JRPG neu aufgelegt

Trials of Mana Vorschau: Ein Remake, das Mana-Fans verdient haben

  • Christian Böttcher
    vonChristian Böttcher
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25 Jahre Nostalgie endlich im Westen und auf der Switch – Wir konnten Trials of Mana kurz vor Release anspielen und verraten, was euch beim Remake erwartet.

  • Trials of Mana erscheint am 24. April 2020 für Nintendo Switch, PS4 und PC.
  • Nach 25 Jahren bringt das Remake Seiken Densetsu 3 offiziell in den Westen
  • Hat sich das Warten gelohnt? Unsere Vorschau gibt Antworten.

Tokio – Was haben Pachinko, Ramen und Seiken Densetsu 3 gemeinsam? Massives Suchtpotenzial? Ganz sicher. Bunte Aufmachung? Selbstverständlich. Vor allem aber sind es drei Dinge, in denen Japan dem Westen schon immer einen Schritt voraus war. Was Ramen und Pachinko anbelangt, haben wir längst die Segel gestrichen. Doch Seiken Densetsu 3, hierzulande besser bekannt als Trials of Mana, ist schon bald kein exklusiv japanisches Kleinod mehr. 25 Jahre nach Release des kultigen JRPG im Land der aufgehenden Sonne, kommt der dritte Teil endlich auch in den Westen – und das nicht nur optisch ordentlich aufgebrezelt, sondern auch spielerisch an heutige Standards angeglichen. Wir konnten das Remake von Trials of Mana vorab einige Stunden anspielen und verraten in unserer Vorschau, ob Square Enix aus den Fehlern der letzten Mana-Neuauflage gelernt hat.

Trials of Mana Vorschau: Endlich das Remake, mit dem Fans glücklich werden

Um ganz ehrlich zu sein: Genau genommen können sich Fans der legendären Mana-Serie bereits seit einigen Monaten an Trials of Mana erfreuen. Schließlich kam das Action-Rollenspiel schon vor einem guten halben Jahr als Teil der Collection of Mana nach Deutschland. Damals war jedoch nur das Original aus 1995 mit von der Partie. So blank poliert wie die Neuauflage am 24. April 2020 auf Nintendo Switch,  PS4 und PC aufschlägt, habt ihr das JRPG aber garantiert noch nicht erlebt. Abseits vom Story-Fundament hat sich Teil Drei nämlich grundlegend gewandelt. Grafik, Kampfsystem, Perspektive – alles neu macht der April. Bereits nach wenigen Sekunden im Spiel fallen die ersten gravierenden Unterschiede zum Original auf.

Trials of Mana geht Ende April im kompletten neuen Look an den Start.

Sobald ihr nämlich die herrliche bunte Welt von Trials of Mana betretet, werdet ihr von feststellen, dass euch statt schicker Haarpracht nun vornehmlich schöne Rücken entzücken. Grund dafür ist der Perspektivwechsel, den das Remake durchlebt hat. Habt ihr im Original noch von oben auf die Spielwelt und Figuren herabgeblickt, wandelt die Neuauflage ganz im Schatten moderner Action-RPGs und verfrachtet euch kurzerhand in die Third-Person-Perspektive. So bricht Square Enix zwar mit allem, was die Reihe einst ausgemacht hat, sorgt aber gleichzeitig dafür, dass die Kämpfe im Spiel deutlich immersiver daherkommen. In Kombination mit den wunderbar überzeichneten Figuren weht so ein Hauch von Dragon Quest 11 durch Trials auf Mana – was der Neuauflage richtig gut tut.

Auch wenn ihr nun einen völlig neuen Blick auf die sechs Helden des Spiels bekommt, hat sich die Geschichte, in die sie verstrickt werden, nur in winzigen Details verändert. Noch immer geht es darum, ein uraltes Vermächtnis fortzuführen und nicht weniger als die ganze Welt vor der Auslöschung zu retten. Vor ewiger Zeit bezwang die legendäre Göttin des Mana acht teuflische Schrecken, die Benevodoner, und versiegelte ihre Bosheit in acht Steinen. Mit letzter Kraft verwandelte sich anschließend in einen Mana-Baum und verfiel in einen ewigen Schlummer. Nun drohen neue finstere Mächte, das uralte Böse zu entfesseln und es liegt an einer kleinen Heldengruppe, die Rückkehr der Benevodoner zu verhindern. Die Geschichte von Trials of Mana knüpft dabei nur lose an die Vorgänger an, sodass sich auch Neulinge problemlos in der Neuauflage zurechtfinden dürften.

Trials of Mana Vorschau: So hat sich das Gameplay im Remake verändert

Schwertmeister Durand ist nur einer von sechs spielbaren Charakteren in Trials of Mana.

So wenig sich in puncto Story getan hat, so umfangreich fällt die Liste der spielerischen Änderungen aus, mit denen Trials of Mana im April an den Start geht. Noch immer stehen euch zu Beginn einer neuen Reise sechs verschiedene Charaktere zur Auswahl, von denen ihr jedoch nur drei mit auf euer Abenteuer nehmen könnt – einen als Hauptfigur und zwei als Nebencharaktere. Abhängig von eurer Wahl verläuft auch die Geschichte immer etwas anders. Außerdem unterschieden sich die Helden auch spielerisch massiv voneinander. Hier eine Übersicht der sechs Charaktere, ihrer Waffen und freischaltbaren Klassen:

Charakter

Spielstil

Klasse 1

Klasse 2

Klasse 3

Klasse 4

Durand

Nahkampf (Schwert)

  • Krieger

  • Licht: Ritter
  • Dunkel: Gladiator

  • Licht: Liege
  • Licht: Paladin
  • Dunkel: Duellant
  • Dunkel: Edelfrei

  • Licht: Himmlischer Held
  • Dunkel: Berserker
  • Resi

    Nahkampf (Speer)

    • Amazone

  • Licht: Walküre
  • Dunkel: Rune Maiden
  • Licht: Vanadis
  • Licht: Starlancer
  • Dunkel: Drachenmeister
  • Dunkel: Fenrir-Ritter
  • Licht: Meteorit
  • Dunkel: Brünhild
  • Adlerauge

    Nahkampf (Dolche)

    • Dieb

  • Licht: Waldläufer
  • Dunkel: Ninja
  • Licht: Nomade
  • Licht: Schurke
  • Dunkel: Ninja-Meister
  • Dunkel: Nachtklinge
  • Licht: Elitespion
  • Dunkel: Rächer
  • Angela

    Magie (Stab)

    • Magier

    • Licht: Zauberin
    • Dunkel: Mystiker

  • Licht: Erzmagier
  • Licht: Größe Göttliche
  • Dunkel: Magus
  • Dunkel: Runensucher
  • Licht: Mystische Königin
  • Dunkel: Circe
  • Charlotte

    Unterstützung (Dreschflegel)

    • Kleriker

    • Licht: Priesterin
    • Dunkel: Verzauberin

  • Licht: Hochkleriker
  • Licht: Weise
  • Dunkel: Nekromant
  • Dunkel: Hexenmeister
  • Licht: Hohepriesterin
  • Dunkel: Chaosbringerin
  • Kevin

    Nahkampf (Fäuste)

    • Grappler

    • Licht: Mönch
    • Dunkel: Schläger

  • Licht: Heilige Faust
  • Licht: Kriegermönch
  • Dunkel: Tödliche Faust
  • Dunkel: Erleuchteter
  • Licht: Bestienkönig
  • Dunkel: Vernichter
  • Die Folge: Auch das Remake verspricht enorm hohen Wiederspielwert. Nicht zuletzt deshalb, weil ihr nach einem abgeschlossenen Durchlauf mit einer taufrischen Truppe ins NG+ gehen könnt – sofern ihr das denn wollt. Vorher erwartet euch im Remake aber noch ein völlig neues Zusatzkapitel, das den ohnehin schon recht großen Umfang von Trials of Mana nochmal um einige Stündchen erweitern soll – inklusive einer vierten Klasse und einem neuen Bösewicht. Mehr Infos zum unbekannten Spielabschnitt konnten wir bislang jedoch nicht in Erfahrung bringen. Die spielerischen Unterschiede zwischen den Figuren spürt man aber vor allem deshalb deutlich, weil die neue Perspektive auch ungeahnte Möglichkeiten im Gameplay eröffnet. 

    Die Kämpfe in Trials of Mana: Mehr Tiefgang dank sinnvoller Ergänzungen.

    Mit nur einem Knopfdruck wechselt ihr flüssig zwischen euren drei Charakteren hin und her und bringt ihre individuellen Stärken so ganz gezielt zum Einsatz. Außerdem könnt ihr die noch immer ekelhaft knuffigen Gegner im Kampf nicht nur im Stil von Dark Souls und Co. anvisieren, sondern auch per Ausweichrolle um sie herumtänzeln und Angriffe im Sprung ausführen. Zusätzlich dazu ermöglicht das Echtzeit-Kampfsystem nun kleinere Kombos, mit denen ihr enormen Schaden austeilt. Obendrauf kommen bis zu vier Klassenfähigkeiten, die ganze Gegnergrüppchen in Sekundenschnelle dem Erdboden gleichmachen. Alles in allem machen die Kämpfe in Trials of Mana richtig Laune, auch wenn der bis dato recht lasche Schwierigkeitsgrad seiner blutjungen Zielgruppe ein wenig hinterherhinken zu scheint. In unserem Test zum Secret of Mana Remake haben wir vor allem das altbackene Kampfsystem bemängelt. Square Enix reagiert und sendet für Trials of Mana genau die richtigen Signale.

    Trials of Mana Vorschau: Das ändert sich mit dem Remake bei Grafik, Sound und Koop

    Das gilt jedoch nicht nur für die Action-Anteile der Neuauflage, sondern auch die Rollenspiel-Elemente. Looten, Leveln, Geheimnisse aufdecken und neue Fähigkeiten erlernen: In rund zwei Stunden Spielzeit bot uns Trials of Mana all das in abgespeckter Form, die Lust auf mehr macht. Hinzu kommt, dass auch das gelungene Radialmenü aus dem Original seine Rückkehr feiert, mit dem es kinderleicht ist, in Kämpfen die richtigen Items zu finden und gleichzeitig die Übersicht zu wahren. Schade nur, dass die Spielwelt bislang noch ein Feenzwinkern zu leer wirkt. Dragon Quest 11 hatte seinerzeit mit ähnlichen Problemen zu kämpfen, die allerdings mithilfe der schnellen Wechsel zwischen Echtzeit-Erkundung und rundenbasierten Kämpfen aufgefangen werden konnten. Hier hoffen wir für Trials of Mana auf etwas mehr Leben in der ansonsten zuckersüßen JRPG-Welt. Schade auch, dass ihr das Remake ausschließlich solo spielen könnt. Der Koop-Modus des Originals wurde ersatzlos gestrichen.

    Alles neu macht der April: Grafik, Sound und Cutscenes poliert Trials of Mana ordentlich auf.

    Denn glasklar ist: Die wohl größten Sprünge im Vergleich zum 16-bit-Original macht die Neuauflage bei der Präsentation. Liebevolle 3D-Grafik statt Pixel-Charme lautet das Motto der Entwickler, die Perspektive und Optik im Gleichschritt aufpolieren. Beides passt enorm gut zueinander, sodass die verträumte Atmosphäre von Seiken Densetsu 3 auch in der HD-Neuauflage aufblüht wie ein explodierender Pilzkopf im Wald. Dennoch zeigt sich Square Enix bescheiden und räumte schon weit vor dem Release ein, auf kleinere Schwierigkeiten beim Design der Figuren und dem Nostalgiefaktor gestoßen zu sein. Schließlich wolle man Hardcore-Fans, die das japanische Original tatsächlich schon gespielt haben, genauso abholen wie Neulinge, die frisch in die Mana-Reihe starten.

    Ein Schritt in die richtige Richtung ist die neu hinzugekommene englische Sprachausgabe (eine Fassung in deutscher Sprache wird es nicht geben), aber auch die Flexibilität beim Sound. So könnt ihr on the fly zwischen dem Original-Soundtrack von Hiroki Kikuta und der neu arrangierten Fassung aus der Feder von Ryo Yamazaki, Tsuyoshi Sekido, Koji Yamaoka und Sachiko Miyano wechseln. Das ist nicht zuletzt deshalb enorm praktisch, weil auch die Textboxen des 1995er Originals nun zum Großteil liebevoll inszenierten und voll vertonten Zwischensequenzen gewichen sind. Unser Ersteindruck: Square Enix schnürt mit dem Trials of Mana Remake ein Gesamtpaket, das aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat und volle Fahrt voraus die Herzen der westlichen Fans ansteuert. Der Entwickler aus Tokio sendet die richtigen Signale und so können wir den 24. April kaum noch erwarten, wenn das Kult-Rollenspiel nach 25 Jahren endlich bei uns eintrudelt.

    Wer sich bis dahin selbst ein Bild von der Neuauflage machen will, kann ab dem 18. März in eine erste Demo zu Trials of Mana hereinschnuppern. Die findet ihr schon in Kürze auf der offiziellen Seite von Square Enix, im PlayStation Store, im Nintendo eShop und auf Steam.

    Rubriklistenbild: © Square Enix

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