The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 im Test – Auch auf der Switch ein jRPG-Genuss

  • Christian Böttcher
    vonChristian Böttcher
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Eine der aktuell besten japanischen Rollenspiel-Reihen geht in Runde Drei. Kann The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 die Erwartungen der Fans erfüllen?

  • The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 erschien 2017 erstmals in Japan.
  • Nach dem weltweiten Release im Oktober 2019 folgt nun eine Umsetzung für die Nintendo Switch.
  • Der Test zeigt, ob das jRPG den Legenden-Status der Reihe hochhalten kann.

Tachikawa, Japan – Wenn wir über japanische Rollenspiele sprechen, dann kommen vor allem Serien wie Final Fantasy, das Tales-Franchise oder Klassiker wie Secret of Mana in den Sinn. Nur den wenigsten Gamern ist die Reihe Legend of Heroes ein Begriff, obwohl sie auf das Jahr 1989 zurückzuführen ist. Die Geschichte hinter dem Kapitel Trails of Cold Steel ist allerdings noch etwas frischer, und gleichzeitige zählt diese ohne Frage zu den besten japanischen Rollenspielen der letzten Dekade. Zu verdanken ist dies vor allem dem ausgezeichneten Storytelling, dem tiefgreifenden Charakterdesign und der abwechslungsreichen Erzählweise.

Name des SpielsThe Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3
Release (Datum der Erstveröffentlichung)22. Oktober 2019 (PS4), 23. März 2020 (PC), 30. Juni 2020 (Switch)
Publisher (Herausgeber)NIS America
SerieThe Legend of Heroes: Trails of Cold Steel
PlattformPS4, PC, Nintendo Switch
EntwicklerNihon Falcom
GenrejRPG

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 – Vorkenntnisse nicht zwingend erforderlich, aber empfohlen

In Trails of Cold Steel 3 schlüpfen wir abermals in die Rolle von Rean Schwarzer, dessen epische Geschichte wir bereits in den beiden Vorgängern miterleben durften. Während er im ersten Teil noch Schüler an der Thors Militär Akademie in der berühmten Class VII gewesen ist, rettete er bereits im zweiten Ableger die Nation und wurde zum Helden. Der neueste Teil der Reihe knüpft direkt an den Geschehnissen der Vorgänger an und nun wird Rean selbst zum Lehrer an einer Zweigstelle der Thors Akademie, wo er nun eine eigene Class VII ausbilden soll.

In The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 übernehmt ihr als Lehrer eine eigene Class VII.

Ähnlich tiefgreifend und komplex wie in den ersten Teilen, kommt die Story auch in Trails of Cold Steel 3 daher. Neueinsteiger könnten sich von daher stellenweise überwältigt fühlen, denn im Gegensatz zu mehr action-orientierten jRPGs kommt Trails of Cold Steel mit einem enorm großen Fokus auf das Storytelling daher. Zahllose Zwischensequenzen und umfangreiche Dialoge sorgen hier nicht nur für das Voranschreiten der Story, auch wird der Spieler dadurch gekonnt in die Welt gezogen, die in all ihren Facetten, von Charakteren, über Politik, bis hin zur Kultur aufgezeigt wird und ein tolles Gesamtbild abliefert. Fans komplexer Stories werden mit Trails of Cold Steel 3 viel Freude haben, jedoch muss beherzt werden, dass das Spiel auch entsprechend linear daherkommt.  

 The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 – packende und strategisch anspruchsvolle Kämpfe

Gerade bei jRPGs sinkt und steigt der Erfolg einer Serie exponentiell mit dem Kampfsystem. Hier experimentieren Entwickler oft mit allerlei Mechaniken, die entweder frischen Wind in das Genre bringen, oder aber für strategischen Tiefgang sorgen sollen. Jedoch ist dies in der Regel ein zweischneidiges Schwert, welches nur schwer in eine ansprechende Balance gebracht werden kann. Dass Trails of Cold Steel 3 einen solchen Weg einschlagen könnte, ist jedoch unbegründet. Nihon Falcom hat das Kampfgeschehen sogar soweit perfektioniert, dass zu keiner Zeit Langeweile aufkommen vermag und der Tiefgang genügend Anspruch mit sich bringt.

Die rundenbasierten Kämpfe in The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 gehören zum Besten, was das jRPG-Genre hergibt.

Das Kampfsystem kommt in rundenbasierter Form daher, in dem wir mit unseren Charakteren eine Vielzahl an Fähigkeiten und Aktionen ausführen können, die wir schon aus anderen Ablegern dieser oder anderen Spielserien kennen. Standardattacken, Magie, Artes, die Verwendung von Items, das richtige Positionieren für taktische Vorteile zu erlangen oder um Angriffen zu entgehen und selbst das Fliehen aus dem Kampf sind allseits bekannt. Bestechen kann das Gameplay insbesondere durch das Balancing dieser Aktionen mit weiteren Mechaniken, wie bspw. elementaren Angriffe und dazugehörigen Resistenzen.  

Zusätzlich dazu verfügt jeder Charakter über eine Art Mobiltelefon, das sogenannte Arcus-2. Dieses Gerät dient dabei nicht nur der Kommunikation, sondern vor allem wird dies für Kämpfe benötigt. In diesen Geräten können sogenannte Quartze eingesetzt werden, mit denen wir unsere Charaktere individualisieren können. Diese Quartze können so auf der einen Seite unterschiedliche Skills zur Verfügung stellen, auf der anderen Seite gibt es auch noch spezielle Masterquartze die mit uns mitleveln, wenn wir Kämpfe absolvieren und in der Geschichte voranschreiten.

Für unterschiedliche Aktionen innerhalb von Kämpfen erhalten unsere Charaktere sogenannte CP-Punkte, die benötigt werden, um eine Art Superattacke auszuführen. Ab 100 CP können diese aktiviert werden; doch sammeln wir bis zu 200 CP, so wird die Attacke umso stärker. Eine weitere Ebene an Tiefgang innerhalb der Kämpfe wird durch die sogenannten Battle Orders generiert. Diese beeinflussen die ganze Party mit besonderen Buffs und werden durch eine weitere Energieressource aktiviert. Link-Attacken hingegen, die nur durch miteinander manuell verbundene Charaktere ausgeführt werden können, bieten nicht nur einen Bonus auf den Schaden sondern fließen auch in die Battle-Order-Mechanik mit ein.

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 – Top Inhalt, viel Abwechslung, doch technisch mit Kratzern

Während die Geschichte sich primär um die Ausbildung von Class VII und einen aufschwellenden neuen Konflikt dreht, so steckt hinter Trails of Cold Steel 3 doch so viel mehr. Neben dem Vorantreiben der eigentlichen Hauptgeschichte können bspw. Bücher gefunden und gesammelt werden, die nicht nur als Sammelobjekte dienen, sondern gleichzeitig wissenswerte Informationen über die Welt und spannende Geschichten bieten. Auch kann das Verhältnis mit den verschiedenen Charakteren der Thors Militär Akademie ausgebaut werden, was wiederum mehr Tiefgang im Charakterdesign bietet. Nebenquests, ein Angel-Minispiel, sowie u.a. ein Sammelkartenspiel das an Hearthstone erinnern, sorgen für zusätzliches Kurzweil und deuten einfach den schieren Tiefgang und die Liebe der Entwickler an.

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3: Die eigenen Party lässt sich bis ins letzte Details optimieren.

Hinsichtlich des Gameplays gibt es bei Trails of Cold Steel 3 nicht wirklich etwas auszusetzen. Werfen wir hingegen einen kritischen Blick auf die technische Seite, so gibt es hier einige offene Fragen. Optisch ist der Titel zwar immer noch ansehnlich, jedoch kommt dieser langsam in die Jahre. Auch hat das Spiel mit einigen Unschärfeeffekten zu kämpfen, wobei hier unklar ist ob dies an der technischen Leistung der Switch liegt. Sehr schade ist vor allem die Entscheidung die Synchronisation nicht als einen Kernfokus zu betrachten. Nicht nur fehlt zur Enttäuschung aller Japan-Fans eine Originalvertonung, auch ist die englische, die übrigens äußerst hochkarätig ausfällt, nur sehr unstet umgesetzt. Während im Prolog noch nahezu alles synchronisiert wurde, so stellt dies später nur noch eine Seltenheit dar. Diese kommt dann sogar sehr ungleichmäßig daher, dass manche Charaktere sprechen und andere nur mit Bildschirmtext zu kommunizieren scheinen.  

Legend of Heroes: Trails of Cold Steel im Test: Unser Fazit zum JRPG

The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 – Auch auf der Switch ein JRPG-Genuss.

Trails of Cold Steel 3 ist, wie auch dessen Vorgänger, ein brillantes, packendes und emotionsgeladenes Game. Allerdings sollte man sich im Klaren sein, dass der Fokus des Spiels sehr stark auf dem tiefgreifenden und ausgefeilten Storytelling liegt, sodass man als Spieler zahllose Dialoge und Zwischensequenzen erwarten muss – mit einem gewissen Anime-Feeling, welches nicht nur durch das Schulleben an der Thors Militär Akademie verstärkt wird. Zwar muss man die Vorgänger nicht zwingend gespielt haben, um mit Trails of Cold Steel 3 Spaß zu haben, doch unsere Empfehlung ist eindeutig: Holt die Vorgänger sofern möglich nach – es lohnt sich und vereinfacht den Einstieg in die Serie. Ein eigener Menüpunkt, der die bisherigen Geschehnisse wiedergibt, wurde zwar eingeführt, doch ersetzt dieser in keiner Weise die tiefgreifende Story, die man in bis zu 150 bis 200 Spielstunden in den Vorgängern erleben durfte. Nichtsdestotrotz bleibt Trails of Cold Steel 3 ein außergewöhnliches jRPG, welches jeder Grenre-Fan gespielt haben sollte.  

Daniel Meyer
ProCon
+ Brillantes und komplexes Storytelling- Optisch stellenweise altbacken
+ Tolle Charaktere mit enormem Tiefgang- Keine Originalvertonung
+ Viele lohnenswerte Aktivitäten neben der Hauptstory- Englische Synchro nicht annähernd konsequent
+ Eines der besten rundenbasierten Kampfsysteme- Gelegentliche Abstürze
+ Komplexe Mechaniken und strategisch anspruchsvolles Gameplay

Jetzt seid ihr gefragt! Konntet ihr The Legend of Heroes: Trails of Cold Steel 3 schon auf der Nintendo Switch anspielen? Oder habt ihr es schon zum Release auf PS4 und PC gespielt? Dann verratet uns eure ganz persönliche Testwertung zum Spiel!

Rubriklistenbild: © NIS America

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