Test: Titanfall 2

  • VonDaniel Meyer
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Nach der Aufspaltung der Belegschaft des Entwicklerstudios Infinity Ward, woraus die eine Hälfte unter der Leitung der ehemaligen Bosse Jason West und Vince Zampella die Spieleschmiede Respwan Entertainment gründeten, war die Anspannung groß. Immerhin waren nun alle Augen auf das neue Studio gerichtet. Mit dem Release des ersten Spiels, welches den Namen Titanfall trug und dank Mechs und Parcours-Elementen sehr willkommen von der Spielergemeinschaft angenommen wurde, konnte nicht nur die besagte Anspannung abgebaut werden. Zudem hat sich durch diesen Titel eine neue große Marke im Bereich der First Person Shooter auf dem Markt etabliert. Nun, nur wenige Jahre später, bekommen wir es mit Titanfall 2 mit dem zweiten Ableger der noch jugen Serie zu tun und mit diesem bekommen wir auch erstmalig eine Einzelspieler-Kampagne präsentiert.

Mein Mech und Ich

Die Kampagne hinter Titanfall 2 ist keine die neue Maßstäbe setzt. Weder bekommen wir es mit gänzlich neuen Spielelementen zu tun, noch erwartet uns die spannendste Geschichte, die wir je in einem Videospiel erleben durften. Dass es aber trotz dieser Mängel möglich ist ein großartiges Spiel auf den Markt zu bringen, mag zum einen an der noch recht frischen Thematik des Spiels liegen. Zum anderen lässt sich dies auch auf das äußerst runde und schnelle Gameplay in Verbindung mit der gut durchdachten Story-Inszenierung  zurückführen. Hinzu kommt ein neuer in der Vordergrund gerückter Blickwinkel des Spielgeschehens, welchen von uns vermutlich nur wenige bislang groß Achtung gezollt haben: Die Beziehung zwischen dem Piloten und seinem Mech.

Der Pilot selbst gehört im Universum von Titanfall 2 zu der absoluten Elite, denn sein Kampfverhalten auf dem Schlachtfeld ist durch seine besonderen Fähigkeiten des Parcours-Laufs geprägt. Dank einem kleinen Jetpack auf dem Rücken kann er einen kurzen Schub auslösen, durch den er sowohl Geschwindigkeit aufbauen, als auch höher und weiter springen kann. Entsprechend gehören der Doppelsprung, das Laufen entlang von Wänden und zahlreiche andere Manöver zu den wichtigsten Fähigkeiten des Piloten mit denen er sich Blitzschnell über das Schlachtfeld bewegen kann.

Gerade dieses schnelle und präzise Gameplay gehört zu den wichtigsten Elementen hinter Titanfall 2. Dieses fühlt sich einfach nur großartig, verdammt präzise und vor allem flüssig an, gerade auch was schnelle Kamerabewegungen und Tearing angeht. Sowohl im Einzel- als auch im Mehrspieler-Modus bekommen wir so stetig die Gelegenheit die Fähigkeiten des Piloten einzusetzen um durch schnelles und taktisches über die Karte Manövrieren die eigenen Feinde auszutricksen. Aber natürlich ist der Pilot nur halb so viel Wert ohne seinen Mech, der eine mindestens ebenso wichtige Rolle spielt.

In der Kampagne von Titanfall 2 schlüpfen wir so in die Rolle des Soldaten Jack Cooper, der durch einen mehr oder weniger glücklichen Zufall an seinen ersten Titan gerät. Die Bezeichnung dieses Mechs lautet BT-7274 und er verfügt über eine eigene künstliche Intelligenz, die uns im Verlauf der anstehenden Gefechte gute Dienste leisten wird – sei es im Kampf, bei Ratschlägen zu taktischen Entscheidungen oder einfach nur im Small-Talk. Obwohl BT nur ein Programm ist, so vermittelt er Spielverlauf doch sehr schnell, dass selbst ein solches Programm vielleicht mehr ist als die Summe seiner Programmierzeilen. Immerhin gelingt es Titanfall 2 bravourös Gefühle zu wecken, während im Verlauf der Geschichte eine gewisse partnerschaftliche Beziehung nach und nach aufgebaut wird. Insbesondere diverse kritische Momente im Verlauf der Kampagne lassen hier gekonnt beim Spieler die Vermutung aufkommen, dass die K.I. vielleicht mehr als nur ein Programm ist.

Gut inszeniertes, abwechslungsreiches Gameplay

Die Entscheidung eine Einzelspieler-Kampagne in Titanfall 2 einzubauen war seitens Respawn Entertainment die absolut richtige Wahl. Insbesondere die Art und Weise wie diese inszeniert ist zeigt hier die Erfahrung der Entwickler, denn durch das gesamte Spiel hinweg wird der Spieler stetig am Ball gehalten. Dies geschieht durch gelegentliche Bosskämpfe, abwechslungsreiche Parcours-Einlagen, geschickte Wendungen der Story und neue verwendbare Gadgets. Ein Beispiel dafür ist eine Waffe, die es uns ermöglicht durch die Zeit zu reisen. Dabei wechseln wir bei Bedarf durch einen Knopfdruck kurz zwischen zwei zeitlichen Ebenen, was uns nicht nur Einblick in frühere Ereignisse gewährt sondern uns auch die Möglichkeit bietet an sonst unüberwindbaren Hindernissen vorbei zu gelangen. Wir sind stellenweise sogar gezwungen in zwei zeitlichen Ebenen gleichzeitig Gefechte gegen unterschiedliche Feinde durchzuführen, wobei der Überraschungsmoment jedoch stets auf unserer Seite ist.

Aber auch im Mehrspieler-Bereich hat sich Respawn Entertainment ordentlich ins Zeug gelegt, zumal man sich gut vorstellen kann, wie schwer das Balancing eines solchen Titels sein dürfte. Dabei sprechen wir natürlich nicht nur vom Kampf zwischen Piloten gegen Titans, was in jeder Runde an der Tagesordnung steht, auch gilt es all die verschiedenen Piloten-Klassen, deren Waffen und natürlich auch die Loadouts der Titans zu berücksichtigen, die sich je nach gewählter Kombination gänzlich anders spielen lassen. Das Resultat: Wir bekommen es mit einem gigantischen Maß an Abwechslung geboten, welches den Spieler Dank unterschiedlicher Level-System auch langfristig binden dürfte.

So dürfen wir aus einem großen Repoitre an Waffen, Gadgets und anderen Fähigkeiten wählen, die sich taktisch sehr unterschiedlich einsetzen lassen. Eine der verschiedenen Klassen verfügt so über einen Enterhaken, mit dem wir uns rasend schnell über das Schlachtfeld bewegen können, wohingegen der Ghost über eine aktive Tarnfähigkeit verfügt, die ihn fast unsichtbar macht. Unsere bevorzugte Klasse verfügt hingegen über einen Wurfsensor, der nahe gelegene Gegner für kurze Zeit auch hinter Objekten sichtbar macht. Richtig angewandt können all diese Fähigkeiten äußerst hilfreiche Vorteile im Kampf bieten, und im Falle des Sensors auch den noch so fiesesten Camper schnell ausfindig machen.

Pros

Cons

Fazit

Die Erwartungen der Spieler waren hoch und wir können mit Fug und Recht behaupten, dass Respawn Entertainment mit Titanfall 2 diesen mehr als gerecht geworden ist. Der Titel kann dabei auch dank der neuen Einzelspieler-Kampagne überzeugen, die zwar vom Storytelling keine neuen Maßstäbe setzt, dafür aber durch und durch solide und abwechslungsreich aufgebaut ist und zudem auch gekonnt die Beziehung zwischen Pilot und Titan in der Vordergrund stellt. Den wichtigsten Aspekt hinter Titanfall 2 stellt allerdings nach wie vor der Mehrspieler-Teil dar. Dieser ist vom Balancing, über das Piloten und Titan Loadout bis hin zum rasanten und super flüssigen Gameplay durch und durch großartig. Titanfall 2 gehört ohne Frage zu einem der Besten Multiplayer-Games des laufenden Jahres!

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