Test: Gears of War 4

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Der Krieg gegen die Locust ist vorbei und die Welt findet sich an dessen Ende in einer vereinten und friedlichen Welt wieder. Zwar liegt diese Welt in Trümmern und die Verluste waren zahlreich, doch die Menschheit erholt sich langsam und der Wiederaufbau ist im vollen Gange. Zumindest scheint dies der oberflächliche Zustand der Welt zu sein, denn im Untergrund fängt es wieder mal richtig an zu brodeln und das ist auch gut so. Wie wir alle wissen lebt ein Gears of War von intensiven Schießereien, massiven Gore-Effekten und der Verwendung einer Kettensäge im Nahkampf, weshalb das nächste Scharmützel auch in dieser friedlichen neuen Welt nicht lange auf sich warten lassen kann. In Gears of War 4 dürfen wir uns nicht nur auf das erste neue Kapitel der Serie freuen, auch gilt es sich auf ein neues Charakter-Ensemble und diverse neue Feinde gefasst zu machen.

Das Erbe des Markus Phoenix

Viele Jahre sind vergangen seit dem Markus Pheonix und sein Anhang den Locust-Krieg nahezu im Alleingang gewonnen haben. Zwar wird der frühere Hauptcharakter der Gears-Serie auch im vierten Ableger eine Rolle spielen, doch gleichzeitig macht er allmählich Platz für eine neue Generation an Helden. Einer von diesen ist sein Sohn, James Phoenix, der nicht nur frischen Wind ins Franchise bringen soll, sondern insbesondere durch seine lockere Art zu überraschen weiß. Denn im Gegensatz zu seinem Vater tritt James keineswegs verbittert und knallhart auf die Bühne, vielmehr hat man sich beim Charakterdesign hier für einen lässigen Helden entschieden, der insbesondere mit sarkastischen Sprüchen und seiner Schlagfertigkeit einen Lacher aufs Gesicht des Spielers zaubern kann.

Neben James können wir, vorausgesetzt wir spielen im kooperativen Modus, auch in die Haut von Delmont “Del“ Walker, den besten Freund von James, sowie in die von Kait Diaz schlüpfen. Kait ist eine Outsiderin, die zusammen mit James und Del umherzieht, wovon ihre Mutter, Oberhaupt einer kleinen und freien Siedlung, weniger begeistert ist. Kait spielt in der Geschichte von Gears of War 4 zudem eine essentielle Rolle, da direkt zum Start der Story ihr Dorf vom sogenannten „Schwarm“ angegriffen und ihre Mutter sowie die meisten Bewohner entführt werden. Das Ziel des Spiels ist es den Schwarm ausfindig zu machen und Kaits Mutter zu retten, womit auch schon der größte Teil der Story erzählt sei.

Zwei neue Feinde

Nachdem vor vielen Jahren die Locust besiegt wurden, galten diese als komplett ausgelöscht. Jedoch dreht sich eine der Kernfragen hinter Gears of War 4 um den neuen Feind, der als Schwarm bezeichnet wird, den Locust sehr ähnlich sieht und gleichzeitig mit zahlreichen neuen Kreaturen und einem anderen Verhalten Unruhe stiftet. Im Verlauf der Geschichte gilt es nicht nur Kaits Mutter zu retten, sondern auch den Geschehnissen auf den Grund zu gehen, denn hier scheint einiges mehr im Verborgenen zu geschehen, als man vermuten möchte.

Allerdings ist der Schwarm nicht die Einzige neue Bedrohung, der wir uns stellen müssen, denn dieser sogenannten Frieden innerhalb der Menschen scheint alles andere als beständig zu sein. Die erste Ministerin Jinn stellt das neue Oberhaupt der „Coalition of Ordered Governments“ dar, besser bekannt als COG, und ist nicht besonders gut auf unseren Helden James zu sprechen, der desertiert ist. Entsprechend gilt es im Verlauf der Geschichte uns des Öfteren ihrer Roboter-Armee zu stellen, die mit leichten und schwer-bewaffneten Drohnen auch mit Flugeinheiten und kleinen rollenden Kugel-Bots daherkommen, die in einem Suizid-Manöver versuchen in unserer Nähe zu explodieren.

Wie erwartet dürfen wir uns bei Gears of War 4 wieder auf massive Action und heiße Gefechte gefasst machen, allerdings im Bereich der Kampagne auf nicht allzu viel mehr. Wie schon in den Vorgängern dürfen wir auch vierten Teil allenfalls eine seichte Story erwarten, die zu allem Überfluss auch noch mehr Fragen aufwirft, als sie es zum Ende hin schafft zu beantworten. Natürlich bleibt die Hoffnung bestehen, dass diese in den folgenden Ablegern beantwortet werden, wer jedoch die Geschichte des Franchises im Hinterkopf behält wird sich erinnern, dass man es mit dem Beantworten solcher Fragen nie sonderlich genau genommen hat.

Viele neue Spielzeuge

Während sich an dem Third Person Gameplay von Gears of War 4 nicht wirklich viel getan hat, und hier sei natürlich erwähnt, dass man an diesem sehr soliden Prinzip kaum noch was verbessern kann, so dürfen sich Spieler doch auf einige spielerische neue Features freuen. Dies betrifft in erster Linie den Nahkampf im Spiel. Mit dem sogenannten „Yank and Shank“-Feature können wir aus unserer Deckung heraus einen Gegner, der gegenüber in Deckung gegangen ist, zu uns herüberziehen und schnell exekutieren. Der „Vaultkick“ hingegen ist eine sehr ähnliche Variante, bei dem wir allerdings nicht in Deckung gehen, sondern über das Hindernis springen, dem dahinter in Deckung gegangenen Feind einen Tritt verpassen und anschließend mit einem Finisher ins Jenseits schicken.

Aber nicht nur neue Nahkampfmethoden warten darauf von uns in Gears of War 4 angewendet zu werden, auch eine ganze Serie an neuen Waffen und Spielzeugen stehen für den Einsatz bereit. Zu diesen gehören beispielsweise der Buzzkill und der Dropshot, wobei die erstere Waffe Kreissägeblätter verschießt, die zudem von Wänden abprallen und Gegner direkt in Hauchdünste Filets zerschneiden. Der Dropshot hingegen schickt eine Sprengladung auf den Weg, die an einer kleinen fliegenden Drohne befestigt ist. Durch einen gezielten Druck der Schultertaste wird diese Sprengladung aktiviert, bohrt sich daraufhin an der gewünschten Stelle auf dem Schlachtfeld in den Boden ein und explodiert. Eine tolle Möglichkeit weit entfernte Gegner, die sich hinter Hindernissen verschanzt haben, zu erledigen.

In der Kampagne von Gears of War 4 hat sich zudem nun auch spielerisch eine Kleinigkeit verändert, denn hier hat der beliebte Horde Modus seinen Platz gefunden. An verschiedenen Stellen der Geschichte gilt es einen bestimmten Punkt zu verteidigen und mehrere Wellen an Gegnern abzuwehren. Um dies interessanter zu gestalten wird unserem Team hier auch der sogenannte „Fabrikator“ zur Seite gestellt. Dies ist eine kleine Maschine, die uns den Kauf von Geschütztürmen, Attrappen und Zäunen ermöglicht, die wir daraufhin an von uns gewählte Stellen auf der Karte platzieren können. Ab hier gilt nur noch eins: Überleben!

Horde 3.0

Neben klassischen Versus-Spielmodi, zu denen Team Deathmatch und unter anderen auch das beliebte King of the Hill gehören, wäre es kein richtiges Gears of War wenn wir nicht auch ein paar Partien Horde genießen dürften. Wie in den Vorgängern ist das Spielprinzip unverändert: Wir suchen uns eine Map aus und müssen mit bis zu vier weiteren Spielern zusammen auf dieser bis zu 50 Wellen an Gegnern ausschalten, wobei jede zehnte Welle einen Boss für uns parat hält. Dies ist allerdings nichts für Anfänger, denn schon auf dem Schwierigkeitsgrad Normal, und hier sei erwähnt, dass es noch zwei schwierigere Grade gibt, heißt es in den Leveln ab Stufe 30 bereits ordentlich die Beine zusammenkneifen!

Aber einige Neuerungen haben auch hier ihren Weg ins Spiel gefunden, wozu insbesondere das Klassensystem gehört. Fünf von diesen gibt es insgesamt, von denen jede mit einem eigenen Fähigkeitendeck daherkommt. Zu diesen zählen Engineer, Heavy, Sniper, Scout und Soldier und jede dieser fünf Klassen kann insgesamt zehn Level aufsteigen und sich entsprechend Spezialisieren. Das Erreichen höherer Level ist dabei unbedingt notwendig um bestimmte Vorteile freizuschalten, was durch das Fähigkeitensystem geschieht. Der Sniper ist so beispielsweise der erste Ansprechpartner für Kopfschüsse, der Heavy sollte seinen Fokus auf schwere Waffen und Explosionsstoffe setzen und der Engineer hat den Auftrag sich gekonnt um Verteidigungsanlagen zu kümmern.

Die Fähigkeiten selbst sind zudem auch in mehrere Level strukturiert, was anhand eines Sammelkartensystems dargestellt wird. Im Verlauf des Spielens erhalten wir so diverse Sammelkarten, die wir dann zum Upgraden der Fähigkeiten verwenden können, wodurch diese effektiver werden. Der Engineer kann beispielsweise Befestigungen günstiger reparieren als Teammitglieder dazu in der Lage sind, und mit höherer Stufe dieser Fähigkeit wird das Reparieren immer günstiger.  Allerdings können nur bis zu fünf dieser Skills ausgerüstet werden, weshalb eine gescheite Planung  und Abstimmung mit dem Team den Pfad zum Sieg ebnen.

Pros

  • Spannendes Charakter-Ensemble
  • Lässig, sarkastischer Humor
  • Gewohnt solides und actionreiches Gameplay
  • Starker Horde 3.0 Modus
  • K.I. ist nützlich und steht nicht nur im Weg rum

Cons

  • Seichte Story
  • Fragen werden kaum beantwortet

Fazit

Wenn ihr die früheren Ableger des Franchises geliebt habt, dann werdet ihr auch mit Gears of War 4 nichts falsch machen können. Euch erwartet hier die gewohnt rabiate und blutige Action der Serie und obendrein bekommt ihr ein neues Charakter-Ensemble und viele neue Waffen präsentiert. Ebenso dürfte vielen der Mehrspieler-Modus zahllose Stunden Spaß bringen, was insbesondere dem verbesserten Horde Modus zu verdanken ist. Etwas schade ist, dass man auch weiterhin dem früheren Weg treu bleibt und eine seichte Geschichte erzählt bekommt, die von Anfang bis Ende fast nur Fragen offenlässt. Ich hatte gehofft, dass man aus Gears of War 3 gelernt hätte, aber dem ist wohl nicht so. Bleibt nur die vage Hoffnung, dass diese Fragen im nächsten Teil der Serie beantwortet werden. Ich werde bis dahin noch die Kampagne im Koop-Modus auf Wahnsinnig absolvieren und den Horde-Modus suchten, als gäbe es kein Ende, denn dieser ist grandios ausgefallen!

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