Test: Strange Brigade

  • vonDaniel Meyer
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Das Entwickler-Studio Rebellion kehrt aus der Versenkung zurück, und zwar mit einem brandneuen Game. Bisher hat die Spieleschmiede sich einen Namen mit der Zombie-Army-Serie gemacht, in der ihr gegen massive Mengen von Nazi-Zombies antreten musstet. Doch mit Strange Brigade geht der Entwickler nun andere Pfade! Naja… nicht ganz, denn auch hier gibt es zahllose Untote. So ganz mag der Entwickler sich offenbar nicht von bisher liebgewonnenen Gegnern distanzieren. Aber was steckt nun hinter diesem merkwürdig klingenden Titel?

 

Auf Schatzsuche und Zombiejagd

Strange Brigade lässt sich kurz und knapp als eine Mischung aus Left 4 Dead, Indiana Jones und 30er Jahre Slapstick-Heldenfilme definieren. In einer Truppe von vier verschiedenen Abenteurern reist ihr so durch die Welt und müsst in zahllosen Missionen dunkle Königsgräber, unerforschte mystische Ruinen und andere Orte der Vergangenheit erforschen. Dabei bekommt ihr es mit zahllosen Gegnern zu tun, die es aus dem Weg zu räumen gilt.

Neben standardmäßig langsam daherschlurfenden Zombies gilt es sich so auch gegen ägyptische untote Krieger, riesige Skorpione, Mumien und bspw. Minotauren zu erwehren. Zum Glück verfügt ihr dazu über ein ausgeprägtes Waffenarsenal, und ebenso lassen sich im Laufe einer Runde auch Schatztruhen finden, wo ihr gegen Geld bessere und einzigartige Bewaffnung erwerben könnt.

 

Das nötige Kleingeld verdient ihr euch, indem ihr Gräber plündert. Dabei sprechen wir nicht mal direkt von wortwörtlichen Gräbern, sondern überall auf den Missionen lassen sich versteckte Schätze finden. Schade ist allerdings, dass man abseits der Missionen keine wirkliche Möglichkeit der Individualisierung gegeben bekommt. Gerade das eine oder andere Kostüm, und sei es nur durch langfristiges Grinding ergatterbar, ist schon fast Pflicht – auch um die Langzeitmotivation oben zu halten.

Spielerisch komm Strange Brigade sehr solide daher. Das Zielen klappt gut, durch Ausweichmechaniken könnt ihr auch heranstürmenden Minotauren ausweichen und generell eignet sich der Titel ausgezeichnet, um eine kurzfristige Runde Spaß zu haben und einfach abzuschalten. Trotz verschiedenen Schwierigkeitsgraden fällt der Titel allerdings mäßig herausfordernd aus. Vergleicht man das Spiel bspw. mit dem erst im Sommer veröffentlichten Vermintide 2, welches ebenfalls die Left 4 Dead-Spielmechanik übernommen hat, so muss man leider sagen, dass Strange Brigade hier stark ins Hintertreffen kommt. In Sachen Grafik, Sound, Humor und Langzeitspielspaß weiß man sich zwar solide zu positionieren, doch dabei bleibt es schlussendlich auch.

Abseits der Kampagne

Positiv fallen hingegen die Horde- und der Score Attack-Modi aus. Diese bringen ein ordentliches Maß an Abwechslung zum normalen Gameplay ins Spiel. Im Horde-Modus müsst ihr klassischerweise gegen zahlreiche Wellen an Feinden antreten, die Welle für Welle stärker und schwieriger zu bezwingen werden. Hier stehen euch aber auch Fallen zur Verfügung, um die Untoten endlich richtig tot zu machen. Schade jedoch ist, dass die Fallen nicht individuell aufgestellt werden können, denn diese sind an festen Stellen bereits im Vorfeld platziert.

Der Score Attack-Modus hingegen schickt euch in die bekannten Kampagnen-Missionen zurück. Hier allerdings nur in begrenzte Gebiete, in denen zahlreiche Kreaturen auf euch warten. Das Ziel ist es, diese ins Reich der Toten zu schicken, und das möglichst schnell. Ein Multiplikator ermöglicht es euch, besonders hohe Punktezahlen zu generieren, und obendrein steht eine Par-Zeit zur Verfügung, die möglichst unterboten werden sollte. Eine weltweite Rangliste zeigt euch daraufhin, wie gut ihr tatsächlich gewesen seid.

Pros

  • Unterhaltsam, trashige Inszenierung
  • Solider Abwechslungsgrad zwischen den Charakteren
  • Viele Monster-Variationen
  • Stellenweise gut aufgebaute Rätsel

Cons

  • Technisch nur Mittelmaß
  • Langzeitmotivation nur marginal vorhanden
  • Level sind schnell keine Überraschungen mehr
  • Schwierigkeitsgrad hält sich in Grenzen

Fazit

Mit Strange Brigade bekommt ihr es mit einem unterhaltsamen und durchaus soliden Game zu tun, das insbesondere gut zum abendlichen Abschalten geeignet ist. Dabei setzt der Titel allerdings keine neuen Maßstäbe, und auch wären gerade in den Kampagnenmissionen prozedural erstellte Level wünschenswert gewesen. Denn nach kürzester Zeit kennt ihr diese auswendig, und damit auch alle dort versteckten Schätze und Geheimnisse. Zusätzliche Modi sorgen zudem für weitere Abwechslung, aber auch hier hat die Spieleschmiede beim Horde-Modus durchaus viel Potential verschenkt – insbesondere, um den Langzeitspielspaß und die Motivation oben zu halten. Für Zwischendurch ist Strange Brigade wunderbar geeignet, jedoch weit von einem Blockbuster-Titel entfernt.

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