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The Devil In Me: Albträume vorprogrammiert – Gamescom 2022 Vorschau

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Von: Christian Böttcher

The Devil In Me verbindet Saw mit interaktivem Horror. Wir haben den vierten Teil der Dark Pictures Anthology auf der gamescom 2022 für euch angespielt.

Guildford, Großbritannien – Ab ins Mordhotel. Bei The Devil In Me von Supermassive Games soll uns im November ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Wir konnten den Horror-Schocker auf der gamescom 2022 anzocken und verraten, warum uns dabei ständig die Saw-Reihe im Gehirn herumspukte.

The Devil In Me: Ganz viel Saw – doch die Opfer sind auf Zack

Mit The Devil In Me bringt Supermassive Games das nächste Versatzstück der The Dark Pictures Anthology (einer Sammlung von Spielen des Entwicklers), mit dem sich die Briten ein großes Kapitel in der Geschichte der Horror-Games sichern wollen. The Devil In Me ist nach Man of Medan, Little Hope und House of Ashes nun schon die vierte Auskopplung der Reihe.

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The Devil In Me: Echter Slasher oder lauwarmer Saw-Abklatsch? Im November wissen wir mehr. © Supermassive Games

Das Konzept hinter der Dark Pictures Anthology lässt sich problemlos als “interaktiver Horrorfilm” zusammenfassen. Allein oder im Koop steuern wir hoffnungslos ausgelieferte Figuren, wahlweise Teenager, Soldaten oder im Fall vom Neuling eine Film-Crew, durch eine vorskizzierte Handlung und versuchen – je nachdem, wie sadistisch wir sind – unsere Schützlinge zu retten oder gnadenlos ins Verderben laufen zu lassen,

Auch in The Devil In Me nicht anders: Ständig stellt uns das Spiel vor knifflige Entscheidungen, sodass wir beim Schicksal der Figuren alle Fäden in der Hand halten. Zusätzlich dazu nehmen auch unsere Reflexe Einfluss darauf, was mit den wandelnden Horror-Film-Klischees passiert, die uns Supermassive vor die Nase setzt. 

Quick-Time-Events sind in puncto Gameplay noch immer Brot und Butter der Dark Pictures Anthology. Schon ein falscher Tastendruck oder unbedachter Griff in die Chipstüte kann also dafür sorgen, dass der verhasste Highschool-Quarterback die Radieschen von unten sieht – oder alternativ die saucoole Skaterbraut, die wir eigentlich unbedingt retten wollten. Pech gehabt!

The Devil In Me: Alles geritzt für einen gelungenen Abschluss der Dark Pictures Anthology

The Devil In Me soll den Abschluss von Season Eins der Dark Pictures Anthology bilden und zum Finale nochmal ordentlich auf die Kunstblut-Tube drücken. Alles schreit nach Slasher im neuen Spiel der Macher von Until Dawn. Supermassive hat sich nämlich niemand geringeren als den möglicherweise ersten Serienkiller der USA zum Vorbild genommen und eine Story um ihn herum gestrickt, die irgendwo zwischen Saw, The Grudge und jedem x-beliebigen House-Invasion-Streifen ihr blutiges Unwesen treibt.

Die Rede ist von Dr. Henry Howard Holmes, mit bürgerlichem Namen Herman Mudgett. Im späten 19. Jahrhundert lebte und arbeitete er als Arzt in Chicago. Dort ermordete er Schätzungen zufolge mehr als 30 Menschen. Morbiden Kultstatus erlangte er jedoch als der Mann, der ein ganzes Haus baute, nur um in diesem seine Opfer zu quälen und zu töten. Supermassive nimmt sich nun diesen Mordhaus-Mythos zur Brust und macht uns zu Opfern von Henry Howard Holmes beziehungsweise seinem Alter Ego.

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The Devil In Me: Serienmörder Henry Howards Holmes leiht die Story für das Horrorgame. © Supermassive Games

Der Aufhänger der Geschichte könnte einfacher nicht sein: eine fünfköpfige Film-Crew möchte eine Dokumentation über den Serienmörder drehen und das geht selbstverständlich nur, indem man die volle Mordhaus-Experience am eigenen Leib erfährt. Ein unbekannter Gönner arrangiert prompt eine Nacht in einer Nachbildung des berühmten Worlds Fare Mordhotels und der spielerische Horrortrip ist geritzt.

Auch beim Namen hat sich Supermassive am berühmten Serienkiller orientiert. Überlieferungen zufolge soll Henry Howard Holmes in seinem Geständnis gegenüber seinen Anklägern eingeräumt haben: „I was born with the devil in me“. Er sei also schon immer Serienkiller gewesen, der Teufel sei bereits von Geburt an an seiner Seite. Ein morbides Statement, selbst für einen Serienmörder. Auf seinen Spuren ist wie üblich ein prominenter Cast aus willigen Opfern. Bekannt ist bisher jedoch nur, dass die Oscar-nominierte Schauspielerin Jessy Buckley mit an Bord ist.

Hier die vollständige Crew der Verdammten in The Devil In Me:

The Devil In Me wagt sich an Slasher: Saw und The Shining standen Modell

Mit The Devil In Me wagt sich Supermassive Games also erneut an ein klassisches, aber für die Anthology völlig neues Genre heran: Slasher. Modell für das Finale standen große Namen wie The Shining, Halloween oder Saw, verrät Game Director Tom Heaton. Eng, beklemmend und ekelhaft explizit soll es werden – mit zahlreichen Fallen, versteckten Räumen und anderen Überraschungen, die im Mordhaus auf die fünf Helden warten.

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Fallen über Fallen: The Devil In Me nimmt sich die Saw-Reihe zum Vorbild. © Supermassive Games

Doch auch beim Gameplay, das seit dem ersten Teil immer wieder in der Kritik steht, soll sich in The Devil In Me etwas getan haben. Die Marschroute: mehr Interaktion mit der Umgebung. Entwickler Supermassive verspricht Rätsel, eine Vielzahl an Möglichkeiten, Objekte unter die Lupe zu nehmen und ein Inventarsystem, damit wir als Spieler mehr Einfluss auf das Überleben unserer Schützlinge haben.

Ob sich die Briten auch für die umstrittenen Quick-Time-Events etwas Neues ausgedacht haben, konnten wir bislang nicht herausfinden. Fakt ist jedoch: mit jedem neuen Spiel der Reihe hat das Gameplay einen Schritt in die richtige Richtung gemacht – wenn auch einen recht kleinen. Wir würden uns für den Release im Oktober noch mehr Fokus darauf wünschen, wie sich die Dark Pictures Anthology spielt. Denn Story, Atmosphäre und Grafik sind wie gewohnt auf gutem Niveau.

Als Fans der Reihe hat uns auch der Saw-Vibe von The Devil in Me gut gefallen. Fallen über Fallen, perfide Gerätschaften und ein Gegenspieler, von dem man nie so genau weiß, ob er überhaupt real ist: mit diesen Horror-Versatzstücken bringt Supermassive Games schon jetzt das Blut in unseren Ohren zum Kochen. Fragezeichen gibt es wie üblich beim Gameplay-Loop: wie viel Mehrwert die spielerischen Änderungen wirklich bringen, erfahren wir zum Release im November. Für uns kann die Gruselzeit also gar nicht früh genug kommen.

The Devil In Me erscheint am 18. November 2022 für PC, PS5, Xbox Series X, Xbox One und PS4.

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