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Ancient Dungeon Vorschau: Dieser VR-Dungeon-Crawler lässt den Boden erzittern

Erstellt:

Von: Daniel Meyer

Ancient Dungeon: Dungeon Crawling machte nie so viel Spaß
Ancient Dungeon: Dungeon Crawling machte nie so viel Spaß © Eric Thullen

Erfahrt in unserer Vorschau warum im VR-Game Ancient Dungeon nicht nur Monster bekämpft werden, sondern auch, was uns auch dazu bringt, den Controller gegen den Boden zu schlagen.

Manche VR-Spiele kommen Dank Unreal-Engine in prächtigster Grafik daher, doch ist dies nicht immer ein Garant für gutes Gameplay. Ancient Dungeon zeigt bravourös, dass auch ein pixeliger Voxel-Look auf ganzer Linie überzeugen kann. Die Kombination von gut umgesetzten Kampfmechaniken und abwechslungsreichen Kämpfen, mit den zahllosen Power-Ups, bescheren uns einen Dungeon Crawler erster Güte. 

Spieletitel:Ancient Dungeon
Release-Datum:Voraussichtlich Ende 2023
Genre:Roguelite, Adventure, VR
Plattformen:PC VR, Meta Quest, Meta Quest 2, Meta Quest Pro
Entwickler:Eric Thullen
Publisher:Eric Thullen

Der Ancient Dungeon – er will erforscht werden!

Bei kaum einem Spiel haben wir uns an Minecraft erinnert gefühlt, wie bei Ancient Dungeon. Dabei könnten die Games nicht verschiedener sein. Immerhin geht es hier nicht darum, Wände einzuschlagen, Tunnel zu graben, Ressourcen abzubauen und die Welt nach eigenen Vorstellungen zu kreieren. In Ancient Dungeon geht es schlicht und einfach ums Erforschen sowie ums Kämpfen, und nach Möglichkeit dabei nicht zu sterben.

Jeder Durchlauf von Ancient Dungeon stellt eine ganz eigene Spielerfahrung dar, werden die Level-Areale doch prozedural generiert. Dies gelingt auch relativ gut, denn selten kommt das Gefühl auf, eine Stelle doch gerade erst abgelaufen zu haben. Auch gesellen sich in späteren Durchläufen stetig neue Kreaturen und Geheimnisse hinzu, die für weitere Abwechslung sorgen.

Ancient Dungeon: Die Armbrust muss immer erst gespannt werden
Ancient Dungeon: Die Armbrust muss immer erst gespannt werden © Eric Thullen

Egal ob heranstürmende Skelette, heranflatternde Fledermäuse oder Pfeile-verschießende Fallen in Wänden: es gibt etliche Gefahren, die für stetig neuen Nervenkitzel sorgen. Und was wäre VR, wenn man nicht einen kleinen Schock bekommt, wenn beim Umdrehen plötzliche eine Fledermaus im Gesicht hängt, gepaart mit anschließendem panischem Schwertschwingen – großartig.

Vom Schwert bis zur Armbrust – Ancient Dungeons Kampfsystem sorgt für dauerhaften Spaß

Wenn mit Ancient Dungeon etwas richtig gemacht wurde, dann in aller erster Linie das Kampfsystem. Zum Start eines Durchlaufs wählen wir entweder die Kombi aus Schwert und Wurfmesser oder, sobald dies freigeschaltet wurde, die Armbrust und den Dolch aus. Insbesondere die Physik-Engine weiß hier klar zu überzeugen.

Ancient Dungeon: Auch aus der Ferne sind viele Feinde tödlich
Ancient Dungeon: Auch aus der Ferne sind viele Feinde tödlich © Eric Thullen

Schwert- und Dolchhiebe kommen mit einem zufriedenstellenden Metzel-Gefühl daher, welches aber auch mit gutem Timing gepaart werden will. Besonders ragt jedoch das Wurfmesser heraus.

Lassen wir beim Schwingen die Halten-Taste los, saust das Wurfmesser auch schon in die gewünschte Richtung davon. Die Wurfgeschwindigkeit hängt von unserem Schwungarm ab und ebenso wirkt sich die Schwerkraft auf das Geschoss aus.

Ancient Dungeon: Beim Händler gibt es massig Upgrades!
Ancient Dungeon: Beim Händler gibt es massig Upgrades!  © Eric Thullen

Mit etwas Übung können gekonnte Würfe zustande kommen und drücken wir die Halten-Taste nach einem Wurf erneut, saust das Wurfmesser wie ein Bumerang zurück in unsere Hand. Auf diese Weise wird das Wurfmesser zum todbringenden Dauergeschoss, sodass es schon mal vorkommt, dass wir unser Schwert ganz vernachlässigen.

Power-Ups: Wie wir in Ancient Dungeon zur Glaskanone werden

Wie bei vielen anderen Roguelite-Titeln stehen uns in Ancient Dungeon auch zahlreiche Power-Ups zur Verfügung, die im Laufe eines Runs gefunden werden können. Dazu müssen Bosse besiegt, Challenges absolviert oder Schatztruhen geöffnet werden. Nach und nach verbessern sich so unsere Fähigkeiten und Attribute stetig weiter, genau wie der von uns angerichtete Schaden.

Ancient Dungeon: Nicht jeder Run verläuft nach Plan...
Ancient Dungeon: Nicht jeder Run verläuft nach Plan... © Eric Thullen

Diese Power-Ups bieten uns allerlei Vorteile, zu denen nicht nur Attributsverbesserungen, sondern auch abstrakte Boni, wie vergrößerte Nahkampfwaffen zählen. Doch diese Power-Ups können auch mit gehörigen Haken daherkommen. Wollen wir auf unsere Lebenspunkte verzichten, dafür aber die doppelte Menge an Rüstung erhalten? Dies kann sich lohnen, will aber gut durchdacht sein.

Manche Power-Ups kommen auch als aktivierbare Fähigkeiten daher, die sich durch das Besiegen von Monstern langsam wieder aufladen. Dazu zählen bspw. offensive Geschosse oder auch gewagtere Skills, wie bspw. die Chance, uns um einen Lebenspunkt zu heilen oder uns einen halben Lebenspunkt zu schädigen.

Der Schwierigkeitsgrad hinter Ancient Dungeon ist ohne Frage relativ hoch angesiedelt, was auch mit dem teils rasanten Gameplay zusammenhängt. Daher ist ein vorsichtiges Vorgehen ausschlaggebend für einen erfolgreichen Run – bringt uns doch jeder gegnerische Treffer schneller ins Grab. Gelegentlich finden wir auch Items zur Heilung, doch auch hier heißt es hauszuhalten.

Ancient Dungeon: Heranstürmende Gegner sind eine eigene Herausforderung
Ancient Dungeon: Heranstürmende Gegner sind eine eigene Herausforderung © Eric Thullen

Heben wir unseren virtuellen Arm und blicken wir auf unser Handgelenk, lassen sich hier Informationen über Lebensenergie, Items-Slots und Schlüssel finden. Zwei Slots sind für Gegenstände reserviert, die wir auf unseren Touren finden, und dienen quasi als Mini-Inventar. Die Schlüssel sind hingegen für Türen und Truhen gedacht, hinter denen unter anderem Schätze zu finden sind.

Komfortlevel in Ancient Dungeon und besondere Gameplay Mechaniken

In Ancient Dungeon steuern wir unseren Charakter in klassischer First-Person-Perspektive, wobei der linke Stick zum Laufen verwendet wird. Sprungeinlagen gibt es keine, jedoch gibt es Höhenunterschiede. Mal müssen wir uns ein Stockwerk herunterfallen lassen - was gewisse Auswirkungen bzgl. Motion Sickness haben kann.

Um in höher gelegene Areale zu gelangen, gibt es zudem Leitern, die wir via Greifaktionen hochklettern müssen. Vereinzelt lassen sich zudem Greifhaken an Wänden und Decken finden, an denen wir uns über Abgründe hinwegschwingen können.

Ancient Dungeon: Dieser Boss sieht harmlos aus, hat es aber in sich
Ancient Dungeon: Dieser Boss sieht harmlos aus, hat es aber in sich © Erid Thullen

Diese Höhenunterschiede können wir auch ausnutzen. So können wir von oben herab Geschosse auf Feinde niederregnen lassen. Was ihr jedoch nicht machen solltet, ist am Rand des Abgrunds in die Hocke zu gehen, um mit dem Schwert die untenstehenden Gegner versuchen zu erschlagen. Wir haben dies getestet und unseren Zeigefinger samt Controller gegen den realen Boden gehämmert – Immersion… da war ja was!

Hinsichtlich der weiteren Komfort-Einstellungen bietet Ancient Dungeon quasi alle gängigen Optionen an. Das Spiel kann sowohl im Sitzen als auch Stehen angegangen werden und neben der normalen Stick-Steuerung ist auch eine Teleportation an Zielorte möglich. Auch Komfortvignetten, die das Sichtfeld etwas einengen um Motion Sickness vorzubeugen, sind wahlweise aktivierbar.

Fazit:

Ancient Dungeon zählt ohne Frage zu den aktuell besseren VR Games für die Quest 2, welches sich insbesondere an Fans von Roguelite-Titeln richtet und einen hohen Suchtfaktor mitbringt. Erstaunlich ist zudem, dass sich für diesen Titel wieder einmal nur eine einzige Person verantwortlich zeigt. Der deutsche Indie Entwickler Eric Thullen hat mit Ancient Dungeon bisher eine wahre Glanzleistung vollbracht, und dabei befindet sich das Spiel noch immer in der Early Access-Phase. Laut Thullen sind erst 70% der geplanten Inhalte im Spiel integriert und je nach Erfolg des Spiels kann auch nachfolgend weiterer Content folgen. Obwohl noch knapp ein Drittel Inhalt fehlt, fühlt sich Ancient Dungeon allerdings bereits ziemlich vollständig an und hat mit so gut wie keinen Bugs zu kämpfen. Wir sind gespannt auf die weiteren Inhalte, was bis zum vollständigen Release Ende 2023 hier noch nachgereicht wird.

Pro:Contra:
Spielprinzip mit SuchtpotenzialWaffenauswahl aktuell sehr begrenzt
Jeder Run ist anders via prozedural generierte Level
Stetig neue Herausforderungen zu entdecken
Wurfmesser-Mechanik ragt besonders heraus
Zahllose Power-Ups zu finden

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