Weg von den Headsets, hin zu Gamepads

Turtle Beach Recon Controller im Test – Lohnende Alternative zum Xbox-Gamepad?

  • VonDaniel Meyer
    schließen

Kann der Turtle Beach Recon Controller mit dem etablierten Gamepad der Xbox mithalten? Wir haben das Gerät im Test auf Herz und Nieren geprüft.

San Diego – Turtle Beach gehört mittlerweile zu den etablierten Marken, was Gaming-Peripherie angeht. Auch wenn der Hersteller primär für Headsets bekannt ist – wie bspw. das ebenso neue Turtle Beach Recon 500 Headset – so befährt man hier teilweise auch neue Gefilde, wozu sogar Sonnenbrillen gehören. So außergewöhnlich ist der Recon Controller dann zwar doch nicht, allerdings kommt dieser doch mit so manchem Schnickschnack daher, welcher allerdings durchaus eine sinnvolle Erweiterung darstellen kann.

Name des ProduktesTurtle Beach Recon Controller
Release01. August 2021
HerstellerTurtle Beach
Preis59,99€
PlattformenXbox One, Xbox Series X, PC
Maße18,5 x 18,9 x, 7,3 cm
Gewicht508 Gramm

Turtle Beach Recon Controller im Test: Viele Buttons, einige sinnvolle Funktionen und ein Kabel

Der neue Turtle Beach Recon Controller, der sowohl im klassischen Schwarz als auch im schicken Weiß verfügbar ist, kommt mit einem Preis von 59,99 daher und gliedert sich damit in die gleiche Preissparte wie der originale Xbox Controller ein – allerdings mit so einigen Unterschieden. Denn im Gegensatz zum Original bietet die Variante aus dem Hause Turtle Beach deutlich mehr Funktionen, ist im Gegenzug dazu aber fest auch an ein Kabel gebunden, welches sich im Vergleich zum Original nicht einfach abstecken lässt.

Der Turtle Beach Recon Controller macht optisch einen starken Eindruck.

Das Kabel selbst ist 3 Meter lang, sodass Couch-Gamer sicherstellen müssen, ob dieser Abstand zum Fernseher ausreicht. Für wen dies zu kurz ist, so muss ggf. ein Verlängerungskabel zusätzlich angeschafft werden. Zu überdenken gilt auch, ob vor dem Fernseher Durchgangsverkehr üblich ist, denn ein Kabel bedeutet stets auch Stolpergefahr. Im Austausch dazu kommt der Turtle Beach Recon Controller allerdings mit deutlich mehr Funktionen daher, die sich auch stark an den Elite Controllern von Microsoft orientieren. 

Turtle Beach Recon Controller im Test: Audio über das Gamepad verwalten

Beim ersten Blick auf den Turtle Beach Recon Controller fallen natürlich direkt die zahlreichen zusätzlichen Buttons auf, die mittig auf dem Gamepad rund um den Xbox-Button verteilt sind. Neben einer Share-Funktion, mit der sich in sekundeneile Screenshots machen lassen, ist insbesondere der Audiobereich interessant.

Zusätzlich zur Möglichkeit, die Lautstärke von Mikro und Lautsprechern zu regeln, kann das Mikro stumm geschaltet werden, das sogenannte Super-Human-Hearing aktiviert werden, sowie zwischen vier voreingestellten Equalizer-Optionen gewechselt werden. Der einzige Haken: Diese gesonderten Optionen stehen nur zur Verfügung, solang ein kabelgebundenes Headset an den 3,5 mm Klinkenanschluss des Controllers angeschlossen wird. Wird ein kabelloses Headset genutzt, kommt man als Spieler nicht in den Genuss dieser Funktionen.

Das Button Layout des Turtle Beach Recon Controller.

Ähnlich wie beim Elite Controller, wurden beim Recon Controller an der Unterseite frei belegbare Tasten verbaut. Diese sind im Vergleich zur MS Premiumvariante zwar nicht abnehmbar und auch nur im Duo statt im Quartett vorhanden, dafür kommen diese aber dezent und wenig störend daher. Aus Versehen auf diese Buttons zu drücken, wie es bspw. in hitzigen Gefechten beim Elite Controller passieren kann, ist hier dank besserer und näherer Platzierung am Gamepad deutlich unwahrscheinlicher. Durch ein genopptes Muster kommen diese zudem haptisch auffallend daher und runden das Gamepad ab.

Turtle Beach Recon Controller im Test: Haptik und Einsatz

Auch beim Gaming selbst macht der Turtle Beach Recon Controller eine sehr solide Figur. Das Gamepad liegt gut und ergonomisch in der Hand und die gummierten Griffe sorgen für eine rutschfeste Angriffsfläche. Dass gerade diese Gummierung – auch als Cooling Grips bezeichnet – seitens Angaben Turtle Beach die Hände kühlen und somit für schweißfreie Gaming–Sitzungen sorgen soll, konnten wir im Lauf des Tests nicht wirklich verifizieren. Inwieweit Turtle Beach die Gesetze der Thermodynamik hier beeinflusst haben will, weiß der Hersteller wohl nur selbst – kühlere Hände konnten wir zumindest nicht feststellen.

Die Trigger und Buttons des Turtle Beach Recon Controller.

Hinsichtlich der Steuerung lässt sich nur wenig anmerken, denn die 3D-Sticks wurden sauber und präzise verarbeitet, sodass kein spürbarer Kontrollverlust zu erkennen ist. Auffällig hingegen sind die Haptik sowie Akustik bei den Schultertasten und dem D-Pad. Insbesondere die verursachten Geräusche beim Drücken fallen negativ auf. Die Anschläge sind als besonders laut wahrzunehmen, was vor allem LT und RT betrifft. Sowohl beim Tastenanschlag, als auch beim Loslassen kommt es hier zu lauten Anschlägen am Material.

Dies wurde beim Konkurrenzprodukt von Microsoft deutlich besser gelöst, da hier ein weicheres Material für eine Dämpfung zu sorgen scheint. Beim Turtle Beach Recon Controller sind diese Geräusche hingegen, zumindest bis man sich dran gewöhnt hat, deutlich störend. Das D-Pad hingegen wirkt akustisch so, als würde eine Reibung stattfinden – es entsteht beim Drücken ein leicht schabendes Geräusch. Zusätzlich fühlt sich der Tastendruck auf dem D-Pad recht schwerfällig und ungewohnt an.

Turtle Beach Recon Controller im Test: Fazit zur Xbox-Alternative

Turtle Beach Recon Controller im Test: Eine waschechte Alternative zum Xbox Controller.

Der Turtle Beach Recon Controller ist solide und kann dank zahlreicher zusätzlicher Funktionen eine Bereicherung für effiziente Gaming-Sessions darstellen. Dabei muss er sich nicht vor der Konkurrenz verstecken und bietet neben guter Haptik und der schnellen Möglichkeit, Audio einzustellen, einen klaren Mehrwert im Vergleich zum klassischen Xbox Gamepad. Dass der Controller kabelgebunden ist, mag zwar für manch einen ein Ausschlusskriterium sein, jedoch darf man nicht vergessen, dass dies je nach Einsatzgebiet und Anwender:in durchaus vernachlässigbar sein kann, mal abgesehen vom Vorteil des dadurch eingesparten Eigengewichts. Im Endeffekt kann man den Recon Controller als solide Alternative zum Xbox-Gamepad bezeichnen, die ihren Zweck mehr als erfüllt, aber unter anderen im Bereich der Verarbeitung noch etwas Luft nach oben zulässt. 

ProCon
+ Solide und ergonomische Verarbeitung– Kabelgebunden
+ Anpassbare Tasten an der Unterseite des Gamepads– LT-/RT-Tastenanschläge besonders laut
+ Zahlreiche Zusatzfunktionen im Bereich Sound– D-Pad akustisch nicht optimal
+ Geringes Eigengewicht– CoolingGrips halten nicht wirklich kühl
+ 3m langes Kabel
+ Präzise Steuerung

Rubriklistenbild: © Turtle Beach

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare