Test: Xenoblade Chronicles 3D

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Obwohl schon 2012 erschienen und in Tests und Kritiken mit Spitzenwertungen deklariert, hat es Xenoblade Chronicles nie so ganz über den Status eines Geheimtipps hinweg geschafft. Erst ein Auftritt in Super Smash Bros. für Wii U und 3DS, sowie die atemberaubend schönen Videos zu einem Nachfolger für die Wii U machten das Spiel auch hier zulande außerhalb der Rollenspielgemeinde bekannter. Mit Xenoblade Chronicles 3D bringt Nintendo den Titel nun auf den New Nintendo 3DS, wo neue Features und der 3D-Modus für Begeisterung sorgen sollen. Ist die Handheld-Version ein ebenso großer Kracher?

Ein Konflikt, so alt wie die Welt selbst

Im Anfang war entgegen anderslautender Berichte nicht etwa das Wort, sondern die beiden Titanen Bionis und Mechonis, oder wenigstens im Anfang der Geschichte von Xenoblade Chronicles 3D. Die beiden Titanen töteten sich schließlich in einem unerbittlichen Kampf gegenseitig und auf ihren toten Körpern entwickelte sich allmählich Leben. Während die Lebewesen auf Bionis sinnigerweise organischen Ursprungs sind, wird Mechonis von mechanischen Kreaturen bewohnt. Gewissermaßen im Namen der jeweiligen Titanen tragen die uns Menschen recht ähnlichen Homs und die an Roboter erinnernden Mechons den Konflikt auch viele tausend Jahre später weiterhin aus.

Schlüssel zur Beilegung des Konflikts ist das legendäre Schwert Monado, das zu jener Zeit vom jungen Forscher Shulk geführt wird. Als seine Freundin einem Angriff der Mechons zum Opfer fällt, beschließt Shulk, sich auf eine gefährliche Reise zu begeben, um die Invasion der Mechons zu stoppen. Geleitet wird er dabei von Visionen, die ihm sein Schwert Monado beschert. Auf seiner Reise warten selbstverständlich halsbrecherische Gefahren, düstere Geheimnisse, neue Freunde und ähnliche Elemente, die eigentlich Bestandteil eines jeden guten JRPGs sind. Auch wenn sich die Story von Xenoblade Chronicles 3D nun nach 08/15 anhört, gehört sie tatsächlich zu den dramatischsten, spannendsten und unterhaltsamsten Videospiel-Geschichten der letzten Jahre und selbiges gilt auch für die Charaktere.

Viel zu entdecken, viel zu erledigen!

Nicht weniger komplex als die Story, ist auch das Gameplay von Xenoblade Chronicles 3D. Wie bei JRPGs nicht unüblich, wartet auf euch eine riesige Welt die es zu erkunden gilt, die Quest, versteckte Orte und jede Menge beinharte Fights bereit hält und im Laufe der unzähligen Spielstunden immer wieder mit neuen Elementen überrascht. Alleine das Erkunden der gelungenen und äußerst abwechslungsreichen Regionen dürfte den einen oder anderen schon einige Abende beschäftigen. Weite Ebenen wechseln sich mit finsteren Sümpfen und tristen Ödnissen ab, ihr begegnet herdenweise umherstreifenden Monstern und, und, und. Die Spielwelt von Xenoblade Chronicles 3D steht auf den Listen der schönsten Spielwelten ganz weit oben.

Und so groß die Areale auch sind, so zahlreich sind auch die Bewohner, die da eure Hilfe benötigen. Nebenquests und Aufträge findet ihr in Xenoblade Chronicles 3D an jeder Ecke und diese vollkommen zu ignorieren macht euch das Leben in der Hauptstory nicht unbedingt leichter. Hilfe zur Selbsthilfe gewissermaßen, denn die Nebenquests bescheren euch wertvolle Erfahrung oder Items, die in den Kämpfen entscheidend sein können. Darüber hinaus werden außerdem die jeweiligen Beziehungen zwischen den Charakteren gestärkt, was im Verlauf des Spiels immer wieder relevant wird. Aber erkundet die Möglichkeiten am Besten selbst!

Man gibt sich kämpferisch

Und wenn wir nicht gerade mit offenem Mund die Landschaften bewundern oder Hilfebedürftigen zur Hand gehen, dann verkloppen wir aber natürlich auch auf dem New Nintendo 3DS bevorzugt Monster, um unserer Party Levelaufstiege und neue Fähigkeiten zu bescheren. Ganz einfach sind die Kämpfe allerdings nicht und gerade für Neulinge des Genres sind die vielen verschiedenen Optionen nur schwer zu überblicken. Jeder Charakter verfügt wie gewohnt über individuelle Fähigkeiten, die je nach Gegner mal mehr oder mal weniger effektiv sein können. Ein gutes Beispiel sind hier die Möglichkeiten die Shulk und seinem Monado zur Verfügung stehen und abhängig von der Situation ein völlig anderes Vorgehen ermöglichen. Das Timing von Angriff und Verteidigung ist ebenfalls enorm wichtig, denn allzu schnell erwischt euch ein Gegner mal auf dem falschen Fuß, was verheerende Folgen haben kann, gerade wenn ihr gegen starke Monster antretet. Ferner gilt es auch immer zu beachten, welchen eurer Charaktere die Feinde gerade attackieren, denn in der Regel stürzen die sich immer auf denjenigen Charakter, der am kräftigsten austeilt. Ein wenig taktisches Geschick ist also schon gefragt!

Fast genau so wichtig sind allerdings auch die Entscheidungen, die ihr vor den Kämpfen in Xenoblade Chronicles 3D trefft. Für Levelaufstiege, gewonnene Kämpfe und erledigte Aufträge erhaltet ihr entsprechend Erfahrung und Skillpunkte, mit denen ihr den Weg eurer Charaktere bestimmen könnt. In den meisten Fällen habt ihr die Wahl zwischen drei Skill-Trees, die eine offensivere, defensiverer oder andere Spielweise ermöglichen. Gleichzeitig gilt es natürlich auch sich im Hinblick auf Spezial-Attacken und eine möglichst ausgewogene Gruppe zu entscheiden. Hier zeigt sich Xenoblade Chronicles 3D abwechslungsreich und bietet dem Spieler unzählige Optionen, die Veteranen frohlocken lassen und Neulinge ein wenig ratlos machen wird.

Portierung geglückt?

Und wo Xenoblade Chronicles 3D schon der erste Exklusivtitel für den New Nintendo 3DS ist, lässt sich ein Blick auf die Technik nicht vermeiden. Grafisch war Xenoblade Chronicles seinerzeit auf der Wii nicht unbedingt am Puls der Zeit und hat nicht unbedingt neue Maßstäbe gesetzt. Hier schlägt sich die Handheld-Version besser! Für den New Nintendo 3DS wurde die Auflösung zwar noch ein wenig runtergefahren, dennoch macht das Spiel generell eine ordentliche Figur und kommt ohne die Ruckler des Originals aus. Gerade der 3D-Modus ist schön umgesetzt worden und weiß über die eine oder andere pixelige Kante hinweg zutrösten. In den zuweilen hektischen Kämpfen erweist sich die höhere Bildstabilität des New Nintendo 3DS zudem als wahrer Segen. Für einen Handheld-Titel sieht Xenoblade Chronicles 3D sehr hübsch aus, weshalb wir die Investition in eine größere Speicherkarte gerne hinnehmen.

Größere Speicherkarte? Richtig! Xenoblade Chronicles 3D ist leider zu groß für die dem New Nintendo 3DS beiliegende Speicherkarte mit 4 GB Kapazität, weshalb ihr eine größere Speicherkarte benötigt. Solltet ihr die Download-Version des Titels erwerben, braucht ihr wenigstens 8GB Speicherplatz auf dem Gerät. Die sonstige technische Umsetzung kann sich sehen lassen! Der Sound, sowohl die Effekte, die Synchronisation und der Soundtrack, kann sich hören lassen. ABER, die japanische Original-Tonspur gibt es leider nicht, was aus unserer Sicht ein klares Manko ist! Die Steuerung wurde ebenfalls gut portiert und geht meist erfreulich flüssig von der Hand. Wir brauchen zwar noch ein wenig, um mit dem C-Stick des New Nintendo 3DS warm zu werden, aber das ist sicherlich eine persönliche Empfindung.

Pros

  • Riesige, abwechslungsreiche Spielwelten
  • Unzählige Möglichkeiten beim Gameplay
  • Spannende Story
  • Vielfältige Aufgaben neben der Haupthandlung
  • Sehr gutes Kampfsystem

Cons

  • Keine japanische Synchro
  • Auf die Charakter-Modelle muss man stehen

Fazit

Obwohl es simpel scheint, sind Portierungen nicht unbedingt einfach umzusetzen, wie einige misslungene Beipiele der letzten Jahre zeigen. Xenoblade Chronicles 3D gehört aber glücklicherweise nicht dazu, denn die Umsetzung ist in Sachen Gameplay, Steuerung und Grafik eine runde Sache. Das Spiel strotzt nur so vor all dem, was Rollenspiel-Freunde lieben und überzeugt fast ohne Abstriche. Bahnbrechend neu macht der Titel zwar nur weniges (gerade wenn man die Wii-Version schon kennt), aber dafür macht er das bekannte schlicht sehr, sehr gut. Wer auch nur das geringste Interesse an RPGs hat, kommt schwerlich um Xenoblade Chronicles 3D herum.

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