Test: Might and Magic Heroes VII

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Das rundenbasierte Strategiespiel aus dem Hause Limbic Entertainment ist wieder da. Seit dem 29. September habt ihr in  Might and Magic Heroes VII wieder die Möglichkeit mit Meerelfen und zahlreichen anderen Charakteren phantastische Geschichten nachzuspielen. Wie auch bei den Vorgängern geht es um die Entdeckung und Eroberung der verzauberten Welt. Außerdem führt Ihr Schlachten mit Kreaturen und levelt euren Charakter, ganz nach Rollenspiel-Vorbildern, hoch. Ob im siebten Teil der Reihe die Qualität weiterhin hoch gehalten werden konnte haben wir für euch herausgefunden.

Der Plot von  Might and Magic Heroes VII dreht sich um einen Bürgerkrieg in der Fantasywelt von Ashan und dem Mord dessen einstiger Kaiserin. Diese hinterließ einen leeren Thron und viele Parteien sehen nun eine Chance diesen zu erklimmen und für sich zu beanspruchen. Das Reich steht in Flammen und während Chaos herrscht, beruft Herzog Iwan den Rat der sechs Vertrauten (sehr sympathisch, dass zwei davon von der Community gewählt wurden) ein, mit dem Ziel den Krieg um die Nachfolge zu beenden.

Never change a running system

Der letzte Ableger erblickte vor vier Jahren das Licht der Welt. Seitdem ist viel Zeit verstrichen, trotzdem hat an dem rundenbasierten Spielprinzip relativ wenig verändert - das muss es auch nicht, denn Fans der Reihe lieben die altbekannten Spielmechaniken. Das macht es für Anfänger nicht wirklich einfach, denn ein richtiges Tutorials fehlt leider gänzlich.

Wie auch bei den Vorgängern ist die Auswahl an Spielmodi in  Might and Magic Heroes VII recht umfangreich. So könnt ihr zwischen der Kampagne, Mehrspieler, Einzelspieler oder Duell gegen die KI. Wählt ihr die Kampagne verfolgt ihr die Geheinisse des schon angesprochenen Plots weit über die 20 Stunden Marke hinaus. Zwar hat die Geschichte mit ihren vielen Charakteren und spannenden Ereignissen ihren Reiz, doch leider ist die Erzählweise serientypisch etwas dröge. Ein echtes Highlight stellen die wunderbar gezeichneten Zwischensequenzen dar, die sonstige Gesehen immer wieder auflockern und euch so weiter in die Spielwelt hineinziehen.

Fans werden besonders auf ihre Kosten kommen, denn vor allem die Darstellungen der einzelnen Fraktionen sind wirklich interessant geworden. Wie immer wird ein Gros der Ereignisse durch Dialoge im Spiel erzählt und hier kann Might and Magic Heroes VII mit liebevollen Animationen punkten, die sich für hör- und lesefaule Spieler aber auch leicht überspringen lassen. Doch ratsam ist dies nicht, weil sich hier immer wieder Anweisungen und Tipps für die kommenden Aufgaben verstecken.

In Sachen Optik solltet ihr jedoch keine allzu großen Sprünge erwarten. Zwar sind Texturen und Animationen im Vergleich zum Vorgänger deutlich überarbeitet aber zu einem Referenztitel reicht es hier trotzdem nicht. Trotz kleiner Mängel fängt der Look des Spiels die Szenario super ein und schafft zudem noch eine tolle Atmosphäre.

Grolle als Krieger?

Wie angesprochen hat sich am Spielprinzip wenig geändert und so wählt ihr euren Weg nach und nach mit abnehmenden Bewegungspunkten frei durch die Welt. Ihr steuert in der Regel einen Held von einer Fraktion. Dieser kann viele unterschiedliche Kreaturen und Einheiten anwerben um seine Armee stetig zu vergrößern. Diese Armee läuft immer mit auch wenn Ihr diese nicht seht. Ein Rechtsklick genügt, um zu sehen wer sich euch angeschlossen hat und mit wem Ihr in die Schlacht zieht. Sobald es zu einer Schlacht kommt, zoomt die Kamera auf ein schachbrettähnliches Feld und Ihr seht euren Helden, sowie die Einheitentypen und deren Stärke und könnt diese nun positionieren. Jetzt passiert alles Zug-um-Zug, d.h. die Einheit mit der größten Initiative beginnt usw.

Planung wird hier mal wieder groß geschrieben. Auf eurem Weg durch die Map findet ihr immer wieder beschützte Ressourcen zum Aufwerten eures Helden wie Gold, Erz und Holz. Um den Rollenspielfaktor beizubehalten, könnt ihr eurem Helden zahlreiche Talente mit auf den Weg geben, wie zum Beispiel die erweiterte Sicht oder auch die schnellere Bewegung. Der Skill-Tree wurde durch ein Talentrad visualisiert und ermöglicht einen einfachen Einstieg, sowie eine gute und strukturierte Übersicht. Ihr werdet schnell erkennen auf welche Talente Ihr euren Fokus legt, um diese möglichst effizient nutzen und weiter ausbauen zu können.

Natürlich sind auch einige Ressourcen durch Gegner blockiert und so müsst ihr abwägen, ob ihr euch auf einen Kampf mit den Kreaturen einlasst oder auch nicht. Zum Glück wird euch wie immer vorher angezeigt, ob der Gegner für euch nur eine geringe, oder aber eine ernste Gefahr darstellt. Das hängt davon ab, wie viel und welche Kreaturen euch zur Seite stehen. Solltet Ihr eine Schlacht verlieren, könnt Ihr diese übrigens direkt wiederholen.

Außerdem gibt es zahlreiche Nebenmissionen zu erfüllen, welche euch für den nächsten Kampf einen Vorteil verschaffen können. Zum Beispiel befreit ihr Gnolle um gemeinsam mit Ihnen gegen Kabire und schwarze Spinnen zu kämpfen. Bei der Schlacht können eure Helden übrigens auch aktiv mit eingreifen, und zwar jede Runde. Damit Ihr dies nicht vergesst, wird ein extra Fenster aufgerufen um euch zu erinnern.

Statistiken und Fähigkeiten

Spieler, ohne Serienerfahrung, könnten sich anfangs etwas schwer tun mit den ganzen Zahlen, welche den Kreaturen zugewiesen sind. Doch nicht nur im Kampf sind die Informationen sehr zahlreich, gerade in Bezug auf die Charaktere steht euch nämlich eine äußerst umfangreiche Enzyklopädie zur Verfügung. Wenn Ihr jedoch einmal die Charaktere, das System und die Werte verstanden habt, erscheint es umso durchsichtiger und die Zusammenhänge der Werte ergeben auf einmal Sinn.

Auch das Kampfsystem wurde verbessert und so könnt ihr beispielsweise nun Felsen eure Strategie einberechnen. Für Strategiefans ist das natürlich wieder ein echtes Highlight. Wo setzen wir unsere Einheit am geschicktesten hin, um maximalen Schaden auszuteilen, ohne dem Gegner die Chance auf einen Konter zu gewähren? Setzt ihr die Charaktere mit der höchsten Initiative eher nach vorne an die Front, oder halten sie sich eher bedeckt? Das sind nur einige von vielen Fragen mit denen ihr es zu tun bekommt. Der Schwierigkeitsgrad ist dabei übrigens individuell anpassbar. Gerade für Einsteiger ergibt es durchaus Sinn am Regler für den Grad etwas herumzuspielen. Zum Beispiel könnt Ihr die Monsterstärke oder auch den Einheitenzuwachs individuell auf eure Erfahrungen anpassen.

Stadtleben

Natürlich steht euch wieder eine Stadt zur Verfügung, in der Ihr zahlreiche Bauwerke erschafft, um zum Beispiel neue Kreaturen anzuwerben. Auch könnt Ihr aktiv Handel betreiben, falls euch zum Beispiel Holz fehlt um ein Boot zu bauen oder das Rathaus zu erweitern. Optisch macht die Stadt auf jeden Fall ordentlich was her. Hier wurde mit viel Liebe zum Detail gearbeitet und die Stadt wirkt besser strukturiert als noch bei dem Vorgänger.

Pros

Cons

Fazit

Besonders hervorzuheben ist die schöne Fantasy-Atmosphäre, die uns Limbic Entertainment beschert hat. Es wurde mit viel Farben und Liebe zum Detail gearbeitet. Das Kampf-System wurde verbessert und der Langzeitspaß für Freunde des Klassikers ist garantiert. Für Neueinsteiger ist der Einstieg eventuell ein wenig mühsam, da es leider kein Tutorium gibt. Auf der einen Seite fehlt ein wenig die Dynamik, auf der anderen Seite bleibt das Spiel seinen Wurzeln damit aber treu. Die Karte selber wurde dynamischer gestaltet, da nun auch Statuen und Brücken einstürzen können. Kurz gesagt: Fans wissen worauf sie sich einstellen können und bekommen gewohnte Qualität mit leichten Verbesserungen serviert. Neulinge könnten überfordert sein.

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