Vorschau: Sniper Elite 4

  • vonDaniel Meyer
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Der Wüstenurlaub ist vorbei! Nachdem wir im dritten Ableger unter der heißen afrikanischen Wüstensonne unser Scharfschützengewehr im Anschlag hielten, so geht es in Sniper Elite 4 wesentlich mediterraner her. Hier schickt uns der britische Entwickler Rebellion nach Italien, wo wir an fiktionalen Schauplätzen wieder gegen die Achsenmächte des zweiten Weltkrieges vorgehen müssen. Zahlreiche Neuerungen, einen imposanten Küstenlandstrich und diverse neue Features konnten wir nun in einer mehrstündigen Anspielsession erleben und wie sich das Spiel so mausert, verraten wir euch im Folgenden.

Bella Italia

Der erste Halt unserer Reise quer durch Italien stellt die fiktionale Insel San Celini dar, auf der wir mitunter in die Gelegenheit kommen, die atemberaubende Landschaft zu genießen, ein örtliches Herrenhaus mit wunderschönen Blick auf die Küste zu besuchen und natürlich massenweise Nazis mit unserem Scharfschützengewehr zu perforieren. Obwohl die Szenerie sehr ansprechend ist und Lust auf einen ausgiebigen Urlaub macht, so liegt der Kern des Spiels natürlich weiterhin beim Durchkreuzen der finsteren Machenschaften des dritten Reichs und nicht etwa darin, einen ausgiebigen Landurlaub zu machen. Und genau auf San Celini soll es auch noch Hinweise auf eine neue Superwaffe der Deutschen geben, die es ihnen erlaubt, via funkgesteuerten Raketen, die von einem Flugzeug abgeschossen werden, manuell und punktgenau auf Ziele zu schicken. Hierbei handelt es sich allerdings nur um die Storyaufmachung der ersten Mission. Der Entwickler verspricht uns, dass noch zahlreiche Überraschungen im Verlauf der Kampagne erwartet werden dürfen - wir sind gespannt!

Fortan gilt es, sich durch alte Ruinen und ein kleines Dorf zu schleichen, um die Ziele der ersten Mission zu erledigen. Dabei handelt es sich zum einen um fünf Offiziere der Nationalsozialisten sowie um deren Kommandanten, denen wir das Lichtlein ausknipsen sollen. Auch sekundäre Ziele wie das Zerstören von Kameras, die zur Aufnahme von Propaganda-Videos gedacht sind, können in Angriff genommen werden, sind allerdings nicht für den Erfolg der Mission essentiell. Den wichtigsten Aspekt hinter Sniper Elite 4 stellt wie gehabt die Vorgehensweise dar wie wir diese Ziele erreichen wollen. So können wir uns natürlich mit der Maschinenpistole und Granaten eine Schneise durch die feindlichen Linien schießen oder aber Gegner heimlich, still und leise mit dem Kampfmesser ausschalten. Gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden steht ein bedachtes Vorgehen ganz klar im Vordergrund, genau wie das eigene Scharfschützengewehr.

So konnten wir auch direkt wenige hundert Meter vom Startpunkt entfernt eine alte Ruine vorfinden, die einen optimalen Blick auf den ersten Abschnitt der kleinen Insel gewährte. Mit dem Fernglas galt es so zunächst, wichtige Ziele zu markieren, die von feindlichen Soldaten bis hin zu Fahrzeugen und Sprengstoffen reichten. Allerdings ist ein blindes Ausschalten von Gegnern nicht unbedingt ratsam, da sowohl eigene Schüsse durch Feinde durchaus wahrgenommen werden können und diese auch auf Explosionen oder plötzlich getötete Kameraden reagieren. Wie im richtigen Leben gehört zudem auch der häufige Positionswechsel zum Sniper-Leben dazu, denn irgendwann schaffen es die Gegner, unsere Position zu triangulieren und machen Jagd auf uns.

Im Arsenal unseres Soldaten lassen sich aber auch viele nützliche Waffen und Werkzeuge finden, die uns das Leben durchaus erleichtern und verlängern können. Neben Bandagen und Medipacks lassen sich hier auch diverse Schusswaffen, Minen und sogar Steine finden. Letztere dienen dazu, Geräusche zu generieren und Feinde anzulocken. Jeder Gegenstand wird zudem zwei verschiedene Einsatzmöglichkeiten besitzen. Medipacks können so beispielsweise die eigene Lebensenergie wieder herstellen oder aber kurzfristig die Herzschlagrate beruhigen. Halten wir beispielsweise beim Zielen die Luft an, wodurch wir einen zusätzlichen Zoom erhalten, dann steigt auch der Puls und erschwert somit unsere Aktionen. Ebenso ergeht es uns, wenn wir über kurze Distanzen Sprinten.  Ein weiteres Beispiel für diese vielfältige Einsatzmöglichkeit von Objekten stellt das TNT dar, welches entweder normal abgelegt und von uns via einem gezielten Schuss gezündet werden kann oder via Zeitzünder nach ungefähr zehn Sekunden von alleine hochgeht.

Ein Feature, welches stets bei der Sniper Elite-Serie für große Aufmerksamkeit gesorgt hat, stellen auch im vierten Ableger wieder die teils brutalen aber humoristisch wirkenden Kill-Cams dar, die sowohl im Nahkampf als auch durch Kugeln aus dem Scharfschützengewehr ausgelöst werden. Hier bekommt der Spieler eine ganz spezielle Animation zu sehen, bei der beobachtet werden kann wie eine Kugel in einen Gegner eindringt und was für Schäden diese dabei anrichtet. Während in früheren Ablegern der Serie die Kill-Kamera stets bei gut gezielten Schüssen zum Einsatz kam, so gesellen sich in Sniper Elite 4 nun auch zwei Neuerungen ins Spielgeschehen hinzu. So kann diese Kamera nun auch im Nahkampf und bei Explosionen ausgelöst werden. Neben neuen Fahrzeugen und Einheiten wurde auch die künstliche Intelligenz verbessert. Gegner sollen neben einem wesentlich natürlicheren Tagesablauf nun auch authentischer bei Gefahren reagieren, wozu unter anderen das Erkennen und Ausweichen von Feind-Granaten gehört und ebenso können sie nun versuchen, Sprengladungen zu entschärfen.

Scharfschützen sind nicht immer Einzelgänger!

Insgesamt kommt die Kampagne von Sniper Elite 4 mit acht Missionen daher. Dies mag zunächst ernüchternd erscheinen, jedoch fallen die Karten relativ groß und zudem auch vielfältig aus, wodurch die geringe Anzahl schnell wieder wettgemacht werden soll. Im Vergleich zum Vorgänger wird hier selbst die kleinste Mission die zwei bis dreifache Größe der damalig umfangreichsten Mission messen. Des Weiteren bietet jedes Level noch zusätzliche Herausforderungen, die nach dem erstmaligen Durchspielen freigeschaltet werden. Solche Herausforderungen können vom Spieler beispielsweise verlangen, eine Mission zu beenden, ohne sich auch nur einmal zu heilen oder aber jede der Zielpersonen auf eine ganz spezielle Art und Weise auszuschalten wie zum Beispiel durch die Verwendung von Sprengfallen.

Wer von der Story genug hat, der kann sich auch dem bereits bekannten Mehrspieler-Modus widmen, der unter anderen auch mit einem kooperativen Modus für zwei Spieler daherkommt. Wer Teamwork mag, der kann hier mit einem Freund zusammen diverse Missionen angehen oder sich einer ganz neue Herausforderung stellen. Bei dieser müssen sich beide Spieler einen jeweils unterschiedlichen Weg durch das entsprechende Level bahnen. Interessant daran ist, dass nur ein Spieler über ein Scharfschützengewehr verfügt und der Partner über das einzige Fernglas. Entsprechend gilt es hier mehr denn je darum, eine gute Kommunikation und Planung miteinander zu führen, zumindest wenn man das Ziel hat, diese Missionen erfolgreich abzuschließen.

Ebenfalls dürfen wir uns in Sniper Elite 4 auf einen Wellen-Modus freuen, in dem sich insgesamt vier Spieler zusammen gegen feindliche Wellen aus Soldaten und teils auch Fahrzeugen erwehren müssen. Dabei gilt es, zwölf Wellen zu überstehen und dabei bestimmte Eroberungspunkte zu halten. Dies ist allerdings einfacher gesagt als getan, denn die gegnerische künstliche Intelligenz sollte keinesfalls unterschätzt werden. Auch sorgen unterschiedliche Gegner-Klassen für zusätzliche Spannung, die ebenfalls mit Scharfschützen, schwer gepanzerten Fahrzeugen und beispielsweise Sprechfunkern, die für Verstärkung sorgen können, aufwarten.

Neben zahlreichen Sammelobjekten, Herausforderungen und höheren Schwierigkeitsgraden sorgt Sniper Elite 4 für weiteren Wiederspielwert durch ausschweifende Freischaltmöglichkeiten. So ist es nicht nur möglich, den eigenen Charakter aufzuleveln und so neue Fähigkeiten freizuschalten, auch verfügt jede der zahlreichen Waffen über eigene neue Funktionen, die durch stete Nutzung verfügbar gemacht werden können. Scharfschützengewehre können so beispielsweise neue Zoomstufen erhalten, wobei allerdings jedes dieser Gewehre über eigene Kriterien verfügt, die man einzeln erfüllen muss.

Pros

  • Viele Herausforderungen
  • Authentisches Waffenarsenal
  • Actionreiches und forderndes Gameplay
  • Großer Wiederspielwert

Cons

  • Story bislang nur durchschnittlich
  • Übersichtliche Anzahl an Neuerungen

Fazit

Spielerisch macht Sniper Elite 4 sowohl solo als auch kooperativ Lust auf mehr, auch wenn sich bislang noch die Frage stellt, ob der Titel es schaffen kann, sich von durchschnittlichen Shootern abzuheben. Die Scharfschützenmechanik fühlt sich rundum gut an, die Killcams sind immer noch ein witziges Gimmick und auch im Mehrspieler-Bereich weiß der Titel durchaus zu überzeugen. Auch wenn die Neuerungen relativ übersichtlich ausfallen, so runden sie das Grundgerüst der Serie doch merklich weiter ab und gerade die künstliche Intelligenz fiel beim Anspielen besonders positiv in Auge, da sich diese nicht nur authentisch verhält, sondern auch keinesfalls unterschätzt werden sollte. Wir hoffen einfach, dass Sniper Elite 4 auch mit einer soliden und spannenden Story daherkommen wird, denn aktuell fehlt es einfach noch an einer Kleinigkeit, die das Spiel zu etwas wirklich besonderen macht. Wir sind auf jeden Fall gespannt auf das finale Produkt, welches am 14. Februar für PlayStation 4, Xbox One und Microsoft Windows in den Handel kommen wird.

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