Warhammer: Chaosbane im Test - Ambitionsloser Diablo-Verschnitt

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Das Warhammer Franchise gehört zu jener Sorte, die vom Lizengeber Games Workshop scheinbar ohne großes Zögern an Entwickler und Publisher ausgegeben wird. Auf der einen Seite hat dies einen immensen Vorteil, denn so hat es Warhammer in den letzten 15 Jahren geschafft, in der breiten Masse an Gamern einen hohen Bekanntheitsgrad zu erreichen. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch, dass viele Games des Universums einfach nur der Vergessenheit anheimfallen sollten. So ist es stets ein Glücksspiel, ob Gamer einen unterdurchschnittlichen Ableger erhalten, oder aber einen, der in allen Punkten zu bestechen weiß. Zuletzt zeigte so Vermintide 2 als Paradebeispiel, wie ein gut entwickeltes und durchdachtes Spiel mit der nötigen Liebe zum Detail aussieht. Ob Warhammer :Chaosbane auch zu dieser Sorte gehört oder lieber in den verstaubten Arealen eurer Games-Sammlung verschwinden sollte, verraten wir euch im Folgenden.

Warhammer meets Diablo

Spiele des Warhammer Universums, egal ob die SciFi- oder die Fantasy-Variante, gehören nie nur einem Genre an. Von Rollenspielen, über Echtzeitstrategie bis hin zu rundenbasierten Survival-Abenteuern gibt es eine immense Auswahl und Abwechslung.  Mit Warhammer: Chaosbane werdet ihr dieses Mal in das Genre der Action-RPGs entführt - und zwar ganz im Sinne von Blizzards Reihe Diablo. Dabei gilt es sich in klassischer Manier durch Tausende von Dämonen zu schnetzeln, was dank vier sehr unterschiedlicher Heldenklassen auch recht abwechslungsreich geschieht.

Zu diesen Helden gehört bspw. Elessa, eine elfische Bogenschützin. Diese ist sehr agil, kann von Ort zu Ort hüpfen und ihre Attacken einsetzen, um Gegner aufzureiben. Bragi hingegen ist das genaue Gegenteil: der zwergische Slayer sucht den Tod – also einen ruhmreichen Tod im Kampf. Ganz nach Berserkermanier ist er so stets auf der Suche nach der direkten Konfrontation. Dafür hält er aber auch ordentlich viel aus und kann umso mehr austeilen. Aber was wäre das für ein Warhammer Fantasy-Game, wenn es nicht auch die Möglichkeit gäbe, mit Magie zu kämpfen? Dafür ist der elfische Magier Elontir mit an Bord, der  ein wahres Feuerwerk abbrennt, mit dem ihr den Dämonen einheizen könnt. Zu guter Letzt haben wir auch noch einen menschlichen Schwertkämpfer, der Gegner an sich binden kann und hohe Verteidigungswerte besitzt - im Koop-Modus eine echte Bereicherung, im Solospiel alles andere als spaßig.

Charakterentwicklung mit viel Freiraum

Sehr positiv an Warhammer: Chaosbane ist, dass jeder der vier Charakter zahlreiche optional ausrüstbare Fähigkeiten besitzt, die sowohl in aktiver als auch passiver Natur daherkommen. Entsprechend gibt es hier zahlreiche Möglichkeiten, euren Helden nach eurer bevorzugten Spielweise zu individualisieren. Ein Skillsystem bietet euch zudem weitere Möglichkeiten bspw. euren Schadensoutput oder eure Rüstung und Überlebensfähigkeiten zu verbessern. Gerade letzteres kann auf höheren Schwierigkeitsgraden sehr sinnvoll sein, denn sonst werden ihr keinen Spaß mit den dämonischen Schergen des Chaos haben.

Ähnlich wie in Diablo gibt es auch in Warhammer : Chaosbane zahlreiche Items im Spielverlauf zu finden. Diese kommen in unterschiedlichen Raritätsstufen daher, und im Bereich des Endcontents winken sogar unterschiedliche Setitems darauf, gefarmt zu werden. Im Gegensatz zu Diablo können diese übrigens deutlich schneller erfarmt werden. Der Vorteil: Ihr müsst nicht annähernd so viel Zeit investieren. Der Nachteil: Es gibt kaum Herausforderungen zum Spielende.

Halbgares Grinding

Grinding kann je nach Spiel Segen oder Fluch sein. Im Gegensatz zu Diablo macht Warhammer: Chaosbane allerdings keine allzu gute Figur. Nicht nur sind die Items schnell erfarmt, auch stellt sich die Welt als sehr repetitiv heraus. Während durchaus viel Liebe zum Detail in die Umgebungen der Level gesteckt worden ist, so werden die Levelareale selbst hingegen viel zu häufig recycelt. Auch fehlt es deutlich an Nebenquests, Lore und anderen Inhalten, die im Laufe des Spiels für geistige Ablenkung sorgen. Stattdessen folgt ihr stumpf den meist linearen Leveln, um am Ende einem kurzen Dialog der Protagonisten zu lauschen.

Die Geschichte des Spiels gestaltet sich zudem auch alles andere als einfallsreich oder spektakulär. Eine böse Hexe hat den Imperator verflucht, der nun droht, ins Gras zu beißen. Daraufhin macht ihr euch auf große Fahrt durch die Welt, um allerlei Schergen zu töten und zu befragen. Das Ziel: Der Übeltäterin das Handwerk legen. Das alles endet relativ unspektakulär in einem finalen Kampf gegen den Endboss, der leider so verbuggt ist, dass wir dutzende Male durch die Karte gefallen sind und das Spiel neustarten musste. Aber auch vor normalen Abstürzen ist das Spiel nicht gefeit, was unter Umständen durchaus schädlich für die Konsole selbst sein kann.

Pros

  • Abwechslungsreiche Charaktere
  • Hoher Individualisierungsgrad
  • Mehrspieler-Modus solide
  • Schön inszenierte Welt

Cons

  • Wenig Endcontent
  • Grinding wenig ausgereift
  • Spielersuche oft problematisch
  • Gelegentliche Abstürze und Bugs
  • Zu wenig Content

Fazit

Warhammer – Chaosbane ist ein solides Action-RPG, welches sich an dem Genre-Giganten Diablo orientiert und dabei auf den ersten Blick eine stattliche Figur abgibt. Dabei macht der Titel insbesondere im Gameplay und der Charakterentwicklung sehr vieles richtig, sodass hier insbesondere im kooperativen Spiel viel Potential entdecken lässt. Schade ist jedoch die geringe Anzahl an Spielern, das Fehlen einer Möglichkeit, den Schwierigkeitsgrad bei der Suche von öffentlichen Matches festzulegen sowie der teils mangelnde Endcontent. Erst im Verlauf des Spiels lässt sich so entdecken, wo es dem Titel tatsächlich drastisch mangelt, denn gerade im Storytelling und dem Leveldesign gibt es ewig viel Luft nach oben. So eindrucksvoll Chaosbane auch aussieht und so viel Spaß es auch macht, gerade in einem Genre, welches so viel Wert auf Grinding und Endcontent legt, geht Chaosbane leider nicht weit genug, um den Spieler langfristig halten zu können. Entsprechend eignet sich der Titel perfekt für Gelegenheitsspieler und ein paar Runden zwischendurch, aber nicht für sonderlich viel mehr.

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