Test: Halo - The Master Chief Collection

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Microsoft hat dem unnachgiebigen Supersoldaten ein Denkmal gesetzt. Die nun erhältliche Blu-ray-Disc enthält fast alle Teile der Halo-Serie plus 100 Multiplayer-Karten zum Preis eines einzigen Spiels. Leider müsst ihr euch nach dem Kauf noch 15 GB runterladen und auch sonst gibt es – trotz des wirklich mehr als fairen Angebots – leider noch eine ganze Menge zu meckern. Was genau bei Halo - The Master Chief Collection im Argen liegt, haben wir für euch herausgefunden.

Mastermief?

Gut, 15 Gigabyte herunterzuladen ist wahrlich kein Pappenstiel. Warum der Multiplayer-Modus von Halo - The Master Chief Collection nicht auf einer zweiten BD beigelegt wurde, bleibt wohl das Geheimnis des Herstellers Microsoft. Kundenfreundlichkeit sieht jedenfalls anders aus. Aber Heutzutage scheint es ja in Mode gekommen zu sein, halbfertige Betas als Vollversion in die Händlerregale zu stellen und dann einfach munter nach zu patchen. Wo andere Redaktionen gleich euphorisch die 9 oder mehr zücken, sieht ingame ganz genau hin und entlarvt nach zahlreichen Sessions im Single- und Multiplayer-Modus noch einige andere Dinge, die begeisterten Käufern die Laune verhageln.

Um eins vorweg zu nehmen. Leider ruckeln alle Teile der Serie in Halo - The Master Chief Collection und zwar in dieser Reihenfolge:  Halo 4 ruckelt mehr als Halo 1, welches mehr ruckelt als Halo 2. Dies wiederum ruckelt mehr als Halo 3, welches am wenigsten ruckelt. Das ist schon ein herber Schlag ins Kontor – es sollte doch wirklich absolut kein Problem darstellen, ein neuaufgelegtes Spiel für eine deutlich leistungsfähigerer Konsole ohne technische Mankos dieser Art auszuliefern. Ist es aber wohl nicht, das Spiel ist in seiner jetzigen Form einfach nicht fertig! Und das merkt ihr praktisch an jeder Ecke. Da tauchen auch schon einmal fiese Matschtexturen und andere Probleme auf, und das betrifft leider nicht nur die Kampagne.

Es hätte so schön sein können!

Klar, der Inhalt von Halo - The Master Chief Collection ist wirklich ein absoluter Leckerbissen. Eine komplette Shooter-Serie auf einer Disc, das hat schon was. Da denkt jeder Kunde automatisch: „Wow! Da bekomme ich ja wirklich mal einen Haufen Inhalte für mein sauerverdientes Geld…“ – leider hält dieser Zustand nicht sehr lange an. Spätestens, wenn ihr versucht euch mit Freunden in ein Multiplayer-Match vermitteln zu lassen, kennt der Wahnsinn keine Grenzen mehr.

Was auf der Xbox 360 noch wie ein warmes Messer durch Butter lief, fördert hier Probleme der unangenehmsten Art zu Tage: Der Lobby-Host fliegt raus, es dauert ewig, bis die Party dann wieder zusammenfindet, und dann werdet ihr beim Matchmaking konsequent falsch zugelost. Nicht nur einmal wurde das ingame-Team in eine Spiel vermittelt, bei dem weit und breit keine Gegner zu sehen waren. Da kann man wirklich nur hoffen, das ab morgen die Server neu aufgesetzt werden, denn in seiner jetzigen Form ist das Matchmaking nicht brauchbar.

Fremdgesteuert

Zu allem Überfluss gibt es auch große Probleme mit der Steuerung – zum Glück beschränken sich diese aber größtenteils auf den Kampagnen-Modus. Nicht nur, dass bei jedem Teil der Serie eine teilweise unterschiedliche Steuerung zu Grunde liegt, sie funktioniert auch oft nicht. Von Verzögerungen beim Zielen über das Unvermögen, mit der Kamera einen runden Kreis nach zu zeichnen – hier gibt es eine ganze Menge Probleme, die einfach nicht sein dürfen.  Auch die Steuerungs-Presets könnt ihr – wegen Bugs und fehlerhafter Beschreibungen – eigentlich komplett in die Tonne kloppen. Auch hier wird Halo - The Master Chief Collection der Serie nicht gerecht!

Was ist mit der Serie?

Noch nicht genug gelacht? Na, dann wagt doch mal einen Blick in die erste Folge der Halo-Live-Action-Serie „Halo Nightfall“. Diese liegt nicht etwa auf der Blu-ray vor, sondern wird über Xbox-Live auf eure Konsole gestreamt. Zum Glück leidet dadurch aber nur die Bildqualität, denn der Rest ist einfach lachhaft schlecht: Miese Darsteller, übles Drehbuch und Effekte, die viele von euch am PC per Bildbearbeitung sicher besser hinbekommen. Das war nichts, das ist nichts und das wird auch nichts. Wir sind uns sicher, dass es von dieser „Serie“ nicht viele Folgen geben wird.

Pros

Cons

Fazit

Eigentlich ist Halo - The Master Chief Collection auf den ersten Blick ein unglaublich tolles und lohnendes Gesamtpaket. Wagt man nach dem Kauf aber einen genauen Blick auf die einzelnen Teile, dann wird einem Angst und Bange. Das Spiel ist in der vorliegenden Form nicht fertig und hat Probleme ohne Ende. Ruckel-Optik – ganz schlimm wird es, sobald ihr den Warthog besteigt, um etwas herum zu düsen – eine unfertige, kaputte Steuerung, diverse Probleme beim Matchmaking und im Multiplayer-Modus. Das Matchmaking sollte ursprünglich auf dedizierten Servern laufen, momentan wirkt das aber weit davon entfernt. Klar, in 3-4 Patches werden viele der jetzt auftauchenden Probleme Geschichte sein, doch in seiner jetzigen Form ist Halo - The Master Chief Collection einfach nur ein fieser Cash-Grab, von dem alle Shooter Fans die Finger lassen sollten.

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