Kazuma Kiryu ist Geschichte - Ichiban Kasuga ist der neue Star der Yakuza-Reihe!

Yakuza: Like a Dragon – Der größte und mutigste Ableger im Test

  • vonDaniel Meyer
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Yakuza: Like a Dragon will mit neuer Hauptfigur und Gameplay-Frischzellenkur die Reihe zu neuem Glanz zu führen. Ob der mutige Schritt von Ryu Ga Gotoku gelingt, erfahrt ihr im Test.

  • Mit Yakuza: Like a Dragon erscheint am 13. November der achte Haupt-Serienteil für PC, PS4, Xbox Series X und Xbox One.
  • Altbekannte Minispiele treffen auf ein völlig neues rundenbasiertes Kampfsystem und überraschende Charaktere
  • Ob die Neuausrichtung mit Yakuza: Like a Dragon funktioniert, erfahrt ihr im Test zum Rollenspiel.

Tokio, Japan – Mit Yakuza: Like a Dragon geht das Ryu Ga Gotoku Studio einen gewagten Weg. Nicht nur sagt man sich von altbekannten Charakteren los, auch wechselt das Spiel in ein rundenbasiertes Kampfsystem, wie man es von Rollenspielen wie bei Final Fantasy kennt – kann das klappen oder werden Fans dadurch vergrault? Unser Test zeigt es.

Name des SpielsYakuza: Like a Dragon
Release (Datum der Erstveröffentlichung)16. Januar 2020 (Japan) | 13. November 2020 (weltweit)
SerieYakuza
PlattformPS4, PC, Xbox One, Xbox Series X, PS5
EntwicklerRyu Ga Gotoku Studio
GenreRollenspiel

Yakuza: Like a Dragon im Test – Der Start einer neuen Saga: Vom Gefängnisinsassen zum Obdachlosen

Welchen Stellenwert das Yakuza-Franchise bei SEGA einnimmt, lässt sich nicht nur an der großen Fangemeinde messen, sondern auch an den jüngsten Ereignissen. Die Serie, die ausschließlich auf Sony-Konsolen zu finden war, ist nicht nur mittlerweile im Xbox Game Pass enthalten, auch zählt das neue Yakuza: Like a Dragon zu einen der Starttitel der Xbox Series. Dies ist vor allem deshalb ein willkommener Schritt, da so die Fanbase ausgebaut werden kann und Spieler mehr Möglichkeiten bekommen, Spiele zu spielen. Der Weg fernab der Konsolenexklusivität ist stets zu begrüßen.

Gestatten: Ichiban Kasuga, der neue Protagonist in Yakuza: Like a Dragon

In Yakuza: Like a Dragon bekommen Fans es mit einem gänzlich neuen Protagonisten zu tun. Entsprechend steht der Fanliebling und frühere Hauptcharakter Kazuma Kiryu nicht mehr im Rampenlicht, wodurch sich das Spiel auch für neue Generationen an Spielern öffnet und dadurch zugänglicher wird. Aber auch möchte der Entwickler damit neuen Wind in die Marke bringen und neue Ansätze austesten. Dass dies gelingt, zeigt sich in Yakuza: Like a Dragon zunehmend, je länger wir in der Story voranschreiten.

Das Spiel beginnt damit, die Vorgeschichte von Ichiban Kasuga aufzuzeigen, wie er ohne Familie aufgewachsen ist, wie er sich der Yakuza angeschlossen hat und auch wie er schlussendlich für die Arakawa Familie den Kopf hinhält und für einen Mord ins Gefängnis geht, den einer der oberen Anhänger der Familie begangen hat. Dies jedoch nimmt der naive Ichiban gerne auf sich, denn immerhin hat der Patriarch der Familie – Masumi Arakawa – ihm einst das Leben gerettet. Diese Schuld zu bezahlen ist etwas, worauf er lange gewartet hat.

Nach 18 Jahren Gefängnis beginnt die Geschichte des Spiels dann erst so richtig, denn nach seiner Haftentlassung stellt sich heraus, dass sich vieles verändert hat. Sein einst so verehrter Mentor lehnt ihn ab und feuert einen lebensbedrohlichen Schuss auf ihn ab. . Erst in Yokohama kommt Ichiban wieder zu sich, mit einer frisch vernähten Schusswunde, die ein Obdachloser behandelt hat, einer der alsbald zu einem engen Gefährten Ichibans heranwachsen wird – wie auch viele andere Charaktere im Laufe des Spiels. Fortan beginnt sich eine Geschichte zu entfalten, in der sich Ichiban aus der untersten Schicht der Gesellschaft hocharbeiten muss, in der es herauszufinden gilt wie er nach Yokohama kam und in einer, in der er sich in der Schusslinie der rivalisierenden kriminellen Organisationen der Stadt wieder findet.

Ein naiver Yakuza wird zum rechtschaffenden Helden – Der eigenwillige Humor kehrt in Like a Dragon zurück

So ernst und düster die Geschichte in Yakuza: Like a Dragon auch sein mag – und sie ist teils arg finster – so wird diese immer wieder durch den typischen skurrilen Humor erhellt, für den die Japaner so berüchtigt sind. Dies zeigt sich auch mit einer erheiternden Änderung im Gameplay, denn das frühere Button-Mashing Beat’em-Up-System wurde durch rundenbasierte Kämpfe abgelöst. Entsprechend gilt es hier in klassischer Form aus Angriffsmanövern und Fähigkeiten auszuwählen, um Gegner aufs Korn zu nehmen. Quick-Time-Events bringen hier zudem ein gewisses Maß an Action mit hinein. Der eigenwillige Humor zeigt sich insbesondere in der Erklärung des Systems: Ichiban stellt sich stets vor ein Held zu sein, wie man ihn aus Spielen wie Dragon Quest kennt.

Rundenbasiert statt Echtzeit: Beim Kampfsystem geht Yakuza: Like a Dragon völlig neue Wege

Als Resultat aus dieser Denke, verändert sich das Gameplay und auch die Inszenierung ganzheitlich. Alle Charaktere besitzen unterschiedliche Fähigkeiten, die mehr oder weniger an das Rollenspiel-Genre angelehnt sind. Ein Charakter benutzt bspw. den Skill Power-Nap um sich zu heilen und haut sich so für eine Runde kurz aufs Ohr. Auf der anderen Seite benutzten Gegner bspw. Ihre Handys, um Videos von uns ins Internet hochzuladen, mit dem Ziel und zu verunsichern und somit Status-Debuffs zu verursachen. Solche und viele weitere abstruse Fähigkeiten und Momente gibt es im gesamten Spiel zu finden.

Ein Vorteil der sich aus dem neuen Rollenspiel-Ambiente ergibt, ist der Klassenwechsel. Jeder unserer Helden besitzt eine eigene Klasse – bspw. Yakuza, Obdachloser oder Detektiv. Diese Klassen bzw. Berufe sind jedoch nicht absolut. Diese können wir im späteren Verlauf des Spiels wechseln und erhalten so nicht nur neue Fähigkeiten und Möglichkeiten das Gameplay nach unseren Wünschen zu gestalten, auch verändern sich die Kostüme unserer Charaktere, was für zusätzliche Individualisierung sorgt.

Die großen Stärken von Yakuza: Like a Dragon – Freizeitaktivitäten und mehr

Wie auch in früheren Ablegern der Reihe gibt es auch in Yakuza: Like a Dragon wieder viel zu erleben. Während wir durch die Straßen Yokohamas pilgern, können wir zahlreiche Nebengeschichten erleben und witzigen und skurrilen Geschichten der Einwohner der Stadt lauschen. So wird auch relativ früh im Spielverlauf der Sujidex freigeschaltet, eine Pokédex-Variante. Statt Pokémon gilt es hier allerdings all die unterschiedlichen Gangster und Schurken im Spiel zu finden und zu katalogisieren, wovon es immerhin rund 251 Stück gibt. Aber auch können wir im Baseball-Park Home-Runs schlagen, mit Teammitgliedern in der Bar abhängen, Pflanzen züchten und in Karaoke-Sessions alá Guitar-Hero Highscores jagen.

Auch in Yakuza: Like a Dragon sind die Minispiele wieder ein großes Highlight

Die Komplexität solcher Nebenaktivitäten ist allerdings nicht zu vernachlässigen. Dies zeigt sich bspw. anhand eines kleinen heruntergekommenen Unternehmens, dem wir als Vorsitzender fortan helfen müssen, wieder auf die Beine zu kommen. Hierbei handelt es sich um eine seichte Wirtschaftssimulation, in der wir ein kleines Unternehmen zu einer riesigen Wirtschaftsmacht weiterentwickeln müssen. So gilt es Mitarbeiter einzustellen, deren Kompetenzen zu fördern, Upgrades durchzuführen und Investoren in regelmäßigen Meetings zufrieden zu stellen.

Yakuza: Like a Dragon – Technisch gut mit einigen Kanten und Ecken im Test

Spielerisch macht Yakuza: Like a Dragon unglaublich viel Spaß und zieht tief in die Geschichte hinein, sodass es schwer fällt, den Controller wegzulegen. Auch hat sich der Entwickler selbst übertroffen, was die Komplexität des Spiels angeht. Dies beginnt bei all den unterschiedlichen Aktivitäten neben der Hauptstory des Spiels und reicht hin bis zur unfassbar großen Stadt Yokohama, in deren Straßenschluchten wir uns schnell verlaufen können, zumindest solang wir unsere Übersichtskarte nicht zur Hilfe nehmen.

Technisch finden sich einige Makel auf der ansonsten reinen Haut von Yakuza: Like a Dragon

Einen etwas negativen Beigeschmack hinterlassen allerdings die wenigen Ecken und Kanten des Spiels, die zwar nicht allzu schwer ins Gewicht fallen, jedoch unverkennbar anzutreffen sind. Dazu zählt bspw. ein gelegentliches Einfrieren des Bildschirms, der für bis zu 10 Sekunden bestehen bleiben kann. Aber auch die fehlende Unterstützung von Surround Sound, die fehlende Möglichkeit, den zahllosen Zufallsbegegnungen auf den Straßen effizient aus dem Weg zu gehen, die Grind-lastigen Schlauchlevel und auch die nicht durchgängige Synchronisation sind weitere Kritikpunkte, die das Entwicklerstudio akzeptieren muss. Dass man zudem noch kein Motion Tracking für Gesichtsanimationen verwendet, ist ebenfalls sehr schade, wirken die Charaktere doch teils recht roboterhaft in Dialogen.

Yakuza: Like a Dragon im Test – Unser Fazit zum grunderneuerten Rollenspiel

Yakuza: Like a Dragon im Test – ein starkes Yakuza, wenn auch nicht das Beste der Reihe

Mit Yakuza: Like a Dragon hat die Spieleschmiede Ryu Ga Gotoku sich wahrlich nicht Lumpen lassen und das bisher größte Yakuza auf die Beine gestellt. Einen komplett neuen Pfad mit neuen Helden einzuschlagen war zwar gewagt, doch wie sich zeigt war diese Entscheidung goldrichtig. Auch wenn Ichiban Kasuga für manch Fan etwas zu naiv oder rechtschaffen sein mag, so hat uns sein gradliniger und kompromissloser Charme durchaus in seinen Bann gezogen. Auch das gigantische Yokohama, mit all dessen versteckten Geschichten, lädt förmlich ein durch die Straßenschluchten zu pilgern, nicht zuletzt auch wegen den durchgeknallten Charakteren und Geschichten der Stadt. Schlussendlich gibt es nur wenige Punkte, die es an Yakuza: Like a Dragon zu kritisieren gibt, sodass sich sowohl Fans als auch Neueinsteiger auf eine düstere, erheiternde und teils abgedrehte Spielerfahrung gefasst machen dürfen!

ProCon
+ Riesiges Yokohama zum Erkunden- Kamerasteuerung gelegentlich störend in Kämpfen
+ Humorvolle Inszenierung der RPG-Gameplay-Mechaniken- Schwierigkeitsgrad stellenweise suboptimal
+ Gelungener Mix humorvoller und düsterer Elemente- Bildschirm friert gelegentlich ein
+ Zahlreiche Nebenaktivitäten mit viel Tiefgang- Synchronisation nicht durchgehend
+ Tolle neue Charaktere- Schlauchlevel und viel Gegrinde
+ Abstruser Humor

Rubriklistenbild: © SEGA

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