Test: Horizon Zero Dawn - Mit Aloy auf Maschinenjagd

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Horizon Zero Dawn! Horizon Zero Dawn! Horizon Zero Dawn! Mittlerweile dürfte jedem bekannt sein, dass das Action-Rollenspiel von den Killzone-Machern Guerilla Games so ziemlich jeden umgehauen hat. Nach unserem Unboxing haben wir das PlayStation 4 exklusive Spiel natürlich sofort eingelegt und uns in die weite Spielwelt rund um die rothaarige Aloy und die zahlreichen Maschinen-Monstern begeben. Und mein lieber Freund und Kupferstecher! Horizon Zero Dawn hat auch uns umgehauen. Ihr bekommt von uns nun unsere erste Wertung zum endlich bald erscheinenden (am 28.02. ist es so weit) Open-World-Titel! Kurz vorweg: Wir haben Horizon Zero Dawn auf der PS4 mit dem Schwierigkeitsgrad 'Normal' gespielt.

Die Spielwelt: groß, gefährlich und vor allem wunderschön!

Ja, wo guckt man da als erstes hin? Die Spielwelt von Horizon Zero Dawn ist wunderschön und detailreich gestaltet. Die Sonne scheint und wirft Lichtreflexe, Blätter, Gräser und Blüten wehen wie Aloys Haare und Klamotten im Wind, der Wind und Regen pfeift um unsere Ohren (als es zum ersten mal zu Schütten anfing, wurde mir wirklich kalt), geräuschvoll schlittern wir Hänge und Schneewehen runter. Auf hohen Bergen oder Anhöhen haben wir oft atemberaubende Panorama-Ausblicke. In der Landschaft finden wir zerfallene Gebäude, überwucherte Autos, Überreste von Maschinen und versteckte Höhlen. Es ist einfach schön- da kann man nichts anderes sagen! Man hört im Gebirge sogar ein Echo von Aloys Ausrufen.

Allerdings lauern auch zahlreiche Gefahren: Riesige Maschinen-Monstern wollen euch in die Fänge und unter ihre Räder bekommen. Und wenn ihr nicht aufpasst, seid ihr ziemlich schnell Maschinenfutter! Bereits in Anfangsgebieten begegnen euch Gegnertypen und gesamte Gegnergebiete, die ihr meiden müsst und zu denen ihr erst später mit mehr Leben, besseren Waffen und besseren Jäger-Skills zurückkehren könnt. Ein reines Durchqueren der Landschaft ist also nicht möglich-ihr müsst ständig auf der Hut sein! Bereits die kleinen Wächter, welche Herden von Läufern bewachen, können euch eine große Gefahr sein und schnell entdecken- ab ins hohe Gras und Ducken. Auch begegnen euch Quests oder Dungeons zu welche ihr erst, wenn ihr ein höheres Level erreicht habt, erledigen könnt. So kommt einem die Welt nicht wie ein linearer Verlauf in immer gefährlichere Gebiete mit schwierigeren Gegnern vor, sondern, wie eine reale und aktive Welt. Was ein wenig abfällt sind die Kletter-Passagen, da hier fast automatisch von markiertem Baumstamm zur markierten Kante gesprungen wird.

Die Story rund um Aloy und die ausgelöschte Zivilisation

Mit Aloy begegnet uns eine sympathische Jägerin, welche als Verstoßenen bei Ziehvater Rost aufwächst und das Jagen erlernt. Grund für ihr Verstoßen aus dem Stamm der Nora als kleines Kind, war der Umstand, dass sie mutterlos ist. Die Nora sind eine matriarchalisch aufgebaute Zivilisation- die Mütter haben das Sagen. Je mehr Generationen an Nachfahren man hat, umso angesehener ist man. Passenderweise leben die Nora und auch Aloy in einem Becken ( Becken, Frauen, Geburt ...na?), welches wir im Spielverlauf allerdings hinter uns lassen. Denn trotz ihres Status als mutterlose Ausgestoßene ist Aloy die große Hoffnung die Nora und die Welt zu retten. Viel zu Story wollen wir euch natürlich nicht spoilern. Euch werden aber noch weitere Stämme begegnen.  Auch soll gesagt werden, dass sich diese untereinander genauso bekriegen wie im Konflikt Mensch gegen Maschine. Neben diesen Konflikten stellt sich auch die Frage, warum die hochtechnisierte Zivilisation, welche all die Ruinen hinterlassen hat, untergegangen ist und wer Aloys Mutter nun wirklich war.

Der Fokus einen Clip, welchen Aloy als kleines Kind in einer verlassenen Höhle dieser Metall-Welt findet, ist Überbleibsel dieser Zivilisation und Spielmechanik zugleich. Mit Hilfe des Fokus könnt ihr die Umgebung scannen, Sprachaufnahmen, Signale und Gegner finden und scannen. Vor allem das Scannen von Gegnern ist ein Muss- nur so erfahrt ihr deren Schwachstellen, Anzahl der Gegner und ihre Patrouillerouten. Ihr könnt aber auch Spuren mit dem Fokus finden und kennzeichnen. Weitere Funde aus der alten Zivilisation ermöglichen es euch außerdem, Gegner zu überbrücken, wenn ihr euch an sie heranschleicht. und diese für eure Zwecke, als Reittiere oder Kampfunterstützung, zu nutzen.

Euch erwartet eine intelligent und packend gestaltete Storyline mit zahlreichen Nebenquests und Herausforderungen. Es gibt sehr viele unglaublich gut gestaltete Dialoge mit Zwischensequenzen. Ihr habt als Aloy in diesen die Möglichkeit, euch über die Welt und die Stämme umfangreich zu informieren. Auch können wir an einigen Stellen Aloys Antworten wählen, welche Clever, Mitfühlend oder Aggressiv ausfallen können, meist allerdings nicht viel an der Story ändern.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, euch die weite Welt zu erschließen: Zum einen durch einfaches laufen und erkunden der Gebiete, zum anderen könnt ihr auf riesige (wirklich! Da bebt sogar die Erde, wenn wir in ihrer Nähe sind) Maschinen, den Langhälsen, steigen, diese Überbrücken und so einen großen Abschnitt der Karte scannen. Ab einem ziemlich frühen Zeitpunkt, habt ihr auch die Möglichkeit zu Speicherpunkten (Feuer, welche ihr entfacht...nicht sehr innovativ) per Schnellreise zu gelangen.

Das Crafting- und Skill-System in Horizon Zero Dawn

Das Sammeln von Rohstoffen, seien es Äste, Medizinpflanzen, der Währung Metallscherben oder Tierfleisch, verläuft nach bekannten Prinzip: Überall kann man es finden und pflücken und bekommt es von Gegnern gedroppt. Und ihr könnt so einiges an Pflanzen und Ästen für die Herstellung von Pfeilen finden, sehr schnell hatten wir über 250 Exemplare von einer Holzart- aufhören es aufzusammeln, wenn es auf dem Bildschirm aufblinkt, konnten wir aber auch nicht. Besonders das Fleisch der normalen Tiere, ja es gibt auch die altbekannten flauschigen Hasen und Wildschweine, braucht ihr, um eure Beutelgröße für Rohstoffe und  auch Munition zu steigern. Die kleinen Wildtiere sind allerdings leicht im Vorbeigehen zu erlegen.

Pfeile sind schnell und einfach herzustellen-auch mitten in einem Kampf kein Problem. Ihr ruft mit R1 ein Waffenrad auf und könnt verschieden Pfeilarten oder Angriffsitems  (Feuer, Eis oder Schock) durch das Halten von X herstellen. Das Wechseln von Waffen geht ebenfalls mit dem Rad schnell und super im Kampf. Es gibt natürlich viele verschiedene Waffen: Bogen und Speer, Schleudern aber auch Fallensteller aller Art.

Ähnlich einfach und Übersichtlich ist auch der Skilltree. Hier habt ihr drei Bereiche: Jäger, Krieger und Sammler welche mit Punkten, von denen ihr bei jedem Levelaufstieg einen bekommt, freischalten könnt. So erhaltet ihr stärkere Attacken mit dem Speer, die Möglichkeit beim Balancieren oder aus dem Springen heraus in Zeitlupe zu Zielen oder schlicht mehr Heilrohstoffe sammeln zu können. Einen falschen Skillpfad könnt ihr nicht einschlagen und auch Fehlentscheidungen gibt es nicht. Ihr schaltete einfach nacheinander alle Fähigkeiten frei-easy vor allem für RPG Einsteiger.

Die Kämpfe gegen die Maschinen-Monster

Kommen wir zum Eingemachten: Die Kämpfe!

Meine Güte sind die Monster geil! Viele der Maschinen-Gegner sind an echt Tiere angelehnt, so gibt es Raubtiere wie Wölfe, Wildschweine oder Krokodile aber auch Nutztier wie Pferde oder Rehe. Ein wenig erinnern vor allem die großen Langhälse an Dinosaurier. Anstatt Augen besitzen die Maschinen Lichtscheinwerfer, welche sich bei Gefahr oder wenn sie uns entdeckt haben gelb und dann rot (Achtung, der greift gleich an!) verfärben. Besonderes Lob muss für das Sounddesign gemacht werden: Wenn die Tiere laufen oder Geräusche machen hört sich das unglaublich echt und passend für so ein Tier aus Zylindern und Metallplatten an.

Überall in der Welt lauern die verschiedensten Monsterarten aus Metall und die Kämpfe sind keinesfalls auf die leicht Schulter zu nehmen. Sich offen in ein Gefecht mit dem Speer stoßen ist immer eine schlechte Idee. Sehr schnell werden wir da zerfetzt. Auch lauern zumeist kleinere Wächter in der Nähe, welche Verstärkung rufen und uns ordentlich zusetzten können.Das vorige Erkunden mit dem Fokus ist also absolut notwendig. Dies macht ihr natürlich gut getarnt im hohen Gras, da ihr euch im Fokus-Modus nur sehr langsam bewegen könnt und das Scannen von Gegner eine kleine Weile dauert. Habt ihr die Lage überblickt, gilt es die Wächter durch einen Schuss in die Linse zu töten, am besten so, dass kein anderer es mitbekommt. Große Gegner brauchen Geduld und es lohnt sich immer, vorher Schwachstellen zu finden und mit der passenden Munition zu bearbeiten oder Fallen zu stellen. Die Gegner setzten euch mit Lasern, Maschinengewehren oder ihren Zähnen ordentlich zu, wenn ihr geschickt seid, könnt ihr sie vorher aus dem Versteck heraus entwaffnen oder Rüstung abschlagen.

Habt immer Fallen, verschiedene Munitionstypen und eine Taktik parat! Einfach ins Getümmel stürzen bringt euch nur den Tod (zumal ihr die Gegner nicht anvisieren könnt, was bei mehreren ein echtes Problem darstellt), so bleibt das Spiel durch immer neue und starke Gegner (auch in Anfangsgebieten) stets spannend und abwechslungsreich. Niemals kommt ihr euch overpowered vor.

Kämpfe gegen Menschen fallen dagegen enorm ab, ohne "moderne" Waffen kann man sie leicht per Kopfschuss töten oder einfach in Fallen locken. Auch fühlt es sich nicht so gut an, wie unter Funkensprühen eine Maschine auszuschalten.

Kurzer  Kommentar zu Aloys Namen

Ziemlich viel in Horizon Zero Dawn hat mit Metallen zu tun: Aloys Ziehvater heißt Rost, die Stammeshäuptlinge heißen Erzmütter, die untergegangene Zivilisation wird Metallwelt genannt und nun ja alle Monster sind aus Metall! Da haben wir bei Aloys Namen auch einmal nachgehakt. Im englischen heißt Alloy soviel wie Metalllegierung, Gemisch oder auch Verunreinigung mit Metallen - wenn das mal kein Zufall ist.

Pros

Cons

Fazit

Horizon Zero Dawn ist ein wunderbares Spiel. Die Story ist packend und sehr gut erzählt, die Kämpfe gegen die vielen Maschinenmonster herausfordernd, spannend und machen enorm viel Spaß, die Welt sieht wunderschön aus. Aloy ist für uns jetzt schon eine der besten und sympatischsten Hauptcharaktere in der Spielwelt. Man kann ewig durch diese Welt streifen, ist aber immer und überall Gefahren ausgesetzt. Die Rollenspielelemente, Waffenauswahl und das Craftingsystem sind sehr simpel, funktionieren aber wunderbar. Munitionsherstellung und Wechsel von Waffen auch im Kampf sind kein Problem. Anfänger werden hier keinesfalls überfordert. Für Fortgeschrittene gibt es höhere Schwierigkeitsgrade. Wir empfehlen das Spiel jedem, der eine PS4 oder am besten PS4 Pro besitzt, Horizon Zero Dawn ist ein Must-Have!

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