Vorschau: Vampyr - Gamescom 2016

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Nach dem unglaublichen Erfolg von Life Is Strange waren die Entwickler von Dontnod natürlich nicht untätig, sondern haben sich gleich ans nächste Projekt gesetzt. Auf der Gamescom 2016 präsentierte das Team nun hinter fest verschlossenen Türen und abseits der Besucher den Titel Vampyr, einem dunklen Gothic-Game, das mit Moral, Verantwortung und Hoffnung spielt. Wir haben uns die Präsentation aufmerksam angesehen und lassen euch an unserem Eindruck herzlich teilhaben.

Gefahren an jeder Ecke

Ort des Geschehens ist das nicht mehr ganz so beschauliche London im Jahr 1918. Am Ende des ersten Weltkriegs hat die Bevölkerung dort mit den Nachwehen des globalen Konflikts, aber auch der Spanischen Grippe zu kämpfen, die die Menschen in Massen dahinrafft. Wir schlüpfen in die Rolle des Arztes Jonathan Reid, der allerdings nicht aus seiner Praxis spaziert kommt, sondern sich aus einem Massengrab erhebt und ein unwiderstehliches Bedürfnis nach Blut verspürt. Zwischen der Verantwortungs als Arzt und den Folgen des Vampirismus muss Reid im Laufe des Spieles immer wieder folgenschwere Entscheidungen treffen, die Auswirkungen auf die Story, die NPCs und das Ende nehmen können.

Als wären Grippe und Nachkriegsfolgen nicht schon übel genug, wird die Stadt auch noch von einer neuen, mutierten Art Vampir überrannt, die Skulls genannt werden. Sie sind gewalttätig, blutdurstig und scheinen auch vor den herumziehenden Vampirjägern keine Angst zu haben. Reid nimmt sich fest vor, ein Heilmittel für den um sich greifenden Vampirismus zu suchen – und damit auch sein eigenes Schicksal zu beeinflussen.

Einmal volltanken, bitte!

Der Kampf von Gewissen und Bedürfnis des Hauptcharakters wird insbesondere durch die Notwendigkeit deutlich, Blut zu trinken. Obwohl Jonathan Reid in seinem früheren Dasein Arzt war und um das Leben von Menschen gerungen hat, kann er sich seiner neuen Natur nicht widersetzen und ist wohl oder übel auf das flüssige Rot angewiesen.

Dem Spieler steht in Vampyr frei, welche Charaktere er tötet, welche er ignoriert und welche er manipuliert. Je mehr ihr über einen NPC in eurer Umgebung herausfinden könnt, desto einfacher fällt unter Umständern allerdings die Entscheidung. Handelt es sich bei dem potenziellen Opfer um einen flüchtigen Verbrecher, einen liebenden Familienvater oder ein einsames Waisenkind? Ob ihr also einen Vampir spielt, der sich sein Frühstück rücksichtslos aussucht oder doch eher individuellen Moralvorstellunge folgt, liegt ganz bei euch und wirkt sich dementsprechend auf das Gameplay aus. Durch Konversationen mit dem Opfer selbst oder den Menschen aus seinem Umfeld könnt ihr Details zu seinem Charakter freischalten, mehr über sein Leben erfahren und bewusst eine Entscheidung treffen.

Denn verschwindet ein NPC aufgrund eures spontanen Durstes von der Erdoberfläche, nehmen Familienmitglieder, Arbeitskollegen oder Freunde das durchaus wahr und reagieren entsprechend auf diesen Verlust. Manchmal ergeben sich durch das Ausschalten einer Person dadurch aber auch neue Optionen, sodass ihr beispielsweise neue Händler freischaltet, von denen ihr profitieren könnt. Ganz ohne Gewissensbisse kommt so ein Mord allerdings nicht daher. Habt ihr euer Opfer ausgesaugt, hört ihr die letzten Gedanken, die ihm vor seinem Ableben durch den Kopf gegangen sind und müsst unter Umständen mit dem Wissen weiterleben, einen Fehler begangen zu haben.

Blutiges Kampfsystem

Lauft ihr den Vampirjägern oder Skulls doch einmal in die Arme, hilft nur eines: Ihr müsst euch den Weg freischnetzeln! Dabei zehrt Vampyr von einem dynamischen und herausfordernden Kampfsystem, das es euch erlaubt, mitten im Geschehen die Waffe zu wechseln oder eurem Gegner alternativ das Blut aus den Aden zu saugen. Dontnod betont dabei, dass die Gegner in Vampyr gemischt sein werden und ihr daher sowohl auch menschliche, als auch übernatürliche Bosse treffen werdet, denen ihr Einhalt gebieten müsst.

Zu dem Informationssystem, das euch über die Hintergrundgeschichte von NPC aufklärt und die Opferwahl erleichtern soll, stoßen darüber hinaus noch eure speziellen Vampirsinne. Sie erlauben es euch, die Blutqualität der Menschen zu ermitteln und im Vorfeld abzuchecken, ob ein Charakter an Krankheiten leidet und ohnehin bald dahinsiechen wird – oder ob es sich um einen munteren Stadtbewohner handelt.

Nicht nur die Entscheidung, wen ihr tötet, sondern auch wo ihr tötet, ist von Bedeutung. Im Menü könnt ihr euch den zustand eines Stadtteils anzeigen lassen und euer Jagdrevier festlegen. Tötet ihr beispielsweise zu viele Menschen in einem bestimmten Viertel, macht ihr es den Skulls damit leichter, dort die Vorherrschaft zu übernehmen und die Gegend mit Leichen zu säumen. Die Entwickler betonen, dass dies durchaus eine mögliche Option sei und vom individuellen Spielstil abhänge, aber keineswegs das Game Over bedeute. Auch hier steht es euch also frei, zu wählen und eine Entscheidung zu treffen – wahlweise für oder gegen das Wohl eines Viertels.

Pros

Cons

Fazit

Mit Vampyr macht das Entwicklerstudio Dontnod einen mutigen Schritt in eine neue Richtung, verspricht ein Gothic-Game der besten Unterhaltung und unterschiedliche Enden, die allesamt blutig und düster sein werden. Aber Happy Endings hat so ein Titel auch gar nicht nötig. Wir sind gespannt, ob Vampyr auch im endgültigen Zustand hält, was es verspricht und uns einen kalten Schauer über den Rücken laufen lässt.

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