Ich habe 600 Euro für PSVR2 bezahlt und bereue jeden Cent
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Ist VR-Gaming auf der PS5 bereits gescheitert? Warum Spieler wie ich die PSVR2 ja lieben wollen – aber viele von uns den Brillenkauf mittlerweile bereuen.
San Mateo, USA – Zu nischig, zu teuer, zu umsatzschwach: All diese Warnzeichen hielten mich nicht davon ab, meinen großen Traum von einer VR-Brille für die PS5 zu verwirklichen. Doch ein Jahr nachdem die PSVR2 mittlerweile auf dem Markt ist, haben sich alle Befürchtungen bestätigt. Die Produktion des Geräts wurde aufgrund wachsender Lagerbestände eingestellt, genau wie der Support der bisherigen Spielerbasis. Ein Armutszeugnis für Sony und meine Kauf-Kompetenz.
Die besten Spiele für PSVR2 – lassen sich an zwei Händen abzählen
Mangelware Spielspaß: Würde es einen Grabstein für die PSVR2 geben, dann stünde der 22. Februar 2023 sowohl als Geburtstag und auch als Todesdatum darauf. Denn die Hardware hatte rückblickend bereits das Zeitliche gesegnet, als sie ihr Versprechen – „Feel a new Real“ – noch nicht mal eingelöst hatte. In der Brille steckt nach über 13 Monaten jedoch leider genauso wenig Neues drin, wie im Remastered von The Last of Us Part 2.
Ganz oben auf der Mängelliste der PlayStation-Ladenhüterin steht die ausgetrocknete Spielwüste, in der sich die PSVR seit der Veröffentlichung 2023 befindet. Dieser Release-Trailer bringt mich zum Heulen:
Zum Release ein Blender: Sony hatte scheinbar sein VR-Pulver bereits zum Start verschossen und damit das gesamte Feuerwerk schon abgebrannt. Davon ließ ich mich und viele andere leider auch blenden. Gran Turismo 7 und ein exklusives Horizon-Spiel vermittelten als Release-Titel das Gefühl, dass der Brillenhersteller Großes mit seinem neuen Produkt plante.
Und ja, es gibt auch einige Spiele, für die sich VR-Gaming auf der PlayStation 5 lohnt. Aber in solch große Produktionen, wie die genannten Beispiele, investierte Sony anschließend nicht mehr. Einzig mit Synapse sorgte man noch für einen Lichtblick. Die beiden Resident Evils sind zwar exklusive Highlights, aber eben Third-Party-Entwicklungen. So macht sich die Community drüber lustig:
Stattdessen besteht die vorhandene Spielbibliothek für PSVR2 aus Portierungen alter Spiele. Selbst von diesen ist den Nutzern allerdings nicht das Gelbe vom Ei vergönnt. Jegliches Warten auf Astro Bot: Rescue Mission ist bislang vergebens. Für die PSVR 2 wurde die große Werbetrommel geschlagen, um mal zu sehen, wie groß denn mittlerweile das Interesse an VR-Gaming ist. Diese auf Umsätze bedachte Zurückhaltung hat auch schon die PS5 zur schlechtesten Sony-Konsole gemacht.
Als Käufer fühlt sich die PSVR2 an, als hätte man in einen riesigen Testballon investiert – der spätestens jetzt geplatzt ist.
Totgesagte leben länger – außer die PSVR2
Ein Teufelskreis: Bei der PSVR2 beißt sich die Schlange selbst in den Schwanz. Denn zu wenige Anreize sorgen für zu geringe Umsätze, die wiederum den Investitionswillen in die teure Spieleentwicklung schmälern. Doch bei der PS5-Brille kommen leider noch weitere Verkaufshemmer hinzu.
Hauptproblem der PSVR2 ist die preisliche Einstiegshürde, die den Erfolg beziehungsweise die Reise dorthin ausbremst. Virtual Reality ist vielleicht streng genommen keine Neuheit mehr, doch für eine Vielzahl von Spielern bislang unberührtes Terrain.
Um der Technologie eine Chance zu geben, braucht es aber nicht nur das Headset selbst, sondern auch die PS5 als Eingabegerät. Bei Standardpreisen kostet die probier-freudige Spielerei mindestens satte 1.000 Euro. Schlichtweg zu teuer, um etwas zu kaufen, bei dem noch gar nicht klar ist, wie es einem zusagt. Zugegeben: All diese Kritikpunkte sind nicht PlayStation-exklusiv, sondern ein generelles Handicap der Gaming-Nische. Dennoch hat Sony stand jetzt viel zu wenig unternommen, um dem Schicksal der PSVR2 entschlossen entgegenzuwirken.
Produktion der PSVR2 eingestellt – wie geht es nun für die PlayStation-Brille weiter?
Gähnende Leere am Horizont: Erst kürzlich hatte Sony für große Freude unter den Nutzern der PSVR2 gesorgt. Bis Ende des Jahres soll das Gerät nämlich die Kompatibilität mit dem PC erhalten. Klar, das Vorhaben ergibt für jede Seite allemal Sinn. Sony eröffnet sich einen großen Pool an potenziellen Neukunden, Besitzer erhalten Zugriff auf etliche neue Spiele und Entwickler können sich über weitere Umsätze freuen.
Aber wie bezeichnend ist es denn bitte, dass der große Hoffnungsschimmer der winzigen PSVR2-Community auf einer anderen Plattform als der PS5 liegt?
Schlechte Omen: Noch düsterer fällt die Aussicht allerdings mit Blick auf interessante neue VR-Spiele für die PS5 aus. Für den Großteil löst lediglich Metro Awakening aktuell so etwas wie Vorfreude aus, wobei es sich aber eben auch hier um keine Sony-interne Entwicklung handelt. Dass sich das in Kürze ändert, wirkt aufgrund der eingestampften Produktion nahezu ausgeschlossen. Wenn Sony schon im ersten Jahr stiefmütterlich an ihr eigenes Kind herantritt, warum sollte das Unternehmen also bei dieser geringen Nachfrage plötzlich umschwenken?
Obendrein zeigt auch die jüngste Entlassungswelle bei Sony, wo die Prioritäten in der Zukunft liegen. Unter anderem wurde das London Studio mit reichlich VR-Expertise dichtgemacht. Das für Horizon Call of the Mountain verantwortliche Firesprite musste sich ebenfalls von Mitarbeitern trennen. Ich für meinen Teil bin mir sicher: Die PSVR2 ist die neue PS Vita – und ich habe 600 Euro für sie bezahlt. *Affiliate-Link