Vorschau: Assassin's Creed Origins Discovery Tour

  • Christian Böttcher
    VonChristian Böttcher
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Videospiele sind ein vielfältiges Medium. Schon lange dienen sie nicht mehr nur der schieren Unterhaltung, sondern sind Kunstwerk, Politikum und Bildungsinstrument gleichermaßen. Das hat sich auch Ubisoft gedacht und bringt mit ihrer Discovery Tour für Assassin's Creed Origins eine interaktive Wissensreise durch das Alte Ägypten. Wir haben schon vor dem offiziellen Release die Kamele gesattelt und verraten euch, warum der neue Modus längst überfällig ist.

Assassin's Creed Origins: Ganz ohne Waffen, Quests und Meuchelmord

Um eventuelle Missverständnisse bereits vorab aus dem Weg zu räumen: Bei der Discovery Tour handelt es sich zwar um einen neuen Spielmodus für Assassin's Creed Origins, mit Spielen hat das Ganze aber vergleichsweise wenig zu tun. Stattdessen erwartet euch eine Art Museumstour durch ein historisch akurates Land der Pyramiden. Die Grundidee dahinter ist simpel wie innovativ: Warum sollte man die riesige Spielwelt ausschließlich für Meuchelmord, Intrigen und nutzen, wenn man gleichzeitig die Geschichte der Pharaonen und das tägliche Leben in der Antike ins Licht der Scheinwerfer rücken kann. Warum nicht Spielspaß und Bildung miteinander verbinden?

Es sollen ausnahmsweise also nicht nur Gamer, sondern auch Geschichts-Liebhaber, Lehrkräfte, Eltern oder wissbegierige Kinder angesprochen werden, für die der spielerische Aspekt von Assassin's Creed Origins im Hintergrund und stattdessen ein breites Allgemeinwissen im Vordergrund steht. Damit ihr euch während der 75 verschiedenen Führungen nicht allzu leicht ablenken lasst, hat sich Ubisoft dazu entschieden, zwar die gesamte Welt des Spiels zur Verfügung zu stellen, jedoch auf Konflikte, Zeitbegrenzungen und persönliche Geschichten zu verzichten. Waffen, Quests und Achievements sind in der Discovery Tour deaktiviert.

Assassin's Creed: Jetzt mit Bildungsauftrag - Pergamon für Zuhause

Ab dem 20. Februar können alle, die das Hauptspiel besitzen, kostenlos in den neuen Modus reinschnuppern und ohne Druck die Sehenswürdigkeiten der Spielwelt aus geschichtswissenschaftlicher Perspektive genießen. Zusätzlich erscheint am selben Datum eine Standalone-Variante der Discovery Tour für Konsole und PC, die mit 19,99€ zu Buche schlägt. Wer die Geschichtsstunde direkt mit einem kleinen Sprachkurse verbinden möchte, findet den Modus in den folgenden Sprachen: Englisch, Französisch, Deutsch, Italienisch, Spanisch, Russisch und Japanisch.

Obwohl die Entwickler bereits seit dem ersten Teil rund um Altaïr mit Historikern und Experten für die jeweilige Epoche zusammenarbeiten, haben sie für den neuen Modus noch engere Kontakte mit Universitäten, Museen und Regierungsprogrammen geknüpft – dieser soll die spielerischen Elemente klar von den historischen Fakten abgrenzen und somit ausschließlich als Bildungsinstrument funktionieren. Das langfristige Ziel ist damit klar umrissen: Assassin's Creed im Unterricht – Erste Stunde: Ägyptologie bei Frau Kleopatra.

Von Brot, Sphinx und Pharaonen

Musste man Informationen zum historischen Kontext des Spiels bei älteren Ablegern der Reihe noch in vergrabenen Kontext-Menüs suchen, sorgt die Discovery Tour für Abwechslung. Als interaktive Museumsführung, voll vertont, bei Bedarf aber auch in Textform, funktioniert der neue Modus deutlich besser. In fünf verschiedenen Kategorien erfahrt ihr mehr über eine längst vergessene Zeit:

Die Länge der Touren varriiert je nach Thema. Während man für einen Abstecher in die Kanäle Alexandrias gerade einmal vier Minuten einplanen muss, kann eine umfassende Führung rund um die sagenumwobene Sphinx schon einmal eine Viertelstunde in Anspruch nehmen. Mehr als 20 Minuten dauert allerdings keine der Touren, die in mehrere Themenabschnitte eingeteilt sind. Diese arbeitet ihr sukzessive ab, indem ihr an markierten Punkten der Route einen Stop einlegt. Die Themen sind allesamt spannend gewählt und sowohl für Kinder als auch Erwachsene passend aufbereitet.

Trotz Wüstensand kein trockener Inhalt

Um den Geist des Spiels dabei nicht gänzlich ad acta zu legen, werdet ihr die Spielwelt mit verschiedenen Persönlichkeiten aus Assassin's Creed Origins durchstreifen, zwischen denen ihr jederzeit wechseln könnt. Mit dabei sind unter anderem Julius Caesar, Kleopatra, Bayek und Aya sowie geliebte Nebencharaktere wie etwa Shadya die uns schon während unserers ersten Playthroughs ans Herz gewachsen war. Insgesamt 25 frei wählbare Figuren standen uns zur Verfügung.

Auch die Fortbewegung läuft dabei im altbekannten Sinne ab. Entweder ihr lauft, reitet oder klettert euch von einer Tour zur nächsten oder bedient euch der Schnellreise. Um nicht unnötig viel Zeit zu verschwenden, den Lerneffekt stets im Hinterkopf, wurden die Führungen jeweils mit einer eigenen Schnellreisefunktion ausgestattet. Darüber hinaus sind diese voll vertont und bisher mit jeweils einem weiblichen und männlichen Sprecher ausgestattet.

Das UI wurde überarbeitet und findet sich nun unauffällig im linken unteren Bildschirmrand. Die Sehenswürdigkeiten und Informationsquellen bleiben also im Fokus. Für etwaige Aufgabenstellungen im Unterricht oder Zuhause (Bsp: Was waren die wichtigsten Schritte beim Brotbacken?) findet auch der Photomodus seinen Weg in die Discovery Tour. Mit diesem fangt ihr nicht nur relevante Informationen ein, sondern könnt auch die vielen antiken Ausstellungsstücke, die in Bildform Einzug in den Modus gefunden haben, für spätere Gesprächsrunden oder zum Ausdrucken festhalten.

Die Assassin's Creed Discovery Tour erscheint am 20. Februar für PS4, Xbox One und PC und kostet euch 19,99€. Alle, die das Hauptspiel schon haben, zahlen nichts.

Pros

Cons

Fazit

DIe Assassin's Creed Origins Discovery Tour ist ein mutiger Schritt in die richtige Richtung. Anstatt die gigantische Spielwelt nur für spielerische Inhalte zu nutzen, kommt die interaktive Museumsführung mit Bildungsauftrag daher. Ob Zuhause oder in der Schule: Die kostenlose Erweiterung für alle, die Origins schon haben bietet einen umfassenden Einblick in das alltägliche Leben des ptolemäischen Ägyptens, umreißt kulturelle, technologische wie auch geographische Aspekte und das ohne trockene Schilder oder langatmige Filmchen. Voll vertonte Informationen werden häppchenweise aufbereitet und in 75 verschiedenen Touren historisch akurat vermittelt. Für uns eine lobenswerte Neuerung, die gern in kommenden Teilen der Reihe fortgeführt werden darf.

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