Test: Resident Evil 6 HD Remake

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Vier Jahre ist es nun her, seit sich Capcom mit Resident Evil 6 bei vielen Fans der Reihe nicht nur blamiert, sondern endlos unbeliebt gemacht hat. Oft als schwarzes Schaf unter allen Resident Evil-Teilen bezeichnet, wirft der Re-Release vor allem eine Frage auf: Warum? Seit dem 29. März ist die aufgehübschte Version für die PS4 und die Xbox One verfügbar und leitet eine ganze Reihe von HD-Remakes der Reihe ein. Capcom hat also das schlimmste bereits hinter sich gebracht - einen Blick ist das Resident Evil 6 HD Remake trotz der vernichtenden Kritik von damals dennoch Wert.

Ein Stück Zombie in vier Akten

Natürlich hat sich an der Story nicht allzu viel verändert, schließlich geht es bei einem HD Remake um die optische Aufpolierung des Spiels. Für alle, die bisher um Resident Evil herumgekommen sind oder die Geschehnisse aus dem vielerseits verhassten 6. Teil im Laufe der vergangenen Jahre verdrängt haben, gibt es hier eine kostenlose Erinnerung:

Resident Evil 6 HD startet mitten im Geschehen und verpackt ein spärliches Tutorial in eine ziemlich explosive Anfangsszene. Als Leon S. Kennedy, bekannt aus RE 2 und 4, schafft ihr eure Begleiterin Helena Harper aus der Gefahrenzone und müsst einen Weg finden, den feindlichen Zombies zu entkommen. Nach jeder Menge Action glaubt ihr euch im Helikopter eines Rettungstrupps in Sicherheit - und werdet bitterlich enttäuscht. Kaum seid ihr mit der Maschine in ein nahes Gebäude gestürzt, endet auch schon die Einleitung und wirft euch mit den beiden Charakteren einige Zeit zurück. Hier beginnt das eigentliche Spiel, das sich schon viel eher nach einem Survival-Horror-Spiel à la Resident Evil anfühlt - allerdings mit Einschränkungen.Storytechnisch hat sich aber nicht allzu viel getan: 15 Jahre nach den Ereignissen in Raccoon City will der US-Präsident die Wahrheit darüber endlich an die Öffentlichkeit dringen lassen. Bevor es jedoch soweit kommt. Wird er Opfer des mysteriösen C-Virus – ein Erreger, der sich rasch im Körper ausbreitet und Infizierte in aggressive Zombies verwandelt, die euch das Leben schwer machen wollen. Kein leichtes Spiel!

Dabei wird sowohl die ganze Geschichte als auch der Gesamtzusammenhang in vier Akten erzählt, bei denen euch sowoh alte Bekannte als auch neuen Gesichter begegnen werden. Während Akt eins mit Leon und Helena auf Horror ausgelegt sein soll, zielt Akt 2 mit Chris Redfield (RE 1 und 5) und Piers Nivan eher auf Action ab. Im dritten Akt stehen Schlüsselfigur Jake Muller und Sherry Birkin (RE 2) für Innovation, während im freischaltbaren vierten Akt Ada Wong für Rätsel zuständig ist.

Die Optik bockt, macht aber keinen Quantensprung

Das wichtigste bei einem HD Remake ist natürlich die Grafik. Während ihr bei der Story den gleichen (unbeliebten) Plot geboten bekommt wie vor wenigen Jahren, ist die Optik auf auf der neusten Konsolengeneration angekommen – zumindest teilweise.

Im direkten Vergleich mit der PS3-Version punktet das HD Remake fraglos mit der höheren Auflösung, sauberen Texturen und schöneren Farben. Dabei orientiert sich der neu aufgelegte Titel laut Capcom an den technischen Details der PC-Version und soll dieser in nichts nachstehen: Das Spiel läuft auf der aktuellen Konsole von Sony mit fluffigen 1080p und 60 FPS, was besonders bei actiongeladenen Szenen deutlich spürbar ist. Das aufgehübschte Remake tut dem Auge fraglos etwas gutes, macht im Laufe des Spiels jedoch sichtbare Abstriche und kann nich völlig überzeugen. Nach wie vor gibt es Spielelemente, die nicht ganz scharf bzw. hochauflösend sind und obwohl es sich dabei meist nur um kleinere Gegenstände, Hintergrunddetails oder Wände in Seitengassen handelt, nimmt es einem vermeintlichen HD Remake natürlich den Reiz.

Verbessertes Gameplay

Im Gegensatz zur grafischen Umsetzung lässt sich beim Gameplay von Resident Evil 6 HD Remake ziemlich wenig bemängeln. Die Steuerung wurde den Controllern der neuen Konsolengeneration angepasst und ist sehr intuitiv. Davon profitiert besonders die Schussmechanik, die wenig Probleme bereitet und relativ viel verzeiht. Für einen Titel wie diesen, der weniger auf Horror-, sondern mehr auf Action-Shooter-Elemente baut, ist das ein riesiges Plus, das den dauerhaften Spielspaß begünstigt.

Multiplayer

Resident Evil macht am meisten Spaß, wenn man gemeinsam spielt. Wenn es um den Umfang und die Möglichkeiten des Multiplayermodus geht, bietet der sechste Ableger der Reihe eigentlich viele Möglichkeiten: Neben dem optionalen Koop-Modus für jeden der vier Akte, gibt es zusätzlich eine Vielzahl an Multiplayermodi, die es auszuprobieren gilt.

Einzig und allein der Splitscreen ist nach wie vor störend: Statt den gesamten Bildschirm zu nutzen, bleibt es wie schon beim Original bei zwie verkleinerten Bildern, die rundherum von schwarzen Rändern umgeben sind. Diese Umsetzung ist auf Dauer nichts für schwache Augen und fördert nicht unbedingt den Orientierungssinn, wenn es wirklich mal wild zur Sache geht. Auch in besonders dunklen Gegenden, beispielsweise U-Bahn-Tunneln oder dem Stadtpark bei Nacht, macht der geteilte Bildschirm wenig Freude.

Das Spiel punktet auf anderer Ebene

Warum ist Resident Evil 6 HD Remake also trotzdem eine Überlegung wert? Am Ende des Tages ist die aufpolierte Version, die über euren Bildschirm flimmert, ganz ohne Zweifel schöner als die alte. Wer über kleinere Makel hinwegsehen kann, wird sich mit dem HD Remake vielleicht anfreunden können.

Der entscheidende Vorteil, den die HD-Version hat: Alle bisher veröffentlichten DLCs sind im Kaufpreis von rund 19,99 Euro mit einbegriffen. Darüber hinaus werden euch viele kleine Extras, eine spürbar verbesserte Steuerung und sämtliche Downloadinhalte geboten, die es ursprünglich nur über ResidentEvil.net zu erstehen gab. Für den geringen Preis bekommt ihr also richtig was geboten, was vielleicht für die schwache Story des Spiels entschädigt. Besonders Neulinge, die Resident Evil bisher vielleicht eher kritisch gegenüber standen, dürfen bei dem Preis gerne zuschlagen und zumindest mal reinschnuppern. Einen kleinen Abstrich müsst ihr jedoch dennoch machen, denn das HD Remake wird es hierzulande nicht als Disc, sondern nur in digitaler Form geben.

Pros

Cons

Fazit

Das Resident Evil 6 HD Remake ist sicher nicht perfekt und leidet besonders unter der fehlenden Stabilität des Grafikupdates, das sich nicht konsequent durchzieht. Alles in allem ist der Sprung auf die NextGen-Konsolen jedoch geglückt und verspricht dank 60FPS ein verbessertes Spielerlebnis. Auch die vielen zusätzlichen Inhalte, die im wirklich geringen Kaufpreis enthalten sind, kommen diesem Titel zugute. Insbesondere Neulinge der Reihe können bei diesem Angebot gerne zugreifen und erstmals Zombie-Luft schnuppern. Bei so einem All-inclusive-Paket kann man über kleinere Mankos durchaus hinwegsehen - und sich einfach ins Getümmel aus Leichen stürzen!

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