenlose Content sorgt dafür, das es sich lohnt nochmal genau in Eozra umzuschauen. Da die PS4-Version jetzt auch noch so schön aussieht lohnt sich der Ausflug gleich doppelt.

Fazit

Die PlayStation 4 – Version von A Realm Reborn beweist wie schön ein MMO auf Konsolen aussehen und funktionieren kann. Erfreulicher Weise haben sich die Entwickler Mühe gegeben alle Besonderheiten von Sonys Flaggschiff sinnvoll zu integrieren und zu nutzen. Angefangen beim Toch Pad des Dualshock 4 bis hin zum Share Feature. Nichts desto trotz bleiben auch weiterhin die alten Schwächen im Spielgeschehen, die schon aus der PS3 und PC-Version bekannt sind. Dagegen stehen jedoch die massiven Erweiterungen des Spiels, die keine Langweile aufkommen lassen sollten. Solltet ihr nun einen Blick nach Eorzea werfen wollen, so können wir euch die PS4-Verion nur wärmstens ans Herz legen.

Final Fantasy XIV hat einen steinigen Weg hinter sich. Der vierzehnte Ableger wurde erstmals 2009 auf der E3 vorgestellt und öffnete seine Online-Pforten am 22. September 2010. Doch anstatt den Launch mit Sekt und Luftballons zu feiern, hagelte es bei Square Enix Kritik. Rezensenten und Fans ärgerten sich über Glitches und Bugs und hatten das Gefühl, ein unfertiges Spiel in den Händen zu halten. Am 11. November 2012 folgte dann der bittere Entschluss: Square Enix schaltete sämtliche Server ab mit der Begründung, eine überarbeitete, bessere Version entwickeln zu wollen. Mit "Final Fantasy XIV - A Realm Reborn" möchte das japanische Unternehmen seine Fehler wiedergutmachen und sich mit der Fangemeinde versöhnen.

Neue Abenteuer brauchen neue Gesichter

Bahamut läuft Amok. Nach einer grausamen Schlacht zwischen dem Garleischen Kaiserreich und den mutigen Helden Eorzeas wird der übermächtige Drache aus seiner Gefangenschaft befreit und verwandelt das Schlachtfeld in eine zweite Hölle. Doch bevor sich unsere Helden in knuspriges Bratgut verwandeln, befördert der gutmütige Zauberer Luisoix alle Helden an einem sicheren Ort, fernab von Feuer und Qualen. Nach fünf Jahren endet der Urlaubstrip und die Armee der Helden kehrt in ihr Heimatort zurück, um sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Der Einstieg in "Final Fantasy XIV - A Realm Reborn" überlässt euch viel Freiraum in Sachen Charaktererstellung. Bevor ihr euch für eine Klasse entscheidet, geht es an die optische Individualisierung eures spielbaren Helden. Zunächst müsst ihr euch für eine von fünf Rassen entscheiden und einen Volksstamm wählen. Egal ob Lalafell, Miqo’te oder Hyuran – am Ende kommt es auf die erlernten Fähigkeiten an. Der Volksstamm legt die Startattribute fest. Jetzt lassen sich Hautfarbe, Haare, Tattoos und zig andere Merkmale festlegen, um euren Charakter einzigartig zu machen. Wer schon vor dem Relaunch einen Helden kreiert hat, kann diesen ohne Probleme erneut benutzen und ein paar optische Änderungen vornehmen.

Wer mit dem Ergebnis seiner Ganzkörpermodellierung zufrieden ist, kann sich anschließend mit den wirklich wichtigen Dingen des Lebens beschäftigen. Da wäre zum Beispiel die Wahl des Namenstages oder die Wahl des Schutzgottes. Letzteres ist wichtig, um eure Widerstandpunkte gegen die Elemente Wind, Blitz, Erde, Wasser, Eis und Feuer festzulegen. Ebenfalls knifflig wird es, wenn ihr euch für eine Klasse entscheiden möchtet. Die Oberklassen Krieger und Magier bieten wiederum unterschiedliche Klassen, die sich auf euren Kampfstil und eure Ausrüstung  auswirken. Doch keine Panik: Final Fantasy XIV punktet mit der Tatsache, dass ihr eure Klasse jederzeit wechseln könnt. Dafür müsst ihr einfach nur die Hauptwaffe wechseln und los gehts. Damit euch die Entscheidung noch schwerer fällt, bestimmt die Oberklasse auch noch in welcher Stadt euer Abenteuer losgeht.

Mucha diversión para los Konsoleros

Wenn ein MMORPG eine Portierung auf die Konsole bekommt, stellt sich natürlich direkt die Frage, wie sich der Umstieg auf den Controller auf das Gameplay auswirkt. Hier hat Square Enix eine angenehme Lösung gefunden, die schnell in Fleisch und Blut übergeht. Fähigkeiten, Angriffe, Emotes und Items lassen sich auf dem neuen Interface anlegen. Hält man R2 gedrückt, erhält man Zugriff auf die angelegten Angriffe und Fähigkeiten. Auf L2 könnt ihr eure Emotes und Items platzieren, um schnell und intuitiv auf alle Situationen des virtuellen Lebens reagieren zu können.

Anfangs wirkt das Anvisieren von Gegnern und Spielern noch etwas schwammig. Gerade in den ersten Kämpfen hatten wir mit der Visierfunktion etwas zu kämpfen, da wir versehentlich immer wieder das falsche Ziel im Fokus hatten. Irgendwann hat aber auch der größte Noob verstanden, wie die Steuerung funktioniert und schnetzelt sich irgendwann locker von Gegner zu Gegner, bedankt sich per Emote bei Mitstreitern und schluckt einen Trank nach dem anderen runter. Und wer sich immer noch nicht mit der neuen Steuerung anfreunden möchte, kann immer noch Maus und Tastatur an die PlayStation 3 anschließen.

Eorzea – Ein Spielplatz für Arbeitnehmer und –geber

Wie für ein MMORPG üblich, gibt es natürlich auch in "A Realm Reborn" reichlich Sidequests, die eure Geldbörsen füllen, euch Erfahrungspunkte einbringen und euch um Ausrüstungsgegenstände bereichern. Es gibt in Eorzea so verdammt viel zu tun, dass ihr euch nie in einem Leerlaufzustand wieder finden werdet. Gegenstände von A nach B liefern, Monster töten und sich den Mund an NPCs fusselig reden. In Anbetracht der doch recht simplen und unkreativen Aufgaben, möchte man manchmal einfach etwas anderes machen. Schnell hat sich das Verfahren so sehr eingespielt, dass ihr den Phrasen der Auftraggeber keine Aufmerksamkeit mehr schenkt, euch durch die Textfenster klickt und nur noch auf die Karte schaut, um euer Ziel ausfindig zu machen. Herausfordernder sind dann schon eher die Freibriefmissionen, die mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden daherkommen und nicht nur die üblichen Kämpfe liefern, sondern auch ab und an Eskortmissionen anbieten.

Die Storyquests sind eine willkommene Abwechslung und wurden sogar teilweise in deutsch vertont. Leider wirkt die Synchronisation, trotz bekannter Stimmen, eher lustlos und gezwungen. Die Story selbst ist eher durchschnittlich, fügt sich allerdings gut in die Welt des MMOs ein. Die Stärke von "A Realm Reborn" liegt allerdings in den kooperativen Momenten verborgen. Dies wird vor allem bei den Full Active Time Events, kurz FATE, deutlich.

In allen Gebieten Eorzeas treten gelegentlich FATE-Bereiche zum Vorschein, die für alle Spieler auf der Karte sichtbar sind. Befindet man sich in einem dieser Bereiche, so kommt es zum Kampf gegen Monster, Banditen oder anderem Gesocks. Nach einem Sieg folgt die entsprechende Belohnung, dessen Höhe von eurer Stufe bestimmt wird. Die Gildengeheiße bieten euch und euren Gruppenmitgliedern ausreichend Beschäftigung und wer in Final Fantasy XIV - A Realm Reborn lieber alleine die Welt entdeckt, kann sich für einen kurzen Zeitraum für eine Quest anmelden, die ihn in eine vom Spiel zusammengeschusterten Gruppe wirft.

Aller Anfang ist schwer

Die Kritik, die während den ersten Wochen der Beta-Testphase auf "A Realm Reborn" niederprasselte ist nur teils berechtigt. Ja, die Server waren mehr als einmal überlastet und diverse Bugs und Glitches sorgten auch bei uns für Seufzer. Doch trotz Startschwierigkeiten hinterlässt der Relaunch-Titel einen soliden Eindruck. Massig Quests, ein tiefes Job- und Klassensystem und eine große Welt laden den Spieler zum Suchten und Entdecken ein. Die PlayStation 3-Version kann sich trotz diverser Framerateeinbrüche sehen lassen und funktioniert auch ohne Maus und Tastatur gut. Als störend empfanden wir allerdings die ständig aufploppenden Tutorials, die sich nur relativ mühselig wegklicken lassen. "Final Fantasy XIV - A Realm Reborn" hat nicht nur Potential. Wenn die Server erst mal mehr Platz bieten und alle technischen Probleme beseitigt sind, erkennt vielleicht auch der enttäuschte 1.0-Spieler, warum A Realm Reborn ein gelungener Neustart ist.

Pros

Cons

Fazit

Es hat mir wirklich Spaß gemacht mich mit den vielen Spielern, die sich in Eorzea herumtummeln zusammenzutun, um gegen Monster bestehen zu können, die mir ohne Unterstützung den Hintern vermöbelt hätten. An der Stelle hat es nur an der Kommunikation leider etwas gehapert. Wer die digitale Tastatur der PS3 kennt, weiß wovon ich rede. Wer Sidequests nur als Nebenaufgabe für das schnelle Geld akzeptieren kann, wird mit den sich wiederholenden Konzepten kein Problem haben. Die wahre Stärke von "A Realm Reborn" liegt definitiv in der Zusammenarbeit mit anderen Spielern und im tiefen Job-System.

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