Test: Monster Hunter World

  • schließen

Möge die Jagd beginnen! Nach vielen Generationen, die die Spiele der „Monster Hunter“-Reihe als exklusive Titel für die Konsolen von Nintendo gedient haben, wird Monster Hunter World die erste Ausnahme sein. Dementsprechend können sich ab morgen alle Besitzer einer PlayStation 4 und Xbox One auf Monsterjagd begeben und kämpfen, was das Zeug hält. Allerdings steckt in diesem Monster Hunter wesentlich mehr als nur einfaches „Grinden“, wie ihr es vielleicht aus anderen Teilen kennt. Was es damit auf sich hat, haben wir für euch getestet.

Ihr seid der Held eurer Geschichte

Bevor ihr überhaupt dazu kommt, im Spiel richtig loszulegen, erwartet euch eine filmische Einleitung in die Haupthandlung. Ganz im Gegensatz zu den anderen Spielen der Reihe kommt ihr nämlich nicht einfach in einem Lager an und könnt direkt Quests annehmen. Ihr werdet stetig von einer Geschichte begleitet, die euch vorantreibt und neue Aufgaben liefert. Das "Grinden" von Ressourcen steht zwar weiterhin relativ weit oben, aber die Story bringt Abwechslung mit hinein.

Zu Anfang findet ihr euch auf einem Schiff wieder und seid umgeben von anderen Leuten, die wie ihr Teil der sogenannten 5. Flotte sind und zur Top-Auswahl gehören. Was das eigentlich heißt, sei erstmal dahingestellt. Euer Ziel und das der anderen Jäger ist dennoch das selbe: Ihr wollt euch dem Elder-Drachen “Zorah Magdaros” stellen und ihn erlegen! Als ihr euch kurz darauf an einen Tisch setzt, werdet ihr prompt angesprochen und gefragt, wer ihr eigentlich seid.

Da ihr keinen bereits fertigen Protagonisten vor die Nase gesetzt bekommt, sondern eine Persönlichkeit nach euren Vorstellungen spielt, werdet ihr in diesem Moment auch schon in die Charaktererstellung verfrachtet. Dort habt ihr relativ viele Freiheiten und könnt euch eure Figur zusammenstellen, indem ihr aus verschiedenen Vorgaben wählt. Sucht euch eure Gesichtsform, eure Augen und vieles mehr aus, passt die jeweiligen Farben an und stellt euch der Herausforderung, euch selbst zusammenzubasteln. Seid ihr mit eurem Ebenbild fertig, müsst ihr euren Palico ebenfalls erstellen. Die kleine Katze wird euch im Spiel auf Schritt und Tritt folgen und zur Seite stehen, sich mit ins Gefecht stürzen und euch manchmal sogar heilen.

Wie bei anderen JRPGs auch, darf natürlich der Hang zur Dramatik nicht fehlen. Nach der Erstellung eures Charakters sinkt das Schiff, auf dem ihr euch befindet und ihr werdet von einer Cutscene in die nächste geworfen, bis ihr dann endlich in der Stadt Astera angekommen seid. Zwischendurch bekommt ihr es immer wieder mit kurzen Tutorials und Phasen des Gameplays zu tun, damit ihr euch später so gut wie möglich im Spiel zurechtzufinden könnt. Denn, sind wir mal ehrlich, Monster Hunter World ist nicht gerade leichte Kost. Alte Hasen der Reihe mögen damit kaum Probleme haben, doch Anfänger müssen erst einmal alles verstehen und umsetzen können. Ob es nun um die Aufwertung der Ausrüstung, die Mechaniken des Kampfsystems oder um die verschiedenen Quest- und Aufgabentypen geht, steht ihr dem Ganzen zum ersten Mal gegenüber, werdet ihr euch vermutlich sehr vollgeschmissen mit Informationen fühlen.

Ein Monster Hunter für jedermann

Um euch nicht sofort wieder zu verschrecken, sorgen kleine Tutorials, kurze Videos und die Erklärungen der NPCs dafür, euch alle wichtigen Kenntnisse zu vermitteln. Geht euch das im Spielverlauf zu schnell, könnt ihr ganz einfach im Menü alles nachlesen und sämtliche Tutorials durchblättern. Im Hauptmenü findet ihr außerdem alle bisher gesehenen Zwischenszenen, die ihr euch in der Galerie ein weiteres Mal anschauen könnt. Es spricht aber auch nichts dagegen, wenn ihr euch alles durch Ausprobieren aneignen wollt.

Insgesamt handelt es sich bei Monster Hunter World um ein typisches Monster Hunter. Ihr nehmt verschiedene Quests an und farmt ganz nebenbei auch noch Materialien, um eure Ausrüstung zu verbessern. Fallt ihr zu oft in Ohnmacht oder haltet die vorgegebene Zeit nicht ein, müsst ihr allerdings von vorne beginnen. Wollt ihr euch an eine Quest machen, die die Story vorantreibt, nennt sich diese "Aufgabe". Daneben gibt es noch die "Optionale Quest", für die ihr meistens einfach ein bestimmtes Monster jagen und Anfragen von NPCs nachkommen müsst. Die "Eventquest" ist nur online spielbar und bringt euch zusätzliche Belohnungen ein. "Untersuchungen" hingegen haben kein Zeitlimit und dienen dazu, die Gegend unsicher zu machen, Rohstoffe zu sammeln und gegebenenfalls kleinere Untersuchungsaufgaben abzuschließen, die vom Pilzesammeln bis zum Töten eines bestimmten Ungeheuers reichen.

Klingt gut an und ist schick… was will man mehr?

Zwar mag das Spielprinzip an sich genau dasselbe sein wie eh und je, dennoch unterscheidet Monster Hunter World sich von seinen Vorgängern. Das wird unter anderem durch die Grafik deutlich. Wo ihr vorher durch eine sehr pixelige Welt gezogen seid und vermutlich nie stehengeblieben wärt, um euch einen Baum genauer anzusehen, haben wir andauernd Halt gemacht, um die Umgebung vollständig aufnehmen und genießen zu können. Unglaubliche Sonnenuntergänge, sternenbedeckte Nachthimmel und lächerlich realistisch aussehende Mahlzeiten lassen euch des Öfteren zum Touristen werden. Sogar während des Kampfes verloren wir in einigen Momenten den Fokus und bewunderten die Tierwelt und ihre einzigartigen Geschöpfe. Bleibt einfach stehen und staunt, was für ein schönes Fleckchen die Welt doch sein kann.

Solltet ihr euch nicht sicher sein, ob die deutsche Sprachausgabe etwas taugt, können wir euch beruhigen. Im Gegensatz zu vielen anderen Spielen, in denen die Protagonisten durch ihre deutsche Stimmen mehr oder weniger lustlos klingen, leistet Monster Hunter World hier gute Arbeit. Um euren Helden müsst ihr euch ebenfalls keine Sorgen machen, denn dieser gibt kein Sterbenswörtchen von sich. Um das alles abzurunden, sorgt der Soundtrack für eine angemessene Stimmung und hinterlässt ein angenehmes Gefühl im Bauch.

Des Jägers neue Kleider

Habt ihr euch dazu entschlossen, dann endlich eurer Berufung als Jäger nachzukommen, steht ihr einer recht umfangreichen Waffenauswahl gegenüber. Je nachdem, wie ihr am liebsten spielen wollt, könnt ihr euch eure Ausrüstung zusammenstellen. Einhänder, Zweihänder, Schusswaffen, Doppelklingen – es ist für jeden etwas mit dabei. Im späteren Verlauf könnt ihr mit den gesammelten Ressourcen eure Waffen in einem Stammbaum aufrüsten und verbessern. Die gewählten Materialien entscheiden darüber, welche Boni und Elementareffekte ihr bekommt.

So ungefähr dasselbe gilt auch für die Rüstung. Jedes Rüstungsteil aus jedem Set bringt besondere Eigenschaften mit sich, die im Kampf nützlich sein könnten. Achtet darauf, dass eure Statuswerte an eure Mission angepasst sind. Wisst ihr beispielsweise, dass euch ein Gegner mit vielen wasserbasierten Angriffen erwartet, dann solltet ihr das Schmieden einer Kulu-Rüstung nochmal überdenken. Auch, wenn die Rüstung für Jägerinnen teilweise etwas knapp ausfällt, haben wir uns immer wieder dabei erwischt, die Outfits zu bewundern. Manchmal wollten wir sogar nichts Neues schmieden, weil uns unser aktueller Stil doch ganz gut gefallen hat. Euer Palico sollte auch nicht zu kurz kommen und mit Ausrüstung versorgt werden. Schmiedet ihm eine Rüstung mit angemessenen Werten und lauft im Partnerlook umher.

Könnt ihr euch einfach nicht entscheiden, welche Klasse so wirklich euer Ding ist, habt ihr drei separate Spielstände zur Verfügung. Ein neues Spiel zu beginnen ist um einiges kostengünstiger, als alle Waffen mit einem Helden hochzuleveln.

Lasst die Jagd beginnen

Endlich ist es soweit und nach all den Einführungen, Vorbereitungen und einem kurzen Zwischenstopp in der Kantine, wo ihr eure Statuswerte durch Nahrung kurzzeitig erhöht, könnt ihr euch auf die Jagd begeben. Sobald ihr eine Quest angenommen und Astera verlassen habt, findet ihr euch in einem ganz anderen Gebiet wieder. Dieses ist in verschiedene Areale unterteilt, in denen jeweils bestimmte Monster zu finden sind. Seid ihr auf der Suche nach einem ganz speziellen Gegner, wäre es also ratsam, sich die Gebiete gut einzuprägen.

Größere Monster, die euch ebenfalls an die Gurgel wollen, sobald sie euch sehen, findet ihr aber auch auf anderem Wege. Findet und lest genug ihrer Spuren und Spähkäfer weisen euch die Richtung. Eine praktische Angelegenheit, wie wir finden. Ihr müsst nicht ständig die Karte im Auge behalten, sondern könnt euch auf das Spielgeschehen selbst konzentrieren.. Ebenfalls zeigen die Spähkäfer euch sammelbare Objekte wie Pflanzen, Knochenhaufen oder Samen, behaltet sie also gut im Auge.

Schwingt euer Schwert und holt die Bögen hervor, denn um zu überleben, müsst ihr kämpfen. Naja, das müsst ihr sowieso, wenn ihr im Spiel weiterkommen wollt. Fokussiert euer Opfer und lasst eine Attacke auf die nächste folgen. Weicht im richtigen Moment aus, um nicht zerquetscht zu werden und heilt euch, wenn ihr kurz vorm Sterben seid. Dazu empfiehlt es sich, geduckt im hohen Gras zu verschwinden, damit die Monster euch aus den Augen verlieren.

Kleines Spiel, großes Warten

Es ist euch nicht geheuer, alleine ins Gefecht zu ziehen? Kein Problem, denn extra dafür gibt es den kooperativen Online-Modus. Rafft eure Freunde zusammen oder findet andere Onlinespieler und geht mit bis zu vier Personen gleichzeitig auf eine Mission eurer Wahl. Alternativ startet ihr eine private Sitzung oder kappt eure Internetverbindung, um auf eigene Faust die Geschichte erleben zu können.

Trotz all der guten Dinge, die uns aufgefallen sind, haben wir etwas zu bemängeln. Startet ihr das Spiel oder wechselt gerade das Gebiet, sind die Ladezeiten teilweise doch etwas lang. Da stellte sich uns die Frage, ob unser Internet wirklich so schlecht war, oder ob das gerade einmal 16 GB große Monster Hunter World Schuld ist. Immerhin könnt ihr so in Ruhe einen Schluck trinken und euch mental auf die nächste Jagd vorbereiten.

Monster Hunter World – PC-Version

Nachdem Monster Hunter World bereits im 26. Januar 2018 erschienen ist rückte jetzt auch die PC-Version am 9. August 2018 nach. Was nehmen sich Konsolen- und PC-Version?

Wir haben es uns nicht nehmen lassen, auch die Umsetzung des Spiels für den PC genauer anzusehen. Der Umfang auf dem PC entspricht den Konsolen-Versionen. Wenn ihr allerdings mit euren PS4-Freunden spielen wollt gibt es eine herbe Enttäuschung: Crossplays sind nur zwischen PC und XBOX One möglich.

Grafik

Die PC-Version lief bei uns mit maximalen Grafik-Details und 1920p Auflösung. Mit unserem Test-System erreichten wir damit Bildraten um die 30 fps, Schwankungen gab es nach oben und unten um etwa 5 fps.

Die Unterschiede in der Grafik werden eher auf Distanz sichtbar. Der PC bietet hier in Sachen Schattenqualität und Pflanzen viel mehr Details. Im Vergleich zum PC ist die PS4pro allerdings ein gutes Stück an die Grafikqualität ran gekommen.

Während dem Spiel gibt es auf weite Sicht keinen Detailverlust. Die Entwickler ersparen euch auf dem die Distanz-Unschärfe der Konsolen-Version.

Steuerung

Die Umsetzung von Monster Hunter- World von Konsole auf Rechner ist relativ gut gelungen. Wir haben das Spiel erstmal mit Maus und Tastatur getestet. Ein paar belegbare Tasten auf der Maus können dabei nicht schaden. Dabei könnt ihr jede beliebige Taste nach euren Wünschen belegen. Im Einstellungs-Menü tauchen ab und an Abbildungen von XBOX-Knöpfen, die anscheinend bei der Übertragung auf den PC vergessen wurden. Kommt ihr trotzdem nicht damit zurecht, könnt ihr einfach einen Controller anschließen. Nach einiger Zeit haben wir auf den XBOX-Kontroller angeschlossen, damit lässt sich  das Spiel ohne große Einstellungen wunderbar steuern und auch das ewige Scrollen in der Item-Liste das die Standard-Einstellung auf Maus- und Tastatur für euch bereit hält hat ein Ende.

Das muss euer Rechner können

Damit ihr Monster Hunter World auf eurem Rechner spielen könnt, solltet ihr, um kein Grafikdrama zu erleben, lieber zuerst die Systemvoraussetzungen überprüfen.

Erforderliche Systemvoraussetzungen

Prozessor: Intel Core i5 4460 @ 3.2GHz RAM: 8GB GPU: Nvidia GeForce GTX 760 HDD: 25GB freier Speicherplatz OS: Windows 7, 8, 8.1, oder Windows 10

Empfohlene Systemvoraussetzungen

Prozessor: Intel Core i7 3770 @ 3.4GHz RAM: 8GB GPU: Nvidia GeForce GTX 1060 HDD: 25GB freier Speicherplatz OS: Windows 7, 8, 8.1, oder Windows 10

Testgerät:

Prozessor: Intel Core i7-4980HQ CPU RAM: 32 GB GPU:  Nvidia GeForce GTX 980 HDD: 25 GB freier Speicherplatz OS: Windows 10 Spielzeit: 13 Stunden

Pros

  • Abwechslungsreiche Handlung
  • Umwerfende Grafik
  • Typisches "Monster Hunter"-Feeling kommt auf
  • Komplexes und umfassendes Gameplay
  • Tutorials und Guides erleichtern den Einstieg
  • Alleine und im Koop-Modus spielbar

Cons

  • Neueinsteiger müssen sich langsam ins Spiel einfinden
  • Koop nur online
  • Teilweise lange Ladezeiten

Fazit

Als kompletter Anfänger im Bereich "Monster Hunter" war es gar nicht mal so einfach, sich in das Gameplay einzufuchsen. Trotz aller Erklärungen ging ab und zu ein Detail an uns vorbei, das wir jedoch durch Ausprobieren schnell gefunden haben. Die wunderschönen Umgebungen und atemberaubenden Monster, die wir in schnellen Kämpfen erlegt haben, ließen uns immer wieder mit offenem Mund zurück. Trotz allem gehört das Farmen von Materialien zwar dazu, doch durch die Geschichte und abwechslungsreiche Aufgaben machte uns das absolut nichts aus. Egal, ob Neuling oder alteingesessene Jäger, Monster Hunter World ist ein Titel, den man sich zumindest einmal angesehen haben sollte, bevor man ihn in eine Schublade steckt und vergisst.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Meistgelesen

Teamfight Tactics: Alle Champions, Klassen und Origins in der Übersicht

Teamfight Tactics: Alle Champions, Klassen und Origins in der Übersicht

GTA 5 Online: Alles zum neuen Update - Wann öffnet das Casino?

GTA 5 Online: Alles zum neuen Update - Wann öffnet das Casino?

Teamfight Tactics (TFT): Item Tier List - Wem gebe ich was?

Teamfight Tactics (TFT): Item Tier List - Wem gebe ich was?

Gamescom 2019: Die Gaming-Messe ist eröffnet. Hier alle wichtigen Updates

Gamescom 2019: Die Gaming-Messe ist eröffnet. Hier alle wichtigen Updates

Kommentare