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Test: World of WarCraft - Warlords of Draenor

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Von: INGAME Redaktion

Tests zu MMORPGs oder Rollenspielen im Allgemeinen sind immer so eine Sache. Nimmt man sich vor Release zu wenig Zeit, läuft man Gefahr, das Endgame falsch einzuschätzen. Lässt man sich hingegen zu viel Zeit, dann ist das Thema eventuell schon nicht mehr aktuell. Gerade im Fall von World of WarCraft und der brandneuen Erweiterung Warlords of Draenor konnten wir aber nicht anders, als der Mutter aller MMOs die ihr gebührende Zeit einzuräumen. Denn mit Grommash als Widersacher, der mit Hilfe seines Sohnes Garrosh, der eigentlich in Pandaria besiegt und eingesperrt wurde, bauten sie für die neue Eisernere Horde ein dunkles Portal - und veränderten ihre Zukunft. Mit ein wenig Verspätung, dafür aber auch mit der nötigen Expertise ist hier unser Test zu World of WarCraft - Warlords of Draenor!

Das Grafik Update 6.0.2 (vom 15. Oktober 2014)

Bevor wir das erste Mal das Add-on Warlords of Draenor in den Händen halten und unseren Charakter nach Draenor schicken durften, erlebte die WoW-Welt am 15. Oktober 2014 einen kolossalen Patch, der die grafische Gestaltung des Spiels aufgerüttelt hat. Rund 10 Jahre nach der Einrichtung der ersten Server haben die neun spielbaren Rassen aus World of WarCraft Classic und Burning Crusade das erste Mal eine komplette Überarbeitung erfahren. Menschen, Gnome, Zwerge, Nachelfen, Draenai (Allianz), Orcs, Untote, Tauren und Trolle (Horde) wurden optisch verändert. Lediglich die Blutelfen (Horde) sollen noch zu einem späteren Zeitpunkt überarbeitet werden.

Die Gesichtszüge und -konturen fallen nun sehr viel feiner aus. Die Charaktere haben eine sich ändernde Mimik, die beim Zaubern und bei verschiedenen Emotes viel stärker agiert, als früher. Auch die Haarstruktur wurde der Grafik der später beigefügten Rassen angepasst. Ebenfalls verändert wurden die Charakteranimationen beim Laufen und beim Zaubern.

Weniger auffällig sind die Veränderungen in der Landschaft der alten Gebiete. Aber auch hier wurde die Grafik detailreich ausgeschmückt. Die Landschaftsdetails zeigen sich vor allem in Baumkronen und am Gras. Letzteres hat nun beispielsweise den kleinen aber feinen Effekt, dass es sich stellenweise bewegt, wenn unser Charakter hindurch läuft.

Wem die neuen Modelle übrigens nicht gefallen sollten, der hat innerhalb des Spiels die Möglichkeit diese auszuschalten. Unter „System“ findet ihr den Reiter „Erweitert“ unter dem ihr rechts den Haken setzten könnt für „Neue Charaktermodelle anzeigen“. Nehmt ihr den Haken raus, werden euch wieder die alten Modelle angezeigt.

Leveln? Schon wieder!?

Alle Schönwetterurlauber haben endlich ihre Zelte in Pandaria abgebaut, und sich nach einem kurzen Gespräch mit Khadgar, dem Schüler Medivhs und Träger des legendären Stabs Atiesh, auf nach Draenor gemacht. Doch welche Gefahren und Schrecken erwarten uns hier auf dem Weg zur neuen maximalen Stufe 100? Draenor ist anders als die Scherbenwelt wie wir sie aus Burning Crusade kennen.

Nach einem Prolog im Tanaandschungel trennen sich die Wege von Allianz und Horde, die gemeinsam gegen ihren Widersacher, die Eisernen Horde, kämpfen. Während die Allianz im Schattenmondtal ihre Siedlungen mit den Draenei aufgeschlagen hat, einem traumhaften Ort, der rein gar nichts mit seinem alten Pendant samt Illidans Schwarzen Tempel zu tun hat. Fangen Hordler im Frostfeuergrat an - einer tundraartigen Winterlandschaft die am Besten mit Winterfell aus Game of Thrones zu vergleichen ist. Doch dieser Prolog zeigt wunderbar welche Erzählweise Blizzard mit dieser Erweiterung eingeschlagen hat.

Waren die Quests in Pandaria schon ein Schritt in die richtige Richtung, ist Warlords of Draenor ein leibhaftiger Jungbrunnen. Quest geschundene World of Warcraft-Veteranen, die seit zehn Jahren mit etlichen Charakteren immer und immer wieder die gleichen Aufgaben abgeschlossen haben, finden endlich wieder Spaß bei der Sache. Besonders erwähnt werden muss an dieser Stelle die Garnison, die als persönliche Basis dient, allerdings kein vollwertiges Housing darstellt. Doch dazu später mehr.

Jedes Gebiet ist in mehrere Kapitel unterteilt und erzählt die Geschichte Draenors und ihrer Bewohner. Ist ein Gebiet abgeschlossen, erwartet den Spieler meist eine kleine Sequenz. Es ist cineastischer und immersiver, wer Spaß am World of Warcraft-Lore hat, wird hier seine Freude haben. Alle anderen lassen sich schlichtweg von Blizzards Regie begeistern. Doch auch die Aufgaben des Spielers selbst sind nicht mehr immer nur die typischen Botengänge und Tötungsaufträge. So tobt man sich beispielsweise in Talador mit einem Schredder aus, und springt mit Raketenantrieb in Gegnerhorden, oder wälzt in einem Eisenstern durch Shattrath. Klar, komplett ohne töte dies, sammle das und bring mir jenes kommt auch Dreanor nicht aus, doch Leveln macht endlich wieder Spaß!

Tägliche Pflichten

Doch was tut man sobald endlich die magische 100 erreicht ist, und der Spaß am Leveln ein jähes Ende gefunden hat? Im Grunde hat sich nicht viel am Endgame Content verändert. Heroische Instanzen abgrasen, Ruf farmen und all der übliche Spaß. Zunächst bemühen sich all jene, die PvE-Content bestreiten wollen, ein Itemlevel von 610 zu erreichen. Anschließend werden heroische Instanzen durchgespielt bis ungefähr die 630 im Itemlevel zu Buche steht - dann heißt es warten. Wie warten? Genau warten. Da der erste Raid mit Hochfels erst am 3.12. seine Tore für die Allgemeinheit öffnet, muss die Freizeit anders gestaltet werden.

Mit der Garnison zum Beispiel. Bisher ist noch nicht bekannt, wie weit Blizzard die Garnison für die Zukunft geplant hat. Doch bis alle Gebäude auf Stufe 3 sind, werden große Mengen an Ressourcen benötigt. Und es wird einige Wochen dauern, bis diese euer sind. Mit Draenor hat auch eine neue Währung ihren Weg ins Spiel gefunden. Die sogenannten Apexiskristalle ersetzen die zwei Arten von Marken, die in Pandaria für den Erwerb von Gegenständen von Nöten waren. An diese kommt man aber nicht mehr durch heroische Instanzen und Raids, denn ihr müsst nun eine tägliche Quest in eurer Garnison absolvieren. Diese schickt euch immer an einen anderen Ort in Draenor – wobei Shattrath ein häufig gewählter Ort sein wird.

Mit Draenor gibt es ebenfalls eine neue legendäre Questreihe, die den Umhang aus Pandaria ablöst. Der einzig Wahre Ring wird mit Khadgars Hilfe irgendwann euer sein. Doch bis es soweit ist, und der Ring in legendärer Form an eurem Finger sitzt, müssen viele Aufgaben gemeistert werden. Ob Blizzard diese Questreihe spannender als die für den legendären Umhang gestaltet hat muss sich noch zeigen. Denn ein „Gratis Legendary“ ist immer noch Gesprächsstoff in der Community und wird heiß diskutiert. Sehr positiv ist das Ruf farmen für die unterschiedlichen Fraktionen aufgefallen – Fraktionen sind faktisch nur noch für Spielzeug und Reittiere von Nutzen. Essentielle Rezepte und andere Sachen die wichtig im Endcontent sind, finden sich hier nicht mehr wieder.

Der Traum von der eigenen Garnison

Die Garnison wurde als neues, großes Feature von Warlords of Draenor dem Spiel beigefügt. Sie ermöglicht euch, mit einigen Vorgaben, das Errichten einer eigenen Festung, die in drei Stufen ausgebaut werden kann. Wer sich intensiv mit ihren Schwerpunkten beschäftigt, für den kann die Garnison für den Spielverlauf ab Level 100 sehr hilfreich sein. Das Konzept der Garnison bezieht sich auf zwei Aspekte: Das Bauen von Gebäuden und die Rekrutierung von Anhängern.

Für das Bauen von Gebäuden steht euch eine gewisse Auswahl an Garnisonsarchitekturen zur Verfügung. Neben dem zentralen Gebäude, der großen Halle, ist die Kaserne am wichtigsten. Diese ermöglicht euch Anhänger zu rekrutieren, die ihr auf Missionen schicken könnt. Die Gebäude sind in drei Gruppen eingeteilt: Groß, mittel und klein. Neben den vorgegebenen Gebäuden (Große Halle, Kaserne, Angelhütte, Kräutergarten, Frostwallmine und Menagerie) könnt ihr auf Stufe 3 eurer Garnison insgesamt drei kleine, zwei mittlere und ein großes Gebäude errichten. Bei den kleinen Gebäuden empfiehlt es sich, ein Gebäude auszuwählen, welches sich auf euren Beruf bezieht. Durch den jeweiligen Beruf könnt ihr schneller an die benötigten Ressourcen gelangen, die ihr in dem jeweiligen Gebäude benötigt. Prinzipiell steht euch aber jedes Gebäude auch ohne den jeweiligen Beruf zur Verfügung. Als mittleres Gebäude ist auf jeden Fall das Sägewerk zu empfehlen. Mit diesem könnt ihr Bäume in ganz Draenor fällen lassen, um Garnisonsvorräte zu bekommen. Diese braucht ihr um Missionen der Anhänger zu starten und um Gebäude auszubauen.

Um Anhänger für eure Garnison zu bekommen, müsst ihr nichts weiter tun, als der Story von Warlords of Draenor zu folgen. Anhänger gibt es zum Beispiel beim Abschluss einer großen Hauptquest für einen Außenposten. Auch kleinere Nebenquests können euch einen zusätzlichen Anhänger freischalten. Ihr erhaltet den jeweiligen Anhänger in einer zufälligen Seltenheit und mit zufälligen Fähigkeiten. Diese beeinflussen ihre Leistung bei Missionen. Die Seltenheit kann außergewöhnlich (grün), selten (blau) oder episch (violett) sein. Jeder Anhänger levelt, wie euer Charakter, bis Stufe 100 und kann danach bis zur epischen Seltenheit aufsteigen. Jeder Anhänger repräsentiert eine Rasse und eine Klasse, die je nach Quest einheitlich sind. In der großen Halle könnt ihr am Befehlstisch beim Kriegsmeister Zog Garnisonsmissionen starten. Je höher eure Anhänger im Level aufsteigen, desto höhere Missionslevel können sie bewältigen. Als Belohnung bekommt ihr (neben den EP für euren Anhänger) Gold, Garnisonsressource, zusätzliche EP für den Anhänger oder Items. Ab Mission mit dem Level 100 gibt es durchaus nützliche Items für euren Charakter zu gewinnen. Im späteren Spielverlauf werden die Missionen immer schwieriger, bringen aber auch immer lukrativere Items ein.

Die Vielfalt der Dungeons in Warlords of Draenor

Welcher WoW-Spieler kennt es nicht: Questen was das Zeug hält, um möglichst schnell zu leveln und alle anderen Mitspieler abzuhängen. Neben dem Leveln von einem Gebiet in das nächste, sind auch die Dungeons eine wichtige Art voranzukommen. Quests innerhalb der Dungeons gibt es mit Warlords of Draenor nicht mehr. Dafür locken hier aber neue herausfordernde Gegner und lukrative Items, die euer Itemlevel stetig wachsen lassen. In Warlords of Draenor gibt es insgesamt acht Dungeons, die sich schrittweise mit steigendem Level freischalten. Darunter befindet sich beispielsweise die Instanz „Obere Schwarzfelsspitze“, die wir bereits aus Classic-Zeiten kennen. Für Warlords of Draenor wurde sie neu überarbeitet und bietet uns nun zusätzliche Bosse und eine spannende Nebenstory.

Jeder Dungeon ist individuell und interessant gestaltet: Auf unserem Rundgang durch die acht Instanzen müssen wir durch Gebiete hoch in den Lüften und tief in dunklen Verliesen. Wir kämpfen gegen Oger in den feurigen Höhlen der Blutschlägermine, gegen Vögel auf den hohen Klippen der Himmelsnadel und schlagen uns durch die dichten Wälder von Gorgrond. Unsere Dungeon-Reise führt uns aber auch durch die königlichen Gemächer von Auchindoun und wir kämpfen in den Waggons eines rasenden Zuges am Grimmgleisdepot. Die Instanzen bieten eine Fülle an Details die uns beeindruckt. Die Dungeons sind abwechslungsreich gestaltet und beleben die Story zu Warlords of Draenor in vielen Einzelheiten.

Wer in Mists of Pandaria bereits aktiv geraidet hat und Equip sammeln konnte, sollte keine Schwierigkeiten haben die ersten Dungeons von Warlords of Draenor zu meistern. Erst mit Level 100 werden für euch die höchsten Instanzen zugänglich, sodass ihr mit schwereren Gegnern rechnen müsst. Auch für geboostete Charaktere, die das Licht der Welt erstmals in Draenor erblicken, sollten die Anfänge machbar sein. Durch die zahlreichen Quests in Draenor erhaltet ihr viele Items, die euch schnell in den 600ter Itemlevel-Bereich bringen. Und schließlich hat auch Blizzard uns hier nicht ganz allein gelassen: Der geboostete Charakter erhält Items mit dem Level 483, was Items aus den ersten Raids aus den Mists of Pandaria entspricht.

Mit der Levelgrenze von 610 (die ihr nicht unbedingt tragen, sondern lediglich im Inventar haben müsst) könnt ihr euch auf die heroischen Instanzen stürzen. Hier gibt es Items mit dem Level 630. Wer weiter farmt und sich seine Ausrüstung mit dieser Grenze zusammensucht, darf sich, wie wir, schon jetzt auf die ersten Raids freuen, die in rund eineinhalb Wochen freigeschaltet werden.

Ashran, die umkämpfte Insel

Freunde des gepflegten Köpfe einschlagen kommen voll und ganz auf den bewährten Schlachtfeldern und Arenen zum Zuge. Doch neu ist Ashran – teils Basis für Allianz und Horde – kämpfen beide Fraktionen im Herzen der Insel auch gegeneinander. Hierbei muss nicht über den Browser eben jenes Schlachtfeld betreten werden. Ähnlich wie zum Beispiel Tausendwinter könnt ihr einfach reinreiten. Es ähnelt einem Alteractal in Sachen Größe und auch PvE'ler sind hier nicht komplett verloren.

Ihr könnt alle paar Minuten einen Anführer der gegnerischen Fraktion angreifen und eine epische Truhe von diesem erbeuten. In dieser Truhe findet sich meist seltene Beute und Ehre lässt sich ebenfalls auf diese Weise schnell erlangen. Abzuwarten bleibt, ob das Schlachtfeld zum 10. Geburtstag von World of Warcraft – Tarrens Mühle gegen Süderstade – dauerhaft im Spiel bleibt, oder eben nur ein Geburtstagsevent. Genauso wie der 40 Mann Geschmolzener Kern Raid in der Schlachtzugsbrowser Variante.

Pros

Cons

Fazit

Der Kuschelfaktor von Pandaria ist vorbei! Warlords of Draenor lehnt sich optisch endlich wieder mehr an die Ursprünge von World of WarCraft an, was viele Spieler zu schätzen wissen. Das Leveln in Warlords of Draenor mit der neuen Obergrenze 100 geht gefühlt sehr schnell. Die Zeiten, in denen wir lange in einem Gebiet zum Questen verweilt haben, scheinen endgültig vorbei zu sein. Viel mehr Zeit verbringen wir dafür jetzt in unserer Garnison, was ein schöner, aber nicht ganz adäquater Ausgleich ist. Das „Farmen“ von Items durch die Anhänger in der Garnison macht den Anfang des Spiels sehr einfach. Allerdings wissen wir noch nicht, wie es damit im End Content weiter geht. Schön abwechslungsreich hingegen sind die Dungeons und auch das allgemeine Questen in Draenor lässt kaum Langeweile zu. Besonders gut gemacht ist die tägliche Quest für Apexiskristalle. Die Quest führt jeden Tag in ein anderes Gebiet von Draenor, wodurch wir viel von der Landschaft sehen und nicht mehr nur in einem Gebiet gezwungen sind zu questen.

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